h/c - Elektroschock
Sep. 25th, 2015 11:25 pmTeam: Persephone
Challenge: h/c - Elektroschock (uhm... naja. Wenn man es mit der Lupe sucht)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Nippori, OCs (Ryôsukes Eltern)
Anmerkung: Nein. Ich habe keine Entschuldigung hierfür.
In der letzten Zeit war Ryôsuke nie gerne nach Hause gegangen, aber dieses Mal hatte er richtige Angst davor. Das konnte nur Ärger geben. Zum Glück würden seine Schwestern nicht da sein... aber wenn er noch länger herumtrödelte, war das nicht mehr lange der Fall.
Aber seine Füße weigerten sich einfach, in die richtige Richtung zu gehen.
Er war ein Feigling. Aber das hatte er ja schon festgestellt.
Schaffte es nicht einmal, seinem besten Freund zu sagen, wie sein Leben in immer mehr Scherben zerfiel. Wie Wataru wohl reagieren würde? Schließlich hatte er ihm immer beigestanden. Als sie noch beinahe jede freie Minute miteinander verbracht hatten. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dass Wataru ihm gesagt hatte, dass er jederzeit zu ihm kommen könnte, wenn er es zu Hause nicht mehr aushielt. Jetzt wäre es so weit... aber die Dinge hatten sich verändert.
Schließlich stand er vor der Tür der Wohnung seiner Eltern. Zu sagen, dass das hier sein Zuhause war, wäre eindeutig zu viel. Schon die Tür, deren Farbe kleine Risse aufwies, schien ihn am liebsten ausschließen zu wollen. Zwischendurch, auf seinem Irrweg durch die Stadt, hatte sein Handy geklingelt, aber Ryôsuke hatte es ignoriert. Jetzt wünschte er sich, er hätte wenigstens nachgesehen, wer angerufen hatte.
Wataru würde ihm glauben, dass er nicht gestohlen hatte.
Es klang unnatürlich laut, als er den Schlüssel umdrehte und halb erwartete er, dass das unausweichliche Donnerwetter über ihn hereinbrechen würde, sobald er einen Fuß in die Wohnung setzte. Aber es blieb aus, stattdessen erwartete ihn angespannte Stille.
Oder es war seine eigene Angst, die sich hier bemerkbar machte.
Langsamer als nötig zog er seine Schuhe aus und zuckte zusammen, als jemand sich räusperte. In der Tür zum Wohnzimmer stand seine Mutter. Klein und müde. Unendlich enttäuscht. Dabei hatte er nicht mehr geglaubt, ihr eine echte Regung entlocken zu können. Anscheinend hatte er sich getäuscht und das weh. Noch etwas, womit er nicht gerechnet hatte.
Er konnte sie nicht mehr ansehen. Dabei gab es doch keinen Grund, sich so mies zu fühlen,oder? Er hatte nichts getan. Aber jetzt fühlte es sich so an, als hätte er es. Als wäre seine reine Existenz ein großer, kosmischer Fehler.
„Komm ins Wohnzimmer.“
Das war alles, was sie sagte. Keine Begrüßung.
Ryôsukes Blick klebte am Boden, als er ihr folgte und er musste gar nicht aufsehen, um zu wissen, dass sein Vater im Sessel saß. Das Möbelstück knarrte ein wenig, das tat es immer, wenn man sein Gewicht nur geringfügig verlagerte. So auch jetzt.
Die Luft fühlte sich an, als wäre sie elektrisch aufgeladen. Auf eine unglaublich beklemmende Art und Weise. Als würde das unausweichliche Gewitter nur Zerstörung bringen.
Wie lange diese knisternde Stille anhielt, konnte er nicht einmal mehr sagen. Er hatte aber auch nicht vor, als erster zu sprechen.
Schließlich war es sein Vater, der das Schweigen brach. „Was hast du dir dabei gedacht?“
„Ich habe nichts getan“, flüsterte Ryôsuke und wusste nicht einmal, ob seine Worte überhaupt ankamen.
„Lügner. Hast du auch nur einmal an mich gedacht? Wie das aussieht, wenn mein Sohn wegen Diebstahl gefeuert wird?“
Feiner Schmerz entflammte in seinen Handballen. Er ignorierte es.
