Geist. (h/c- unter Schock - für mich)
Aug. 24th, 2015 10:00 pmTeam: Morpheus
Challenge: H/C – unter Schock - für mich
Fandom: Tumbling (AU)
Personen: Wataru, Yûta, Kiyama, Natsuko, Mizusawa, Ryôsuke
Warnungen: Andeutungen von viel (sexueller) Gewalt, hurt, dark, angst, Panikattacken (es ist comforty, ich schwöre ;_;)
Anmerkung: Direkte Fortsetzung zu Mensch. Watarus POV.
Wataru schneidet dem fast toten Jungen die Hose auf und hat das Gefühl, dass ihm unwiederbringlich alle Luft aus den Lungen entgleitet, als er den Stoff teilt und das Darunter sieht.
Die Jeans ist ein Witz – starr vor Schmutz, vollkommen zerlöchert an den Knien und viel zu kurz für die langen, dünnen Beine.
Aber die Haut darunter... Wataru schluckt.
Er hat gewusst, dass irgendwer diesen Jungen übel zugerichtet hat, aber als er das Blut zwischen den Beinen sieht, wird ihm mit einem Mal schlagartig eiskalt. Er ist froh, dass er Nippori, Kaneko und die anderen rausgeschickt hat.
Mit zusammengebissenen Zähnen sieht er auf und sein Blick trifft Yûtas.
Die Augen seines Freundes sind weit, groß und ernst, und Yûta deutet ein zaghaftes Kopfnicken nach rechts an.
Wataru schaut auf und begreift, was gemeint ist.
Denn Mizusawa steht noch immer da wie angewurzelt und starrt.
Sein Blick hängt fest zwischen dem vor ihm ausgebreiteten Brustkorb, der aussieht, als ob man mit bloßen Händen das noch gerade darin flimmernde Herz herausziehen kann, zwischen den mageren Armen und dem Blut zwischen den dünnen Beinen.
Für den Bruchteil einer Sekunde überlegt Wataru, Kiyama zu bitten, Mizusawa aus dem Raum zu führen. Er hat hier einen Jungen, der jede Sekunde unter seinen Händen wegsterben könnte – er kann nicht noch den offensichtlichen Schock, unter dem offensichtlich Mizusawa steht, weil ihn das alles zu sehr an seine toten Eltern erinnert, auffangen.
Doch Kiyama steht selbst wie festgewachsen da; blass, mit blutleeren Lippen, mit riesigen Augen. Kiyama, der selbst halbtote Menschen in Verbindung mit Blut nicht sehen kann.
Wataru flucht unhörbar.
Er beschließt die Flucht nach vorn.
„Mizusawa!“ Er versucht, möglichst viel Gewicht in seine Stimme zu legen und drückt dem Jungen eines der Handtücher in die Arme.
„Komm schon! Wir müssen ihn trocken und warm kriegen!“
Ablenkung als Strategie. Irgendwie. Wataru fühlt es heiß und kalt in seinem Körper hoch- und runtersteigen, mit einem glühenden Punkt in der Mitte seines Bauches.
Er weigert sich, den Jungen unter sich sterben zu lassen. Er weigert sich, Mizusawa sterben zu lassen. Er weigert sich, Kiyama jetzt alleine zu lassen.
Aber er braucht Hilfe – wie koordiniert man ausschließlich verschreckte, kaputte Menschen am besten, dass sie helfen?
Doch Mizusawa sinkt schon neben den Jungen auf den Boden und streicht ihm vorsichtig die Haare aus dem Gesicht.
„Sei vorsichtig!“, entfährt es Wataru und bemerkt im selben Augenblick, dass er das gar nicht hätte sagen müssen.
Irgendetwas in Mizusawa ändert sich. Wataru hat keinen blassen Schimmer, was genau es ist: Die Körperspannung vielleicht. Sein Blick. Die Art, wie Mizusawa apathisch auf einen Tod wartet, der noch wartend in der Ecke sitzt und ihn stumm ansieht.
Er sieht zu, wie der Junge zaghaft, langsam über das nasse Gesicht des fast Toten fährt, wie er behutsam über feuchte Haare streicht und Schmutz und Feuchtigkeit aus den Augenbrauen wischt.
Irgendetwas in Mizusawa fokussiert sich voll und ganz auf das Häufchen Mensch zu seinen Knien.
Wataru hat keine Zeit, sich länger darauf zu konzentrieren. Seine Mutter kommt zurück ins Zimmer und geht neben ihm auf die Knie. Sie zuckt nicht mit der Wimper, als sie das Blut, die Schnitte, die blau-schwarzen Flecken und die eitrig-verwundeten Knie sieht – sie zieht wortlos die durchgeweichte, aufgeschnittene Hose von dem Jungen weg.
Er liegt nackt und offen vor ihnen und schreit ihnen Geschichten entgegen ohne ein Wort, ohne eine Rührung.
Es ist ein Moment, der beinahe heilig ist und an dem sich alles entscheiden kann.
Austritt aus dem Leben.
Beschwörung an einen Körper, der fast nicht mehr funktioniert.
