Humor - Fettnäpfchen - fürs Team
Sep. 20th, 2015 03:02 amTeam: Morpheus
Challenge: Humor – Fettnäpfchen – fürs Team
Fandom: The Expendables 3
Titel: Das Telefonat
Inhalt: Mars, Luna, Smilee und Thorn versuchen herauszufinden, warum Barney so gestresst ist.
Anmerkung: Könnte besser sein, aber ich kann keine Sommerchallenge absolvieren ohne meine Babies!
Das Telefonat
„Kommt’s mir nur so vor oder ist der alte Mann gestresst?“, flüstert Smilee eines Abends, als sie alle in der Old Point Bar sitzen und den Tag bei Bier und Erdnüssen ausklingen lassen.
Sie machen das jedes Mal, wenn Lees Kampftraining aus der Hölle ihnen förmlich das Mark aus den Knochen gesaugt hat. Thorn ist beim ersten Mal sogar in Ohnmacht gefallen, zum endlosen Vergnügen von Luna, die als Einzige halbwegs mithalten kann, wenn Lee in rasender Geschwindigkeit auf sie eindrischt und sie mit in Farbe getauchten Gummimessern ersticht, damit er ihnen zeigen kann, wie genau er sie jetzt im Ernstfall umgebracht hätte. Selbst Smilee hat Probleme sich auf die Schnelligkeit von Lees Schlägen einzustellen und wenn Mars ihm nicht schon vor Wochen gesagt hätte, dass es eigentlich nur an seiner miserablen Beinarbeit scheitert, läge er wahrscheinlich noch häufiger auf der Matte als Thorn.
Das heutige Training gestaltete sich etwas weniger anstrengend, was aber nur daran lag, dass Lees Handy jede Viertelstunde klingelte und er dann ein paar Minuten lang völlig vereinnahmt davon war, Morddrohungen in den Hörer zu brüllen.
„Wenn du nicht sofort aufhörst, mich zu nerven, schneid ich dich in kleine Fetzen!“, hatte er beim vierten Anruf gefaucht, das Handy in seine Tasche gefeuert und sich dann mit geradezu mordlüsternem Blick an Thorn und Mars gewandt, sodass Smilee die letzte halbe Stunde des Trainings damit verbringen musste, Thorn einen Eisbeutel auf den Hinterkopf zu drücken, und Luna Mars‘ ausgekugelte Schulter einrenken sollte.
„Der einzige, der hier gestresst ist, ist Lee“, murmelt Thorn und lässt den Kopf auf die Tischplatte sinken. „Und wenn das so weiter geht, dann geh ich von gestresst zu tot über.“
„Ich auch“, sagt Luna zur Überraschung aller Anwesenden und trinkt den Rest ihres Wassers als läge sie auf dem Sterbebett.
Mars starrt sie mit offenem Mund an. „Ausgerechnet du?“
„Sicher“, sagt sie grinsend. „Zwar erst ein paar Jahre nach euch Pfeifen, aber irgendwann ist auch bei mir Schluss.“
Smilee verdreht die Augen und Luna lacht, vermutlich weil sie weiß, dass sie Recht hat und die Jungs ihr sowieso nichts entgegen zu setzen haben.
Aber darum geht es ja auch nicht und Smilee wartet, bis alle wieder still geworden sind und sich mehr tot als lebendig an ihren Gläsern festhalten.
„Ich rede nicht von Lee“, sagt er laut. „Der ist doch immer so.“
„Ich weiß, was du meinst“, erwidert Luna. „Der alte Mann ist wirklich völlig durchgeknallt.“
„Seit dem Anruf“, fügt Thorn mit einem Nicken hinzu.
Mars horcht auf. „Welcher Anruf?“
„Vor zwei Wochen“, erklärt Smilee. „Als du in Kalkutta warst, mit Hale.“
Mars verzieht das Gesicht und presst die Hand auf den Bauch und Smilee kann sein schadenfrohes Grinsen nicht gänzlich unterdrücken.
„Immer noch Bauchweh?“, fragt er, doch Mars zeigt ihm bloß den Mittelfinger und wendet sich wieder an Thorn.
