[identity profile] somali77.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Athene
Challenge: Angst- Das Geräusch eines Schusses
Fandom: Naruto
Pairing: (Anti-) SasuSaku
A/N: ... die Verbindung zum Thema ist sehr weit hergeholt, aber wayne~




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Das Geräusch eines Schusses

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Als das Baby kommt ist er nicht da.

Natürlich nicht, er ist nie da. Er war noch nie wirklich da. Das ist Sasuke, das lebende Abbild des eingebildeten Freundes. Es hat ihr früher nie so viel ausgemacht, weil er auch bei direkter, körperlicher Anwesenheit nie sonderlich viel mit ihr redet, und sie sich so viel besser ausmalen kann, wie er sein könnte, wenn er es doch täte.

Jetzt aber fällt sie wie in ein Loch. Die Panik übermannt sie, er ist weg, sie ist allein im Wald und bekommt ein Kind, und vor lauter Überforderung löst sich ein Schrei, ein fürchterliches Wolfsheulen aus dem tiefsten Inneren ihrer einsamen, ausgehungerten Seele.

Jemand fasst ihr auf die Schulter.

„Was ist los?“

„Das Baby kommt!“

„Keine Angst. Wir schaffen das schon. Komm mit, ich helfe dir. Hier entlang“

Sakura schreit und schreit, während sich das Produkt ihrer eingebildeten Liebe grausam einen Weg in die Realität bahnt, wo sie sich nicht mehr davor verstecken kann. Da ist so viel Blut. Da ist genug Schmerz um wahnsinnig zu werden, nur am Rande nimmt sie die andere Frau war, die Frau mit dem langen, roten Haar und der dicken Brille, mit der methodischen Zielstrebigkeit und einer seltsamen, merkwürdigen Wärme irgendwo unter allem, das sie an jemanden erinnert, den sie mal gekannt hat... Naruto Uzumaki...

Während sie sich fragt, was alles anders gewesen wäre, hätte sie sich für ihn entschieden, schreit sie noch mehr. Sie hat sich insgeheim immer gewünscht ein Kind von Sasuke zu bekommen, aber jetzt wo es soweit ist, hat sie Angst. Der Hass gegen den verfluchten Clan der Uchiha, die Angst vor ihrer Unberechenbarkeit, schwelt immer noch unterdrückt in den Köpfen der Dorfbewohner. Was, wenn das Kind seine Augen erbt? Was, wenn es deshalb gehasst wird? Was, wenn es sich am Ende auch gegen sie wendet...? Wenn sie es verstoßen...? Zur Tötung freigeben wie ein Tier?! Was tut sie denn dann?

Ein wilder, plötzlicher Gedanke ist, dorthin zu fliehen, wohin ihr nichts und niemand mehr folgen kann. Auf dem Rückweg- denn sie wird Sasuke nicht mehr folgen können mit einem Neugeborenen auf dem Arm- kann sie ein letztes Mal die große Narutobrücke besuchen. Die, auf der im Land der Wellen so viele Erinnerungen von ihnen geblieben sind... An diesem Ort, wo sie alle noch so sehr geglaubt haben, etwas ändern zu können, dort wo ihre Geschichte vielleicht erst so richtig angefangen hat, wäre es logisch, ein Stück davon auch zu beenden. Das Kind kann nicht ohne sie leben, sie würde es nicht ertragen es in Obhut zu geben, und es zu töten bringt sie nicht übers Herz, weil sie weiß, dass es nichts dafür kann. Kein Kind sollte unter diesen Umständen auswachsen.

Der Gedanke an Narutos warme, tröstende Ausstrahlung, die Art wie er immer alle dazu gebracht hat, darauf zu vertrauen, dass er alles gut machen kann, wird ihr helfen den letzten, entscheidenden Schritt zu gehen. Während sie in Gedanken ihn spürt- sie alle drei, endlich friedlich vereint- wird sie springen.

Und alles wird wirklich gut werden.

Alles wird still werden.

Narutos Versprechen wird endlich erfüllt...

Sie hat einen festen Entschluss, als Karin ihr das Kind auf die Brust legt, und deshalb fühlt sie sich auf einmal ruhig. Sie kann das Kind ansehen- es ist ein kleines Mädchen- sie kann sehen wie klein und wunderschön und hilflos es ist, sie kann ihm zärtlich ihren Finger geben, um das es blind sein winziges Händchen klammert...

Ein paar Tage lang geht es ihr damit gut, im alten Versteck von Team Taka. Sie erholt sich. Sie kümmert sich um das Baby. Es ist merkwürdig still, so als wüsste es jetzt schon, dass es das empfindliche Nervenkostüm seiner Mutter schonen muss.

Irgendwann, mit einer lähmenden Endgültigkeit, wie das Geräusch eines Schusses, wird ihr klar, dass Karin Sasuke besser kennt als sie selbst. Der Gedanke geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie sagt bei Nachfragen zwar, dass er nie Interesse gezeigt hat, aber kann das sein..? Karin spricht so vertraulich von ihm. Sie geht so ungeniert mit ihm um. Auf ihren Armen sind alte Bissspuren, viele, und als sie Karin fragt, und die ihr erzählt, dass man aus ihr Chakra saugen kann-...

Weiß Sakura Bescheid.

Er war Karin viel näher als er ihr selbst je gekommen ist.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Sie hat jetzt sein Kind, nicht wahr? Er hat -sie- gewählt!

Er ist zu -ihr- gekommen...!

Das Foto von Team Taka, dass Sakura in einer Schublade von Karins Schreibtisch findet, nimmt sie in bitterem Trotz heimlich mit. Sie geht auf dem Rückweg ins Dorf nicht zur großen Naruto- Brücke.

Sie hat etwas wertvolleres als Narutos blödes Versprechen: eine Uchiha- Erbin, und die wird sie behalten. Es ist ihr letzter Trumpf, die letzte Chance ihren Traum noch weiter zu träumen. Denn solange sie ein Kind von ihm hat, bedeutet das, er wird früher oder später zurück zu ihr kommen.

Er MUSS.

Naruto wird ihn überzeugen, dass eine Frau wie sie nicht unverheiratet am Rande des Dorfes einen Uchiha- Erben aufziehen kann. Ja das wird er. Sie weiß, dass sie ihn überzeugen kann. Er war immer leicht zu manipulieren, immer gutgläubig. Immer mit dem festen Entschluss, Menschen handeln nur aus den besten und edelsten Motiven, besonders wenn sie seine Freunde sind.

Etwas Gutes muss es doch haben, dass dieser Idiot jetzt Hokage geworden ist.

Er wird Sasuke zu ihrem Ehemann machen. Und -dann- wird alles gut. Perfekt. Genau so, wie sie es sich vorstellt.

Denn mit dem Kind jetzt haben sie gar keine andere Wahl...

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