Watarus Kehle fühlt sich zugeschnürt an, als er den Blick auf den Brustkorb des Jungen heftet, immerzu nach den seichten Atembewegungen sucht. Sie könnten jederzeit aufhören.
„Das ist übel“, sagt seine Mutter leise.
„Er braucht dringend Flüssigkeit und Nahrung, und das möglichst viel.“
„Wir müssen ihn aufwecken“, murmelt Kiyama leise.
„Wie willst du das machen? Selbst wenn denke ich nicht, dass du besonders viel in ihn hineinbekommst. Schau ihn dir doch an, er kann doch kaum noch atmen.“
Sie fasst vorsichtig nach einem leblos daliegenden Arm und dreht ihn, bis die offene Handfläche nach oben zu Decke zeigt.
Draußen tobt noch immer der Sturm.
„Kochsalzlösung“, wispert sie plötzlich.
„Wenn wir ihn damit rehydriert bekommen, dass er das Bewusstsein wiedererlangt, könnte es klappen. Wataru!“
Wataru ist schon auf den Beinen noch bevor sie zu Ende gesprochen hat. Er stürzt aus der Tür und hinunter in die Küche, rennt beinahe Hino um, der auf der Treppe gewartet hat und mit fragenden, blanken Augen schaut.
Das Arzneidepot ist direkt neben dem nunmehr nutzlosen Kühlschrank. Darin stapeln sich Wundverbände, Kompressen, Pflaster, Satoshis Herztabletten, Schmerztropfen, Nasenspray und ein Haufen medizinischer Hilfsmittel, die er einst aus Kliniken und Krankenhäusern hat mitgehen lassen und denen man als Laie irgendeine helfende Bedeutung zukommen lassen kann.
Dass seine Hände zittern, bemerkt er erst, als er ganz tief unter einer gefühlten Tonne von Bandagen einen Beutel mit der Aufschrift „Isotonische Kochsalzlösung“ hervorzieht und er aus seinen Fingern glibbert.
Atmen. Einfach atmen und weitermachen.
Wataru weiß, wie Panikattacken aussehen, er hat sie oft genug gehabt.
Er hat oft genug Menschen in das Krankenzimmer gebracht und Leichen wieder hinausgetragen.
Jeder, der unter seinen Fingern stirbt, ist einer zuviel.
Aber er hat noch nie jemanden dort oben liegen gehabt, der so zerschunden wurde. Es macht ihn wütend und bestürzt, wühlt ihn so sehr auf, dass er sich für einen Augenblick die flache Hand auf den Mund pressen muss, um sich vom Hyperventilieren abzuhalten.
Jemand hat diesen Jungen weggeworfen.
Benutzt und weggeworfen.
Das macht ihn rasend.
„Was ist los?“, hört er Nippori hinter sich fragen.
„Was ist denn mit ihm?“
„Alles wird gut.“
Wataru schöpft tief nach Atem und fasst nach einem plastikverpackten Set Infusionsbesteck.
„Wir brauchen noch ein bisschen, aber alles wird gut.“
Unter seinen Füßen verschwimmt die Treppe ein wenig, als er wieder hocheilt.
Als seine Mutter die Nadel vorbereitet, zwingt er sich, hinzusehen.
Wenn er es schon nicht selbst tun kann, muss er mit allen Sinnen dabei sein.
Er hält den mageren Arm des fast Toten sanft gegen die Plane auf den Tatami-Matten gedrückt und schaut zu, wie sie mit den Fingern über die hervortretenden Venen dort streicht und anschließend vorsichtig über dem Ellenbogen mit einem hervorgezupften Tuch abbindet.
Sie hält inne, blinzelt, lupft an dem dünnen Plastikschlauch, der die Nadel mit dem Beutel Kochsalzlösung verbindet (wie auch immer man das nennt, Wataru hat keine Ahnung).
„Es wird klappen“, sagt er leise und versucht zu ignorieren, wie schlecht ihm gerade wird.
Das Zittern in seinen Händen lässt einfach nicht nach.
Dann geht alles recht schnell.
Seine Mutter sprüht Desinfektionsmittel über die Stelle, sticht kurz und simpel in die Vene mit der Kanüle und ihm wird schwindlig.
Doch das Zucken spürt er.
Es kommt direkt aus dem Arm des fast Toten.
Sein Blick fliegt hoch zum Gesicht des Jungen, dass sich verzieht, zu den Lippen, die sich langsam und mühsam öffnen.
„-tte“, hört Wataru ihn flehen, fast ohne Stimme, fast ohne Leben.
„Bitte....nicht.....“
Und es nimmt alle Übelkeit von ihm mit einem Schlag, weil der Junge nicht tot ist, weil er sich regt und denkt und fühlt und Angst hat.
Wataru kommt nicht dazu, etwas zu erwidern.
Er versucht sich vorzustellen, wie es sein muss, wenn man kaum noch bei Bewusstsein ist und einen so viele fremde Hände anfassen, wenn man plötzlich nackt und verletzt ist und jemand einem wehtut.
Er schafft es nicht.
Es ist ausgerechnet Mizusawa, der sofort einspringt.
