luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Persephone
Challenge: Romantik/Intimität - (Un)erwiderte Liebe/sich nach jemanden verzehren
Fandom: Tumbling
Charaktere: Ryôsuke, Wataru, (Natsuko)

Wörter: 961



„Wenn ich den in die Finger kriege...“ Wataru starrte auf seinen noch halbvollen Teller, als wäre der die Ursache allen Übels. Dabei war der vollkommen unschuldig und der eigentliche Übeltäter heute nicht einmal aufgetaucht. Was heimlich niemanden überrascht hatte.
Die Nachricht, mit der er sich aber abgemeldet hatte, war ziemlich mies gewesen. Fand Ryôsuke. Yûta hatte es vermutlich nicht mal begriffen. Nippori hatte sich lautstark darüber beschwert, dass Hino sie für ein Mädchen versetzte. Kiyama hatte Wataru angesehen und Ryôsuke... der war gar nicht überrascht, dass Watarus Omurice den Abend offenbar überleben würde. Mehr oder weniger.
„Weißt du, es ist schon tot. Nicht nötig, dass du nochmal nachhilfst“, meinte er über seinem Handy, als Wataru die bemitleidenswerten Reste noch ein wenig weiter auseinanderrupfte. Es sah ohnehin schon aus, als wäre es schon mal gegessen worden. Inzwischen saßen sie alleine nebeneinander. Der Rest hatte recht schnell gemerkt, dass Wataru miese Laune hatte und das schlug sich immer auf die allgemeine Stimmung nieder. Kein Wunder also, dass die Gruppe sich bald zerstreut hatte.
„Lass dir was besseres einfallen.“
„Oi, ich hab dir nichts getan!“
Das Display leuchtete auf und zeigte eine Nachricht von Shizuka an. Mit der er den halben Abend schon geschrieben hatte. Als Alibi taugte sie wunderbar, immerhin sollte er wenigstens den Anschein von mehreren Freundinnen irgendwie wahren. Auch wenn das vermutlich inzwischen keiner mehr glaubte.
Eine Weile kam von Wataru nichts mehr. So lange, dass selbst Natsuko-san nochmal vorbeikam und länger als nötig bei ihnen verweilte.
„Er muss mir nicht immer wieder so unter die Nase reiben, dass er mit Mari-chan zusammen ist.“
Mari-chan. Wieder einmal. „Es ist jetzt nichts neues. Das macht er nur, weil er weiß, dass es dich ärgert.“
Und Hino war nie einer von der rücksichtsvollen Sorte gewesen. Kleiner verwöhnter...
„Na und?“
„Ich mein ja nur...“ Diesmal schien es Wataru besonders zuzusetzen. Vielleicht war es auch der nahende Abschluss. Ryôsuke wusste, er sollte sich darüber langsam auch mal Gedanken machen. Aber er zog es vor, so zu tun, als würde alles, was mehr als zwei Monate in der Zukunft lag, einfach nicht existieren.
„Du kannst da wohl kaum mitreden.“
Die Stille, die darauf folgte, war zentnerschwer. Vielleicht, weil Ryôsuke einfach nicht wusste, was er jetzt sagen sollte. Klar glaubte Wataru, über jedes Detail Bescheid zu wissen. Dass er ganz sicher nicht mit seinen Freundinnen schrieb, wenn er irgendetwas auf dem Handy machte.
„Tut mir leid.“ Watarus Worte waren leise. Der Frust darunter war aber nicht weniger geworden. Ryôsuke hörte es genau. Die Anspannung in der Stimme. Trotzdem konnte Wataru diese unfairen, abweisenden Worte nicht so einfach stehen lassen. Natürlich konnte er das nicht.
„Ich weiß genau, wie du dich fühlst“, sagte Ryôsuke leise. Einfacher wäre es gewesen, einfach darüber hinwegzugehen. Wie er es so oft tat, wenn es ihm zu ernst wurde. Aber es ging hier um Wataru. Und wenn es Wataru schlecht ging, konnte er es nicht übergehen. Es war einfach nicht richtig so. Wataru war derjenige, der immer alles... gut machte. Der immer für seine Freunde da war, selbst wenn die sich selbst in die Scheiße manovriert hatten.
