Humor - Ausziehen - fürs Team
Sep. 7th, 2015 12:27 amTeam: Morpheus
Challenge: Humor – Ich zieh mich aus das siehst du doch – fürs Team
Fandom: Original
Titel: Vanille-Coke
Inhalt: Chan ist Geldeintreiber, Balu ein Dieb aber eigentlich unterhalten sie sich nur über ihre Freunde.
Anmerkung: Wo kamen die denn her.
Vanille-Coke
Es stampft jemand durch den Hausflur, als würde gleich eine Razzia stattfinden und Balu weiß, dass es mit der Ruhe vorbei ist. Er zählt im Kopf von eins bis drei und bei zwei fliegt die Tür schon mit solcher Gewalt auf, dass das Messing-E von der "4E"-Plakette abfällt und scheppernd auf dem Boden aufprallt.
"Karan hat mit Shiva geschlafen!", brüllt Chan, noch bevor er die Tür zu Balus schäbiger Wohnung wieder richtig zugeworfen hat und bleibt mit hochrotem Kopf an der Schwelle stehen.
Balu schaut von den Blaupausen am Tisch auf und blinzelt zweimal.
"Hä?", macht er, doch Chan hört ihn gar nicht. Er fährt sich durch die Haare, tritt die Schuhe von seinen Füßen und stampft dann über den knarzenden, aufgequollenen Holzboden zu Balu hinüber.
"Ich fass es nicht", murmelt er immer wieder, in zehn verschiedenen Abwandlungen und Balu fängt an zu grinsen.
"Woher weißt du das?"
Chan winkt ungeduldig ab. "Rahul hat's mir erzählt", sagt er und reißt die Küchenschränke auf, um irgendetwas zu finden, was ihn beruhigen könnte.
Balu lässt ihn machen. Er könnte ihm natürlich erzählen, dass im Nachttisch noch einiges an Gras herumliegt, doch er ist zu sehr damit beschäftigt, sich zu überlegen, wie diese Informationskette aussah.
Karan und Shiva, also. Balu horcht in sich hinein, doch bis auf milde Überraschung darüber, dass sich Shiva endlich Karans Charme ergeben hat, fühlt er nichts. Er mag sie beide, so wie man eben Leute mag, die einem schon mal bei einer Überdosis das Leben gerettet haben oder zu denen man ins Bett kriechen kann, wenn einem kalt und langweilig ist. Er würde sie nicht im Rinnstein verbluten lassen, aber für Karten zu Neujahr reicht es auch nicht.
"Wieso erzählt Rahul dir sowas?", fragt er Chan nach ein paar Augenblicken, in denen Chan den Kühlschrank mehrmals auf und zu macht, nur um jedes Mal wieder von gähnender Leere (und einer Aubergine) überrascht zu werden.
"Keine Ahnung", sagt Chan. "Ich war nur bei ihm, weil er Koks wollte."
"Seit wann bist du Kurier?"
"Seit Doki mir Schmerzen angedroht hat, wenn ich meinen Arsch nicht sofort in Bewegung setze?"
Balu grinst. "Süß."
"Ist doch auch egal", fährt Chan fort. Er öffnet den Vorratsschrank und jauchzt triumphierend, als er eine Packung Kakaopulver hinter Bündeln durchsichtiger Plastikbeutelchen mit roten Klippschienen hervorzieht.
Balu überlegt, ob er ihm sagen soll, dass das Pulver wahrscheinlich schon seit zwei Jahren abgelaufen ist.
Oder dass sie keine Milch haben.
Doch bevor er den Mund aufmachen kann, hat Chan einen Löffel aus der Schublade gezogen und mampft nun mit höchst zufriedenem Gesichtsausdruck trockenes, uraltes Kakaopulver.
"Ist es mir ja auch", murmelt Balu. "Du hast damit angefangen!"
Chan reagiert nicht sofort. Er stochert in der Packung umher, als würde sich unter dem Pulver irgendwo ein Steak verstecken. Sein Mund ist verschmiert und im schummrigen Licht, das durch die schmutzigen Küchenfenster fällt sieht es so aus, als habe der Bestatter Chan für seine Beerdigung hergerichtet.