„Du hast dich doch sowieso nie für mich interessiert.“
Der Sessel knarrte wieder und jetzt sah Ryôsuke auf. Sein Vater war zwar recht groß, aber Ryôsuke überragte ihn trotzdem um ein paar Zentimeter. Trotzdem fühlte er sich immer klein vor ihm. Nicht gut genug.
„Was haben wir bei dir nur falsch gemacht. Ich hätte wissen müssen, dass das ein böses Ende nimmt.“
Das klang nicht gut... „Wie meinst du das?“
Seine Frage wurde ignoriert. „Morgen gehst du zurück und entschuldigst dich. Vielleicht bekommst du den Job dann zurück.“
Bitte was? Widerstand meldete sich. „Ich habe nichts gestohlen! Und ich werde mich bestimmt nicht bei Nakamura entschuldigen!“, brauste Ryôsuke auf.
Diesmal war es seine Mutter, die antwortete: „Dann ist es besser, wenn du erstmal gehst.“
Er starrte sie an. Diesmal aber wich sie seinem Blick aus. Ryôsukes Stimme fühlte sich nicht ganz sicher an, als ihm wieder einfiel, wie er sie benutzen musste. „Was soll der Scheiß?“
„Du kannst zurückkommen, wenn du vernünftig geworden bist. Wir haben dir viel zu viel durchgehen lassen.“ Sie sprach fest, aber immer noch sah sie überall hin, nur nicht zu ihm.
Ryôsuke sah seinen Vater an, der seinen Blick erwiderte. Beinahe gleichgültig. War es ihnen beiden so egal, was aus ihm wurde? So egal, dass sie ihn einfach rauswarfen, ohne einen Ort, an den er gehen konnte?
Aber keiner sagte mehr etwas und irgendwann hielt Ryôsuke die grauenhafte Stille nicht mehr aus und drehte sich um. Sich ein paar Klamotten einzupacken war ihm wohl noch erlaubt, weswegen er wahllos etwas in seinen Rucksack stopfte. Klamotten. Das bisschen an Geld, das er hier hatte.
Fühlen tat er... nichts. Er begriff es noch nicht mal richtig. Das würde noch kommen, das war ihm klar. Aber jetzt war da nur Leere.
Nippori ging sofort dran, als Ryôsuke ihn anrief und klang ziemlich gut gelaunt. Das konnte daran liegen, dass heute Freitag war... er hatte das vollkommen vergessen gehabt. Immerhin war es dann einfach gewesen, ihn dazu zu überreden, sich mit ihm am Strand zu treffen. Vermutlich hatte er Nippori damit überrascht, schließlich hatte er sonst nie Zeit gehabt, aber als sie so zusammen saßen, fühlte sich seine Welt wieder etwas normaler an.
Aber es fehlte jemand.
Wataru fehlte.
Eine Weile erzählte Nippori, was in der Schule so los war. Dass Kashiwagi-sensei immer noch das Tumbling-Team betreute. Und wie Ezaki-sensei sie triezte. Ryôsuke hörte zu und grinste an den richtigen Stellen und konnte seine dumme Situation wenigstens etwas vergessen. Nur das beklemmende Gefühl blieb. Das nicht-begreifen.
„Sag mal, kennst du jemanden, der noch Leute sucht?“, fragte er schließlich wie beiläufig. Dabei pochte sein Herz so hart, dass er es selbst zu hören glaubte. Aber Nippori kannte durch seine zig verschiedenen Jobs und durch seinen Vater einige Leute. Vielleicht... vielleicht konnte er ja wieder nach Hause, wenn er einen neuen Job vorweisen konnte?
Erstmal aber kratzte Nippori sich nachdenklich im Nacken. „Mir fällt grad keiner ein... aber ich kann mal nachfragen. Ist... ist alles okay?“
„Ja. Klar.“ Die Antwort kam zu schnell, aber Nippori schien er zu überzeugen. Dabei war gar nichts okay. Nipporis optimistische Natur kam aber Stimmungsabsturz aber zuvor. „Mach dir keine Gedanken. Ich frag mal rum. Irgendwo wird immer gesucht.“
„Danke.“ Zu kleinlaut.
„Ist etwas passiert?“, fragte Nippori nochmal und diesmal zuckte Ryôsuke mit den Schultern. „Bin rausgeschmissen worden. Das ist passiert. War sowieso ein Scheißjob.“
„Ich hör mich um“, versprach Nippori zum dritten Mal und das sorgte dafür, dass Ryôsuke sich wenigstens etwas besser fühlte.
