luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Persephone
Challenge: h/c – krank und erschöpft
Fandom: Tumbling
Charakter: Ryôsuke
Anmerkung: Ich hoffe einfach, dass es weniger ausartet als die letzte... Reihe. Schließt aber locker daran an. Sollte wohl Warnung genug sein, oder?


Nach dem Schulabschluss trennten sich die Wege. Das war ganz normal. Jeder begann seinem eigenen Weg zu folgen. Ausbildung. Studium. Reisen. Jeder hatte Pläne. Träume, wie er sein weiteres Leben gestalten wollte. Man nahm sich fest vor, den Kontakt zu denen zu halten, mit denen man so lange beinahe jeden Tag verbracht hatte. Und am Ende stellte man fest, dass das nicht funktionierte.
Dass man diese Personen verloren hatte, ohne es zu merken.
Ryôsuke lehnte an der Wand und zog an seiner Zigarette. Eigentlich hatte er nicht mehr mit dem Rauchen anfangen wollen, aber... nun ja, manche Dinge passierten einfach. Das schlechte Gewissen deswegen begleitete jeden Zug, aber es gab niemanden, den das interessierte.
Der sich wirklich für ihn interessierte.
Kein Wunder. Zukunftspläne waren eine schöne Sache, wenn man den Luxus hatte, sie ernsthaft verfolgen zu können. Aber seinen Eltern war es scheißegal. Wenn es nach ihnen ginge, wäre er rausgeflogen, sobald er mit der Schule fertig war und könnte sehen, wie er klarkam. Aber das den Nachbarn zu erklären war natürlich schwierig.
Es ging immer nur um die anderen. Das Gesicht musste unbedingt gewahrt bleiben. Wahrscheinlich hatte sein Vater nur darum dafür gesorgt, dass er diesen Job bekam. Miese Bezahlung und ein harscher Ton, vor allem den Neuen gegenüber. Aber wenn man ansonsten auf sich gestellt war, blieb einem kaum eine andere Wahl. Keine Chance in dieser verdammten Stadt.
Er warf den Zigarettenstummel auf den Boden und trat ihn aus. Ein letzter Blick auf das Handy. Keine neuen Nachrichten, aber das war zu dieser Uhrzeit keine Überraschung. Zwischendurch meldeten sich Nippori oder Wataru, aber Ersterer hatte genug mit seinem eigenen Leben, seinen eigenen Problemen zu tun und Letzterer war eigentlich nur zum Schlafen noch zu Hause. Der Weg zur Uni war weit, aber die Mieten dort in der Nähe schlichtweg zu hoch. Außerdem war Wataru ein Mamakind, egal wie großspurig er auf seine Selbstständigkeit pochte. So schnell würde ihn nichts von zu Hause wegbekommen.
Ryôsuke hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und je länger es herwar, desto weniger traute er sich, aktiv wieder den Kontakt zu suchen. Es war Teufelskreis und er vermisste Wataru mit jedem Atemzug mehr, aber sein bester Freund hatte ein eigenes Leben, das ihn offenbar voll ausfüllte. Ganz sicher neue Freunde, mit denen ihn inzwischen mehr verband als mit einem ehemaligen Schulkameraden, der mehr und mehr das Gefühl hatte, dass sein Leben ihm entglitt.
„Wo hast du gesteckt?“, wurde er direkt angeraunzt, als er in die Lagerhalle zurückkam. „Du wirst hier nicht fürs Faullenzen bezahl!“
Bei dem Hungerlohn, den er hier bekam, hatte Ryôsuke zwar kein schlechtes Gewissen, Raucherpausen einzulegen, aber er murmelte nur eine Entschuldigung. Das würde nach Feierabend wieder Ärger mit seinem Vater geben.
Daher ging er erstmal gar nicht nach Hause, als er endlich gehen konnte. Draußen war es inzwischen hell, aber ein scharfer Wind sorgte dafür, dass es nicht merklich wärmer wurde, im Gegenzeil. Er drang durch seine Jacke und den Pullover und ließ ihn frösteln. Ryôsuke ignorierte es. Die Kälte war merkwürdig willkommen, sie betäubte ihn auf eine Art und Weise, die gerade sehr angenehm war. Was ihn gerade eher störte war der Umstand, dass er mehrere Versuche brauchte, bis er es geschafft hatte, eine Zigarette anzuzünden. Erst nach den ersten Zügen warf er einen Blick auf sein Handy, halb erwartend, dass sich nichts getan hatte, aber er hatte tatsächlich einen versäumten Anruf.
Wataru. Vor einer Stunde...
