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Team: Persephone
Challenge: h/c – Missbrauch/Nötigung (für mich)
Fandom: Tumbling
Charaktere: Tsukimori Ryôsuke, OCs
Warnung: Ich bin nicht sicher, ob hier eine Triggerwarnung angebracht ist... ich werde der Challenge nicht wirklich gerecht, aber es kommt wohl schon nahe genug dran.

Wörter: 1637


„Pünktlich ist er ja.“ Takano war hier. Natürlich war er das, Ryôsuke könnte sich selbst dafür ohrfeigen, dass er ihn einfach vergessen hatte. Aber es war ja auch nicht so, als hätte er nebenbei nicht auch noch mit Leuten zu tun, vor denen er weit mehr... Angst hatte. Kurosaki saß auf einem Sofa, das eindeutig schon mal bessere Tage gesehen hatte, aber damals noch nicht dagewesen war. Neben ihm saß Takano und vier andere, deren Namen er spontan nicht mehr zuordnen konnte, hatten es sich auf anderen, eindeutig zusammengesammelten Sitzgelegenheiten bequem gemacht. Sogar ein Sitzsack war dabei. Zwei der Typen kannte Ryôsuke immerhin vom Sehen, sie hatten Takano bei dem vergeblichen Versuch geholfen, ihm die Rippen zu brechen.
Wie lange würde es wohl dauern, bis sie ihn umbrachten? Dass sie es tun würden, daran bestand für ihn kein Zweifel. Es war eine bescheuerte Idee gewesen, hierzukommen. Alleine. Aber so weit hatte er nicht gedacht. An sowas dachte er immer erst hinterher.
„Hatte bestimmt Sehnsucht.“
Kaum zu glauben, dass er es einmal lustig gefunden hatte, wenn Harada sich an andere... herancreepte. Aber da hatte er es auch noch nicht mit ihm getan.
„Nach dir bestimmt nicht.“ Sein Mundwerk mal wieder. Ryôsuke drehte sich zu Harada um, nicht bereit, ihn auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.
„Gelernt, den Mund zu halten, hast du immer noch nicht.“ Haradas Stimme war tadelnd, als würde er mit einem Grundschüler reden, der noch nicht so recht begriffen hatte, wie man sich Älteren gegenüber benahm.
Ryôsuke wich zur Tür zurück, als Harada näher kam, was für Gelächter beim Publikum sorgte. „Nicht so schüchtern, Homo!“, rief Takano und die andern lachten nur noch lauter.
Kacke... „Ich bin nicht schwul...“ Der Widerspruch war sinnlos, die kapierten sowieso nicht, dass es da noch mehr gab. Er stieß gegen die Tür und für einen Moment war der Drang, einfach abzuhauen viel zu groß. Jedenfalls, bis Kurosaki beiläufig sagte: „Wenn du jetzt abhaust, statte ich deiner süßen Schwester einen Besuch ab. Ist das angekommen?“
„Lass Shizuka in Ruhe!“
„Nur, wenn du brav bist.“
Ryôsuke schwieg. Wäre er doch nur an sein Handy gegangen, als Wataru versucht hatte, ihn zu erreichen.
Damals war Harada größer als er gewesen, jetzt bemerkte Ryôsuke keinen echten Unterschied mehr, als der andere viel zu dicht vor ihm stand. In dem Versuch, ihn irgendwie zu ignorieren, sah Ryôsuke zur Seite, aber es half nicht. Nur weil er ihn nicht ansah, verschwand die erdrückende Nähe nicht einfach. Im Gegenteil, schien er noch viel präsenter zu werden. Haradas bloße Anwesenheit war wie ein Tumor im Raum-Zeit-Gefüge. Der alles wegfraß, was irgendwie schön war.
„Jetzt tut er wieder so schüchtern.“ Harada redete nicht mit ihm. Natürlich nicht. Das alles war nur ein großer Witz, eine Show, die allein dazu diente, alle zu amüsieren. Auf seine Kosten. Während die anderen noch lachten, umfasste Harada Ryôsukes Kinn und zwang ihn, ihn anzusehen. „Dabei hast du dich gar nicht so schlecht angestellt. Träumst du immer noch von meinem Schwanz?“ Haradas Worte waren so leise, dass Ryôsuke sich sicher war, er war der einzige, der sie hören konnte.