„Was war das für ein Anruf?“
„Keine Ahnung“, sagt Thorn und Mars sieht tatsächlich enttäuscht aus, weil er ein verdammtes Klatschweib ist. „Aber er rennt seitdem rum wie ein kopfloses Huhn.“
„Von wo kam der?“
„Wissen wir nicht“, sagt Luna und aus dem Augenwinkel sieht Smilee, dass Thorns Mundwinkel zucken. Luna sieht es auch und runzelt die Stirn. „Zumindest dachte ich das bis gerade eben. Thorn?“
Er gibt sich wirklich Mühe, das muss man ihm lassen, denkt Smilee, doch es ist vollkommen hoffnungslos, Thorn kann genau zwei Sekunden an sich halten, dann fängt er an, breit zu grinsen und schlürft seine Limo, als wär er dreizehn Jahre alt und hätte gerade die Antworten der Mathearbeit aus dem Lehrerzimmer geklaut.
„Was“, sagt er trotzdem, ein beinah irres Funkeln in den Augen. „Ich hab nichts gemacht!“
„Du hast dich an Barneys Telefon vergriffen, oder?“, knurrt Luna und verdreht die Augen. „Ich fass es nicht! Das Team ist tabu, das haben wir doch beschlossen!“
Thorn stöhnt entnervt auf. „Oh ja, ich fühl mich total schlecht, wirklich, lasst mich büßen für meine Sünden und all das Blahblah. Ihr verdammten Heuchler. Ihr hättet das gleiche gemacht, wenn ihr könntet!“
„Hätte ich nicht“, wirft Mars ein. „Und ich könnte!“
„Das liegt aber auch nur daran, dass du bis vor einer Woche …!“
„Leute, bitte!“ Smilee donnert die Faust auf den Tisch und Thorn und Mars zucken tatsächlich zusammen. „Sind wir hier im Kindergarten?“
„Oh, und das sagst ausgerechnet du?“
„Luna, das ist nicht gerade hilfreich!“, faucht Smilee zurück, doch bevor die Sache weiter eskalieren kann, hebt er die Hände. „Schon gut, schon gut, können wir uns bitte konzentrieren? Thorn?“
Thorn sieht nicht so aus als würde er heute Abend noch mit irgendwem reden wollen, doch dann streckt er Luna die Zunge raus und schaut Smilee mit einem stolzen Grinsen an.
„Ich war nur neugierig, okay? Und ich kann auch nichts dafür, wenn Barney sein Handy ständig rumliegen lässt.“
Luna schnaubt, doch sie sagt nichts und Thorn fährt fort, als hätte er nichts gehört.
„Jemand aus Paris hat ihn angerufen.“
„In Frankreich?“
„Nein, in Sibirien. Natürlich, in Frankreich, du Idiot!“
Einen kurzen Moment lang sieht es so aus, als wolle Mars über den Tisch springen und Thorn erwürgen, aber dann begnügt er sich mit einem Fluch auf Spanisch, der Luna anerkennend pfeifen lässt, und starrt finster in sein Bier.
Es ist wirklich höchste Zeit, dass sie mal darüber sprechen, merkt Smilee da, denn die fiebrige Stimmung, die von Barney ausgeht, greift langsam aber sicher auf das ganze Team über. Es ist nichts Neues, dass der alte Mann ihnen nichts von sich erzählt, aber normalerweise sind zumindest Lee und Tool nicht auch noch so vollkommen durch den Wind.
Außerdem würde Smilee es begrüßen, im Feld zu sterben und nicht weil Lee ihm aus Versehen den Hals bricht, während sie in Tools alter Garage trainieren.
Sie schweigen und starren in ihre Getränke, doch dann ist es Luna, die es schließlich nicht mehr aushält und Thorn mit einem ungnädigen Blick bedenkt.
"Jetzt sag schon", meint sie und rollt die Augen, als Thorn breit und zufrieden grinst. "Mit wem hat er telefoniert?"
"Mit ner Französin", antwortet er und noch bevor Mars ihm einen Schlag in den Nacken verpassen kann, fügt er hinzu: "'Ne Krankenschwester. Marie irgendwas. Mitte zwanzig."
Luna lässt ihre Salzstange fallen. "Ist das seine Tochter?", fragt sie und starrt Thorn ungläubig an.
"Keine Ahnung", erwidert Thorn. "Eigentlich stammt ihr Vater aus Belgien. War Barney mal in Belgien?"
"Der war doch schon überall", murmelt Mars. "Eine Nichte? Eine lang verlorene Schwester? Enkelin?"
