[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Morpheus
Challenge: Romantik/Intimtät: Ein Geheimnis anvertrauen (für mich)
Fandom: Tumbling
Personen: Mizusawa Taku/Tsukimori Ryôsuke
Anmerkung: Fortsetzung hiervon: http://120-minuten.livejournal.com/1044692.html ("Sag bitte", siehe Betteln/Flehen. Mizusawa will nach dem Rechten sehen und Ryôsuke schämt sich für seine Kinks.

Taku wartet einen Tag. Dann zwei. Dann drei.

In der Schule versucht er zu verdrängen, dass sein Freund bisher kein Wort über diese...Sache neulich verloren hat.
Nachts denkt er sehr angestrengt darüber nach. Dann masturbiert er, weil er das Bild von Ryôsuke nicht aus dem Kopf kriegt, der sich keuchend unter ihm windet und ihn anbettelt. Anschließend ertrinkt er in Schuldgefühlen, weil er seinen Freund ungefragt als Wichsvorlage benutzt hat, fährt seinen PC hoch und googelt sich die Finger wund. Seit gestern ist er ausschließlich auf amerikanischen Foren und Blogs von Kinkstern unterwegs. Er hat das Gefühl, sein Englisch könnte dadurch auf Dauer richtig gut werden.

Was bleibt, ist dieses stumpfe Gefühl der Furcht.
Der Gedanke des „Was, wenn wir einen Schritt zu weit gegangen sind?“, welches tief in seiner Brust nagt und ätzt und bei jeder Gelegenheit wie Sodbrennen seine Kehle hochschießt.

Ryôsuke redet nicht darüber. Aber immer, wenn sein Blick Takus streift, flimmert eine merkwürdige, ebenso stumpfe Verlegenheit darin auf. Es ist, als hätte sich etwas zwischen sie gestellt. Und es jagt Taku Angst ein.

Womöglich nimmt er seinen Mut aus dieser Furcht, als er am Ende des dritten Tages wartet, bis alle anderen das Clubhaus verlassen habe und nur Ryôsuke übrig ist, der sich am Spiegel, den er sich in seinen Spind geklebt hat, die Strähnchen seiner Frisur zurechtzupft.

„Wegen neulich“, fängt er an und der Junge zuckt etwas zusammen, fährt herum und schluckt.

„Also...wegen neulich...du weißt schon“, sagt Taku zaghaft und vermengt seine Finger einander.

„Es tut mir leid, wenn du...wenn ich dich da zu etwas gebracht habe, was dir jetzt unangenehm ist... Ich wollte dich wirklich nicht in Verlegenheit bringen.“

Ryôsuke schluckt erneut und sieht zu Boden. Dann flackert sein Blick durch den Raum, als würde er nach einer Gelegenheit suchen, so schnell wie möglich das Weite zu suchen.
Taku weiß, dass über Gefühle Reden nicht das große Forte seines Freundes sind. Doch über manche Dinge muss man nun einmal sprechen. Sonst werden sie zu großen dunklen Wänden zwischen ihnen.

„Hast du nicht“, nuschelt Ryôsuke schließlich und drückt seine Spindtür zu.

„Wirklich nicht. Es war sehr...cool.“
Er beißt sich auf die Lippen;
„Okay, nein...das war nicht das richtige Wort. Ich... ach keine Ahnung.“

Wild dreht er sich herum und Taku spürt, dass der Junge am liebsten den Spind treten würde. Er bereitet sich auf ein blechernes Donnern vor, das niemals kommt. Ryôsukes Blick hängt mit einem Mal an Takus leicht hochgezogenen, verspannten Schultern.

„Ich mag dich“, sagt Ryôsuke beschwörend.
„Ich mag alles, was wir zusammen machen. Besonders auch Sachen, die wir zusammen machen, von denen ich keinen Peil habe. Keine Ahnung, warum ich auf so komischen Kram stehe. Vielleicht hat mich meine Alte ein Mal zu oft vom Wickeltisch fallenlassen oder so. Aber ich mag es. Ich mag, dass du mich nich' auslachst und dass du...einfach du bist. Ich find' nur nicht immer die Worte dafür. Aber du hast wirklich nichts falsch gemacht.“

Erst jetzt sieht Taku, dass auch Ryôsuke die Schultern angespannt hat und dass er sich nun wieder fallenlässt, fast schon defensiv, nachdem er gemerkt hat, wie steif und starr er hier steht.

Taku lächelt aufmunternd.
„Das ist kein komischer Kram. Es ist nur, was du magst. Das tut doch keinem weh. Im Gegenteil... ich mag's.“

In seinen Ohrenspitzen wird es heiß, als er das sagt.

