Romantik/Intimität - "Ich vermisse dich"
Sep. 30th, 2015 08:59 pmTeam: Persephone
Challenge: Romantik/Intimität - „Ich vermisse dich...“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Für
rei17. Sie weiß, warum =)
Die Kälte wich nur sehr langsam aus Ryôsukes Gliedern. Um genauer zu sein, schien ein Rest sich hartnäckig eingenistet zu haben, aber das gute Gefühl erst heiß zu duschen und sich dann trockene Klamotten anziehen zu können, wog das wieder auf. Ein paar Sachen von ihm waren natürlich noch hiergewesen, was jetzt ziemlich praktisch gewesen war.
Seine Haare waren noch etwas feucht, als er zurück nach unten ging. Dort war inzwischen weniger los, aber Shigeru saß wie immer am Tresen und redete mit Natsuko-san. Was ein sehr einseitiges Gespräch war und ein jähes Ende fand, als Natsuko-san Ryôsuke bemerkte.
Shigerus Gesicht entlockte Ryôsuke ein Grinsen. Der würde wohl nie begreifen, dass er weit oberhalb seiner Liga auf Brautschau ging.
„Ich habe Wataru Bescheid gesagt, er müsste gleich zurück sein“, erklärte Natsuko-san, noch während sie Ryôsuke auf seinen Stammplatz winkte. Ihr langer Blick dabei stellte mehr Fragen, als er beantworten konnte oder wollte. Umso erleichterter war er, als sie ihm nur eine Tasse mit heißem Tee hinstellte. So heiß, dass er sich beinahe die Finger verbrannte.
„Sei vorsichtig. Das Essen ist gleich fertig. Und dann gehörst du ins Bett.“
„Danke.“ Es fühlte sich nicht nach einem überzeugendem Lächeln an, aber offenbar kam es an, denn Natsuko-sans Blick wurde weicher. „Es wird alles in Ordnung kommen“, sagte sie leiser.
Betreten senkte Ryôsuke den Blick. Er war gerade wirklich nutzlos.
„Was ist eigentlich passiert?“, tönte Shigeru und machte Anstalten, näher zu rücken. Ein Versuch, der von Natsuko-san sofort unterbunden wurde. „Lass ihn in Ruhe.“
„Aber wir haben uns alle Sorgen gemacht!“ Konnte der Typ es nicht einmal merken, wenn er überflüssig war? Aber eine neue Stimme zog seine Aufmerksamkeit sofort auf sich.
„Ryôsuke!“ Wataru klang aufgebracht und erleichtert zugleich und alles andere wurde vollkommen nebensächlich. Der Boden schien einen Augenblick lang zu schwanken, als er aufsprang. Noch etwas, was ihm gerade kaum gleichgültiger sein könnte.
Das erste, was ihm auffiel war, dass Wataru nass war. Nicht so durchweicht wie er selbst gewesen war, aber auch nahe genug dran. Aber warum? Was hatte Wataru da draußen gemacht? War er etwa... Ryôsuke wusste nicht, was er sagen sollte. „Wataru...“
Den Schlag realisierte er erst dann wirklich, als er auf dem Boden landete.
„Du bist so ein... Idiot!“ Watarus Stimme klang mühsam beherrscht, als kostete es ihm alles, nicht einfach zu brüllen. Ryôsukes Kopf war vollkommen leer. Was sollte das denn jetzt?
„Warum bist du nicht sofort zu mir gekommen?“
Diese Frage saß härter als der Schlag. „Tut mir leid... ich...“
„Halt die Klappe.“ Wataru hielt Ryôsuke die Hand hin, die dieser nach nur kurzem Zögern ergriff. Eigentlich hatte er erwartet, dass Wataru ihn mit einem Ruck auf die Füße ziehen würde, aber das geschah nicht. Eher war er richtig... vorsichtig. „Deine Hände sind eiskalt.“ Dabei klang Wataru, als würde ihm diese Feststellung gar nicht gefallen.
„Deine auch.“
„Draußen ist ja auch Scheißwetter.“
„Das stimmt.“ Ryôsuke hatte sich in Watarus Gegenwart nie so merkwürdig gefühlt. War er hier wirklich noch willkommen? Im selben Moment war ihm aber auch schon klar, wie dumm es war, so etwas zu denken. Oder nur zu fühlen.
Als sein bester Freund ihn dann so fest in die Arme nahm, dass er beinahe seine Rippen knacken zu hören glaubte, wurde der dumpfe, alles betäubende, jeden anzweifelnde Nebel verdrängt. Nicht sofort, aber Ryôsuke erlaubte sich endlich wieder, zu hoffen.
