Challenge: Hilflos (Naja... wenn man nicht zu genau hinschaut. Aus der Angst-Tabelle der Sommerchallenge 2015)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Anmerkung: Phew... das war ein echter Krampf. Die beiden ernsthaft über ihre eigenen Gefühle reden zu lassen war gar nicht mal so einfach. Gut sind sie nur darin, wenn es um den anderen geht.
Aber hiermit habe ich endlich einen Abschluss gefunden. Vorerst. Ich halte mir sicherheitshalber alle Möglichkeiten offen.
Sie hatten nicht nochmal darüber geredet. Über alles.
Konnte daran liegen, dass Ryôsuke Watarus wenigen Versuchen, über irgendwelche peinlichen Gefühle zu reden, ausgewichen war. Aber ehrlich, was würde es denn bringen? Er hätte ihm nie die Wahrheit sagen sollen, aber er war nunmal aufgewühlt gewesen. Und krank zu sein, war für die Nerven auch nicht das beste, schon gar nicht nach allem was passiert war. Er wurde schon unter normalen Umständen rührselig. Und redete zu viel. Und wurde anhänglich. Zugegeben, das war etwas, was ihm neu war, aber dass mit Wataru alles, was er kannte, bedeutungslos wurde, das hatte er schnell gemerkt.
Immerhin schien Wataru wirklich kein Problem mit... damit zu haben. Trotzdem war da ein Teil von Ryôsuke, der der Situation nicht traute. Der nicht glauben wollte, dass es einfach so weitergehen würde. Dass es normal werden würde, dass er sich eigentlich jede Nacht irgendwann in Watarus Armen wiederfand.
Seit ein paar Tagen war Ryôsuke wieder fit und Natsuko-san hatte damit begonnen, ihn im Restaurant einzuspannen. Nicht zu viel und auf eine selbstverständliche Art und Weise, als würde er einfach dazugehören und wäre nicht nur ein Ballast, der sich gefälligst irgendwie nützlich zu machen hatte.
Eigentlich sollte er sich wohl eher darüber klar werden, was er jetzt mit sich und seinem Leben anfangen sollte, aber Ryôsuke wollte da nicht drüber nachdenken. Alles was in der Zukunft lag war nur ein beängstigendes, bodenloses schwarzes Loch.
Dieses Gefühl wurde besser, wenn Wataru bei ihm war. Er hatte es schon immer geschafft, das dunkle, kalte zu vertreiben. Manche Menschen konnten das einfach.
„Okay, was ist los?“, fragte Wataru schließlich, als sie einen besonders ekligen, regnerischen Abend auf die bestmögliche Art nutzten: mit zocken. In diesem Fall spielte Wataru und Ryôsuke saß faul daneben und saß zu. Vorher waren noch Nippori, Hino und Yûta dagewesen. Vor allem Yûta hatte ziemlich genau zugehört, als Nippori erzählt hatte, wie der Club sich inzwischen machte. Dabei hatte Hino meistens nur dagesessen, als ginge ihn das alles gar nichts an, aber ziemlich zielgenaue Kommentare eingeworfen, zweifellos, um Nippori damit aus dem Konzept zu bringen, was meistens auch gelang.
Es war... nett gewesen. Aber nachdem alle wieder weg waren und Ryôsuke sich neben Wataru gefläzt hatte, wobei es nicht einmal mit beiden zugedrückten Augen als Versehen durchgehen konnte, dass er sich an ihn gelehnt hatte. Wataru hatte nur kurz gemault, dass er so nicht zocken konnte, es dann aber hingenommen. Außerdem brauchte man für das Spiel nun wirklich nicht viel Bewegungsfreiheit.
Die Frage erwischte Ryôsuke vollkommen unerwartet und er ertappte sich dabei, Wataru erstmal nur verwirrt anzusehen. „Was meinst du?“, hakte er nach, als klar wurde, dass Wataru ihm nicht den Gefallen tun würde, genauer zu werden.
„Du bist so...“ Wataru zuckte mit den Schultern und brach ab. „So eben.“
„Was bist du für ein brillianter Beobachter...“
„Oi! Mach dich nicht über mich lustig!“, protestierte Wataru und knuffte Ryôsuke gegen die Seite.