„Und wenn du möchtest, kannst du das jederzeit wieder tun.“

„Das ist ja nicht das einzige.“
Ryôsuke fährt sich nervös-frustriert durch die Haare. Alles, was er eben an Mühe in seine Frisur gesteckt hat, ist nun wieder dahin.
„Da sind noch andere Sachen...“

Taku spürt, wie sich sein Pulsschlag langsam beruhigt. Denn er denkt, er hat verstanden. Nichts hasst er so sehr, wenn er nicht weiß, worum es geht, wenn er nicht weiß, was er sagen oder tun kann. So wie damals im Trainingscamp.
Doch das hier versteht er.

Die immerwährende Summen in Ryôsuke, das sich wie elektrische Schläge zu entladen droht, wenn man ihn anfasst; das hektische Hin und Her von Gedanken, das Haarezerzausen, der fürchtende Blick in den großen, dunklen Augen. Das ist alles nicht neu.

„Dann werden wir das zusammen erkunden“, sagt er vorsichtig.
„Du musst nicht darüber reden, wenn du nicht willst, aber du kannst. Immer.“

„Ja, aber was ist....“
Sein Gegenüber schaut sich schon wieder im Clubhaus um, diesmal so, als würde er auf die hilfreiche Antwort eines Souffleurs warten.
„Was ist, wenn du's komisch findest?“

Taku legt den Kopf schief. Er versucht, sein wärmstes, aufmunterndstes Lächeln auszugraben in der Hoffnung, dass es hilft.
„Vergiss nicht“, murmelt er verschämt,
„dass ich darauf stehe, wenn du mich anflehst....“

Seine Knie werden weich bei der Erinnerung. Ryôsukes Körper vor ihm strahlt Wärme ab und ist lang und schlank und erinnert ihn daran, wie er sich in seinen Händen anfühlt.

„Ich sollte wirklich nichts komisch finden.“

Für einen kleinen Moment sieht Ryôsuke ihn schweigend an, dreht den Rücken zum Spind und lehnt sich dagegen. Die kleine Deckenlampe wirft Schatten über seinen Oberkörper, auf seine hängenden Schultern und den Rücken, den er immer zusammenkrümmt, wenn er sich kleinmachen will.

„Wir sind aber komisch“, sagt er leise.
Ich bin komisch. Und ich kann es dir nicht sagen. Nicht ganz.“

Als würde er ein tonnenschweres Geheimnis darin tragen, hebt und senkt sich seine Brust heftig. Ein Mal. Zwei Mal. Drei Mal.

„Nur....“
Er schaut auf den Boden und Taku meint, den Herzschlag des Jungen vernehmen zu können.

„Nur... sei nett zu mir...okay?“

Und das ist schon so viel mehr als was Taku sich hätte ausmalen können, dass er es von Tsukimori Ryôsuke hören würde.

So. Viel. Mehr.

„Das werde ich“, flüstert er und tritt an ihn heran. Seine Finger finden Ryôsukes Hand, seine Arme schlingen sich um die schmalen Hüften seines Freundes und er drückt ihn an sich so zärtlich er kann.

„Das werde ich. Du verdienst alle Liebe auf der Welt.“


Er spürt ein wenig, wie Ryôsuke in seinen Armen ganz weich und warm wird.

Date: 2015-08-02 07:52 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
OH GOOOOOOOOOOOOOOOOOOTT....
Ryousuke hat so viele Gefühle, ich weiß gar nicht wohin mit mir! ;__;
*schluchz*
Ich bin aber tierisch froh, dass Mizu sich ein Scheibchen von Watarus "WIR REDEN JETZT MAL ALLE GANZ OFFEN DARÜBER, DANN WIRD DAS SCHON WIEDER!"-Methode abgeschnitten hat und auf Ryousuke zugegangen ist um zu bohren, weil ich fürchte, das kleine Puscherl hätte sonst die nächsten drei Wochen auch nichts gesagt und sich irgendwann aus lauter Frust wieder unterm Bahnübergang verprügeln lassen. ;__;
GOTT SEI DANK!!!

Und auch wenn Ryousuke noch nicht ganz damit herausrücken kann/will, fand ich es trotzdem sehr schön zu sehen wie sie miteinander reden und so ganz sacht und behutsam miteinander sind und wie Ryousuke wie ein eingeschüchtertes Tierchen nur diese eine Sache hervorbringt:
„Nur... sei nett zu mir...okay?“

OH GOTT!
Mein Herz.
Mein armer Schatz, natürlich ist Mizu nett zu dir, SO NETT, und gah... ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Ich freu mich schon sehr darauf wie es weitergeht ! *__*
Und wie Mizu weiterhin "GANZ NETT" zu ihm ist und irgendwann mitkriegt, was das alles bewirken kann ... ;-)

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