Balu findet ihn immer noch heiß. Sollte ihm wahrscheinlich zu denken geben, doch er schweigt, als Chan langsam zum Sofa hinüber geschlichen kommt und sich neben Balu fallen lässt.
"Pass auf", sagt Balu und schiebt die Blaupausen vom Juweliergeschäft zur Seite damit weder Chans enorm lange Beine noch das Kakaopulver für Chaos sorgen können.
"Immer doch", erwidert Chan, ehe er fürchterlich laut niest und schokobraune Pulverwolken aufstieben lässt. Balu lacht, während Chan sich auf die Brust schlägt und keuchend nach Luft japst.
"Geschieht dir recht."
"Wasser…", jammert Chan und weil Balu ein überaus liebreizender Kerl ist, greift er nach der Flasche abgestandener Billigsprite auf dem Fußboden und reicht sie seinem Freund.
Zum Dank erhält er ein Lächeln. Ein breites, begleitet von leuchtenden Augen und dem stummen "Du bist mein bester Freund, danke, dass du existierst." Balu grinst zurück, mit weichen Lippen und wackeligen Knien.
Immerhin sitzt er, und während Chan trinkt und seufzt, beugt er sich wieder über die fünf verschiedenen dunkelblauen Papiere, deren Enden sich einrollen und die seinen Couchtisch völlig verschwinden lassen unter weißen Strichellinien und schwarzen Schriftzeichen.
"Was ist das?", fragt Chan.
Er wirft die leere Flasche quer durchs Zimmer und lacht, als er den Kühlschrank trifft.
Balu überlegt, was er ihm antworten soll.
Natürlich könnte er ehrlich sein und sagen, dass er mit Doki abgemacht hat, sich die Pläne für den Juwelierladen mal genauer anzusehen (und genauer ansehen hieß bei Doki "In drei Wochen habe ich eimerweise Schmuck im Badezimmer stehen oder du liegst mit gebrochenen Beinen im Graben").
Chan würde bestimmt die Stirn runzeln und sagen: "Du bist Taschendieb."
"Ich hab Ambitionen", würde Balu antworten und grinsen, obwohl ihm eigentlich schlecht vor Angst ist, weil er keine Ahnung hat, wie er einen Raubüberfall durchziehen soll.
"Pläne", sagt Balu dann laut und schiebt das Problem beiseite. Er hat noch drei Wochen Zeit. "Für deine Schönheits-OP."
"Wirklich?" Ohne zu zögern fängt Chan an zu jauchzen und wirft die Arme um Balu. "Du hast das Geld endlich zusammen?", säuselt er und blinzelt so schnell er nur kann.
"Natürlich, mein Liebling", flüstert Balu zurück und zwirbelt einen unsichtbaren Schnurrbart. Chan fängt an zu kichern und haucht ihm warmen Atem über den Nacken. "Endlich können wir dir ein paar richtig schöne Möpse anschrauben lassen!"
"Ach, Daddy, du bist der Beste!", schreit Chan, dann zerrt er Balu fest an sich und lässt sich rückwärts in die fadenscheinigen grünen Polster fallen. Sie brechen in heulendes Gelächter aus, dann verkündet Balu: "Du bist so krank, Alter!" und stößt mit dem Ellbogen gegen Chans Brust, doch anstatt ihn loszulassen, schlingt Chan die Arme nur noch fester um ihn und beißt ihm zärtlich ins Ohr.
Bevor er sich dran hindern kann, seufzt Balu und schmiegt sich fester an Chan. Er spürt ihn atmen und riecht das Zuckerpulver auf seinem Gesicht und einen Moment lang ist alles perfekt und alle illegalen Aktionen ganz weit weg.
Dann macht Chan den Mund auf.
Und sagt: "Ich wette, Karan nennt Shiva auch Daddy im Bett."
"Alter." Balu kann gar nicht weiter reden. Er stöhnt entnervt und bearbeitet Chans Oberschenkel mit lauten klatschenden Schlägen. "Warum erzählst du mir sowas? Lass deine Fantasien in deinem Kopf!"
"Aua!", meint Chan und dann zerren und beißen und prügeln und schubsen sie sich auf dem engen, altersschwachen Sofa. Balu stößt mit dem Knie gegen den Tisch und die Pläne rascheln, rollen sich in feste schmale Röhren zusammen und verteilen sich knitternd und klappernd auf dem Fußboden.
Eigentlich will Balu sich beschweren, doch da hat Chan ihn schon bei den Schultern gepackt und vergräbt ihn unter sich, küsst ihn trotzig auf die Lippen und beißt ihm in den Nacken.
"Was heißt hier meine Fantasien?", keucht er ihm entgegen und grinst so breit und fröhlich, dass Balu gar nicht anders kann, als mitzugrinsen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das wirklich so passiert ist!"
"Du bist echt besessen von den beiden", meint Balu dann und lässt sich in Ruhe weiterküssen. Er könnte Chan trotz der fünfzehn Kilo und zwölf Zentimeter, die der ihm überlegen ist, wahrscheinlich von sich schubsen, doch wenn er ehrlich ist, dann will er das gar nicht. Die Küsse schmecken nach Schokolade und dünner Limo, Chan ist warm und schwer und hemmt Balus Gedanken, bis er nur noch Ruhe und Rausch im Kopf hat.
Wenn er sich dafür anhören muss, was Chan über Shiva und Karan zu erzählen hat, warum nicht. Er hat schon mit Leuten geschlafen, die noch größeren Scheiß geredet haben.
"Nein", murmelt Chan da und beginnt, Balus Tshirt nach oben zu schieben. "Ich bin nicht besessen. Nur überrascht. Immerhin ist das Shiva, von dem wir hier reden. Der raucht ja nicht mal Gras und Karan ist… naja. Ein Stricher mit ner Schwäche für Sugardaddys."
Balu schließt die Augen und seufzt, als sich lange, klebrige Finger über seinen Bauch stehlen. Er bekommt plötzlich Hunger. Es ist kein unangenehmes Gefühl, im Gegenteil, sein Körper ist plötzlich noch wacher und empfindlicher als vorher (und es schadet nicht, dass Chan ihm von Karan erzählt. Denn Karan ist wunderschön und groß und schlank und hat ein bezauberndes Lächeln und seine Hände haben Dinge mit Balu angestellt, von denen er nicht wusste, dass sie sich so gut anfühlen konnten).
"Shiva hat auch Augen im Kopf", murmelt Balu.
"Ja", sagt Chan. Er holt betont tief und ruhig Luft, doch Balu merkt, wie ihm die Hände zittern. Ihn lässt die Nummer hier auch nicht kalt und warum sollte sie auch? Es ist eine Weile her, dass sie miteinander rumgemacht haben, denn es kam ständig etwas dazwischen.
Namentlich Karan.
Karan kam dazwischen.
Und mit einem Mal schnallt Balu, dass Chan vielleicht nur deshalb hier ist, und ihm gerade langsam die Knöpfe der Jeans öffnet, weil er glaubt, ihn trösten zu müssen.
Balu fängt an zu lachen, atemlos und keuchend, weil ihm zu warm ist und Chan zu schwer.
"Was soll das werden?", fragt er, als Chan sich über ihn beugt und ihn erneut auf den Mund küsst.
"Ich zieh mich aus", antwortet Chan und zieht sein T-Shirt über den Kopf. "Das siehst du doch."
"Ich meinte… ach, egal."
Balu schüttelt den Kopf. Es ist wirklich völlig egal. Vielleicht ist Chan einfach nur so vorbeigekommen, vielleicht hat er wirklich geglaubt, Balu leide unter Liebeskummer und brauche ein wenig Ablenkung.
Wichtig ist nur, dass er jetzt hier ist und ihn streichelt.