Er rutscht näher zu dem Jungen heran, als dieser mit letzter Kraft versucht, seinen Arm wegzuziehen – es bricht Wataru das Herz, wie lächerlich leicht es ist, ihn festzuhalten – und streicht federgleich mit den Fingerspitzen über eine der dreckig-blassen Wangen.
„Du brauchst keine Angst haben“, flüstert Mizusawa und er klingt unendlich erwachsen und zärtlich.
„Du bist in Sicherheit. Wir tun dir nicht weh. Hörst du?“
„Wataru, halt fest“, bittet seine Mutter.
„Wenn er mir wegrutscht, verletzen wir ihn nur noch mehr.“
Wataru gehorcht. Es braucht nicht viel, den Arm stillzuhalten während sie die Kanüle tiefer in die Vene hineinsticht. Wie das funktioniert mit dem Beutel und dem Plastikschlauch, das weiß Wataru nicht, und er legt alle Hoffnung in seine Mutter, dass sie es schon irgendwie richten wird.
Ratlos fasst er nach der Hand des Jungen, damit dieser nicht erneut versucht, den Arm wegzuziehen und streichelt mit dem Daumen über die kalten Finger.
Als er wieder hochschaut, kann er sehen, wie der fast Tote die Augen um einen Spalt öffnet.
Sie sind rot gerändert.
„-kann nich' mehr“, bettelt er heiser.
„Nicht jetzt.... bitte...“
„Alles wird gut“, sagt Wataru und probiert ein aufmunterndes Lächeln.
„Wir kümmern uns um dich.“
Der Fremde sieht ihn jedoch nicht an. Sein flehender Blick bleibt an Mizusawa hängen. Im Licht aufzuckender Blitze füllen sich seine Augen mit Tränen.
Wataru schluckt leise. Links neben ihm trocknet Yûta den Jungen flink und vorsichtig ab. Kiyama begutachtet die Verletzungen daneben. Für eine Sekunde ist er drauf und dran, das linke Bein anzuheben, doch dann verharrt er. Offenbar hat er Angst davor, was er dann vielleicht sieht. Yûta schaut ihn an und hält ihm nach kurzem Zögern das Handtuch hin. Es heißt „Lass uns tauschen“ und Kiyama nickt dankbar.
„Ich hol den Futon“, murmelt er und erhebt sich.
Während Watarus Mutter die Kochsalzlösung langsam mit der Vene des Jungen verkabelt, dreht Yûta das nackte Bein sanft nach außen, senkt den Kopf und macht sich daran, die Wunde, die unter all dem getrockneten Blut sein muss, zu untersuchen.
„Wir tun dir nicht weh“, wiederholt Mizusawa leise und gebetsmühlenartig, während er über die Haare des Jungen streicht.
„Ich pass auf dich auf, ja? Ich pass auf dich auf.“
Wataru denkt daran, wie seltsam diese Hand aussieht, die er hält und die viel zu groß anmutet, weil der Rest des Körpers zu dünn ist. Er betrachtet Yûta, der das Bein des Jungen sanft wieder auf die Plane sinken lässt und dem alle Farbe aus dem Gesicht gewichen ist, der stumm mit den Lippen ein Wort formt, das Wataru in den Ohren dröhnt.
Er sieht, wie dem Jungen die Augen wieder zufallen mit der Erschöpfung eines wortwörtlich Sterbenden und er möchte auf der Stelle aufstehen und Dinge kaputtschlagen.
Falsch: Er möchte die Leute kaputtschlagen, die hierfür verantwortlich sind.
Was sind das für Monster, die jemandem so etwas antun? Was sind das für Ungeheuer, die Mizusawas Eltern zerstückeln, die Yûta eingeklemmt unter einem zusammengefallenen Haus verlassen, die Kiyamas Freund den Schädel einschlagen, die-
„Wataru.“
Es ist so leise, dass nur er es hört. Yûta ist mit einem Mal ganz nah bei ihm und drückt seine freie Hand.
Und es hilft, das Dröhnen in den Ohren etwas herunterzuschrauben zu einem grässlichen, nie enden wollenden Tinnitus.
Er tut, was er so oft tut: Er reißt sich zusammen.
Zusammen mit Kiyama und Mizusawa wickelt er den Jungen in die weichesten, wärmsten Decken ein, die sie dahaben und hebt ihn von der Plane in den frisch gemachten Futon, den Kiyama daneben ausgerollt hat. Er sieht zu, wie Mizusawa den Jungen zudeckt bis zum Kinn und seinen Blick nicht ein Mal abwendet.
„Jemand sollte bei ihm bleiben“, hört er sich sagen und es ist vermutlich die leise Hoffnung, die da aus ihm spricht, dass er es vielleicht schafft, Mizusawa durch Ablenkung mit diesem Jungen für die nächsten Stunden davon abzuhalten, die nächsten Suizidpläne zu schmieden.
Denn er fühlt sich plötzlich so müde, dass er Angst hat, auf der Stelle neben den fast Toten umzukippen. Er kann jetzt nicht mehr auf ihn aufpassen.
„Ich mach das“, sagt Mizusawa wie aus der Pistole geschossen.
„Ich hab es ihm doch versprochen.“
Oh.