"Ich hab keine Ahnung, okay? Ich bin sämtliche Listen durch, es passt nichts zu Barney und dieser Französin!", mault Thorn und dann starren sie alle voller Missmut in ihre Drinks.
Nur Smilee hat plötzlich das Gefühl, einen ganz entscheidenden Teil dieses Gespräches verpasst zu haben. Er schaut zwischen seinen Freunden hin und her und sagt leise:
"Was redet ihr da von Schwestern oder Nichten? Die logischste Erklärung ist, dass das seine Liebhaberin ist. Wahrscheinlich kommt sie her und deshalb ist er so durcheinander, da, Problem gelöst."
Smilee lächelt. Wie er mit drei solchen selbsterklärten Genies an einem Tisch sitzen kann und ihnen trotzdem die Welt erklären muss, wird ihm für immer ein Rätsel bleiben, doch Smilee ist sehr zufrieden mit sich und nimmt einen Schluck von seinem Bier.
Als er das Glas wieder hinstellt, schauen ihn drei vollkommen perplexe Gesichter an.
"Sag mal", sagt Mars und er klingt ehrlich interessiert an einer Antwort, "bist du irgendwie bescheuert oder so?"
"Hä?", macht Smilee.
"Alter." Thorn zieht die Stirn in Falten, als mache er sich ehrlich Sorgen um Smilees geistige Gesundheit. "Das war ein Witz, oder?"
So langsam wird Smilee wütend. "Was?", fragt er und schnappt sich ein paar Salzstangen, damit er wenigstens irgendwas mit seinen Händen macht und sie nicht nervös hin und her dreht.
"Du nimmst auch Anlauf, um ins Fettnäpfchen zu springen", meint Luna schließlich und schenkt ihm ein vollkommen resigniertes Kopfschütteln.
Smilee zerbricht die Salzstangen. "Was wollt ihr von mir?!", faucht er so laut, dass sich die halbe Bar zu ihnen umdreht (und dann drauf verzichtet, ihnen ärgerliche Blicke zuzuwerfen, als sie Mars' Oberarme und Smilees breites Kreuz sehen).
Luna erbarmt sich schließlich. "John", murmelt sie sanft. "Barney ist schwul. Der hat keine Freundin. Der hat Lee."
"WAS?!"
-------------
Drei Tage später stehen sie alle gemeinsam am Flughafen, inmitten von schnatternden Touristengruppen und schauen Barney dabei zu, wie er seinen Gast begrüßt.
"Das ist auf keinen Fall seine Freundin", sagt Luna.
"Nein. Und das ist auch keine Französin", sagt Mars.
"Und wahrscheinlich auch keine Krankenschwester", murmelt Thorn.
Smilee sagt gar nichts. Er starrt mit offenem Mund auf Barney und den eins neunzig großen, braunhaarigen Typen mit Krückstock, die sich in den Armen liegen, als hätten sie sich jahrelang nicht mehr gesehen.
Barney hat sogar Tränen in den Augen.
Unfassbar.
"Mach den Mund zu, Trottel", faucht es plötzlich in Smilees Ohr und Smilee gehorcht und sei es nur, weil er befürchtet, dass Lee ihm sonst ein Messer in die Rippen jagt.
Kurz danach kommen Barney und der Typ zu ihnen hinüber geschlendert.
"Leute", sagt Barney. Er strahlt übers ganze Gesicht. "Das ist Billy."
Challenge: Humor – Fettnäpfchen – fürs Team
Fandom: The Expendables 3
Titel: Das Telefonat
Inhalt: Mars, Luna, Smilee und Thorn versuchen herauszufinden, warum Barney so gestresst ist.
Anmerkung: Könnte besser sein, aber ich kann keine Sommerchallenge absolvieren ohne meine Babies!
Das Telefonat
„Kommt’s mir nur so vor oder ist der alte Mann gestresst?“, flüstert Smilee eines Abends, als sie alle in der Old Point Bar sitzen und den Tag bei Bier und Erdnüssen ausklingen lassen.
Sie machen das jedes Mal, wenn Lees Kampftraining aus der Hölle ihnen förmlich das Mark aus den Knochen gesaugt hat. Thorn ist beim ersten Mal sogar in Ohnmacht gefallen, zum endlosen Vergnügen von Luna, die als Einzige halbwegs mithalten kann, wenn Lee in rasender Geschwindigkeit auf sie eindrischt und sie mit in Farbe getauchten Gummimessern ersticht, damit er ihnen zeigen kann, wie genau er sie jetzt im Ernstfall umgebracht hätte. Selbst Smilee hat Probleme sich auf die Schnelligkeit von Lees Schlägen einzustellen und wenn Mars ihm nicht schon vor Wochen gesagt hätte, dass es eigentlich nur an seiner miserablen Beinarbeit scheitert, läge er wahrscheinlich noch häufiger auf der Matte als Thorn.