Vielleicht zeigt Balu ihm die Pläne doch noch.
Challenge: Humor – Ich zieh mich aus das siehst du doch – fürs Team
Fandom: Original
Titel: Vanille-Coke
Inhalt: Chan ist Geldeintreiber, Balu ein Dieb aber eigentlich unterhalten sie sich nur über ihre Freunde.
Anmerkung: Wo kamen die denn her.
Vanille-Coke
Es stampft jemand durch den Hausflur, als würde gleich eine Razzia stattfinden und Balu weiß, dass es mit der Ruhe vorbei ist. Er zählt im Kopf von eins bis drei und bei zwei fliegt die Tür schon mit solcher Gewalt auf, dass das Messing-E von der "4E"-Plakette abfällt und scheppernd auf dem Boden aufprallt.
"Karan hat mit Shiva geschlafen!", brüllt Chan, noch bevor er die Tür zu Balus schäbiger Wohnung wieder richtig zugeworfen hat und bleibt mit hochrotem Kopf an der Schwelle stehen.
Balu schaut von den Blaupausen am Tisch auf und blinzelt zweimal.
"Hä?", macht er, doch Chan hört ihn gar nicht. Er fährt sich durch die Haare, tritt die Schuhe von seinen Füßen und stampft dann über den knarzenden, aufgequollenen Holzboden zu Balu hinüber.
"Ich fass es nicht", murmelt er immer wieder, in zehn verschiedenen Abwandlungen und Balu fängt an zu grinsen.
"Woher weißt du das?"
Chan winkt ungeduldig ab. "Rahul hat's mir erzählt", sagt er und reißt die Küchenschränke auf, um irgendetwas zu finden, was ihn beruhigen könnte.
Balu lässt ihn machen. Er könnte ihm natürlich erzählen, dass im Nachttisch noch einiges an Gras herumliegt, doch er ist zu sehr damit beschäftigt, sich zu überlegen, wie diese Informationskette aussah.
Karan und Shiva, also. Balu horcht in sich hinein, doch bis auf milde Überraschung darüber, dass sich Shiva endlich Karans Charme ergeben hat, fühlt er nichts. Er mag sie beide, so wie man eben Leute mag, die einem schon mal bei einer Überdosis das Leben gerettet haben oder zu denen man ins Bett kriechen kann, wenn einem kalt und langweilig ist. Er würde sie nicht im Rinnstein verbluten lassen, aber für Karten zu Neujahr reicht es auch nicht.
"Wieso erzählt Rahul dir sowas?", fragt er Chan nach ein paar Augenblicken, in denen Chan den Kühlschrank mehrmals auf und zu macht, nur um jedes Mal wieder von gähnender Leere (und einer Aubergine) überrascht zu werden.
"Keine Ahnung", sagt Chan. "Ich war nur bei ihm, weil er Koks wollte."
"Seit wann bist du Kurier?"
"Seit Doki mir Schmerzen angedroht hat, wenn ich meinen Arsch nicht sofort in Bewegung setze?"
Balu grinst. "Süß."
"Ist doch auch egal", fährt Chan fort. Er öffnet den Vorratsschrank und jauchzt triumphierend, als er eine Packung Kakaopulver hinter Bündeln durchsichtiger Plastikbeutelchen mit roten Klippschienen hervorzieht.
Balu überlegt, ob er ihm sagen soll, dass das Pulver wahrscheinlich schon seit zwei Jahren abgelaufen ist.
Oder dass sie keine Milch haben.
Doch bevor er den Mund aufmachen kann, hat Chan einen Löffel aus der Schublade gezogen und mampft nun mit höchst zufriedenem Gesichtsausdruck trockenes, uraltes Kakaopulver.
"Ist es mir ja auch", murmelt Balu. "Du hast damit angefangen!"
Chan reagiert nicht sofort. Er stochert in der Packung umher, als würde sich unter dem Pulver irgendwo ein Steak verstecken. Sein Mund ist verschmiert und im schummrigen Licht, das durch die schmutzigen Küchenfenster fällt sieht es so aus, als habe der Bestatter Chan für seine Beerdigung hergerichtet.
