Pflege/Sorge
Oct. 9th, 2015 10:06 pmChallenge: Pflege/Sorge (vom 31.01.2014)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Wörter: ~1000
Anmerkung: Wie immer für
rei17, because of reasons. *g*
Er hatte sich hin und wieder ausgemalt, wie es war, Wataru zu küssen. Vielleicht eher ungeschickt? Irgendwie hart? Oder einfach nur merkwürdig? Nichts davon traf die Realität.
Watarus Lippen waren rau, aber weich und wurde schnell nachgiebiger. Wenigstens für einen Augenblick. Dann legte Wataru ihm beide Hände auf die Schultern und schob ihn mit leichtem, beinahe vorsichtigem Druck von sich weg. Ein kleines Stück nur, aber es reichte, um Ryôsuke wieder auf den Boden zu bringen und er war so dankbar für die Dunkelheit, die gnädig verhüllte, was sich jetzt zweifellos in seinem Gesicht abspielte.
Das war eine richtig beschissene Idee gewesen. Wataru hatte nie ein Problem damit gehabt, dass Mizusawa schwul war, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er, Ryôsuke, sich ihm einfach an den Hals werfen konnte. Oder sollte.
Abrupt wich Ryôsuke zurück. „Tut mir Leid...“ Als Watarus Hände bei der plötzlichen Bewegung von seinen Schultern glitten, fühlte er wieder allein und kalt.
„Hey... nicht...“ Watarus Reflexe waren immer noch gut und schneller als Ryôsuke reagieren konnte, hielt er ihn so vorsichtig am Arm fest, als wäre er aus besonders zerbrechlichem Glas. Halb erwartete Ryôsuke, dass jetzt noch etwas kommen würde, aber Wataru wusste anscheinend nicht mehr, was er jetzt noch sagen oder tun sollte. Damit war er nicht alleine.
Das Schweigen zwischen ihnen zog sich hin, wie lange konnte Ryôsuke beim besten Willen nicht sagen. Schließlich war es Wataru, der die Stille durchbrach. „Du bist ganz heiß. Leg dich wieder hin, ja?“
„Ich bin kein kleines Kind mehr...“ Ryôsuke sah Wataru an, aber natürlich konnte er in der Dunkelheit immer noch keine Details erkennen. Das würde sich für die nächsten Stunden auch nicht ändern.
Hörbar seufzte Wataru. „Dann benimm dich nicht wie eins.“
„Seit wann so oberlehrerhaft?“ Den scherzhaften Unterton bekam er hoffentlich hin. Es war eine so dermaßen dämliche Idee gewesen, Wataru zu küssen... wenn er jetzt einen auf locker machte, ging das vielleicht unter seinen anderen dämlichen Aktionen einfach unter. Er hoffte es so sehr.
Diese Hoffnung erfüllte sich wenigstens für den Moment, als Wataru ihm die Haare noch mehr zerwuschelte, als sie ganz sicher ohnehin schon waren. „Dann hörst du vielleicht auf mich.“
„Mal sehen.“ Das Grinsen fühlte sich so ungewohnt an, dass Ryôsuke sich nicht mal sicher war, ob er es überhaupt richtig machte. Er hatte zu lange keinen Grund mehr dazu gehabt. Aber er gab dann doch nach und legte sich wieder hin.
Ob er wirklich Fieber hatte, wusste er nicht, aber Fakt war, dass er sich ziemlich mies fühlte. Außerdem war ihm wieder so verdammt kalt. Das sorgte dafür, dass Ryôsuke sich bis zur Nasenspitze unter die Bettdecke verkroch.
Wataru sah er nicht mehr an.
„Ryôsuke...“ Die Stimme schien durch einen dichten Nebel zu dringen und Ryôsuke stellte sich taub. Es war albern und feige, aber er wollte jetzt nicht mit Wataru reden. Schon gar nicht über den Kuss. Er konnte vom Glück reden, wenn er ihm am nächsten Tag überhaupt wieder in die Augen sehen konnte.