Wataru blinzelt.
Während aus dem heftigsten Sturm seit Jahren ein Wetterleuchten wird, schlüpft der eine Sterbende unter die Decke zum anderen Sterbenden, um ihn zu wärmen. Er legt die Arme um ihn und bettet den Kopf neben ihn, still und vorsichtig darauf bedacht, dass er nicht mit dem Arm kollidiert, in dem nun die Kanüle steckt und durch den jetzt langsam und tröpfchenweise Salze und Wasser in den Fremden hineinfließen.
„Mach dir keine Sorgen.“
Wataru fühlt eine warme Hand auf seiner Schulter, und neben ihm ist Yûta ganz warm, so flauschig warm, dass er sich um ihn herumwickeln will.
„Das wird schon“, wispert Yûta.
„Schau sie dir an.“
Er tut es.
In den Armen von Mizusawa verschwindet der fast Tote beinahe vollkommen, so dünn ist er. Man kann sehen, wie er ihn im Normalfall überragen würde, drängender und höher und länger und geschmeidig. Doch im Moment ist er ein Geist, ein Schatten, der im Schutz des anderen zu leuchten beginnt.
Entweder das oder Wataru braucht wirklich dringend Schlaf.
„Das wird schon“, wiederholt Yûta.
„Du hast das gut gemacht. Jetzt ruh dich aus, okay?“
Challenge: H/C – unter Schock - für mich
Fandom: Tumbling (AU)
Personen: Wataru, Yûta, Kiyama, Natsuko, Mizusawa, Ryôsuke
Warnungen: Andeutungen von viel (sexueller) Gewalt, hurt, dark, angst, Panikattacken (es ist comforty, ich schwöre ;_;)
Anmerkung: Direkte Fortsetzung zu Mensch. Watarus POV.
Wataru schneidet dem fast toten Jungen die Hose auf und hat das Gefühl, dass ihm unwiederbringlich alle Luft aus den Lungen entgleitet, als er den Stoff teilt und das Darunter sieht.
Die Jeans ist ein Witz – starr vor Schmutz, vollkommen zerlöchert an den Knien und viel zu kurz für die langen, dünnen Beine.
Aber die Haut darunter... Wataru schluckt.
Er hat gewusst, dass irgendwer diesen Jungen übel zugerichtet hat, aber als er das Blut zwischen den Beinen sieht, wird ihm mit einem Mal schlagartig eiskalt. Er ist froh, dass er Nippori, Kaneko und die anderen rausgeschickt hat.
Mit zusammengebissenen Zähnen sieht er auf und sein Blick trifft Yûtas.
Die Augen seines Freundes sind weit, groß und ernst, und Yûta deutet ein zaghaftes Kopfnicken nach rechts an.
Wataru schaut auf und begreift, was gemeint ist.
Denn Mizusawa steht noch immer da wie angewurzelt und starrt.
Sein Blick hängt fest zwischen dem vor ihm ausgebreiteten Brustkorb, der aussieht, als ob man mit bloßen Händen das noch gerade darin flimmernde Herz herausziehen kann, zwischen den mageren Armen und dem Blut zwischen den dünnen Beinen.
Für den Bruchteil einer Sekunde überlegt Wataru, Kiyama zu bitten, Mizusawa aus dem Raum zu führen. Er hat hier einen Jungen, der jede Sekunde unter seinen Händen wegsterben könnte – er kann nicht noch den offensichtlichen Schock, unter dem offensichtlich Mizusawa steht, weil ihn das alles zu sehr an seine toten Eltern erinnert, auffangen.
Doch Kiyama steht selbst wie festgewachsen da; blass, mit blutleeren Lippen, mit riesigen Augen. Kiyama, der selbst halbtote Menschen in Verbindung mit Blut nicht sehen kann.
Wataru flucht unhörbar.
Er beschließt die Flucht nach vorn.
„Mizusawa!“ Er versucht, möglichst viel Gewicht in seine Stimme zu legen und drückt dem Jungen eines der Handtücher in die Arme.
„Komm schon! Wir müssen ihn trocken und warm kriegen!“
Ablenkung als Strategie. Irgendwie. Wataru fühlt es heiß und kalt in seinem Körper hoch- und runtersteigen, mit einem glühenden Punkt in der Mitte seines Bauches.
Er weigert sich, den Jungen unter sich sterben zu lassen. Er weigert sich, Mizusawa sterben zu lassen. Er weigert sich, Kiyama jetzt alleine zu lassen.
Aber er braucht Hilfe – wie koordiniert man ausschließlich verschreckte, kaputte Menschen am besten, dass sie helfen?
Doch Mizusawa sinkt schon neben den Jungen auf den Boden und streicht ihm vorsichtig die Haare aus dem Gesicht.
„Sei vorsichtig!“, entfährt es Wataru und bemerkt im selben Augenblick, dass er das gar nicht hätte sagen müssen.
Irgendetwas in Mizusawa ändert sich. Wataru hat keinen blassen Schimmer, was genau es ist: Die Körperspannung vielleicht. Sein Blick. Die Art, wie Mizusawa apathisch auf einen Tod wartet, der noch wartend in der Ecke sitzt und ihn stumm ansieht.