„Du verreckst da gerade.“ Es war eine unglaublich miese Ablenkung, aber sie funktionierte. Wataru fluchte und versuchte noch irgendwas zu retten, bis der Fernseher schwarz wurde und ihnen ein hämisches Game Over entgegenflackerte.
„Das kommt davon, wenn du nicht aufpasst.“ Ryôsuke wusste, es war unfair, noch Salz in die Wunde zu streuen, immerhin machte Wataru sich offenbar Sorgen um ihn. Aber er konnte auch nicht anders. Es machte viel zu viel Spaß, ihn etwas auf die Palme zu bringen. Außerdem brachte ihn das vielleicht darum, über seine blöden Gefühle zu reden.
Wataru sah ihn an, als könnte er sich nicht entscheiden, ob er beleidigt sein sollte oder nicht und die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. „Du lenkst ab.“
„Na und?“ Abwehrend verschränkte Ryôsuke die Arme, was wohl an Wirkung verlor, da er dabei auch nicht vorhatte, Abstand zu Wataru zu nehmen.
Eine Weile herrschte Schweigen, aber durch den Körperkontakt konnte Ryôsuke gar nicht anders, als Watarus Anspannung zu bemerken. Trotzdem hielt er die Klappe. Was sollte er auch sagen? Dass er sich Sorgen machte? Dass er keine Ahnung hatte, in welche Richtung er jetzt gehen sollte?
Wataru bewegte sich. Scheinbar ziellos, als wüsste er selbst nicht, wie er am besten sitzen wollte. Nervös. Ryôsuke kannte ihn inzwischen nun wirklich lange genug. Und umgekehrt war das natürlich ebenso.
„Ich habe keine Ahnung, was los ist, okay?“
„Du bist ein beschissener Lügner.“
Als Ryôsuke Wataru ansah, konzentrierte sich dieser etwas zu sehr auf den Fernseher, in seinem Gesicht arbeitete es. Und das hatte nichts mit dem Game Over zu tun oder gar mit der Frage, ob er vom letzten Spielstand aus weiterspielen wollte oder einen anderen auswählen. Vielleicht war es den ganzen Abend nicht um das Spiel gegangen.
„Ich weiß es echt nicht... nicht richtig“, sagte Ryôsuke nach so langem Schweigen, dass er sich nicht mal sicher war, ob Wataru direkt verstand, was er meinte. Es war sogar zum Teil die Wahrheit. Ihm ging so viel im Kopf herum...
„Ist gerade alles etwas viel, oder?“ Wataru hatte inzwischen den letzten Spielstand geladen und tat so, als würde das seine ganze Aufmerksamkeit fordern. Etwas, was Ryôsuke jetzt eindeutig nicht mehr überzeugte.
„Ja... vielleicht.“ Das Eingeständnis wäre wohl widerwilliger gekommen, hätte Wataru nicht ohnehin schon viel zu viel gewusst. Außerdem... er hatte keine Familie mehr, keinen Job und sah auch keine Perspektive mehr. Da zu leugnen, das er ziemlich überfordert war, war auch albern. Es direkt zugeben wollte er aber auch nicht.
„Du machst dir zu viel Stress.“
Ryôsuke schnaubte, sagte aber lieber nichts. Oder wenigstens war das der Plan gewesen. Sein viel zu schnelles Mundwerk hatte da andere Pläne. „Sagt sich so leicht.“
„Ich weiß.“ Wataru versuchte noch einmal mehr, so zu tun, als würde das Spiel ihn interessieren und legte einen Arm um Ryôsuke. Der versteifte sich im ersten Augenblick, aber das warme Gefühl war stärker als sein dummer Stolz.
„Ich weiß einfach nicht, was ich jetzt machen soll.“ Er schämte sich selbst für den viel zu kläglichen Ton, aber Wataru war es entweder egal oder er überging es einfach, weil er viel zu nett für diese Welt war.
„Das finden wir heraus, wenn es dir wieder besser geht.“ Wataru sagte das, als wäre es schon eine beschlossene Sache. Schön, dass er ihm das auch mal mitteilte.
