h/c - "Er ist weg."
Sep. 26th, 2015 03:19 pmTeam: Persephone
Challenge: h/c – „Er ist weg.“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Wataru, Natsuko, OC (Shizuka)
Anmerkung: Uhm... alles wird gut? ._.
„Hab keine Zeit oder keinen Bock dranzugehen. Kannst ja eine Nachricht hinterlassen.“
Wieder ging nur die Mailbox dran und Wataru hätte beinahe sein Handy in die nächste Ecke geschmissen. Stattdessen zielte er auf sein Bett, dort würde es die Aktion wenigstens überlegen.
Warum ging Ryôsuke einfach nicht dran?
Wie oft er es schon versucht hatte, konnte Wataru nicht einmal mehr zählen. Aber immer war nur die Mailbox angesprungen. Heute hatte er nicht einmal mehr ein Freizeichen gehört.
Irgendetwas ging hier ganz fundamental schief. Ryôsuke hatte sonst immer zurückgerufen, warum tat er es diesmal nicht?
Angespannt starrte Wataru auf das Handy, das sich aber weigerte zu klingeln.
Nahm Ryôsuke es ihm übel, dass er so wenig Zeit für ihn hatte? Das letzte Mal, wo sie auseinandergedriftet waren, war ihm noch in viel zu lebhafter Erinnerung, um den Gedanken einfach zu verwerfen. Und jetzt sah er ihn nicht mal mehr in der Schule, um ihn zur Rede zu stellen.
Er erreichte ihn nicht mehr.
Seit wann war das schon so?
Das Handy drückte unbequem in seinem Rücken, als Wataru sich auf das Bett fallen ließ, aber er ignorierte es. Eigentlich hatte es angefangen, als der Schulabschluss kurz bevor stand. Sie waren alle aufgeregt gewesen. Nur Ryôsuke hatte sich aus den mehr oder weniger durchgeknallten Überlegungen herausgehalten.
Wataru konnte sich nicht erinnern, ihn gefragt zu haben, was los gewesen war und jetzt bereute er es. Er hatte keine Ahnung, was Ryôsukes Pläne gewesen waren. Abgesehen von einem flapsigen: „Reich natürlich.“
Mit einem dumpfen Geräusch landete die Faust auf der Bettdecke. Es war zu weich um wirklich befriedigend zu sein. Er hätte aufmerksamer sein sollen. Immer wenn Ryôsuke anfing, dichtzumachen endete das nicht gut. Dabei hatte er gedacht, dass sie das hinter sich gelassen hätten. Dass Ryôsuke ihm vertraute.
Gestern hatte es jedenfalls nicht so gewirkt. Und als Yûta später gefragt hatte, wie es Ryôsuke ging, hatte Wataru nicht einmal eine Antwort gewusst.
Vielleicht hatte er Ärger zu Hause? Wataru wusste immerhin, dass Ryôsuke wegen seinen Eltern direkt nach dem Abschluss angefangen hatte, zu arbeiten. Er hätte genauer nachfragen sollen, aber er war selbst viel zu aufgeregt wegen der Uni gewesen. Dass er die Aufnahmeprüfungen wirklich schaffen würde, hätte er im Leben nicht erwartet. Es war keine der besseren Unis, nicht so wie bei Yûta, aber für jemanden, der die Schule so schleifen lassen hatte wie er, war das eine ziemliche Leistung, fand Wataru.
Irgendwie war sein bester Freund da auf der Strecke geblieben und Wataru hatte keine Ahnung, was er jetzt tun sollte. Einfach bei Ryôsuke zu Hause vorbeigehen? Bei dem, was er über die Eltern wusste, würden die ihn wohl direkt wieder rauschmeißen.
In Ermangelung anderer Ideen angelte er nochmal nach seinem Handy und startete noch einen Versuch.
„Hab keine...“ Mit einem frustrierten Fluchen legte Wataru auf.
Das war doch ätzend. Vor allem war es ätzend, was für ein Loch die Distanz zu Ryôsuke riss. Er war immer da gewesen, Wataru hatte es irgendwann als selbstverständlich angesehen. Vielleicht zu selbstverständlich.
„Wataru?“ Die Stimme seiner Mutter klang gedämpft durch die geschlossene Tür und er setzte sich auf. Vielleicht war ja Ryôsuke da?
Nein. Wohl nicht. Der würde einfach in sein Zimmer kommen, als würde er hierhergehören. Was er ja auch tat.