Er sieht zu, wie der Junge zaghaft, langsam über das nasse Gesicht des fast Toten fährt, wie er behutsam über feuchte Haare streicht und Schmutz und Feuchtigkeit aus den Augenbrauen wischt.
Irgendetwas in Mizusawa fokussiert sich voll und ganz auf das Häufchen Mensch zu seinen Knien.
Wataru hat keine Zeit, sich länger darauf zu konzentrieren. Seine Mutter kommt zurück ins Zimmer und geht neben ihm auf die Knie. Sie zuckt nicht mit der Wimper, als sie das Blut, die Schnitte, die blau-schwarzen Flecken und die eitrig-verwundeten Knie sieht – sie zieht wortlos die durchgeweichte, aufgeschnittene Hose von dem Jungen weg.
Er liegt nackt und offen vor ihnen und schreit ihnen Geschichten entgegen ohne ein Wort, ohne eine Rührung.
Es ist ein Moment, der beinahe heilig ist und an dem sich alles entscheiden kann.
Austritt aus dem Leben.
Beschwörung an einen Körper, der fast nicht mehr funktioniert.
Watarus Kehle fühlt sich zugeschnürt an, als er den Blick auf den Brustkorb des Jungen heftet, immerzu nach den seichten Atembewegungen sucht. Sie könnten jederzeit aufhören.
„Das ist übel“, sagt seine Mutter leise.
„Er braucht dringend Flüssigkeit und Nahrung, und das möglichst viel.“
„Wir müssen ihn aufwecken“, murmelt Kiyama leise.
„Wie willst du das machen? Selbst wenn denke ich nicht, dass du besonders viel in ihn hineinbekommst. Schau ihn dir doch an, er kann doch kaum noch atmen.“
Sie fasst vorsichtig nach einem leblos daliegenden Arm und dreht ihn, bis die offene Handfläche nach oben zu Decke zeigt.
Draußen tobt noch immer der Sturm.
„Kochsalzlösung“, wispert sie plötzlich.
„Wenn wir ihn damit rehydriert bekommen, dass er das Bewusstsein wiedererlangt, könnte es klappen. Wataru!“
Wataru ist schon auf den Beinen noch bevor sie zu Ende gesprochen hat. Er stürzt aus der Tür und hinunter in die Küche, rennt beinahe Hino um, der auf der Treppe gewartet hat und mit fragenden, blanken Augen schaut.
Das Arzneidepot ist direkt neben dem nunmehr nutzlosen Kühlschrank. Darin stapeln sich Wundverbände, Kompressen, Pflaster, Satoshis Herztabletten, Schmerztropfen, Nasenspray und ein Haufen medizinischer Hilfsmittel, die er einst aus Kliniken und Krankenhäusern hat mitgehen lassen und denen man als Laie irgendeine helfende Bedeutung zukommen lassen kann.
Dass seine Hände zittern, bemerkt er erst, als er ganz tief unter einer gefühlten Tonne von Bandagen einen Beutel mit der Aufschrift „Isotonische Kochsalzlösung“ hervorzieht und er aus seinen Fingern glibbert.
Atmen. Einfach atmen und weitermachen.
Wataru weiß, wie Panikattacken aussehen, er hat sie oft genug gehabt.
Er hat oft genug Menschen in das Krankenzimmer gebracht und Leichen wieder hinausgetragen.
Jeder, der unter seinen Fingern stirbt, ist einer zuviel.
Aber er hat noch nie jemanden dort oben liegen gehabt, der so zerschunden wurde. Es macht ihn wütend und bestürzt, wühlt ihn so sehr auf, dass er sich für einen Augenblick die flache Hand auf den Mund pressen muss, um sich vom Hyperventilieren abzuhalten.
Jemand hat diesen Jungen weggeworfen.
Benutzt und weggeworfen.
Das macht ihn rasend.
„Was ist los?“, hört er Nippori hinter sich fragen.
„Was ist denn mit ihm?“
„Alles wird gut.“
Wataru schöpft tief nach Atem und fasst nach einem plastikverpackten Set Infusionsbesteck.
„Wir brauchen noch ein bisschen, aber alles wird gut.“
Unter seinen Füßen verschwimmt die Treppe ein wenig, als er wieder hocheilt.
Als seine Mutter die Nadel vorbereitet, zwingt er sich, hinzusehen.
Wenn er es schon nicht selbst tun kann, muss er mit allen Sinnen dabei sein.
Er hält den mageren Arm des fast Toten sanft gegen die Plane auf den Tatami-Matten gedrückt und schaut zu, wie sie mit den Fingern über die hervortretenden Venen dort streicht und anschließend vorsichtig über dem Ellenbogen mit einem hervorgezupften Tuch abbindet.
Sie hält inne, blinzelt, lupft an dem dünnen Plastikschlauch, der die Nadel mit dem Beutel Kochsalzlösung verbindet (wie auch immer man das nennt, Wataru hat keine Ahnung).
„Es wird klappen“, sagt er leise und versucht zu ignorieren, wie schlecht ihm gerade wird.
