Nachts schläft niemand im Dschungel
Sep. 23rd, 2007 05:05 pmChallenge: #1 Erwachsen
Fandom: Spirou und Fantasio (äh ja XD)
Pairing: Irgendwie nicht so wirklich, aber das typische Rumgehinte zwischen den beiden
Warnung: Unlogik, ooc Fantasio fürchte ich
Irgendetwas musste klick gemacht haben an diesem Abend. Spätestens als seine Kamera von der Ablage des Jeeps geflogen war, hatte Fantasio den Rest seiner ohnehin dünnen Nerven verloren. Den ganzen Tag schon hatte seine Stimmung wie Kohle geglüht, immerzu war er bereit gewesen zu explodieren. Und damit war nicht sein ewiges Auf und Ab der steten Nörgeleien gemeint, sondern ein richtiges Explodieren.
Als sie abends am Lagerfeuer inmitten der Wildnis saßen und Spirou die Bohnen über dem Feuer umrührte, geschah es schließlich. Fantasio drehte in dem Moment durch als er seine Kameratasche öffnete und ein vom Rest des Gerätes abgebrochenes Objektiv zutage förderte.
„Ich fass das alles einfach nicht!“ , schrie er und seine Stimme hallte am Dschungelrand gespenstisch wider.
„Das gibt es nicht! Alles futsch, die Arbeit von Monaten, nein, Jahren, alles futsch!“
Spirou war es gewohnt, seinen Freund in Rage zu sehen.
„Reg dich nicht auf.“, versuchte er, ihn zu beschwichtigen. Die Bohnen waren angebrannt und blieben wie Teer am Löffel kleben.
„Die war doch bestimmt versichert und wenn wir wieder zu Hause sind, kannst du dir eine neue kaufen.“
„Zu Hause!“, schnaubte Fantasio erregt und warf das Objektiv auf den sandigen Boden. Zersprungene Scherben klirrten und Pips wich ärgerlich zurück.
„Wenn wir überhaupt mal wieder nach Hause kämen!“
Spirou seufzte leise und wippte mit dem Kochlöffel auf und ab.
„Kaum sind wir wieder zu Hause, ist wieder irgendein wichtiges Artefakt gestohlen worden. Oder irgendein Nobelpreisträger entführt, der die Pläne zu einer Maschine hat, die die Welt zerstören kann! Ich habe meine Socken jetzt seit geschlagenen fünf Tagen nicht gewechselt, ich werde noch wahnsinnig!“
Früher war er nicht so gewesen, dachte Spirou. Früher war Fantasio tollkühn und verrückt gewesen, hatte seinem Namen alle Ehre gemacht und neugierig jeden kleinsten Winkel der Welt zu erforschen gesucht. Als Fotoreporter war er eine Bombe gewesen. Und dann war dieser undankbare Schreibtischjob gekommen, den er hatte nehmen müssen. Seitdem war alles anders.
„Ich kann dir Socken leihen!“, bot sein Freund ihm an.
„Als ob es mir um Socken geht!“
In der Ferne schrie ein Affe. Vielleicht war es auch ein Vogel, so gut kannte Spirou sich damit nicht aus.
Nachdem man ihn wieder aus dem Büro ins Freie gelassen hatte, war Fantasio ein zerknirschter, ängstlicher und immerzu hektischer Typ geworden. Daran hatte niemand etwas ändern können. Die Hoffnung, ihn wieder irgendwie aus der Reserve locken zu können, war mit der Zeit abgekühlt und so hatte Spirou, der über die Jahre immer mehr Gefallen an seinem tollkühnen Job gefunden hatte, hin und wieder Schwierigkeiten, seinen Freund zu animieren.
„Das wächst mir alles über den Kopf! Hast du eine Ahnung, wann ich zuletzt in meinem eigenen Bett geschlafen habe? Nein, hast du natürlich nicht!“
„Nun mach aber mal halb lang!“, wedelte Spirou mit dem verklebten Kochlöffel herum, so sehr, dass er ihm in den Dreck fiel.
„Denk mal dran, dass das hier dein Job ist!“
„In jedem Job hat man aber auch mal einen Tag frei. Und sowas wie Urlaub!“
Fantasio zog das letzte Wort so lang bis es wie etwas Abstraktes klang.
Das war es scheinbar.