Shizuka hatte einen kleinen Wachstumsschub hinter sich und erinnerte in ihrer nervösen Unruhe so stark an ihren Bruder, dass es Wataru einen Stich versetzte. Neben der bohrenden Angst, die mit jedem Herzschlag ein bisschen mehr anzuschwellen schien.
Das letzte Mal, das sie unangekündigt bei ihm aufgetaucht war, war Ryôsuke in die Fänge seiner alten Gang gelaufen. Und so wie sie jetzt aussah, könnte das genauso gut wieder der Fall sein.
„Er ist weg“, platzte sie heraus, kaum das sie Wataru sah und ihre Hände spielten mit dem Saum ihres Pullovers. Ihre dunklen Augen waren groß und angstvoll auf ihn gerichtet. Gleichzeitig schwang in ihrer Stimme eine verzweifelte Hoffnung wieder von der Wataru wusste, dass er sie nicht erfüllen konnte. Ryôsuke war nicht hier. Warum war er nicht hier?
„Seit wann“, hörte Wataru sich fragen und Shizuka schrumpfte ein paar Millimeter in sich zusammen. Ihre Stimme wurde leiser und ihre Finger krampften um den blauen Stoff, als wollte sie die letzten Hoffnungen festhalten. „Gestern... Und Mama und Papa... sie waren so komisch. Er geht nicht an sein Handy. Er geht immer dran, wenn ich ihn anrufe.“ Sie klang, als könnte sie selbst kaum glauben, was gerade passierte.
„Außerdem hatte er versprochen, heute mit mir zu üben...“ Ganz kurz bebte ihre Stimme. „Er hatte es versprochen“, wiederholte sie leiser.
Die nagende Sorge wurde mit einem Schlag zu echter Angst. Ryôsuke war weg. Nicht nur er erreichte ihn nicht mehr, sondern auch Shizuka. Die kleine Schwester, für die Ryôsuke so ziemlich alles tun würde. Die er niemals einfach versetzen würde.
Er sah seine Mutter an, die zwar beschäftigt tat, aber sofort einsprang und zu Shizuka ging, um ihr eine Hand auf die Schulter zu legen. „Weißt du, ob etwas passiert ist?“
Klar. Das war die nächstlogische Frage. Aber Watarus Kopf war einfach leer.
„Ich...“ Shizuka stockte und sah erst Natsuko, dann Wataru an, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie wirklich weitersprechen sollte. Dabei erinnerte sie ihn so stark an Ryôsuke, als der ihm von seiner früheren Gang erzählt hatte, dass eine große Faust sich um sein Herz zusammenzuziehen schien.
„Sag schon“, knurrte Wataru und bereute es im selben Moment. Es konnte ja wohl kaum noch schlimmer werden als ohnehin schon. Oder?
„Ich hab gehört, dass Papa und Mama darüber geredet haben, dass Ryôsuke geklaut hat...“
Etwas setzte aus. „So ein Quatsch!“
Shizuka zuckte wie ein verschrecktes Reh und piepste: „Sie wussten nicht, dass ich zuhöre...“
Vielleicht war es das, vielleicht auch der warnende Blick seiner Mutter, was dafür sorgte, dass Wataru dreimal tief durchatmete. „Er würde nicht stehlen. Niemals.“
Langsam begann sich alles zusammenzusetzen und das Bild gefiel Wataru nicht. Ryôsuke war verschwunden. Seit gestern. Jemand ließ ihn als Dieb dastehen. Sie hatten gestern telefoniert und... Wataru schloss ein paar Sekunden die Augen, als der direkte Zusammenhang endlich kam. Ryôsuke musste da schon in Schwierigkeiten gesteckt haben. Und er hatte es nicht gemerkt.
„Hast du eine Ahnung, wo er sein könnte?“, fragte er Shizuka und sah sie wieder an. Vielleicht... ganz vielleicht... sie hatte schon mal etwas zu gut gewusst, wo Ryôsuke sich herumtrieb.
„Nein.“ Es klang mehr wie ein Schluchzen und Natsuko nahm sie in den Arm. „Wir finden ihn“, versicherte sie mit einer Überzeugung, die Wataru auch gerne verspürt hätte.
„Bin gleich wieder da.“ Alleine würde er Ryôsuke sicher nicht finden. Aber vielleicht hatte Nippori etwas mitbekommen. Hoffentlich. Es musste einfach so sein.
Challenge: h/c – „Er ist weg.“
Fandom: Tumbling
Charaktere: Wataru, Natsuko, OC (Shizuka)
Anmerkung: Uhm... alles wird gut? ._.
„Hab keine Zeit oder keinen Bock dranzugehen. Kannst ja eine Nachricht hinterlassen.“
Wieder ging nur die Mailbox dran und Wataru hätte beinahe sein Handy in die nächste Ecke geschmissen. Stattdessen zielte er auf sein Bett, dort würde es die Aktion wenigstens überlegen.
Warum ging Ryôsuke einfach nicht dran?
Wie oft er es schon versucht hatte, konnte Wataru nicht einmal mehr zählen. Aber immer war nur die Mailbox angesprungen. Heute hatte er nicht einmal mehr ein Freizeichen gehört.
Irgendetwas ging hier ganz fundamental schief. Ryôsuke hatte sonst immer zurückgerufen, warum tat er es diesmal nicht?
Angespannt starrte Wataru auf das Handy, das sich aber weigerte zu klingeln.
Nahm Ryôsuke es ihm übel, dass er so wenig Zeit für ihn hatte? Das letzte Mal, wo sie auseinandergedriftet waren, war ihm noch in viel zu lebhafter Erinnerung, um den Gedanken einfach zu verwerfen. Und jetzt sah er ihn nicht mal mehr in der Schule, um ihn zur Rede zu stellen.
Er erreichte ihn nicht mehr.
Seit wann war das schon so?
Das Handy drückte unbequem in seinem Rücken, als Wataru sich auf das Bett fallen ließ, aber er ignorierte es. Eigentlich hatte es angefangen, als der Schulabschluss kurz bevor stand. Sie waren alle aufgeregt gewesen. Nur Ryôsuke hatte sich aus den mehr oder weniger durchgeknallten Überlegungen herausgehalten.
Wataru konnte sich nicht erinnern, ihn gefragt zu haben, was los gewesen war und jetzt bereute er es. Er hatte keine Ahnung, was Ryôsukes Pläne gewesen waren. Abgesehen von einem flapsigen: „Reich natürlich.“
Mit einem dumpfen Geräusch landete die Faust auf der Bettdecke. Es war zu weich um wirklich befriedigend zu sein. Er hätte aufmerksamer sein sollen. Immer wenn Ryôsuke anfing, dichtzumachen endete das nicht gut. Dabei hatte er gedacht, dass sie das hinter sich gelassen hätten. Dass Ryôsuke ihm vertraute.
Gestern hatte es jedenfalls nicht so gewirkt. Und als Yûta später gefragt hatte, wie es Ryôsuke ging, hatte Wataru nicht einmal eine Antwort gewusst.
Vielleicht hatte er Ärger zu Hause? Wataru wusste immerhin, dass Ryôsuke wegen seinen Eltern direkt nach dem Abschluss angefangen hatte, zu arbeiten. Er hätte genauer nachfragen sollen, aber er war selbst viel zu aufgeregt wegen der Uni gewesen. Dass er die Aufnahmeprüfungen wirklich schaffen würde, hätte er im Leben nicht erwartet. Es war keine der besseren Unis, nicht so wie bei Yûta, aber für jemanden, der die Schule so schleifen lassen hatte wie er, war das eine ziemliche Leistung, fand Wataru.
Irgendwie war sein bester Freund da auf der Strecke geblieben und Wataru hatte keine Ahnung, was er jetzt tun sollte. Einfach bei Ryôsuke zu Hause vorbeigehen? Bei dem, was er über die Eltern wusste, würden die ihn wohl direkt wieder rauschmeißen.
In Ermangelung anderer Ideen angelte er nochmal nach seinem Handy und startete noch einen Versuch.
„Hab keine...“ Mit einem frustrierten Fluchen legte Wataru auf.
Das war doch ätzend. Vor allem war es ätzend, was für ein Loch die Distanz zu Ryôsuke riss. Er war immer da gewesen, Wataru hatte es irgendwann als selbstverständlich angesehen. Vielleicht zu selbstverständlich.
„Wataru?“ Die Stimme seiner Mutter klang gedämpft durch die geschlossene Tür und er setzte sich auf. Vielleicht war ja Ryôsuke da?
Nein. Wohl nicht. Der würde einfach in sein Zimmer kommen, als würde er hierhergehören. Was er ja auch tat.