Eine Weile wartete Wataru offenbar auf eine Reaktion. Wie lange, konnte Ryôsuke nicht mal sagen, aber irgendwann legte Wataru sich wieder hin. Als hätte das einen Schalter umgelegt, war Ryôsuke eingeschlafen.
Am nächsten Tag fühlte er sich hundeelend. Eindeutig hatte er ziemlich lange geschlafen, geholfen hatte das aber nicht. Als er die Augen öffnete, war das blöde Licht so hell, dass es sich bis in seinen Schädel zu bohren schien. Sofort kniff er sie wieder zu.
Wo war Wataru? Hier jedenfalls nicht mehr. Oder?
Diesmal öffnete Ryôsuke seine Augen vorsichtiger und sah sich um.
Nein. Niemand.
Klar, er könnte aufstehen und nachsehen, aber schon sich aufzusetzen war beinahe zu anstrengend. Darum blieb er einfach liegen und schloss wieder die Augen. Ob er einschlief oder nicht, konnte er nicht einmal mehr sagen, als ein Geräusch ihn hochschrecken ließ.
„Ryôsuke? Bist du wach?“ Wäre es nicht Watarus Stimme, hätte Ryôsuke wohl einfach so getan, als würde er noch schlafen, aber seinen besten Freund konnte er nicht einfach ignorieren. Niemals könnte er das.
„Halbwegs“, murmelte er und sah auf. Wataru stand noch an der Tür, anscheinend mit Tee bewaffnet. Jedenfalls vermutete Ryôsuke das. Wirklich klar sehen war schon mal einfacher gewesen.
Er schloss die Augen wieder und hörte, wie irgendetwas abgestellt wurde.
„Wie geht es dir?“ Jetzt war Watarus Stimme ganz nah und Ryôsuke sah ihn wieder an. Wataru hatte sich neben das Bett gehockt, sichtlich besorgt.
„Blöde Frage...“ Er glaubte nicht, dass er sich jemals in seinem Leben schon so beschissen gefühlt hatte. Und jetzt fiel er Wataru und Natsuko-san zur Last. Was seine Eltern dazu zu sagen hätte, wusste er jedenfalls ganz genau.
Nutzlos. Das war er. Kein Wunder, dass sie ihn rausgeworfen hatten.
„Hey...“ Wataru sprach mit ihm, als würde er befürchten, jedes falsche Wort könnte eine Katastrophe verursachen. Was genau das sein könnte, darüber wollte Ryôsuke sich lieber keine Gedanken machen. Das Lächeln auf Watarus Gesicht schien eher dem Zweck zu dienen, zu beruhigen. Wen, wusste Ryôsuke nicht.
„Was?“
„Hör auf, dir so einen Kopf zu machen.“
„Wer sagt, dass ich das tue?“
Als Antwort stupste Wataru ihm gegen die Stirn. „Dein Gesicht.“
„Laber keinen Scheiß.“ Irrte er sich, oder war Wataru zurückhaltender geworden? Schon der Gedanke stach.
Der Kuss... Es musste daran liegen. Klar. Woran auch sonst? Es war wirklich dämlich gewesen, Wataru einfach zu küssen. Total dämlich. Egal wie entspannt Wataru darauf reagiert hatte, dass Mizusawa schwul war, das musste ja nicht gleich bedeuten, dass es auch okay für ihn war, dass ein Typ auf ihn stand.
Vorsichtiger als noch am Abend oder in der Nacht, wenigstens kam es Ryôsuke so vor, strich Wataru ihm durch die Haare. „Erstmal ist es wichtig, dass du wieder gesund wirst. Danach sehen wir weiter, okay?“
Was genau meinte Wataru? Wie es mit ihrer Freundschaft weiterging? Mit ihm? Es war total dämlich, aber Ryôsuke konnte die Angst, dass Wataru ihn am Ende auch wegschickte, nicht einfach wegschieben. Vielleicht sorgte das dafür, dass er die Hand seines besten Freundes ergriff und festhielt. Dabei konnte er ihm nicht mehr ins Gesicht sehen. „Geh nicht weg...“ Wenn das nur halb so kläglich klang wie er befürchtete, würde er sich hinterher in Grund und Boden schämen.
„Werde ich nicht. Versprochen.“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Wörter: ~1000
Anmerkung: Wie immer für
Er hatte sich hin und wieder ausgemalt, wie es war, Wataru zu küssen. Vielleicht eher ungeschickt? Irgendwie hart? Oder einfach nur merkwürdig? Nichts davon traf die Realität.
Watarus Lippen waren rau, aber weich und wurde schnell nachgiebiger. Wenigstens für einen Augenblick. Dann legte Wataru ihm beide Hände auf die Schultern und schob ihn mit leichtem, beinahe vorsichtigem Druck von sich weg. Ein kleines Stück nur, aber es reichte, um Ryôsuke wieder auf den Boden zu bringen und er war so dankbar für die Dunkelheit, die gnädig verhüllte, was sich jetzt zweifellos in seinem Gesicht abspielte.
Das war eine richtig beschissene Idee gewesen. Wataru hatte nie ein Problem damit gehabt, dass Mizusawa schwul war, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er, Ryôsuke, sich ihm einfach an den Hals werfen konnte. Oder sollte.
Abrupt wich Ryôsuke zurück. „Tut mir Leid...“ Als Watarus Hände bei der plötzlichen Bewegung von seinen Schultern glitten, fühlte er wieder allein und kalt.
„Hey... nicht...“ Watarus Reflexe waren immer noch gut und schneller als Ryôsuke reagieren konnte, hielt er ihn so vorsichtig am Arm fest, als wäre er aus besonders zerbrechlichem Glas. Halb erwartete Ryôsuke, dass jetzt noch etwas kommen würde, aber Wataru wusste anscheinend nicht mehr, was er jetzt noch sagen oder tun sollte. Damit war er nicht alleine.
Das Schweigen zwischen ihnen zog sich hin, wie lange konnte Ryôsuke beim besten Willen nicht sagen. Schließlich war es Wataru, der die Stille durchbrach. „Du bist ganz heiß. Leg dich wieder hin, ja?“
„Ich bin kein kleines Kind mehr...“ Ryôsuke sah Wataru an, aber natürlich konnte er in der Dunkelheit immer noch keine Details erkennen. Das würde sich für die nächsten Stunden auch nicht ändern.
Hörbar seufzte Wataru. „Dann benimm dich nicht wie eins.“
„Seit wann so oberlehrerhaft?“ Den scherzhaften Unterton bekam er hoffentlich hin. Es war eine so dermaßen dämliche Idee gewesen, Wataru zu küssen... wenn er jetzt einen auf locker machte, ging das vielleicht unter seinen anderen dämlichen Aktionen einfach unter. Er hoffte es so sehr.
Diese Hoffnung erfüllte sich wenigstens für den Moment, als Wataru ihm die Haare noch mehr zerwuschelte, als sie ganz sicher ohnehin schon waren. „Dann hörst du vielleicht auf mich.“
„Mal sehen.“ Das Grinsen fühlte sich so ungewohnt an, dass Ryôsuke sich nicht mal sicher war, ob er es überhaupt richtig machte. Er hatte zu lange keinen Grund mehr dazu gehabt. Aber er gab dann doch nach und legte sich wieder hin.
Ob er wirklich Fieber hatte, wusste er nicht, aber Fakt war, dass er sich ziemlich mies fühlte. Außerdem war ihm wieder so verdammt kalt. Das sorgte dafür, dass Ryôsuke sich bis zur Nasenspitze unter die Bettdecke verkroch.
Wataru sah er nicht mehr an.
„Ryôsuke...“ Die Stimme schien durch einen dichten Nebel zu dringen und Ryôsuke stellte sich taub. Es war albern und feige, aber er wollte jetzt nicht mit Wataru reden. Schon gar nicht über den Kuss. Er konnte vom Glück reden, wenn er ihm am nächsten Tag überhaupt wieder in die Augen sehen konnte.
Eine Weile wartete Wataru offenbar auf eine Reaktion. Wie lange, konnte Ryôsuke nicht mal sagen, aber irgendwann legte Wataru sich wieder hin. Als hätte das einen Schalter umgelegt, war Ryôsuke eingeschlafen.