Das Zittern in seinen Händen lässt einfach nicht nach.
Dann geht alles recht schnell.
Seine Mutter sprüht Desinfektionsmittel über die Stelle, sticht kurz und simpel in die Vene mit der Kanüle und ihm wird schwindlig.
Doch das Zucken spürt er.
Es kommt direkt aus dem Arm des fast Toten.
Sein Blick fliegt hoch zum Gesicht des Jungen, dass sich verzieht, zu den Lippen, die sich langsam und mühsam öffnen.
„-tte“, hört Wataru ihn flehen, fast ohne Stimme, fast ohne Leben.
„Bitte....nicht.....“
Und es nimmt alle Übelkeit von ihm mit einem Schlag, weil der Junge nicht tot ist, weil er sich regt und denkt und fühlt und Angst hat.
Wataru kommt nicht dazu, etwas zu erwidern.
Er versucht sich vorzustellen, wie es sein muss, wenn man kaum noch bei Bewusstsein ist und einen so viele fremde Hände anfassen, wenn man plötzlich nackt und verletzt ist und jemand einem wehtut.
Er schafft es nicht.
Es ist ausgerechnet Mizusawa, der sofort einspringt.
Er rutscht näher zu dem Jungen heran, als dieser mit letzter Kraft versucht, seinen Arm wegzuziehen – es bricht Wataru das Herz, wie lächerlich leicht es ist, ihn festzuhalten – und streicht federgleich mit den Fingerspitzen über eine der dreckig-blassen Wangen.
„Du brauchst keine Angst haben“, flüstert Mizusawa und er klingt unendlich erwachsen und zärtlich.
„Du bist in Sicherheit. Wir tun dir nicht weh. Hörst du?“
„Wataru, halt fest“, bittet seine Mutter.
„Wenn er mir wegrutscht, verletzen wir ihn nur noch mehr.“
Wataru gehorcht. Es braucht nicht viel, den Arm stillzuhalten während sie die Kanüle tiefer in die Vene hineinsticht. Wie das funktioniert mit dem Beutel und dem Plastikschlauch, das weiß Wataru nicht, und er legt alle Hoffnung in seine Mutter, dass sie es schon irgendwie richten wird.
Ratlos fasst er nach der Hand des Jungen, damit dieser nicht erneut versucht, den Arm wegzuziehen und streichelt mit dem Daumen über die kalten Finger.
Als er wieder hochschaut, kann er sehen, wie der fast Tote die Augen um einen Spalt öffnet.
Sie sind rot gerändert.
„-kann nich' mehr“, bettelt er heiser.
„Nicht jetzt.... bitte...“
„Alles wird gut“, sagt Wataru und probiert ein aufmunterndes Lächeln.
„Wir kümmern uns um dich.“
Der Fremde sieht ihn jedoch nicht an. Sein flehender Blick bleibt an Mizusawa hängen. Im Licht aufzuckender Blitze füllen sich seine Augen mit Tränen.
Wataru schluckt leise. Links neben ihm trocknet Yûta den Jungen flink und vorsichtig ab. Kiyama begutachtet die Verletzungen daneben. Für eine Sekunde ist er drauf und dran, das linke Bein anzuheben, doch dann verharrt er. Offenbar hat er Angst davor, was er dann vielleicht sieht. Yûta schaut ihn an und hält ihm nach kurzem Zögern das Handtuch hin. Es heißt „Lass uns tauschen“ und Kiyama nickt dankbar.
„Ich hol den Futon“, murmelt er und erhebt sich.
Während Watarus Mutter die Kochsalzlösung langsam mit der Vene des Jungen verkabelt, dreht Yûta das nackte Bein sanft nach außen, senkt den Kopf und macht sich daran, die Wunde, die unter all dem getrockneten Blut sein muss, zu untersuchen.
„Wir tun dir nicht weh“, wiederholt Mizusawa leise und gebetsmühlenartig, während er über die Haare des Jungen streicht.
„Ich pass auf dich auf, ja? Ich pass auf dich auf.“
Wataru denkt daran, wie seltsam diese Hand aussieht, die er hält und die viel zu groß anmutet, weil der Rest des Körpers zu dünn ist. Er betrachtet Yûta, der das Bein des Jungen sanft wieder auf die Plane sinken lässt und dem alle Farbe aus dem Gesicht gewichen ist, der stumm mit den Lippen ein Wort formt, das Wataru in den Ohren dröhnt.
Er sieht, wie dem Jungen die Augen wieder zufallen mit der Erschöpfung eines wortwörtlich Sterbenden und er möchte auf der Stelle aufstehen und Dinge kaputtschlagen.
Falsch: Er möchte die Leute kaputtschlagen, die hierfür verantwortlich sind.
Was sind das für Monster, die jemandem so etwas antun? Was sind das für Ungeheuer, die Mizusawas Eltern zerstückeln, die Yûta eingeklemmt unter einem zusammengefallenen Haus verlassen, die Kiyamas Freund den Schädel einschlagen, die-
„Wataru.“
Es ist so leise, dass nur er es hört. Yûta ist mit einem Mal ganz nah bei ihm und drückt seine freie Hand.