Shizuka hatte einen kleinen Wachstumsschub hinter sich und erinnerte in ihrer nervösen Unruhe so stark an ihren Bruder, dass es Wataru einen Stich versetzte. Neben der bohrenden Angst, die mit jedem Herzschlag ein bisschen mehr anzuschwellen schien.
Das letzte Mal, das sie unangekündigt bei ihm aufgetaucht war, war Ryôsuke in die Fänge seiner alten Gang gelaufen. Und so wie sie jetzt aussah, könnte das genauso gut wieder der Fall sein.
„Er ist weg“, platzte sie heraus, kaum das sie Wataru sah und ihre Hände spielten mit dem Saum ihres Pullovers. Ihre dunklen Augen waren groß und angstvoll auf ihn gerichtet. Gleichzeitig schwang in ihrer Stimme eine verzweifelte Hoffnung wieder von der Wataru wusste, dass er sie nicht erfüllen konnte. Ryôsuke war nicht hier. Warum war er nicht hier?
„Seit wann“, hörte Wataru sich fragen und Shizuka schrumpfte ein paar Millimeter in sich zusammen. Ihre Stimme wurde leiser und ihre Finger krampften um den blauen Stoff, als wollte sie die letzten Hoffnungen festhalten. „Gestern... Und Mama und Papa... sie waren so komisch. Er geht nicht an sein Handy. Er geht immer dran, wenn ich ihn anrufe.“ Sie klang, als könnte sie selbst kaum glauben, was gerade passierte.
„Außerdem hatte er versprochen, heute mit mir zu üben...“ Ganz kurz bebte ihre Stimme. „Er hatte es versprochen“, wiederholte sie leiser.
Die nagende Sorge wurde mit einem Schlag zu echter Angst. Ryôsuke war weg. Nicht nur er erreichte ihn nicht mehr, sondern auch Shizuka. Die kleine Schwester, für die Ryôsuke so ziemlich alles tun würde. Die er niemals einfach versetzen würde.
Er sah seine Mutter an, die zwar beschäftigt tat, aber sofort einsprang und zu Shizuka ging, um ihr eine Hand auf die Schulter zu legen. „Weißt du, ob etwas passiert ist?“
Klar. Das war die nächstlogische Frage. Aber Watarus Kopf war einfach leer.
„Ich...“ Shizuka stockte und sah erst Natsuko, dann Wataru an, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie wirklich weitersprechen sollte. Dabei erinnerte sie ihn so stark an Ryôsuke, als der ihm von seiner früheren Gang erzählt hatte, dass eine große Faust sich um sein Herz zusammenzuziehen schien.
„Sag schon“, knurrte Wataru und bereute es im selben Moment. Es konnte ja wohl kaum noch schlimmer werden als ohnehin schon. Oder?
„Ich hab gehört, dass Papa und Mama darüber geredet haben, dass Ryôsuke geklaut hat...“
Etwas setzte aus. „So ein Quatsch!“
Shizuka zuckte wie ein verschrecktes Reh und piepste: „Sie wussten nicht, dass ich zuhöre...“
Vielleicht war es das, vielleicht auch der warnende Blick seiner Mutter, was dafür sorgte, dass Wataru dreimal tief durchatmete. „Er würde nicht stehlen. Niemals.“
Langsam begann sich alles zusammenzusetzen und das Bild gefiel Wataru nicht. Ryôsuke war verschwunden. Seit gestern. Jemand ließ ihn als Dieb dastehen. Sie hatten gestern telefoniert und... Wataru schloss ein paar Sekunden die Augen, als der direkte Zusammenhang endlich kam. Ryôsuke musste da schon in Schwierigkeiten gesteckt haben. Und er hatte es nicht gemerkt.
„Hast du eine Ahnung, wo er sein könnte?“, fragte er Shizuka und sah sie wieder an. Vielleicht... ganz vielleicht... sie hatte schon mal etwas zu gut gewusst, wo Ryôsuke sich herumtrieb.
„Nein.“ Es klang mehr wie ein Schluchzen und Natsuko nahm sie in den Arm. „Wir finden ihn“, versicherte sie mit einer Überzeugung, die Wataru auch gerne verspürt hätte.
„Bin gleich wieder da.“ Alleine würde er Ryôsuke sicher nicht finden. Aber vielleicht hatte Nippori etwas mitbekommen. Hoffentlich. Es musste einfach so sein.