„Gott sei Dank bist du wieder da“, flüsterte Wataru und Ryôsuke war sich nicht sicher, ob er sich das leichte Zittern nur einbildete oder ob es wirklich vorhanden war. War auch egal.
„Ich vermisse dich...“ Wo die Worte genau hergekommen waren, wollte Ryôsuke gar nicht so genau wissen, aber das machte sie nicht weniger wahr. „Es ist alles so schief gelaufen...“ Dass er kurz davor war, hier vor viel zu vielen Zeugen einfach anzufangen zu flennen, sollte ihn stören. Aber selbst das war ihm gerade vollkommen egal. Er war bei Wataru. Wataru ließ ihn nicht im Stich. „Ich habe nichts getan, ehrlich...“
„Ich weiß.“
Ryôsuke spürte, wie Watarus Hand durch seine Haare strich. Ganz vorsichtig, als wäre er ein Kätzchen, das er nicht verschrecken wollte.
„Gehen wir hoch.“ Ohne Ryôsukes Antwort abzuwarten legte Wataru einen Arm um seine Schulter und rief seiner Mutter zu, dass sie nach oben gingen. Dann schob er Ryôsuke die Treppe nach oben, wogegen der keine Einwände hatte. Auch wenn er jetzt kaum einen Grund dazu hatte, begann Ryôsuke wieder ziemlich zu frieren.
Das wurde besser, als er etwas später noch einen von Watarus Pullovern bekommen hatte und halb unter einer Decke verkrochen war. Von einer beachtlichen Portion Omurice war nicht mehr viel übrig, dafür machte sich Müdigkeit breit.
Bisher hatte Wataru nicht viel gesagt. Keine Fragen gestellt, obwohl Ryôsuke genau sah, wie sehr sie ihm unter den Nägeln brannten. Vermutlich wartete er, bis Ryôsuke von selbst anfing zu reden, aber das war gar nicht mal so einfach.
Wenn es nach ihm ginge, würden sie alles einfach vergessen und so tun, als wäre alles okay. Ein Wunsch, der sich bei Wataru niemals erfüllen würde.
„Okay, was ist passiert?“
Ryôsuke kauerte sich etwas mehr zusammen. Da war er wieder, der Knoten. Tief und fest in seiner Brust. Jetzt ärgerte er sich, dass Wataru nicht sofort gefragt hatte, da hätte er es ihm sofort erzählt. Weil es Wataru war und er in seiner Erleichterung vollkommen vergessen hatte, dass sie sich eigentlich nicht mehr so nahe standen, wie noch vor wenigen Monaten.
Etwas, was Wataru offenbar niemand erklärt hatte. „Nippori hat gesagt, du bist bei deinem Job rausgeflogen.“ Dabei schaffte er es, gleichzeitig aufgebracht und beleidigt zu klingen.
„War eh ein Scheißjob.“
„Was ist da passiert?“
„Jemand hat behauptet, ich hab geklaut.“ Am liebsten hätte Ryôsuke sich unter der Decke verkrochen.
„Und nur weil jemand dumme Lügen erzählt, schmeißen die Penner dich raus?!“, polterte Wataru aufgebracht und da war es wieder. Das warme Gefühl. Wataru glaubte ihm. So wie er immer nur das beste in allen sah.
„Das Geld war in meiner Jacke. Aber ich habe nicht...“
„Weiß ich doch.“
Ryôsuke blickte gerade noch rechtzeitig auf, um zu sehen, wie Wataru entnervt die Augen verdrehte.
„Meine Eltern haben mir nicht geglaubt...“ Ryôsuke war selbst überrascht, wie weh das immer noch tat. Sein Blickfeld verschwamm und er fluchte leise. Klar, dass die Heulerei noch irgendwann kommen musste. Trotzdem sah er, dass Wataru sich anspannte. Würde er jetzt einen Ausraster bekommen? Es machte Wataru immer so wütend, wenn jemand seinen Freunden dumm kam.
Der Wutanfall kam aber nicht, stattdessen rückte Wataru näher an ihn heran und wirkte nur ein bisschen ungelenk, als er Ryôsuke in die Arme nahm. Es war anders als vorhin. Da war es spontan gewesen... sie waren beide so erleichtert gewesen. Vor allem Wataru.
Das hier war wirklich ganz anders. „Deine Eltern sind Idioten.“ Eine leise Feststellung. Dann: „Ich habe dich auch vermisst.“
Als der Knoten sich löste und Ryôsuke anfing zu weinen, war ihm endlich nicht mehr kalt.
Challenge: Romantik/Intimität - „Ich vermisse dich...“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru
Für
Die Kälte wich nur sehr langsam aus Ryôsukes Gliedern. Um genauer zu sein, schien ein Rest sich hartnäckig eingenistet zu haben, aber das gute Gefühl erst heiß zu duschen und sich dann trockene Klamotten anziehen zu können, wog das wieder auf. Ein paar Sachen von ihm waren natürlich noch hiergewesen, was jetzt ziemlich praktisch gewesen war.
Seine Haare waren noch etwas feucht, als er zurück nach unten ging. Dort war inzwischen weniger los, aber Shigeru saß wie immer am Tresen und redete mit Natsuko-san. Was ein sehr einseitiges Gespräch war und ein jähes Ende fand, als Natsuko-san Ryôsuke bemerkte.
Shigerus Gesicht entlockte Ryôsuke ein Grinsen. Der würde wohl nie begreifen, dass er weit oberhalb seiner Liga auf Brautschau ging.
„Ich habe Wataru Bescheid gesagt, er müsste gleich zurück sein“, erklärte Natsuko-san, noch während sie Ryôsuke auf seinen Stammplatz winkte. Ihr langer Blick dabei stellte mehr Fragen, als er beantworten konnte oder wollte. Umso erleichterter war er, als sie ihm nur eine Tasse mit heißem Tee hinstellte. So heiß, dass er sich beinahe die Finger verbrannte.
„Sei vorsichtig. Das Essen ist gleich fertig. Und dann gehörst du ins Bett.“
„Danke.“ Es fühlte sich nicht nach einem überzeugendem Lächeln an, aber offenbar kam es an, denn Natsuko-sans Blick wurde weicher. „Es wird alles in Ordnung kommen“, sagte sie leiser.
Betreten senkte Ryôsuke den Blick. Er war gerade wirklich nutzlos.
„Was ist eigentlich passiert?“, tönte Shigeru und machte Anstalten, näher zu rücken. Ein Versuch, der von Natsuko-san sofort unterbunden wurde. „Lass ihn in Ruhe.“
„Aber wir haben uns alle Sorgen gemacht!“ Konnte der Typ es nicht einmal merken, wenn er überflüssig war? Aber eine neue Stimme zog seine Aufmerksamkeit sofort auf sich.
„Ryôsuke!“ Wataru klang aufgebracht und erleichtert zugleich und alles andere wurde vollkommen nebensächlich. Der Boden schien einen Augenblick lang zu schwanken, als er aufsprang. Noch etwas, was ihm gerade kaum gleichgültiger sein könnte.
Das erste, was ihm auffiel war, dass Wataru nass war. Nicht so durchweicht wie er selbst gewesen war, aber auch nahe genug dran. Aber warum? Was hatte Wataru da draußen gemacht? War er etwa... Ryôsuke wusste nicht, was er sagen sollte. „Wataru...“
Den Schlag realisierte er erst dann wirklich, als er auf dem Boden landete.
„Du bist so ein... Idiot!“ Watarus Stimme klang mühsam beherrscht, als kostete es ihm alles, nicht einfach zu brüllen. Ryôsukes Kopf war vollkommen leer. Was sollte das denn jetzt?
„Warum bist du nicht sofort zu mir gekommen?“
Diese Frage saß härter als der Schlag. „Tut mir leid... ich...“
„Halt die Klappe.“ Wataru hielt Ryôsuke die Hand hin, die dieser nach nur kurzem Zögern ergriff. Eigentlich hatte er erwartet, dass Wataru ihn mit einem Ruck auf die Füße ziehen würde, aber das geschah nicht. Eher war er richtig... vorsichtig. „Deine Hände sind eiskalt.“ Dabei klang Wataru, als würde ihm diese Feststellung gar nicht gefallen.
„Deine auch.“
„Draußen ist ja auch Scheißwetter.“
„Das stimmt.“ Ryôsuke hatte sich in Watarus Gegenwart nie so merkwürdig gefühlt. War er hier wirklich noch willkommen? Im selben Moment war ihm aber auch schon klar, wie dumm es war, so etwas zu denken. Oder nur zu fühlen.
Als sein bester Freund ihn dann so fest in die Arme nahm, dass er beinahe seine Rippen knacken zu hören glaubte, wurde der dumpfe, alles betäubende, jeden anzweifelnde Nebel verdrängt. Nicht sofort, aber Ryôsuke erlaubte sich endlich wieder, zu hoffen.