Balu findet ihn immer noch heiß. Sollte ihm wahrscheinlich zu denken geben, doch er schweigt, als Chan langsam zum Sofa hinüber geschlichen kommt und sich neben Balu fallen lässt.
"Pass auf", sagt Balu und schiebt die Blaupausen vom Juweliergeschäft zur Seite damit weder Chans enorm lange Beine noch das Kakaopulver für Chaos sorgen können.
"Immer doch", erwidert Chan, ehe er fürchterlich laut niest und schokobraune Pulverwolken aufstieben lässt. Balu lacht, während Chan sich auf die Brust schlägt und keuchend nach Luft japst.
"Geschieht dir recht."
"Wasser…", jammert Chan und weil Balu ein überaus liebreizender Kerl ist, greift er nach der Flasche abgestandener Billigsprite auf dem Fußboden und reicht sie seinem Freund.
Zum Dank erhält er ein Lächeln. Ein breites, begleitet von leuchtenden Augen und dem stummen "Du bist mein bester Freund, danke, dass du existierst." Balu grinst zurück, mit weichen Lippen und wackeligen Knien.
Immerhin sitzt er, und während Chan trinkt und seufzt, beugt er sich wieder über die fünf verschiedenen dunkelblauen Papiere, deren Enden sich einrollen und die seinen Couchtisch völlig verschwinden lassen unter weißen Strichellinien und schwarzen Schriftzeichen.
"Was ist das?", fragt Chan.
Er wirft die leere Flasche quer durchs Zimmer und lacht, als er den Kühlschrank trifft.
Balu überlegt, was er ihm antworten soll.
Natürlich könnte er ehrlich sein und sagen, dass er mit Doki abgemacht hat, sich die Pläne für den Juwelierladen mal genauer anzusehen (und genauer ansehen hieß bei Doki "In drei Wochen habe ich eimerweise Schmuck im Badezimmer stehen oder du liegst mit gebrochenen Beinen im Graben").
Chan würde bestimmt die Stirn runzeln und sagen: "Du bist Taschendieb."
"Ich hab Ambitionen", würde Balu antworten und grinsen, obwohl ihm eigentlich schlecht vor Angst ist, weil er keine Ahnung hat, wie er einen Raubüberfall durchziehen soll.
"Pläne", sagt Balu dann laut und schiebt das Problem beiseite. Er hat noch drei Wochen Zeit. "Für deine Schönheits-OP."
"Wirklich?" Ohne zu zögern fängt Chan an zu jauchzen und wirft die Arme um Balu. "Du hast das Geld endlich zusammen?", säuselt er und blinzelt so schnell er nur kann.
"Natürlich, mein Liebling", flüstert Balu zurück und zwirbelt einen unsichtbaren Schnurrbart. Chan fängt an zu kichern und haucht ihm warmen Atem über den Nacken. "Endlich können wir dir ein paar richtig schöne Möpse anschrauben lassen!"
"Ach, Daddy, du bist der Beste!", schreit Chan, dann zerrt er Balu fest an sich und lässt sich rückwärts in die fadenscheinigen grünen Polster fallen. Sie brechen in heulendes Gelächter aus, dann verkündet Balu: "Du bist so krank, Alter!" und stößt mit dem Ellbogen gegen Chans Brust, doch anstatt ihn loszulassen, schlingt Chan die Arme nur noch fester um ihn und beißt ihm zärtlich ins Ohr.
Bevor er sich dran hindern kann, seufzt Balu und schmiegt sich fester an Chan. Er spürt ihn atmen und riecht das Zuckerpulver auf seinem Gesicht und einen Moment lang ist alles perfekt und alle illegalen Aktionen ganz weit weg.
Dann macht Chan den Mund auf.
Und sagt: "Ich wette, Karan nennt Shiva auch Daddy im Bett."