Vielleicht hatte das Gewitter doch nicht alles zerstört.
Challenge: h/c - Elektroschock (uhm... naja. Wenn man es mit der Lupe sucht)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Nippori, OCs (Ryôsukes Eltern)
Anmerkung: Nein. Ich habe keine Entschuldigung hierfür.
In der letzten Zeit war Ryôsuke nie gerne nach Hause gegangen, aber dieses Mal hatte er richtige Angst davor. Das konnte nur Ärger geben. Zum Glück würden seine Schwestern nicht da sein... aber wenn er noch länger herumtrödelte, war das nicht mehr lange der Fall.
Aber seine Füße weigerten sich einfach, in die richtige Richtung zu gehen.
Er war ein Feigling. Aber das hatte er ja schon festgestellt.
Schaffte es nicht einmal, seinem besten Freund zu sagen, wie sein Leben in immer mehr Scherben zerfiel. Wie Wataru wohl reagieren würde? Schließlich hatte er ihm immer beigestanden. Als sie noch beinahe jede freie Minute miteinander verbracht hatten. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dass Wataru ihm gesagt hatte, dass er jederzeit zu ihm kommen könnte, wenn er es zu Hause nicht mehr aushielt. Jetzt wäre es so weit... aber die Dinge hatten sich verändert.
Schließlich stand er vor der Tür der Wohnung seiner Eltern. Zu sagen, dass das hier sein Zuhause war, wäre eindeutig zu viel. Schon die Tür, deren Farbe kleine Risse aufwies, schien ihn am liebsten ausschließen zu wollen. Zwischendurch, auf seinem Irrweg durch die Stadt, hatte sein Handy geklingelt, aber Ryôsuke hatte es ignoriert. Jetzt wünschte er sich, er hätte wenigstens nachgesehen, wer angerufen hatte.
Wataru würde ihm glauben, dass er nicht gestohlen hatte.
Es klang unnatürlich laut, als er den Schlüssel umdrehte und halb erwartete er, dass das unausweichliche Donnerwetter über ihn hereinbrechen würde, sobald er einen Fuß in die Wohnung setzte. Aber es blieb aus, stattdessen erwartete ihn angespannte Stille.
Oder es war seine eigene Angst, die sich hier bemerkbar machte.
Langsamer als nötig zog er seine Schuhe aus und zuckte zusammen, als jemand sich räusperte. In der Tür zum Wohnzimmer stand seine Mutter. Klein und müde. Unendlich enttäuscht. Dabei hatte er nicht mehr geglaubt, ihr eine echte Regung entlocken zu können. Anscheinend hatte er sich getäuscht und das weh. Noch etwas, womit er nicht gerechnet hatte.
Er konnte sie nicht mehr ansehen. Dabei gab es doch keinen Grund, sich so mies zu fühlen,oder? Er hatte nichts getan. Aber jetzt fühlte es sich so an, als hätte er es. Als wäre seine reine Existenz ein großer, kosmischer Fehler.
„Komm ins Wohnzimmer.“
Das war alles, was sie sagte. Keine Begrüßung.
Ryôsukes Blick klebte am Boden, als er ihr folgte und er musste gar nicht aufsehen, um zu wissen, dass sein Vater im Sessel saß. Das Möbelstück knarrte ein wenig, das tat es immer, wenn man sein Gewicht nur geringfügig verlagerte. So auch jetzt.
Die Luft fühlte sich an, als wäre sie elektrisch aufgeladen. Auf eine unglaublich beklemmende Art und Weise. Als würde das unausweichliche Gewitter nur Zerstörung bringen.
Wie lange diese knisternde Stille anhielt, konnte er nicht einmal mehr sagen. Er hatte aber auch nicht vor, als erster zu sprechen.
Schließlich war es sein Vater, der das Schweigen brach. „Was hast du dir dabei gedacht?“
„Ich habe nichts getan“, flüsterte Ryôsuke und wusste nicht einmal, ob seine Worte überhaupt ankamen.
„Lügner. Hast du auch nur einmal an mich gedacht? Wie das aussieht, wenn mein Sohn wegen Diebstahl gefeuert wird?“
Feiner Schmerz entflammte in seinen Handballen. Er ignorierte es.
„Du hast dich doch sowieso nie für mich interessiert.“
Der Sessel knarrte wieder und jetzt sah Ryôsuke auf. Sein Vater war zwar recht groß, aber Ryôsuke überragte ihn trotzdem um ein paar Zentimeter. Trotzdem fühlte er sich immer klein vor ihm. Nicht gut genug.