„Gott sei Dank bist du wieder da“, flüsterte Wataru und Ryôsuke war sich nicht sicher, ob er sich das leichte Zittern nur einbildete oder ob es wirklich vorhanden war. War auch egal.
„Ich vermisse dich...“ Wo die Worte genau hergekommen waren, wollte Ryôsuke gar nicht so genau wissen, aber das machte sie nicht weniger wahr. „Es ist alles so schief gelaufen...“ Dass er kurz davor war, hier vor viel zu vielen Zeugen einfach anzufangen zu flennen, sollte ihn stören. Aber selbst das war ihm gerade vollkommen egal. Er war bei Wataru. Wataru ließ ihn nicht im Stich. „Ich habe nichts getan, ehrlich...“
„Ich weiß.“
Ryôsuke spürte, wie Watarus Hand durch seine Haare strich. Ganz vorsichtig, als wäre er ein Kätzchen, das er nicht verschrecken wollte.
„Gehen wir hoch.“ Ohne Ryôsukes Antwort abzuwarten legte Wataru einen Arm um seine Schulter und rief seiner Mutter zu, dass sie nach oben gingen. Dann schob er Ryôsuke die Treppe nach oben, wogegen der keine Einwände hatte. Auch wenn er jetzt kaum einen Grund dazu hatte, begann Ryôsuke wieder ziemlich zu frieren.
Das wurde besser, als er etwas später noch einen von Watarus Pullovern bekommen hatte und halb unter einer Decke verkrochen war. Von einer beachtlichen Portion Omurice war nicht mehr viel übrig, dafür machte sich Müdigkeit breit.
Bisher hatte Wataru nicht viel gesagt. Keine Fragen gestellt, obwohl Ryôsuke genau sah, wie sehr sie ihm unter den Nägeln brannten. Vermutlich wartete er, bis Ryôsuke von selbst anfing zu reden, aber das war gar nicht mal so einfach.
Wenn es nach ihm ginge, würden sie alles einfach vergessen und so tun, als wäre alles okay. Ein Wunsch, der sich bei Wataru niemals erfüllen würde.
„Okay, was ist passiert?“
Ryôsuke kauerte sich etwas mehr zusammen. Da war er wieder, der Knoten. Tief und fest in seiner Brust. Jetzt ärgerte er sich, dass Wataru nicht sofort gefragt hatte, da hätte er es ihm sofort erzählt. Weil es Wataru war und er in seiner Erleichterung vollkommen vergessen hatte, dass sie sich eigentlich nicht mehr so nahe standen, wie noch vor wenigen Monaten.
Etwas, was Wataru offenbar niemand erklärt hatte. „Nippori hat gesagt, du bist bei deinem Job rausgeflogen.“ Dabei schaffte er es, gleichzeitig aufgebracht und beleidigt zu klingen.
„War eh ein Scheißjob.“
„Was ist da passiert?“
„Jemand hat behauptet, ich hab geklaut.“ Am liebsten hätte Ryôsuke sich unter der Decke verkrochen.
„Und nur weil jemand dumme Lügen erzählt, schmeißen die Penner dich raus?!“, polterte Wataru aufgebracht und da war es wieder. Das warme Gefühl. Wataru glaubte ihm. So wie er immer nur das beste in allen sah.
„Das Geld war in meiner Jacke. Aber ich habe nicht...“
„Weiß ich doch.“
Ryôsuke blickte gerade noch rechtzeitig auf, um zu sehen, wie Wataru entnervt die Augen verdrehte.
„Meine Eltern haben mir nicht geglaubt...“ Ryôsuke war selbst überrascht, wie weh das immer noch tat. Sein Blickfeld verschwamm und er fluchte leise. Klar, dass die Heulerei noch irgendwann kommen musste. Trotzdem sah er, dass Wataru sich anspannte. Würde er jetzt einen Ausraster bekommen? Es machte Wataru immer so wütend, wenn jemand seinen Freunden dumm kam.
Der Wutanfall kam aber nicht, stattdessen rückte Wataru näher an ihn heran und wirkte nur ein bisschen ungelenk, als er Ryôsuke in die Arme nahm. Es war anders als vorhin. Da war es spontan gewesen... sie waren beide so erleichtert gewesen. Vor allem Wataru.
Das hier war wirklich ganz anders. „Deine Eltern sind Idioten.“ Eine leise Feststellung. Dann: „Ich habe dich auch vermisst.“
Als der Knoten sich löste und Ryôsuke anfing zu weinen, war ihm endlich nicht mehr kalt.