Team: Athene, Angst- Unsichtbar
Jul. 10th, 2015 02:56 pmTeam: Athene
Challenge: Angst- Unsichtbar
Fandom: Naruto
Pairing: Naru/Hina (???), Hina/Naruto (?)
A/N: Ein paar Monate nach der Hochzeit- Hinata bringt ihr erstes Kind zur Welt. (Hinatas PoV- Ach ja, ich weiß dass Hinata und Neji nicht wirklich Geschwister sind, wenn sie ihn "Bruder" nennt, ist das also mehr in übertragenem Sinne gemeint~...)
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Unsichtbar
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Die Wehen kommen in kürzeren Abständen. Hinata hält die Hand der jungen Krankenschwester und versucht nur zu atmen und tapfer zu sein, etwas, das sie schon ihr ganzes Leben geübt hat.
In dieser gefühlten Unendlichkeit von Schmerz und hilflosem Warten wird ihr plötzlich bewusst: Sie ist unsichtbar.
Der Vater dieses Kindes, der in ihren Träumen immer da gewesen ist, immer lächelnd, stark, immer so inspirierend, ist jetzt- hier- im wirklichen Leben auf der Hokage- Besprechung, während sie im Kreißsaal liegt. Nicht einmal Neji ist vor der Tür um ihr beizustehen, denn Neji ist für sie beide gestorben.
Und vielleicht ist das ihr größtes Unglück- dass nicht sie es gewesen ist. Mit ihrem Märthyrertod wäre sie für immer in sein Gedächtnis gebrannt, hätte immer einen besonderen Platz in seinem Herzen erobert, hätte ihm all die Verehrung und all ihre tiefen Gefühle in Würde zu Füßen legen können, in einem letzten Moment.
Stattdessen hat er sie mehr aus Pflichtgefühl als Überzeugung zu seiner Frau gemacht, und er bemüht sich zwar, nett zu sein, er gibt sich alle Mühe, aber endlich versteht sie, was eigentlich das Problem ist:
Für ihn war sie schon immer unsichtbar. Ein stiller Bewunderer aus den Schatten... in ihrem Leben ist ER alles... für ihn spielt sie keine entscheidende Rolle. Das ist ihr Schicksal... Sie hat den Platz an der Spitze des Hyuga- Clans für ihn aufgegeben, hat ihm ihren Körper geschenkt... und eine dunkle Vorahnung über das Schicksal des Kindes, das sich seinen Weg bahnt, macht ihr plötzlich Angst:
Wird er- sein eigener Sohn- für ihn später etwa auch unsichtbar sein?
„Neji“, denkt sie, weil sie sich ihm in dem Moment plötzlich so nahe fühlt, „Du warst immer eifersüchtig auf mich. Wegen meinem Blut. Meiner Stellung. Meinem Vater. Aber eins hast du, das ich nicht mehr erreichen kann. Wenigstens dieses eine Mal... hat er dich wirklich angesehen. Du wirst für immer schwer in seinem Herzen und seinem Kopf sein. Er wird immer mit Liebe und Reue an dich denken. Alles, was ich von ihm habe, ist wie er mir Mut gegeben hat, ohne es überhaupt zu bemerken. Ich sollte stolz sein. Ich sollte glücklich sein. Aber egal was ich sage oder tue, egal wie nah er mir kommt, er sieht immer irgendwie durch mich hindurch.
Seine Gedanken sind bei dir, Neji, wenn er mich ansieht, sieht er dich... und sein größtes Versagen. Ich bin die, die ihn von den Menschen getrennt hat, denen wirklich sein Herz gehört. Das ist okay... ich kann mit Enttäuschungen leben. Ich kann damit leben, der Albatros um seinen Hals zu sein. Aber bitte, hilf wenigstens, dass dieses Kind glücklich wird. Lass ihn seinen Sohn lieben und annehmen, wie ein wirklicher Vater es täte. So wie du es dir sicher gewünscht hättest. Oh, Neji... er wollte nicht, dass das Kind deinen Namen trägt.
Er hat gesagt, das könnte er nicht ertragen. Aber wenn er ihm nicht einmal das zugesteht... lieber Bruder... was bleibt denn dann noch von uns..?“
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