Das heutige Training gestaltete sich etwas weniger anstrengend, was aber nur daran lag, dass Lees Handy jede Viertelstunde klingelte und er dann ein paar Minuten lang völlig vereinnahmt davon war, Morddrohungen in den Hörer zu brüllen.
„Wenn du nicht sofort aufhörst, mich zu nerven, schneid ich dich in kleine Fetzen!“, hatte er beim vierten Anruf gefaucht, das Handy in seine Tasche gefeuert und sich dann mit geradezu mordlüsternem Blick an Thorn und Mars gewandt, sodass Smilee die letzte halbe Stunde des Trainings damit verbringen musste, Thorn einen Eisbeutel auf den Hinterkopf zu drücken, und Luna Mars‘ ausgekugelte Schulter einrenken sollte.
„Der einzige, der hier gestresst ist, ist Lee“, murmelt Thorn und lässt den Kopf auf die Tischplatte sinken. „Und wenn das so weiter geht, dann geh ich von gestresst zu tot über.“
„Ich auch“, sagt Luna zur Überraschung aller Anwesenden und trinkt den Rest ihres Wassers als läge sie auf dem Sterbebett.
Mars starrt sie mit offenem Mund an. „Ausgerechnet du?“
„Sicher“, sagt sie grinsend. „Zwar erst ein paar Jahre nach euch Pfeifen, aber irgendwann ist auch bei mir Schluss.“
Smilee verdreht die Augen und Luna lacht, vermutlich weil sie weiß, dass sie Recht hat und die Jungs ihr sowieso nichts entgegen zu setzen haben.
Aber darum geht es ja auch nicht und Smilee wartet, bis alle wieder still geworden sind und sich mehr tot als lebendig an ihren Gläsern festhalten.
„Ich rede nicht von Lee“, sagt er laut. „Der ist doch immer so.“
„Ich weiß, was du meinst“, erwidert Luna. „Der alte Mann ist wirklich völlig durchgeknallt.“
„Seit dem Anruf“, fügt Thorn mit einem Nicken hinzu.
Mars horcht auf. „Welcher Anruf?“
„Vor zwei Wochen“, erklärt Smilee. „Als du in Kalkutta warst, mit Hale.“
Mars verzieht das Gesicht und presst die Hand auf den Bauch und Smilee kann sein schadenfrohes Grinsen nicht gänzlich unterdrücken.
„Immer noch Bauchweh?“, fragt er, doch Mars zeigt ihm bloß den Mittelfinger und wendet sich wieder an Thorn.
„Was war das für ein Anruf?“
„Keine Ahnung“, sagt Thorn und Mars sieht tatsächlich enttäuscht aus, weil er ein verdammtes Klatschweib ist. „Aber er rennt seitdem rum wie ein kopfloses Huhn.“
„Von wo kam der?“
„Wissen wir nicht“, sagt Luna und aus dem Augenwinkel sieht Smilee, dass Thorns Mundwinkel zucken. Luna sieht es auch und runzelt die Stirn. „Zumindest dachte ich das bis gerade eben. Thorn?“
Er gibt sich wirklich Mühe, das muss man ihm lassen, denkt Smilee, doch es ist vollkommen hoffnungslos, Thorn kann genau zwei Sekunden an sich halten, dann fängt er an, breit zu grinsen und schlürft seine Limo, als wär er dreizehn Jahre alt und hätte gerade die Antworten der Mathearbeit aus dem Lehrerzimmer geklaut.