Die Berührung brannte. Nicht, weil er ihn besonders grob anfasste sondern einfach weil es Harada war.
„Alpträume vielleicht.“ Die Worte kamen nicht sehr deutlich und das war vielleicht auch besser so. Warum lernte er es nicht, einfach den Mund zu halten? Er machte es so doch nicht besser!
„Nicht so frech“, warnte Harada und zerrte Ryôsuke von seiner halbwegs sicheren Position an der Tür weg. Er sollte sich wehren, irgendwie. Aber er konnte es nicht. Das würde ihn nicht retten. Niemand wusste, wo er war und das war seine eigene Schuld. Zu spät für Reue.
Vielleicht war es ja schnell vorbei.
„Hast echt geglaubt, du kommst so einfach davon?“ Kurosaki klang nicht so, als würde es ihn wirklich interessieren, was Ryôsuke glaubte. Aber da war ein lauernder Unterton. Egal war Ryôsuke antwortete, es würde falsch sein. Könnte er irgendetwas sagen, jetzt versagte seine Stimme ihm nämlich den Dienst. Langsam schüttelte er den Kopf und starrte auf den Boden. Dabei sah er einige dunkle Flecken, bei denen er nicht sicher war, was genau der Ursprung war. Im besten Fall Rotwein oder irgendeine dunkle Soße, im schlimmsten Blut.
Seine Fäuste waren so fest geballt, dass es wehtat, aber nichts gehorchte ihm mehr. Es war sowieso sinnlos. Wenn er damals nur die Eier gehabt hätte, denen direkt nen Vogel zu zeigen. Oder es durchgezogen.
Beides klang auch im Nachhinein nach einer bescheuerten Idee.
Hände legten sich von hinten auf seine Schulter und ein plötzlicher, kleiner Ruck ließ ihn zurückstolpern. Direkt gegen Harada, der ihm viel zu nahe war.
„Lass mich los...“ Seine Stimme klang nicht so sicher, wie er es gerne gehabt hätte. Eigentlich wäre es ein Wunder, wenn irgendjemand ihn verstanden hätte.
Zu nah. Viel zu nah.
Es drückte ihm die Luft ab.
„Wenn du brav bist, lassen wir dich vielleicht am Leben.“
Viel zu nah. So nah, dass Ryôsuke sich sicher war, Haradas Lippen an seinem Ohr zu spüren.
Aus einer Ecke hörte er ein angewidertes Geräusch. „Wenn du Druck hast, such dir ein Mädchen!“, rief einer der Zaungäste und vage Hoffnung wollte aufkommen.
„Als ob das bei dem hier nen Unterschied macht. Feige wie ein Mädchen ist er ja. Und wenn man nicht zu genau hinschaut, sieht er auch wie eins aus.“ Harada lachte über seinen eigenen Witz und strich Ryôsuke durch die Haare. „Sogar so lange Haare hat er.“
Der Witz kam an. Jedenfalls lachten einige und Ryôsuke sah, wie Kurosaki sich etwas vorbeugte. „Lass den Scheiß, Harada. Du kannst ihn haben, wenn ich mit ihm fertig bin.“
Wusste er es? Waren welche von denen dabei, die damals dagewesen waren? In den drei Jahren konnte sich eine Menge ändern.
Oh bitte... bitte nicht. Das nochmal ertragen... das wäre einfach zu viel.
Er spürte es kaum mehr, als Harada ihn vor Kurosakis Füße auf den Boden stieß. Da war etwas, was wohl Schmerz sein musste. In seiner Seite, seine Knie... die Handflächen, die auf dem Boden schrammten, als er versuchte, den Sturz abzufangen.
„Auch einen?“ Kurosaki hielt Ryôsuke etwas hin, was eindeutig keine Zigarette war. Genauer wollte er es wirklich nicht wissen. Als Antwort schüttelte er nur den Kopf.
Neues Gelächter antwortete. „Jetzt ist er ganz still! Wer hätte gedacht, dass du mal so brav werden würdest? Komm schon, dann wirst du etwas lockerer.“ Der Joint oder was auch immer das sonst war, wedelte etwas vor seinem Gesicht herum.
„Vergiss es.“
Das war die falsche Antwort. Kurosaki war so schnell auf den Beinen, Ryôsuke hätte nicht einmal reagieren können, wenn er nicht wie gelähmt wäre.
Der Schuh traf sein Jochbein und er konnte beinahe nachverfolgen, wo die Haut aufgerissen wurde, bevor er ein Stück weit zur Seite geschleudert wurde. Kurz wurde ihm schwarz vor Augen und er blieb einfach nur liegen, während er seine Sinne wieder zusammensuchte. Das klappte zumindest halbwegs und er versuchte, sich wieder in die Höhe zu stemmen.
„So gefällst du mir eigentlich ganz gut...“ Kurosaki beförderte ihn mit einem kleinen Tritt auf den Rücken und der schwere Schuh senkte sich auf seine Brust. Das Atmen wurde schnell schwerer.
Verdammte Scheiße.
„Oi!“
Diese Stimme hätte Ryôsuke selbst im Delirium erkannt. Kurosaki hielt inne, das bedeutete aber nicht, dass er auch von Ryôsuke abließ. „Was bist du Freak?“
Ryôsuke versuchte sich nach Wataru umzusehen aber er konnte sich nicht wirklich bewegen.
„Dass ist Azuma“, erklärte Takano. „Bei dem hat Tsukimori sich verkrochen.“ Seine Stimme klang abfällig.
Wenn Kurosaki von Wataru gehört hatte, dann ließ er es sich nicht anmerken. „Und was willst du?“
„Meinen Freund zurück. Sofort!“ Watarus Stimme klang, als würde er am liebsten losbrüllen und einen Moment lang fragte Ryôsuke sich, warum.
Seinetwegen? Wieso? Wieso tat Wataru das? Schon wieder?
„Nii-chan...“ Shizukas Stimme war ganz klein, aber bei ihm kam sie so deutlich an, als hätte sie geschrien.
„Was machst du denn hier?“ Wataru sprach Ryôsukes Gedanken aus. Was trieb sie hier?
„Sieh mal einer an, die süße Kleine ist da...“
Was zu viel war, war zu viel. Kurosaki hatte sich von Shizuka fernzuhalten und schon gar nicht solche Sprüche über sie abzulassen. Es war wohl reines Glück, dass Kurosaki immer noch nicht versuchte, ihn endgültig zu ersticken, so hatte er keinen besonders sicheren Stand. Ryôsuke packte den Fuß, der noch immer einen unangenehmen Druck auf seine Brust ausübte und schaffte es zumindest, ihn genug zu verdrehen, dass Kurosaki das Gleichgewicht verlor. Mit einem mehr überraschten als schmerzerfüllten Schrei ging er zu Boden. Dummerweise genau auf Ryôsuke.
Und das tat weh!
Fluchend versuchte Ryôsuke sich unter Kurosaki hervorzuarbeiten und hatte es sogar fast auf die Beine geschafft, als dieser nach seinem Arm griff. „Ich bin noch lange nicht fertig mit dir.“
Ryôsukes Gedanken rasten. Zu schnell um irgendeinen klar zu fassen.
Immerhin konnte er jetzt Shizuka sehen, die halb hinter Wataru steht. Beinahe nur ein Schatten im Gegenlicht, aber ihre Haltung verriet, dass sie sich alles andere als wohl fühlte.
Scheiße.
Scheiße, scheiße, scheiße.
„Komm schon, verschwinde. Wir kommen gleich nach, klar?“ Nippori (natürlich, wer auch sonst), zog Shizuka aus Ryôsukes Sichtfeld und seine ohnehin schon leise Stimme verschwand ganz. Hoffentlich konnte er sie wirklich davon überzeugen, dass sie sich versteckte. Oder nach Hause lief. Oder was auch immer. Hauptsache, sie war hier weg. Aus der Schusslinie.
Watarus Haltung war angespannt, als er die alte Lagerhalle ganz betrat und jetzt konnte Ryôsuke auch sehen, wie unglaublich wütend er war. Seine Stimme war kalt und entschlossen. „Lass ihn los.“
Hinter ihnen murmelte jemand: „Mit Azuma legt man sich besser nicht an...“
„Schnauze.“ Aber auch wenn Kurosaki den harten Griff nicht lockerte, als Ryôsuke ihn ansah, bemerkte er, dass die Situation aus dem Ruder geriet.

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