Und es hilft, das Dröhnen in den Ohren etwas herunterzuschrauben zu einem grässlichen, nie enden wollenden Tinnitus.
Er tut, was er so oft tut: Er reißt sich zusammen.
Zusammen mit Kiyama und Mizusawa wickelt er den Jungen in die weichesten, wärmsten Decken ein, die sie dahaben und hebt ihn von der Plane in den frisch gemachten Futon, den Kiyama daneben ausgerollt hat. Er sieht zu, wie Mizusawa den Jungen zudeckt bis zum Kinn und seinen Blick nicht ein Mal abwendet.
„Jemand sollte bei ihm bleiben“, hört er sich sagen und es ist vermutlich die leise Hoffnung, die da aus ihm spricht, dass er es vielleicht schafft, Mizusawa durch Ablenkung mit diesem Jungen für die nächsten Stunden davon abzuhalten, die nächsten Suizidpläne zu schmieden.
Denn er fühlt sich plötzlich so müde, dass er Angst hat, auf der Stelle neben den fast Toten umzukippen. Er kann jetzt nicht mehr auf ihn aufpassen.
„Ich mach das“, sagt Mizusawa wie aus der Pistole geschossen.
„Ich hab es ihm doch versprochen.“
Oh.
Wataru blinzelt.
Während aus dem heftigsten Sturm seit Jahren ein Wetterleuchten wird, schlüpft der eine Sterbende unter die Decke zum anderen Sterbenden, um ihn zu wärmen. Er legt die Arme um ihn und bettet den Kopf neben ihn, still und vorsichtig darauf bedacht, dass er nicht mit dem Arm kollidiert, in dem nun die Kanüle steckt und durch den jetzt langsam und tröpfchenweise Salze und Wasser in den Fremden hineinfließen.
„Mach dir keine Sorgen.“
Wataru fühlt eine warme Hand auf seiner Schulter, und neben ihm ist Yûta ganz warm, so flauschig warm, dass er sich um ihn herumwickeln will.
„Das wird schon“, wispert Yûta.
„Schau sie dir an.“
Er tut es.
In den Armen von Mizusawa verschwindet der fast Tote beinahe vollkommen, so dünn ist er. Man kann sehen, wie er ihn im Normalfall überragen würde, drängender und höher und länger und geschmeidig. Doch im Moment ist er ein Geist, ein Schatten, der im Schutz des anderen zu leuchten beginnt.
Entweder das oder Wataru braucht wirklich dringend Schlaf.
„Das wird schon“, wiederholt Yûta.
„Du hast das gut gemacht. Jetzt ruh dich aus, okay?“
no subject
Date: 2015-08-28 04:55 pm (UTC)Das nimmt ihn alles so mit! ;___; Armer Puschel... klar merkt er, was mit Ryôsuke gemacht haben! Gott! Und seine Reaktion darauf! Und wie du es beschrieben hast, das ging einfach nur unter die Haut! Geht es immer noch.
Und Yûta, der sich Sorgen um Wataru mach! Und Mizusawa... hach, Mizusawa... er war im letzten Teil schon großartig, aber ihn durch Watarus Augen zu sehen ist auch wunderbar!
Gah! Und dann ist da noch Ryôsuke, der langsam immer mehr mitbekommt und so eine Angst hat .___. Nicht okay! Aber jetzt wird alles besser! Bestimmt! Es muss einfach! Ihr habt es versprochen!!!
no subject
Date: 2015-08-31 12:53 pm (UTC)Gott, Wino ... ;__;
*schluchz*
Dieser Teil und der letzte ... holy shit. Ich liebe diese Geschichte so sehr und ich liebe diesen Moment so sehr und mir fehlen sämtliche Worte dir zu beschreiben WIE SEHR ich das hier alles liebe, deswegen musst du dir an der Stelle vorstellen, dass ich dir eine Stunde lang mit wedelnden Arme inkohärent ins Ohr schluchze, zwischendurch laut losschreie und dann wär das noch nicht annährend genug.
Es ist so schön.
Ich meine, es ist SO furchtbar, aber oh mein Gott, es ist so schön.
Ich weiß, ich weiß, wir haben schon tausend Mal über diese Szene geredet, aber oh Gott... sie dann wirklich vor mir zu sehen ... wow.
Ich kann das gar nicht beschreiben. *__*
Ich meine, ich weiß, ich hab sie irgendwie mit erfunden ... aber ich saß davor wie ein nichtsahnender Fernsehzuschauer, hab mir in die Fingernägel gebissen vor lauter Emotionalität und abwechselnd geschluchzt und gejuchzt und in mein Kissen gebissen.
Wataru.... ach Wataru.
Du unendlich wundervoller Mensch du. ;_;
Ich weiß nicht woran es liegt, aber immer wenn man aus seiner Perspektive schreibt wird immer alles NOCH schlimmer, weil Wataru ALLE, wirklich ALLE Gefühle hat und förmlich überquillt vor Gefühlen und er reißt sich die ganze Zeit so sehr zusammen und erst wenn man in ihm drin steckt merkt man WIE SEHR er sich zusammen reißt und wie viel von seiner optimistischen Äußeren nur Fassade ist und ... goott... (Dieser winzig kleine Nebensatz über die Panikattacken und wie oft er sie gehabt hat... mein Herz. Das ging mir wie ein Faustschlag in die Magengrube... ;__; Gooott...)
Das reißt einem das Herz heraus.
Und die leise wortlose Kommunikation mit Yuuta (der wirklich auch keine Worte braucht um sich mit Wataru zu verständigen...) das ist so schön und funktioniert so gut und hat was so vertrautes an sich. Gah. Man merkt in diesen kleinen Momenten immer wieder wie sehr Wataru Yuuta braucht damit er so funktionieren kann wie er das tut... auch wie Yuuta ihn am Ende aus diesem winzigen inneren Ausraster herausholt, indem er nur seinen Namen sagt... mein Herz.
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Gott, Yuuta...
Lass mich kurz einflechte wie unendlich lieb ich Yuuta habe und wie toll er ist und gooooott... Yuuta... ;_;
Auch wie er am Ende mit Kiyama den Platz tauscht ohne großen Wirbel darum zu machen, weil er merkt, dass Kiyama auch nicht mehr kann (sie sind ja alle so damaged... meine armen Babies...) und die schwierige Arbeit am Unterleib selber macht ...
Ach Yuuta... ;_;
Und wie sie unendlich langsam Ryousuke entblößen und das zu Tage legen (wenigstens in Ansätzen, was ihm geschehen ist ...) dass ist so schrecklich und so grauenhaft dass man auch dankbar ist, dass Wataru die "Kleinen" vorher rausgeschickt hat ... ;__;
Du beschreibst so unglaublich toll und so wahnsinnig schmerzhaft. Ich meine, ich WEISS ja was wir ihm vorher angetan haben ... aber die Spuren davon zu sehen, durch Watarus Augen zu sehen, was wir mit ihm gemacht haben ... das war irgendwie noch mal schlimmer...
Gott, armer Ryousuke, ;__;
no subject
Date: 2015-08-31 12:53 pm (UTC)Das ist so ein großartiger Moment, so ein Wendepunkt in der Geschichte. Weil bis dahin ist alles nur grauenhaft und man ist mit Wataru erstarrt und fassungslos und die Hilflosigkeit schnürt einem praktisch die Kehle zu. Und man versteht wieso Mizusawa so völlig erstarrt ist, weil man als Leser auch einfach nur starr ist und schluckt und schluckt und schluckt und sich nichts vorstellen kann, was diesen Moment in irgendetwas anderes verwandeln könnte als ein wahnsinnig traumatisches Erlebnis.
wie koordiniert man ausschließlich verschreckte, kaputte Menschen am besten, dass sie helfen? ;__;
Gott... Babies...
Kiyama ist völlig traumatisiert und entsetzt, Yuuta ist zwar sehr gefasst aber leider auch sehr gehandicappt in seiner Beweglichkeit und Wataru ... Wataru BRAUCHT Mizusawa einfach.
Und dann dieser Moment wo Wataru aus reiner Verzweiflung den Sprung ins kalte Wasser wagt und ihn anfährt, dass sie ihn trocken und warm kriegen müssen.
Gott im Himmel....
Es ist so ein wahnsinniger, unglaublicher Moment (den ich wirklich mit Filmmusik und in Nahaufnahme gesehen habe beim Lesen) wo Mizusawa auf die Knie geht und unendlich behutsam Ryousukes Haare aus dem Gesicht streicht und wie dieser Ruck durch ihn geht (ich hatte echt Gänsehaut in diesem Moment *__*) und wie man ihm richtig anmerkt, wie er plötzlich DA ist und präsent ist und wie er aufhört ein Geist zu sein und sich plötzlich entschließt, dass dieser halbtote Junge vor ihm, der wird nicht sterben. Nicht hier und nicht jetzt.
Und dann als ich dachte, ich liege doch schon am Boden und winde mich in Schmerzen, dann hast du noch mal so richtig schön nachgetreten (danke für die Schmerzen ;__;) als Ryousuke kurz aufgewacht ist und gewimmert hat ... und gebettelt hat, dass sie ihm nichts tun und oh Gott.... Oh GOTT...
WINO.
WHY. ;__;
WHHYYYYYY???
Hier. *drückt ihr dir ihr blutiges matschiges Herz entgegen* DAS HAB ICH EH NICHT MEHR GEBRAUCHT! ;__;
Und Gott sei Dank hat Mizusawa gleich reagiert und wie er reagiert hat, das war so schön und wunderbar und dann bin ich direkt ein bisschen gestorben und schluchzend auf den Boden gesunken weil .. gah ...
ALLE GEFÜHLE. ALLE GEFÜHLE! ;__;
„Du brauchst keine Angst haben“, flüstert Mizusawa und er klingt unendlich erwachsen und zärtlich.
„Du bist in Sicherheit. Wir tun dir nicht weh. Hörst du?“
Okay, das wars. Aus. Ende. Ich werde nie wieder aufhören zu weinen.
Ich werde für den Rest meines Lebens in einer Ecke sitzen und weinen und du bist schuld. ;__;
I hate you.
Except I love you.