„Was“, sagt er trotzdem, ein beinah irres Funkeln in den Augen. „Ich hab nichts gemacht!“
„Du hast dich an Barneys Telefon vergriffen, oder?“, knurrt Luna und verdreht die Augen. „Ich fass es nicht! Das Team ist tabu, das haben wir doch beschlossen!“
Thorn stöhnt entnervt auf. „Oh ja, ich fühl mich total schlecht, wirklich, lasst mich büßen für meine Sünden und all das Blahblah. Ihr verdammten Heuchler. Ihr hättet das gleiche gemacht, wenn ihr könntet!“
„Hätte ich nicht“, wirft Mars ein. „Und ich könnte!“
„Das liegt aber auch nur daran, dass du bis vor einer Woche …!“
„Leute, bitte!“ Smilee donnert die Faust auf den Tisch und Thorn und Mars zucken tatsächlich zusammen. „Sind wir hier im Kindergarten?“
„Oh, und das sagst ausgerechnet du?“
„Luna, das ist nicht gerade hilfreich!“, faucht Smilee zurück, doch bevor die Sache weiter eskalieren kann, hebt er die Hände. „Schon gut, schon gut, können wir uns bitte konzentrieren? Thorn?“
Thorn sieht nicht so aus als würde er heute Abend noch mit irgendwem reden wollen, doch dann streckt er Luna die Zunge raus und schaut Smilee mit einem stolzen Grinsen an.
„Ich war nur neugierig, okay? Und ich kann auch nichts dafür, wenn Barney sein Handy ständig rumliegen lässt.“
Luna schnaubt, doch sie sagt nichts und Thorn fährt fort, als hätte er nichts gehört.
„Jemand aus Paris hat ihn angerufen.“
„In Frankreich?“
„Nein, in Sibirien. Natürlich, in Frankreich, du Idiot!“
Einen kurzen Moment lang sieht es so aus, als wolle Mars über den Tisch springen und Thorn erwürgen, aber dann begnügt er sich mit einem Fluch auf Spanisch, der Luna anerkennend pfeifen lässt, und starrt finster in sein Bier.
Es ist wirklich höchste Zeit, dass sie mal darüber sprechen, merkt Smilee da, denn die fiebrige Stimmung, die von Barney ausgeht, greift langsam aber sicher auf das ganze Team über. Es ist nichts Neues, dass der alte Mann ihnen nichts von sich erzählt, aber normalerweise sind zumindest Lee und Tool nicht auch noch so vollkommen durch den Wind.
Außerdem würde Smilee es begrüßen, im Feld zu sterben und nicht weil Lee ihm aus Versehen den Hals bricht, während sie in Tools alter Garage trainieren.
Sie schweigen und starren in ihre Getränke, doch dann ist es Luna, die es schließlich nicht mehr aushält und Thorn mit einem ungnädigen Blick bedenkt.
"Jetzt sag schon", meint sie und rollt die Augen, als Thorn breit und zufrieden grinst. "Mit wem hat er telefoniert?"
"Mit ner Französin", antwortet er und noch bevor Mars ihm einen Schlag in den Nacken verpassen kann, fügt er hinzu: "'Ne Krankenschwester. Marie irgendwas. Mitte zwanzig."
Luna lässt ihre Salzstange fallen. "Ist das seine Tochter?", fragt sie und starrt Thorn ungläubig an.
"Keine Ahnung", erwidert Thorn. "Eigentlich stammt ihr Vater aus Belgien. War Barney mal in Belgien?"
"Der war doch schon überall", murmelt Mars. "Eine Nichte? Eine lang verlorene Schwester? Enkelin?"
"Ich hab keine Ahnung, okay? Ich bin sämtliche Listen durch, es passt nichts zu Barney und dieser Französin!", mault Thorn und dann starren sie alle voller Missmut in ihre Drinks.
Nur Smilee hat plötzlich das Gefühl, einen ganz entscheidenden Teil dieses Gespräches verpasst zu haben. Er schaut zwischen seinen Freunden hin und her und sagt leise:
"Was redet ihr da von Schwestern oder Nichten? Die logischste Erklärung ist, dass das seine Liebhaberin ist. Wahrscheinlich kommt sie her und deshalb ist er so durcheinander, da, Problem gelöst."
Smilee lächelt. Wie er mit drei solchen selbsterklärten Genies an einem Tisch sitzen kann und ihnen trotzdem die Welt erklären muss, wird ihm für immer ein Rätsel bleiben, doch Smilee ist sehr zufrieden mit sich und nimmt einen Schluck von seinem Bier.
Als er das Glas wieder hinstellt, schauen ihn drei vollkommen perplexe Gesichter an.
"Sag mal", sagt Mars und er klingt ehrlich interessiert an einer Antwort, "bist du irgendwie bescheuert oder so?"
"Hä?", macht Smilee.
