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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Persephone
Challenge: Happy Meal – Auf dem Rücksitz eines Autos
Fandom: Original – Our Own World
Charaktere: Nathalie, Nadine

Wörter: ~600

Teil 1


Der Regen schien sogar noch zuzunehmen, als sie Nadines kleinen, gelben Corsa erreicht hatten. Laut prasselte er auf das Dach und gegen die Scheiben. Die nasse Straße wirkte in der zunehmenden Dunkelheit wie ein trügerischer Spiegel, der Vorhang an Wasser um sie herum schien eine ganz andere Welt zu erschaffen.
Eine drückende Hitze kam ihnen entgegen, als Nadine eine hintere Tür öffnete, um den Regenschirm abzulegen. Auf das Ausschütteln verzichtete sie ganz, das würde sowieso nichts bringen. Nathalie legte von hinten die Arme um Nadine, bevor diese sich wieder aufrichten konnte. Dass sie selbst dabei nass wurde, nahm sie in Kauf. Sie wohnte schon lange genug hier, um sich von etwas Regen nicht stören zu lassen. Auch wenn das hier mehr als nur „etwas“ Regen war.
Nadine lachte in ihren Armen. „Was soll das werden?“
„Weiß nicht?“
„Mal wieder eine spontane Verrücktheit?“ Mit den Worten drehte Nadine sich umständlich um und setzte sich auf den Rücksitz, Nathalie dabei mit sich ziehend.
Dieser Kuss war nicht mehr nur feucht, er war nass und Nathalie schmeckte das Regenwasser, dass ihre Gesichter herabflief, langsam keine angenehme Abkühlung mehr, sondern ein kaltes Ärgernis.
„Wir hätten irgendwo hinfahren sollen, wo es einsamer ist... dann könnte ich dich hier auf dem Rücksitz vernaschen“, grinste sie und streifte Nadines Lippen. Die lachte auf.
„Hattest du schon mal Sex im Auto? Furchtbar unbequem.“
„Aha? Du hattest also?“ Das Regenwasser lief inzwischen in kleinen Bächen aus ihren Haaren und Nathalie wischte sich über die Augen. Langsam wurde es doch ziemlich unsexy hier. Aber sie war noch nicht bereit, Nadine loszulassen, die lachend den Kopf schüttelte. „Mein Bruder. Er hatte danach ziemliche Rückenschmerzen. Und ich eindeutig zu viele Informationen über ihn.“
„Ew... Geschwister haben keinen Sex und basta.“ Hatte ihr Bruder überhaupt eine Freundin? Es würde sie ziemlich wundern, wenn er neben Abi und Sport und Nebenjob überhaupt Zeit für eine hätte.
„Jedenfalls nicht im Auto der Eltern. Los, runter von mir. Du bist klatschnass.“
Nadine gab ihr einen Stoß und Nathalie gab sie frei. Wenn sie genauer darüber nachdachte, war ihr inzwischen auch ziemlich kalt und nasse Klamotten waren alles andere als bequem.

Es war noch drückend warm im Wagen, dass es draußen gerade einen Temperatursturz von mindestens zehn Grad gab, war dem Auto eindeutig egal. Nathalie war dankbar dafür, die Hitze gab sich wenigstens Mühe, sie wieder etwas aufzuwärmen.
Eine Gestalt eilte die Straße entlang, eindeutig nicht auf das Wetter vorbereitet. Nathalie sah ihr nach, wie sie im Regen verschwand, eine Szene, die kurzzeitig von einem Blitz grell erleuchtet wurde. Der Donner brauchte nur noch wenige Sekunden und sie zuckte zusammen.
„Hier drin kann uns nichts passieren“, sagte Nadine mit einem besorgten Seitenblick, bevor sie den Wagen startete. Das Prasseln des Regens vermischte sich mit dem Motorengeräusch.
„Ich weiß.“ Langsam begannen ihre Zähne zu klappern. Gott, das war eine echt beschissene Idee gewesen.
„Sicher, dass wir nicht zu dir fahren sollen?“
„Medizinlerngruppe. Eklig. Nein danke.“
„Die wissen immerhin, was zu tun ist, wenn du dich hier unterkühlt hast.“
Nathalie lachte schnaubend. „Als ob. Sabine ist da die einzige, der ich sowas zutraue, der Rest ist ein Haufen Fachidioten, die ihre Bücher auswendiglernen.“ Ehrlich, solche Bekanntschaften waren gut geeignet, den Glauben an die Halbgötter in weiß kaputtzumachen.
„Okay, okay. Aber bei mir duschst du erstmal heiß.“
„Kommst du mit?“
„Wenn du bei meinem Vater einen guten Eindruck machst, dann ja.“
Nathalie sah Nadine gerade noch rechtzeitig an, um das schelmische Grinsen auf ihrem Profil zu sehen. Nadine ließ sich nie vom Verkeht ablenken, wenn sie am Steuer saß. Jedenfalls nicht sehr.
Demonstrativ klappte Nathalie die Sonnenblende auf ihrer Seite herunter und betrachtete sich in dem winzigen Spiegel. „Ein durchgefrorener begossener Pudel. Gibt nichts besseres, findest du nicht?“

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