Nicht ganz sicher, wie Wataru das jetzt meinte, hakte Ryôsuke nach. „Also ich bin wieder gesund...“
„Du bist vor allem ein Idiot“, antwortete Wataru und aus einem Grund, den Ryôsuke nicht direkt kapierte, begann er damit, über seine Hand zu streicheln. Nur ganz leicht, als wäre er sich selbst nicht ganz sicher, ob er das richtige tat.
Erst nach einem langen Schweigen, bei dem Ryôsuke sich sicher war, dass Wataru hoffte, er würde etwas sagen, knurrte dieser: „Ich könnte deine Eltern wirklich...“
„Lass sie da raus.“ Es waren immer noch seine Eltern. Auch wenn die das offenbar anders sahen. Wieder herrschte eine Weile Stille zwischen ihnen. Merkwürdig angespannt, dabei aber nicht wirklich unangenehm. Nur etwas und nur erträglich, weil Wataru ihn weiterhin festhielt.
„Ich hätte es eher bemerken sollen.“ Watarus Stimme war leise und angespannt. Unglücklich. Anscheinend beschäftigte ihn das schon länger.
„Wie denn? Ich habe es dir ja nicht gesagt.“
„Du bist mein bester Freund. Da bekommt man das doch mit.“
„Ich bin ja jetzt hier.“
Aus irgendeinem Grund schienen diese Worte Wataru wieder etwas zu entspannen und jetzt hielt er seine Hand ganz fest. „Gut so.“
Wie lange sie dann einfach so dagesessen waren, wusste Ryôsuke nicht, aber irgendwann sah er Wataru endlich wieder an und ihre Blicke trafen sich.
„War das eigentlich das erste Mal?“ Mit einem Mal wirkte Wataru etwas verlegen und erst als Ryôsuke fragend die Augenbrauen hochzog, bekam er eine Erklärung: „Dass du einen Jungen geküsst hast.“
„Was ist das denn für ein bescheuerter Themenwechsel?“
„Es interessiert mich einfach, okay?“
Die Versuchung war da, Wataru noch etwas zappeln zu lassen, aber das fühlte sich in diesem Moment falsch an. „Ja. Wieso? Willst du noch etwas üben?“ Ryôsuke konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und Watarus Mundwinkel zuckten ebenfalls. „Keine Einwände.“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Anmerkung: Phew... das war ein echter Krampf. Die beiden ernsthaft über ihre eigenen Gefühle reden zu lassen war gar nicht mal so einfach. Gut sind sie nur darin, wenn es um den anderen geht.
Aber hiermit habe ich endlich einen Abschluss gefunden. Vorerst. Ich halte mir sicherheitshalber alle Möglichkeiten offen.
Sie hatten nicht nochmal darüber geredet. Über alles.
Konnte daran liegen, dass Ryôsuke Watarus wenigen Versuchen, über irgendwelche peinlichen Gefühle zu reden, ausgewichen war. Aber ehrlich, was würde es denn bringen? Er hätte ihm nie die Wahrheit sagen sollen, aber er war nunmal aufgewühlt gewesen. Und krank zu sein, war für die Nerven auch nicht das beste, schon gar nicht nach allem was passiert war. Er wurde schon unter normalen Umständen rührselig. Und redete zu viel. Und wurde anhänglich. Zugegeben, das war etwas, was ihm neu war, aber dass mit Wataru alles, was er kannte, bedeutungslos wurde, das hatte er schnell gemerkt.
Immerhin schien Wataru wirklich kein Problem mit... damit zu haben. Trotzdem war da ein Teil von Ryôsuke, der der Situation nicht traute. Der nicht glauben wollte, dass es einfach so weitergehen würde. Dass es normal werden würde, dass er sich eigentlich jede Nacht irgendwann in Watarus Armen wiederfand.
Seit ein paar Tagen war Ryôsuke wieder fit und Natsuko-san hatte damit begonnen, ihn im Restaurant einzuspannen. Nicht zu viel und auf eine selbstverständliche Art und Weise, als würde er einfach dazugehören und wäre nicht nur ein Ballast, der sich gefälligst irgendwie nützlich zu machen hatte.
Eigentlich sollte er sich wohl eher darüber klar werden, was er jetzt mit sich und seinem Leben anfangen sollte, aber Ryôsuke wollte da nicht drüber nachdenken. Alles was in der Zukunft lag war nur ein beängstigendes, bodenloses schwarzes Loch.
Dieses Gefühl wurde besser, wenn Wataru bei ihm war. Er hatte es schon immer geschafft, das dunkle, kalte zu vertreiben. Manche Menschen konnten das einfach.
„Okay, was ist los?“, fragte Wataru schließlich, als sie einen besonders ekligen, regnerischen Abend auf die bestmögliche Art nutzten: mit zocken. In diesem Fall spielte Wataru und Ryôsuke saß faul daneben und saß zu. Vorher waren noch Nippori, Hino und Yûta dagewesen. Vor allem Yûta hatte ziemlich genau zugehört, als Nippori erzählt hatte, wie der Club sich inzwischen machte. Dabei hatte Hino meistens nur dagesessen, als ginge ihn das alles gar nichts an, aber ziemlich zielgenaue Kommentare eingeworfen, zweifellos, um Nippori damit aus dem Konzept zu bringen, was meistens auch gelang.
Es war... nett gewesen. Aber nachdem alle wieder weg waren und Ryôsuke sich neben Wataru gefläzt hatte, wobei es nicht einmal mit beiden zugedrückten Augen als Versehen durchgehen konnte, dass er sich an ihn gelehnt hatte. Wataru hatte nur kurz gemault, dass er so nicht zocken konnte, es dann aber hingenommen. Außerdem brauchte man für das Spiel nun wirklich nicht viel Bewegungsfreiheit.
Die Frage erwischte Ryôsuke vollkommen unerwartet und er ertappte sich dabei, Wataru erstmal nur verwirrt anzusehen. „Was meinst du?“, hakte er nach, als klar wurde, dass Wataru ihm nicht den Gefallen tun würde, genauer zu werden.
„Du bist so...“ Wataru zuckte mit den Schultern und brach ab. „So eben.“
„Was bist du für ein brillianter Beobachter...“
„Oi! Mach dich nicht über mich lustig!“, protestierte Wataru und knuffte Ryôsuke gegen die Seite.
„Du verreckst da gerade.“ Es war eine unglaublich miese Ablenkung, aber sie funktionierte. Wataru fluchte und versuchte noch irgendwas zu retten, bis der Fernseher schwarz wurde und ihnen ein hämisches Game Over entgegenflackerte.
„Das kommt davon, wenn du nicht aufpasst.“ Ryôsuke wusste, es war unfair, noch Salz in die Wunde zu streuen, immerhin machte Wataru sich offenbar Sorgen um ihn. Aber er konnte auch nicht anders. Es machte viel zu viel Spaß, ihn etwas auf die Palme zu bringen. Außerdem brachte ihn das vielleicht darum, über seine blöden Gefühle zu reden.
Wataru sah ihn an, als könnte er sich nicht entscheiden, ob er beleidigt sein sollte oder nicht und die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. „Du lenkst ab.“
„Na und?“ Abwehrend verschränkte Ryôsuke die Arme, was wohl an Wirkung verlor, da er dabei auch nicht vorhatte, Abstand zu Wataru zu nehmen.
Eine Weile herrschte Schweigen, aber durch den Körperkontakt konnte Ryôsuke gar nicht anders, als Watarus Anspannung zu bemerken. Trotzdem hielt er die Klappe. Was sollte er auch sagen? Dass er sich Sorgen machte? Dass er keine Ahnung hatte, in welche Richtung er jetzt gehen sollte?
Wataru bewegte sich. Scheinbar ziellos, als wüsste er selbst nicht, wie er am besten sitzen wollte. Nervös. Ryôsuke kannte ihn inzwischen nun wirklich lange genug. Und umgekehrt war das natürlich ebenso.
„Ich habe keine Ahnung, was los ist, okay?“
„Du bist ein beschissener Lügner.“
Als Ryôsuke Wataru ansah, konzentrierte sich dieser etwas zu sehr auf den Fernseher, in seinem Gesicht arbeitete es. Und das hatte nichts mit dem Game Over zu tun oder gar mit der Frage, ob er vom letzten Spielstand aus weiterspielen wollte oder einen anderen auswählen. Vielleicht war es den ganzen Abend nicht um das Spiel gegangen.