Er sah Wataru nicht an, als er nach Worte suchte, sondern auf sein Handy, dass er hin und herdrehte, bis es ihm beinahe aus der Hand rutschte, als es vibrierend eine Nachricht erhielt. „Man hat diese eine Person und wenn sie in der Nähe ist, spielt nichts anderes mehr eine Rolle. Niemand anderes. Und dann merkt man, dass man alleine mit diesen Gefühlen ist.“ Nochmal vibrierte das Handy, aber diesmal hielt er es fest. „Man merkt, dass man wohl nie eine Chance hatte. Weil es immer andere geben wird. Und lernt, sich mit dem Platz zufriedenzugeben, der man irgendwie bekommen hat. Hauptsache, diese eine Person ist glücklich.“
Dumm nur, wenn diese Hoffnung sich nicht erfüllte.
„Ryôsuke...“
Watarus Stimme riss ihn in die Wirklichkeit zurück und er rettete sich in ein Grinsen. „Alles halb so schlimm. Immerhin ist Mari-chan glücklich, oder nicht? Und wer weiß, wenn wir mit der Schule fertig sind, kann sich da auch einiges ändern und du hast vielleicht ne Chance. Aber dann solltest du mal offensiver werden. Sonst ist am Ende wieder jemand schneller.“
Er sah es kommen, aber ließ den harten Knuff kommen. Nicht so hart, wie noch vor wenigen Wochen, aber hart genug. Wataru neigte immer noch dazu, ihn zu vorsichtig anzufassen, auch wenn die geprellten Rippen, die er einem alten „Freund“ zu verdanken gehabt hatte, inzwischen abgeheilt waren.
„Das sagt der richtige!“
„Hey, eine Zeitlang waren immerhin zwei Freundinnen echt!“
Nicht für lange, aber darum ging es hier ja nicht.
„Pfff, das habe ich nicht nötig!“ Wataru hatte zu seinem großspurigen Tonfall zurückgefunden, was Ryôsukes Welt wieder etwas in die richtige Form rückte.
„Komm, zocken wir irgendwas. Stell dir vor, du verprügelst Hino“, schlug er vor, Wataru schnaubte aber nur. „Das würde keinen Spaß machen. Der würde schon auseinanderbrechen, wenn man ihn nur falsch anschaut. Er soll Mari-chan aber bloß gut behandeln...“ Da war er wieder, der angespannte, fast gequälte Unterton.
Aber zu schnell ist der Moment wieder vorbei und schwer legte Wataru Ryôsuke einen Arm um die Schultern. „Ich mache dich trotzdem fertig!“ Ryôsuke war nicht wirklich überzeugt, dass es Wataru wirklich besser ging. Aber es war ganz klar eine Verbesserung, wenn er wieder Tatendrang zeigte. Auch wenn er es wohl nur tat, damit keine lästigen Fragen mehr gestellt wurden. Damit die, die ihm nahe standen, sich keine Sorgen machten.
Als sie nach oben gingen, warf Ryôsuke noch einen letzten Blick zu Natsuko-san zurück, die ihnen nachsah. Watarus Teller in der Hand. Kurz trafen sich ihre Blicke und Ryôsuke glaubte, ein Lächeln zu sehen. Wissend.
Schnell wandte er sich ab und ging nach oben.

Date: 2015-09-16 12:45 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Hach, das war so schön und traurig und bittersüß ... ;__;
Ach Wataru....
Ach Ryousuke...

Ich liebe es wie es vorne herum um Watarus Liebeskummer wegen Mari-chan geht, aber hinten rum geht es ja EIGENTLICH um Ryousukes unerwiderte Gefühle für Wataru und gott ... mein Herz. ;__;
Das ist alles ganz wunderschön zart angedeutet und sehr hintergründig, aber man merkt es an dem ganzen Gespräch und Ryousukes halben Gedanken und Natsukos wissendem Lächeln ...
Ach ihr zwei ....

BTW- ich freu mich schon sehr Wataru/Ryousuke romantic stylz von dir zu lesen. ;)

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios