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Challenge: „Kann ich hierbleiben?“ aus der h/c-Tabelle der Sommerchallenge
Fandom: Tumbling (was auch sonst)
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Anmerkungen: Schamloser Fluff. You've been warned.
(sobald ich Lust habe, sollte ich mal eine Übersicht der Teile fertigmachen aber... keine Lust *hust*)



Watarus Arme waren warm und sicher und Ryôsuke konnte nicht mal genau sagen, wann er sich einfach an ihn gelehnt hatte, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Als hätte er jedes Recht hierzu.
Und wenigstens vorerst schien Wataru nicht vorzuhaben, ihn loszulassen. Er hatte ihn einfach weinen lassen und dabei zuerst immer wieder ungeschickt über seinen Rücken gestreichelt. Jetzt, wo er sich wieder etwas beruhigt hatte, war Ryôsuke sich sicher, dass ihm das bald peinlich sein würde. Aber noch war es nicht so weit.
„Warum bist du nicht drangegangen, als ich dich angerufen habe?“
Konnte er keine einfacheren Fragen stellen? Jetzt wusste er ja selbst nicht mal genau, warum er Watarus Anrufe ignoriert hatte.
„Keine Ahnung“, murmelte er darum und hob den Kopf, der bis dahin an Watarus Schulter gelehnt hatte. Sein zu langer Pony fiel ihm über die Augen, als er aufsah. Schon wollte er sie zurückstreichen, aber Wataru war schneller. Ryôsuke versuchte sich einzureden, dass er einfach krank wurde, als sein Gesicht heiß wurde, kaum das er Watarus Finger in seinen Haaren spürte.
„Sie sind ganz schön lang geworden.“
„Kann sein...“ Er hatte ein wenig den Überblick verloren. „Meine Eltern haben mich rausgeschmissen...“
Wataru wurde ganz starr und als Ryôsuke ihn ansah, glaubte er, die Bombe schon ticken zu hören. Er spürte die Anspannung in Watarus Körper, ein leichtes Zittern. Trotzdem blieb die Hand in seinen Haaren sanft und der andere Arm lag weiter ruhig um Ryôsuke.
„Sie wollten mich sowieso nie“, redete Ryôsuke weiter, obwohl er genau wusste, dass er besser die Klappe hielt.
„Ich will dich.“ Watarus Stimme klang angestrengt und härter als normal. Hitze flammte wieder auf. Ganz sicher war Wataru sich nicht klar, wie seine Worte noch ankommen könnten. So etwas merkte er nie.
„Kann ich hierbleiben?“ Ryôsuke hatte das weniger kleinlaut fragen wollen, aber offenbar konnte er das für heute vergessen.
„Hör auf so dämliche Fragen zu stellen. Natürlich bleibst du hier.“ Die Wut war nicht ganz aus Watarus Stimme gewichen, aber er klang wieder mehr wie sein großspuriges Selbst. „Und jetzt wird geschlafen. Du siehst schrecklich aus.“ Nochmal strich Wataru durch Ryôsukes Haare, kannte dann aber kein Pardon. Nicht, dass Ryôsuke sich groß wehrte... er war ziemlich müde, auch wenn er das leugnen würde, sollte ihn jemand danach fragen.

Das Einschlafen war kein Problem gewesen. In Watarus Bett hatte er immer schon gut schlafen können. Aber ungestört war Ryôsukes Schlaf nicht. Erst wachte er auf, weil er Stimmen hörte. Wataru und Natsuko-san redeten miteinander, wobei Wataru laut wie immer war. Vielleicht sogar lauter, aber Ryôsuke konnte keine genauen Worte verstehen. Außerdem wies Natsuko-san ihren Sohn dann in scharfem Ton zurecht und Ryôsuke schlief wieder ein.
Beim zweiten Mal war es dunkel und still um ihn herum, aber der Nachhall eines Alptraums ließ ihn zittern. Worum es da gegangen war, wollte Ryôsuke auch gar nicht so genau wissen.
„Wasnlos?“, murmelte Wataru unerwartet dicht neben ihm. So dicht, dass ihre Körper sich berührten.
„Nur ein Traum...“ Eigentlich erwartete Ryôsuke, dass Wataru das hinnehmen und weiterschlafen würde, aber plötzlich hatte der ihn wieder in den Arm genommen.
„Was soll das? Seit wann so anhänglich?“
„Stört es dich?“ Wataru klang besorgt und lockerte seine Umarmung schon wieder. Hastig schüttelte Ryôsuke den Kopf. „Nein. Ich... wundere mich nur.“
„Ich will nicht, dass du schon wieder verschwindest.“ Er sprach nur leise, aber genau das sorgte für ein sehr schlechtes Gewissen. Wie hatte er übersehen können, wie unglaublich dumm er gewesen war?
„Tut mir Leid... Ich hab nicht nachgedacht.“
„Vergiss es. Du bist jetzt hier.“ Wataru ließ ihn nun doch los und setzte sich auf. „Sagst du mir, wer dich geschlagen hat?“
Fuck. Das hatte er total vergessen. Er musste inzwischen einen ziemlich schillernden Bluterguss haben. „Ist das jetzt nicht egal?“ Ein mieser Versuch und Wataru ließ ihn das auch durch ein Schnauben wissen. „Ist es nicht.“
„Dreimal darfst du raten.“
Wataru knurrte beinahe. „Ich dachte, die lassen dich in Ruhe.“
„Sie dachten...“ Ryôsuke brach ab. Öl in Feuer gießen musste er jetzt auch nicht. Aber Wataru hatte auch so verstanden. „Sie dachten, es wäre mir egal? Ist es aber nicht.“
„Ich weiß.“
„Hoffentlich. Und du vergisst das gefälligst nie wieder.“
„Werd ich nicht.“
In der Dunkelheit war Wataru nur ein Schatten, aber Ryôsuke konnte auch so sehen, dass er die Hand nach ihm ausstreckte und ziemlich zielsicher über sein Gesicht strich. Es war nur eine ganz leichte Berührung, als hätte er Angst, ihm wehzutun. Das tat sie nicht. Sie kribbelte.
„Es ist alles okay. Wirklich.“
„Das sagst du andauernd, auch wenn es nicht stimmt.“
Auch wieder wahr. Ryôsuke griff nach Watarus Hand und hielt sie fest. Was gerade mit ihm los war, wusste er selbst nicht. Aber der Moment war merkwürdig. Vertraut und fremd zugleich. Vielleicht schlief er ja eigentlich noch und träumte sich das alles zusammen. Oder war nie aus seinem notdürftigen, kalten Schlafplatz rausgekommen, wo er im Fieberdelirium war. Keiner sagte etwas.
„Ich bin wirklich froh, dass du doch noch hergekommen bist“, flüsterte Wataru so leise, dass Ryôsuke es beinahe nicht verstanden hätte. Vielleicht war das der Grund, warum er sich nun ebenfalls hinsetzte und Wataru küsste.

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