Ryôsuke zögerte. Eine Nachricht hatte Wataru nicht hinterlassen, aber das war auch nicht seine Art. Wenn es wirklich wichtig war, schickte er direkt eine Mail hinterher. Was heute nicht der Fall war. Klar. Es gab ja auch nichts mehr, was sie gemeinsam unternehmen konnten. Urplötzlich waren sie in zwei vollkommen verschiedenen Welten gelandet, die sich kaum mehr voneinander unterscheiden könnten.
Vielleicht wäre es für Ryôsuke anders gelaufen, wenn er echte Zukunftspläne gehabt hätte. Vermutlich aber nicht.
Ob es okay wäre, wenn er Wataru zurückrief? Es war albern. Früher hätte er solche Hemmungen nicht gehabt, sondern es einfach gemacht. So viel hatte sich verändert...
Schließlich tat er es doch. Es schien ewig zu dauern, bis das Freizeichen kam und danach zog die Zeit sich nur noch mehr. Ryôsuke merkte erst, dass er an der Innenseite seiner Unterlippe nagte, als der metallische Geschmack von Blut aufkam.
Wie lange er gewartet hatte, wusste er nicht einmal mehr, als die Mailbox ansprang und Ryôsuke legte schnell auf. Er hatte keine Lust, irgendeine dumme Nachricht zu hinterlassen. Hätte ohnehin nicht gewusst, was er hätte sagen sollen. Vielleicht meldete Wataru sich ja nochmal, wenn er den verpassten Anruf bemerkte. Vielleicht.
Das Handy landete wieder in Ryôsukes Hosentasche und ging an den Strand. Der Vormittag war weit genug vorangeschritten, dass einige Spaziergänger zu sehen waren. Er passierte einen alten Mann, dessen Hund ungeniert in den Sand kackte und ihn ankläffte. Sofort richtete sich die Aufmerksam des Besitzers auf Ryôsuke und auch wenn er nichts sagte, verriet das merkliche Zusammenkneifen der Augen seine Missbilligung. Vermutlich hielt er ihn für einen Herumtreiber, dass er eine ätzende Nachtschicht hinter sich hatte, kam ihm natürlich nicht in den Sinn.
Ryôsuke schob seine Hände tiefer in die Hosentaschen und ging weiter. Er war totmüde und wenn er nicht bald heimging, würde es sich kaum mehr lohnen, schlafen zu gehen. Trotzdem setzte er sich einfach in den kalten Sand. Eine Stunde noch, dann würde sein Vater auf jeden Fall schlafen. Die vorwurfsvollen Blicke seiner Mutter konnte er inzwischen ganz gut ignorieren und seine Schwestern waren in der Schule.
Vielleicht wäre alles einfacher gewesen, hätte sein Vater nicht den recht gut bezahlten Bürojob verloren. Sei Chef hatte es noch als Großmut seinerseits gesehen, dass er einem langjährigen Mitarbeiter einen Job ganz unten in der Hierarchie des Fischmarkts verschafft hatte. Von der Verwaltung ins Lager. Das würde jeden frustrieren. Ryôsuke würde es trotzdem begrüßen, müsste nicht er am meisten darunter leiden.
Er hatte es so verdammt satt.
Laute Stimmen weckten seine Aufmerksamkeit und er sah einige junge Männer, die den alten Mann eingekreist hatten. Sein erster Impuls war es, aufzustehen und einzugreifen, wie er es mit Wataru auf jeden Fall getan hätte. Aber dann erkannte er die Unruhestifter und es blieb beim Aufstehen.
Kurosaki. Takano. Und Harada.

Date: 2015-09-16 12:34 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Oh Gott Ryousuke ... ;___;
*schluchz*
Ich sollte mich gar nicht beschweren, weil ich LIEBE es ja wenn du ihn quälst, aber aus irgendeinem Grund setzt mir die Vorstellung ganz besonders zu, dass er und Wataru sich irgendwann auseinander leben.
Das DARF einfach nicht passieren. T___T
Wie ich dir ja im Skype schon gesagt habe, habe ich ja ein ganz bestimmtes Head canon dazu, wieso das so ist ;-) und man merkt ja auch hier bei dir, dass Wataru es eigentlich versucht, den Kontakt aufrecht zu halten.
Es ist eher Ryousuke und seine Issues (ach baby .. ;_; ) und dass er Wataru nicht nerven oder belästigen will....
Ach Herzchen, nicht doch ...

Ich sehe schon total wie das alles den Bach runtergehen wird für ihn. ;_;
Und freue mich darauf dabei zu zu sehen. *g* *hust* (Wow, klingt das gemein ... óò)
Hauptsache Wataru kriegt es rechtzeitig mit !!! ;__;

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