Am nächsten Tag fühlte er sich hundeelend. Eindeutig hatte er ziemlich lange geschlafen, geholfen hatte das aber nicht. Als er die Augen öffnete, war das blöde Licht so hell, dass es sich bis in seinen Schädel zu bohren schien. Sofort kniff er sie wieder zu.
Wo war Wataru? Hier jedenfalls nicht mehr. Oder?
Diesmal öffnete Ryôsuke seine Augen vorsichtiger und sah sich um.
Nein. Niemand.
Klar, er könnte aufstehen und nachsehen, aber schon sich aufzusetzen war beinahe zu anstrengend. Darum blieb er einfach liegen und schloss wieder die Augen. Ob er einschlief oder nicht, konnte er nicht einmal mehr sagen, als ein Geräusch ihn hochschrecken ließ.
„Ryôsuke? Bist du wach?“ Wäre es nicht Watarus Stimme, hätte Ryôsuke wohl einfach so getan, als würde er noch schlafen, aber seinen besten Freund konnte er nicht einfach ignorieren. Niemals könnte er das.
„Halbwegs“, murmelte er und sah auf. Wataru stand noch an der Tür, anscheinend mit Tee bewaffnet. Jedenfalls vermutete Ryôsuke das. Wirklich klar sehen war schon mal einfacher gewesen.
Er schloss die Augen wieder und hörte, wie irgendetwas abgestellt wurde.
„Wie geht es dir?“ Jetzt war Watarus Stimme ganz nah und Ryôsuke sah ihn wieder an. Wataru hatte sich neben das Bett gehockt, sichtlich besorgt.
„Blöde Frage...“ Er glaubte nicht, dass er sich jemals in seinem Leben schon so beschissen gefühlt hatte. Und jetzt fiel er Wataru und Natsuko-san zur Last. Was seine Eltern dazu zu sagen hätte, wusste er jedenfalls ganz genau.
Nutzlos. Das war er. Kein Wunder, dass sie ihn rausgeworfen hatten.
„Hey...“ Wataru sprach mit ihm, als würde er befürchten, jedes falsche Wort könnte eine Katastrophe verursachen. Was genau das sein könnte, darüber wollte Ryôsuke sich lieber keine Gedanken machen. Das Lächeln auf Watarus Gesicht schien eher dem Zweck zu dienen, zu beruhigen. Wen, wusste Ryôsuke nicht.
„Was?“
„Hör auf, dir so einen Kopf zu machen.“
„Wer sagt, dass ich das tue?“
Als Antwort stupste Wataru ihm gegen die Stirn. „Dein Gesicht.“
„Laber keinen Scheiß.“ Irrte er sich, oder war Wataru zurückhaltender geworden? Schon der Gedanke stach.
Der Kuss... Es musste daran liegen. Klar. Woran auch sonst? Es war wirklich dämlich gewesen, Wataru einfach zu küssen. Total dämlich. Egal wie entspannt Wataru darauf reagiert hatte, dass Mizusawa schwul war, das musste ja nicht gleich bedeuten, dass es auch okay für ihn war, dass ein Typ auf ihn stand.
Vorsichtiger als noch am Abend oder in der Nacht, wenigstens kam es Ryôsuke so vor, strich Wataru ihm durch die Haare. „Erstmal ist es wichtig, dass du wieder gesund wirst. Danach sehen wir weiter, okay?“
Was genau meinte Wataru? Wie es mit ihrer Freundschaft weiterging? Mit ihm? Es war total dämlich, aber Ryôsuke konnte die Angst, dass Wataru ihn am Ende auch wegschickte, nicht einfach wegschieben. Vielleicht sorgte das dafür, dass er die Hand seines besten Freundes ergriff und festhielt. Dabei konnte er ihm nicht mehr ins Gesicht sehen. „Geh nicht weg...“ Wenn das nur halb so kläglich klang wie er befürchtete, würde er sich hinterher in Grund und Boden schämen.
„Werde ich nicht. Versprochen.“