„Was haben wir bei dir nur falsch gemacht. Ich hätte wissen müssen, dass das ein böses Ende nimmt.“
Das klang nicht gut... „Wie meinst du das?“
Seine Frage wurde ignoriert. „Morgen gehst du zurück und entschuldigst dich. Vielleicht bekommst du den Job dann zurück.“
Bitte was? Widerstand meldete sich. „Ich habe nichts gestohlen! Und ich werde mich bestimmt nicht bei Nakamura entschuldigen!“, brauste Ryôsuke auf.
Diesmal war es seine Mutter, die antwortete: „Dann ist es besser, wenn du erstmal gehst.“
Er starrte sie an. Diesmal aber wich sie seinem Blick aus. Ryôsukes Stimme fühlte sich nicht ganz sicher an, als ihm wieder einfiel, wie er sie benutzen musste. „Was soll der Scheiß?“
„Du kannst zurückkommen, wenn du vernünftig geworden bist. Wir haben dir viel zu viel durchgehen lassen.“ Sie sprach fest, aber immer noch sah sie überall hin, nur nicht zu ihm.
Ryôsuke sah seinen Vater an, der seinen Blick erwiderte. Beinahe gleichgültig. War es ihnen beiden so egal, was aus ihm wurde? So egal, dass sie ihn einfach rauswarfen, ohne einen Ort, an den er gehen konnte?
Aber keiner sagte mehr etwas und irgendwann hielt Ryôsuke die grauenhafte Stille nicht mehr aus und drehte sich um. Sich ein paar Klamotten einzupacken war ihm wohl noch erlaubt, weswegen er wahllos etwas in seinen Rucksack stopfte. Klamotten. Das bisschen an Geld, das er hier hatte.
Fühlen tat er... nichts. Er begriff es noch nicht mal richtig. Das würde noch kommen, das war ihm klar. Aber jetzt war da nur Leere.
Nippori ging sofort dran, als Ryôsuke ihn anrief und klang ziemlich gut gelaunt. Das konnte daran liegen, dass heute Freitag war... er hatte das vollkommen vergessen gehabt. Immerhin war es dann einfach gewesen, ihn dazu zu überreden, sich mit ihm am Strand zu treffen. Vermutlich hatte er Nippori damit überrascht, schließlich hatte er sonst nie Zeit gehabt, aber als sie so zusammen saßen, fühlte sich seine Welt wieder etwas normaler an.
Aber es fehlte jemand.
Wataru fehlte.
Eine Weile erzählte Nippori, was in der Schule so los war. Dass Kashiwagi-sensei immer noch das Tumbling-Team betreute. Und wie Ezaki-sensei sie triezte. Ryôsuke hörte zu und grinste an den richtigen Stellen und konnte seine dumme Situation wenigstens etwas vergessen. Nur das beklemmende Gefühl blieb. Das nicht-begreifen.
„Sag mal, kennst du jemanden, der noch Leute sucht?“, fragte er schließlich wie beiläufig. Dabei pochte sein Herz so hart, dass er es selbst zu hören glaubte. Aber Nippori kannte durch seine zig verschiedenen Jobs und durch seinen Vater einige Leute. Vielleicht... vielleicht konnte er ja wieder nach Hause, wenn er einen neuen Job vorweisen konnte?
Erstmal aber kratzte Nippori sich nachdenklich im Nacken. „Mir fällt grad keiner ein... aber ich kann mal nachfragen. Ist... ist alles okay?“
„Ja. Klar.“ Die Antwort kam zu schnell, aber Nippori schien er zu überzeugen. Dabei war gar nichts okay. Nipporis optimistische Natur kam aber Stimmungsabsturz aber zuvor. „Mach dir keine Gedanken. Ich frag mal rum. Irgendwo wird immer gesucht.“
„Danke.“ Zu kleinlaut.
„Ist etwas passiert?“, fragte Nippori nochmal und diesmal zuckte Ryôsuke mit den Schultern. „Bin rausgeschmissen worden. Das ist passiert. War sowieso ein Scheißjob.“
„Ich hör mich um“, versprach Nippori zum dritten Mal und das sorgte dafür, dass Ryôsuke sich wenigstens etwas besser fühlte.
Vielleicht hatte das Gewitter doch nicht alles zerstört.