"Alter." Balu kann gar nicht weiter reden. Er stöhnt entnervt und bearbeitet Chans Oberschenkel mit lauten klatschenden Schlägen. "Warum erzählst du mir sowas? Lass deine Fantasien in deinem Kopf!"
"Aua!", meint Chan und dann zerren und beißen und prügeln und schubsen sie sich auf dem engen, altersschwachen Sofa. Balu stößt mit dem Knie gegen den Tisch und die Pläne rascheln, rollen sich in feste schmale Röhren zusammen und verteilen sich knitternd und klappernd auf dem Fußboden.
Eigentlich will Balu sich beschweren, doch da hat Chan ihn schon bei den Schultern gepackt und vergräbt ihn unter sich, küsst ihn trotzig auf die Lippen und beißt ihm in den Nacken.
"Was heißt hier meine Fantasien?", keucht er ihm entgegen und grinst so breit und fröhlich, dass Balu gar nicht anders kann, als mitzugrinsen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das wirklich so passiert ist!"
"Du bist echt besessen von den beiden", meint Balu dann und lässt sich in Ruhe weiterküssen. Er könnte Chan trotz der fünfzehn Kilo und zwölf Zentimeter, die der ihm überlegen ist, wahrscheinlich von sich schubsen, doch wenn er ehrlich ist, dann will er das gar nicht. Die Küsse schmecken nach Schokolade und dünner Limo, Chan ist warm und schwer und hemmt Balus Gedanken, bis er nur noch Ruhe und Rausch im Kopf hat.
Wenn er sich dafür anhören muss, was Chan über Shiva und Karan zu erzählen hat, warum nicht. Er hat schon mit Leuten geschlafen, die noch größeren Scheiß geredet haben.
"Nein", murmelt Chan da und beginnt, Balus Tshirt nach oben zu schieben. "Ich bin nicht besessen. Nur überrascht. Immerhin ist das Shiva, von dem wir hier reden. Der raucht ja nicht mal Gras und Karan ist… naja. Ein Stricher mit ner Schwäche für Sugardaddys."
Balu schließt die Augen und seufzt, als sich lange, klebrige Finger über seinen Bauch stehlen. Er bekommt plötzlich Hunger. Es ist kein unangenehmes Gefühl, im Gegenteil, sein Körper ist plötzlich noch wacher und empfindlicher als vorher (und es schadet nicht, dass Chan ihm von Karan erzählt. Denn Karan ist wunderschön und groß und schlank und hat ein bezauberndes Lächeln und seine Hände haben Dinge mit Balu angestellt, von denen er nicht wusste, dass sie sich so gut anfühlen konnten).
"Shiva hat auch Augen im Kopf", murmelt Balu.
"Ja", sagt Chan. Er holt betont tief und ruhig Luft, doch Balu merkt, wie ihm die Hände zittern. Ihn lässt die Nummer hier auch nicht kalt und warum sollte sie auch? Es ist eine Weile her, dass sie miteinander rumgemacht haben, denn es kam ständig etwas dazwischen.
Namentlich Karan.
Karan kam dazwischen.
Und mit einem Mal schnallt Balu, dass Chan vielleicht nur deshalb hier ist, und ihm gerade langsam die Knöpfe der Jeans öffnet, weil er glaubt, ihn trösten zu müssen.
Balu fängt an zu lachen, atemlos und keuchend, weil ihm zu warm ist und Chan zu schwer.
"Was soll das werden?", fragt er, als Chan sich über ihn beugt und ihn erneut auf den Mund küsst.
"Ich zieh mich aus", antwortet Chan und zieht sein T-Shirt über den Kopf. "Das siehst du doch."
"Ich meinte… ach, egal."
Balu schüttelt den Kopf. Es ist wirklich völlig egal. Vielleicht ist Chan einfach nur so vorbeigekommen, vielleicht hat er wirklich geglaubt, Balu leide unter Liebeskummer und brauche ein wenig Ablenkung.
Wichtig ist nur, dass er jetzt hier ist und ihn streichelt.
Vielleicht zeigt Balu ihm die Pläne doch noch.