„Ich weiß es echt nicht... nicht richtig“, sagte Ryôsuke nach so langem Schweigen, dass er sich nicht mal sicher war, ob Wataru direkt verstand, was er meinte. Es war sogar zum Teil die Wahrheit. Ihm ging so viel im Kopf herum...
„Ist gerade alles etwas viel, oder?“ Wataru hatte inzwischen den letzten Spielstand geladen und tat so, als würde das seine ganze Aufmerksamkeit fordern. Etwas, was Ryôsuke jetzt eindeutig nicht mehr überzeugte.
„Ja... vielleicht.“ Das Eingeständnis wäre wohl widerwilliger gekommen, hätte Wataru nicht ohnehin schon viel zu viel gewusst. Außerdem... er hatte keine Familie mehr, keinen Job und sah auch keine Perspektive mehr. Da zu leugnen, das er ziemlich überfordert war, war auch albern. Es direkt zugeben wollte er aber auch nicht.
„Du machst dir zu viel Stress.“
Ryôsuke schnaubte, sagte aber lieber nichts. Oder wenigstens war das der Plan gewesen. Sein viel zu schnelles Mundwerk hatte da andere Pläne. „Sagt sich so leicht.“
„Ich weiß.“ Wataru versuchte noch einmal mehr, so zu tun, als würde das Spiel ihn interessieren und legte einen Arm um Ryôsuke. Der versteifte sich im ersten Augenblick, aber das warme Gefühl war stärker als sein dummer Stolz.
„Ich weiß einfach nicht, was ich jetzt machen soll.“ Er schämte sich selbst für den viel zu kläglichen Ton, aber Wataru war es entweder egal oder er überging es einfach, weil er viel zu nett für diese Welt war.
„Das finden wir heraus, wenn es dir wieder besser geht.“ Wataru sagte das, als wäre es schon eine beschlossene Sache. Schön, dass er ihm das auch mal mitteilte.
Nicht ganz sicher, wie Wataru das jetzt meinte, hakte Ryôsuke nach. „Also ich bin wieder gesund...“
„Du bist vor allem ein Idiot“, antwortete Wataru und aus einem Grund, den Ryôsuke nicht direkt kapierte, begann er damit, über seine Hand zu streicheln. Nur ganz leicht, als wäre er sich selbst nicht ganz sicher, ob er das richtige tat.
Erst nach einem langen Schweigen, bei dem Ryôsuke sich sicher war, dass Wataru hoffte, er würde etwas sagen, knurrte dieser: „Ich könnte deine Eltern wirklich...“
„Lass sie da raus.“ Es waren immer noch seine Eltern. Auch wenn die das offenbar anders sahen. Wieder herrschte eine Weile Stille zwischen ihnen. Merkwürdig angespannt, dabei aber nicht wirklich unangenehm. Nur etwas und nur erträglich, weil Wataru ihn weiterhin festhielt.
„Ich hätte es eher bemerken sollen.“ Watarus Stimme war leise und angespannt. Unglücklich. Anscheinend beschäftigte ihn das schon länger.
„Wie denn? Ich habe es dir ja nicht gesagt.“
„Du bist mein bester Freund. Da bekommt man das doch mit.“
„Ich bin ja jetzt hier.“
Aus irgendeinem Grund schienen diese Worte Wataru wieder etwas zu entspannen und jetzt hielt er seine Hand ganz fest. „Gut so.“
Wie lange sie dann einfach so dagesessen waren, wusste Ryôsuke nicht, aber irgendwann sah er Wataru endlich wieder an und ihre Blicke trafen sich.
„War das eigentlich das erste Mal?“ Mit einem Mal wirkte Wataru etwas verlegen und erst als Ryôsuke fragend die Augenbrauen hochzog, bekam er eine Erklärung: „Dass du einen Jungen geküsst hast.“
„Was ist das denn für ein bescheuerter Themenwechsel?“
„Es interessiert mich einfach, okay?“
Die Versuchung war da, Wataru noch etwas zappeln zu lassen, aber das fühlte sich in diesem Moment falsch an. „Ja. Wieso? Willst du noch etwas üben?“ Ryôsuke konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und Watarus Mundwinkel zuckten ebenfalls. „Keine Einwände.“