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Team: Persephone
Challenge: h/c – Joker: Sturzgefahr vom 5.6.15 (für mich)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, OCs

Anmerkung: Das hier ist eher kurz... ich bin nicht wirklich zufrieden, wollte aber die Weltherrschaft dieses Wochenende noch zumachen.

Als Ryôsuke das Ladekabel für sein Handy eingepackt hatte, war ihm nicht in den Sinn gekommen, dass das Ding nur Sinn machte, wenn man auch irgendwo eine Steckdose hatte. Etwas so selbstverständliches, dass er darüber gar nicht weiter nachgedacht hatte.
Der Akku gab irgendwann gegen morgen seinen Geist auf, als er sich müde irgendwo am Strand hingesetzt hatte. Vielleicht war es auch schon vorher passiert, der Akku war nicht mehr der frischeste.
Es war auch egal. Als Ryôsuke das schwarze Display ansah, wurde aus der dumpfen Decke, die sich über seine Gefühle gelegt hatte, etwas schwereres. Eine Mutlosigkeit, die er in der Intensität noch nie erlebt hatte.
Seine Eltern hatten ihn rausgeworfen. Er konnte nicht dorthin zurück. Selbst wenn er seinen Job zurückbekam, was sehr unwahrscheinlich war, das hatte ihm klargemacht, dass er dort keinen Platz mehr hatte. Und vermutlich auch nie gehabt hatte.
Aber wo sollte er jetzt hin?
Er wollte zu Wataru... würde er da noch einen Platz haben?
Wataru hatte es ihm versprochen... und trotzdem setzte Ryôsuke sich nicht in Bewegung. Dabei wusste er nicht einmal, was ihn aufhielt.
Es war nicht direkt Angst. Nur... wenn seine eigenen Eltern ihn vor die Tür setzten, wie konnte jemand anderes ihn noch wollen?
Die ersten Regentropfen bemerkte er nicht einmal. Sie vermischten sich mit den warmen Tränen, die irgendwann begonnen hatten, zu fließen. Unbemerkt und weiterhin ignoriert.
Ohne vor dem stärker werdenden Regen Schutz zu suchen kauerte er sich mehr zusammen und ließ seinen Tränen freien Lauf.

Am Anfang war er sich nicht sicher, ob seine Müdigkeit ihm schon im Wachsein Alpträume vorgaukelte, aber das Murmeln und Lachen um ihn herum hielt sich so hartnäckig, dass er schließlich den Kopf hob. Sein Nacken protestierte gegen diese Bewegung, so lange hatte er zusammengekauert dagesessen. Das Häufchen Elend als das er sich fühlte. Um ihn herum war es hell geworden und die vormals dicken Tropfen waren zu einem feinen Nieselregen geworden.
Er blinzelte, als Regenwasser in seine Augen lief, aber trotzdem erkannte er Kurosakis stämmige Gestalt. Ziemlich sicher sollte er jetzt Angst haben, aber alles, was jetzt noch passierte, konnte nicht schlimmer werden als das, was er hinter sich hatte.
„Du sitzt anscheinend ziemlich in der Klemme.“ Kurosaki grinste breit.
„Danke, dass du mich darauf hinweist. Muss dir doch gefallen, oder?“
„Halt dein dummes Maul!“
Ryôsuke wehrte sich nicht einmal, als Takano ihn am Kragen seiner Jacke hochriss. Er hörte, wie der nasse Stoff ächzte, aber nichts riss. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn er hier einfach totgeschlagen wurde. Blieb ihm der Rest seines erbärmliches Leben erspart.
Takanos wutverzerrtes Gesicht ließ halb erwarten, dass er es hier und heute hinter sich haben würde, aber Kurosaki ging dazwischen. „Klar. Aber da geht noch mehr.“
Ryôsuke schnaubte. Das bezweifelte er doch.
„Lass mich raten, Stress mit deinen Alten?“
„Wow, du bist nicht so dämlich, wie du aussiehst.“
Kurosaki schlug zu und die dumpfe Taubheit wich schlagartig aus Ryôsukes Körper, als heißer Schmerz in seinem Kiefer explodierte. Ein metallischer Geschmack breitete sich in seinem Mund aus.
Blut. „Was denn? Verträgst du die Wahrheit nicht?“
Noch ein Schlag, diesmal in den Magen. So hart, dass er sich übergeben hätte, wäre die letzte Mahlzeit nicht beinahe vierundzwanzig Stunden her. Zu dem Blut mischte sich aber nur bittere Galle.
Ryôsuke hustete und sank in den nassen Sand, als Takano ihn losließ.
„Sei froh, dass Harada nicht hier ist. Der hat dich damals schon zum Schweigen gebracht.“
„Hättest du gerne zugesehen?“, murmelte Ryôsuke und war sich sicher, dass er seine Erleichterung nicht verbergen konnte.
„Dich betteln sehen? Immer.“
Sein Kiefer schmerzte stärker, als er die Zähne fest zusammenpresste.
„Dafür haben wir noch oft genug Gelegenheit.“ Kurosakis Stimme troff nur so vor Hohn und Ryôsukes Finger gruben sich in den Sand. „Spätestens, wenn du angekrochen kommst, damit du einen trockenen Schlafplatz bekommst.“
Eher würde die Hölle zufrieren, aber Ryôsuke schwieg noch immer. Es wurde mit jeder Sekunde schwerer, aber der pochende Kiefer und seine Übelkeit waren Erinnerung genug, dass er es besser nicht übertrieb. Egal was er vorher noch gedacht hatte, er wollte hier nicht sterben.
Er wollte zu Wataru.
Sie würden ihn in Ruhe lassen, wenn sie wüssten, dass Wataru immer noch zu ihm stand.
Kurosaki schien sein Schweigen falsch zu deuten. „Ich behalte dich im Auge.“ Dann wandte er sich ab und Ryôsuke war wieder alleine.

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