"Alter." Thorn zieht die Stirn in Falten, als mache er sich ehrlich Sorgen um Smilees geistige Gesundheit. "Das war ein Witz, oder?"
So langsam wird Smilee wütend. "Was?", fragt er und schnappt sich ein paar Salzstangen, damit er wenigstens irgendwas mit seinen Händen macht und sie nicht nervös hin und her dreht.
"Du nimmst auch Anlauf, um ins Fettnäpfchen zu springen", meint Luna schließlich und schenkt ihm ein vollkommen resigniertes Kopfschütteln.
Smilee zerbricht die Salzstangen. "Was wollt ihr von mir?!", faucht er so laut, dass sich die halbe Bar zu ihnen umdreht (und dann drauf verzichtet, ihnen ärgerliche Blicke zuzuwerfen, als sie Mars' Oberarme und Smilees breites Kreuz sehen).
Luna erbarmt sich schließlich. "John", murmelt sie sanft. "Barney ist schwul. Der hat keine Freundin. Der hat Lee."
"WAS?!"
-------------
Drei Tage später stehen sie alle gemeinsam am Flughafen, inmitten von schnatternden Touristengruppen und schauen Barney dabei zu, wie er seinen Gast begrüßt.
"Das ist auf keinen Fall seine Freundin", sagt Luna.
"Nein. Und das ist auch keine Französin", sagt Mars.
"Und wahrscheinlich auch keine Krankenschwester", murmelt Thorn.
Smilee sagt gar nichts. Er starrt mit offenem Mund auf Barney und den eins neunzig großen, braunhaarigen Typen mit Krückstock, die sich in den Armen liegen, als hätten sie sich jahrelang nicht mehr gesehen.
Barney hat sogar Tränen in den Augen.
Unfassbar.
"Mach den Mund zu, Trottel", faucht es plötzlich in Smilees Ohr und Smilee gehorcht und sei es nur, weil er befürchtet, dass Lee ihm sonst ein Messer in die Rippen jagt.
Kurz danach kommen Barney und der Typ zu ihnen hinüber geschlendert.
"Leute", sagt Barney. Er strahlt übers ganze Gesicht. "Das ist Billy."
no subject
Date: 2015-09-20 09:29 am (UTC)Klasse, wie fassungslos die anderen sind! :D
Und Wiederauferstehungen finde ich natürlich auch immer gut <3
Und schön, daß Dich das Endspurt-Fieber erwischt zu haben scheint :D Mir macht das RL gerade einen ziemlichen Strich durch die Rechnung, leider.
no subject
Date: 2015-10-01 04:52 pm (UTC)Ich finde es so schön, wie sie von Lees Jede-Woche-mindestens-eine-Nahtoderfahrung-sonst-hat-man-nichts-dazugelernt-Kampftraining zu
Die logischste Erklärung ist, dass das seine Liebhaberin ist.
kommen UND WIE FUCKING STOLZ SMILEE DER OLLE IDIOT AUF SICH IST AHAHAHHAAHDJSHKFSHDFKJDF DAS IST SO GROSSARTIG OMFG
LEE UND BARNEY SIND SCHON ÜBERHAUPT NICHT SUBTIL, SMILEE ICH BITTE DICH, WAS SOLLEN SIE DENN NOCH ALLES MACHEN, BIS DU MAL WAS CHECKST!!!!!!
Und dann dieses emotionale Ende, das zugegebenermaßen vermutlich nur für uns emotional ist, weil BILLYYYY BABY OH GOTT ;______________; Und ES PASST ALLES ZUSAMMEN. ICH LIEBE ALLES. DIE EXPENDABLES BABYS OMG ♥
no subject
Date: 2015-10-06 12:16 pm (UTC)Genau so steht das bei jedem von denen im Handy drin. Als Termin. Ganztägig, weil man die restlichen zwanzig Stunden vom Tag braucht, um sich wieder zusammenzukleben. XDDD
BABYS. ALLES BABYS. UND JAAAAAAAH Billy wird sich hervorraged in die Gruppe einfügen. Also so hervorragend wie Barney das zulässt, weil Barney nicht gern teilt und außerdem ist Billy der erste Sohn, der wird eh immer bevorzugt behandelt, und es ist total egal, was Smilee zu Billy sagt, der kriegt IMMER einen Rüffel, weil er nervt. (Zitat von Lee).
BABIIIIIIIIIES. ICHFREU MICH AUF NEN REWATCH! *_*