Den alten, draufgängerischen Fantasio gab es scheinbar nicht mehr. Mit einem leichten Schauer stellte der rothaarige Junge fest, dass sein Freund über die Jahre gesetzt geworden war. Nein, dafür gab es ein anderes Wort.
Erwachsen.
Man konnte das nicht mal vordergründig als schlecht bezeichnen. So waren die Dinge nun mal. Der kindliche Drang nach Abenteuer war abgeklungen und nun schien sich Fantasio auch mal nach einem geregelten Alltag zu sehnen. Das war absolut verständlich.
„Das...das ist wahrscheinlich wahr.“, räumte Spirou ein und strich Pips, der ärgerlich und hungrig hin und herwuselte, über das Köpfchen.
„Wir sollten uns vielleicht mal wirklich freinehmen.“
„Allerdings! Das versuche ich ja dauernd anklingen zu lassen.“
Fantasio nahm seine Schüssel und stopfte verbrannte Bohnen hinein.
„Aber du bist so ein verdammter Adrenalinjunkie, da stößt man ja nur auf taube Ohren damit!“
Sie saßen am Feuer und die Natur um sie herum flirrte, piepste und zirpte leise. Ab und zu knackten ein paar Ästchen, bunte Vögel flogen vorbei und starrten auf das Essen und Pips.
Die großen Blätter der riesigen Bäume bewegten sich ab und zu in der zunehmenden Finsternis.
„Du hättest auch mal so zu Hause bleiben können.“, gab Spirou einen Moment später zu bedenken. Die Bohnen schmeckten wie sie aussahen- nämlich wie Teer. Für einen Moment wünschte er sich Kuchen oder Soufflé herbei.
Fantasio schnaubte leise.
„Und dich alleine durch die Weltgeschichte ziehen lassen? Kommt ja nicht in die Tüte!“
„Ich komm auch alleine klar.“, sagte Spirou. Eigentlich sollte das beruhigend klingen, aber es schwang ein seltsamer, ungewohnter Ton darin mit.
„Blödsinn!“
In der Finsternis seufzte etwas.
„Ich lass dich nicht alleine.“, murmelte Fantasio.
„Du bist so ein Kind, wenn man auf dich nicht aufpasst, fällst du womöglich in Löcher, aus denen die nie wieder raus kommst!“
Das stimmte nicht, und das wusste Fantasio ebenso wie Spirou. Aber so war er nun mal.
Vielleicht war er wirklich erwachsen geworden, weil er sich nicht traute, offen zuzugeben, dass ihm ohne seinen Freund etwas fehlen würde. Aber vielleicht war das auch schon immer typisch für ihn gewesen.
Spirou fühlte eine ungeahnte, angenehme Ruhe bei dem Gedanken. So eine komische Erwachsenenruhe.
„Okay, okay.“, sagte er leise und lächelte unbeholfen.
„Ab zu Hause zwei Wochen Urlaub. Ohne wenn und aber. Okay?“
Fantasio grunzte nur wie ein Bär und starrte in seine schwarzen Bohnen.
Aber das machte nichts.
Das war seine Art zu sagen; „Ich liebe dich dafür, mein Freund!“.
Ganz sicher.
Fandom: Spirou und Fantasio (äh ja XD)
Pairing: Irgendwie nicht so wirklich, aber das typische Rumgehinte zwischen den beiden
Warnung: Unlogik, ooc Fantasio fürchte ich
Irgendetwas musste klick gemacht haben an diesem Abend. Spätestens als seine Kamera von der Ablage des Jeeps geflogen war, hatte Fantasio den Rest seiner ohnehin dünnen Nerven verloren. Den ganzen Tag schon hatte seine Stimmung wie Kohle geglüht, immerzu war er bereit gewesen zu explodieren. Und damit war nicht sein ewiges Auf und Ab der steten Nörgeleien gemeint, sondern ein richtiges Explodieren.
Als sie abends am Lagerfeuer inmitten der Wildnis saßen und Spirou die Bohnen über dem Feuer umrührte, geschah es schließlich. Fantasio drehte in dem Moment durch als er seine Kameratasche öffnete und ein vom Rest des Gerätes abgebrochenes Objektiv zutage förderte.
„Ich fass das alles einfach nicht!“ , schrie er und seine Stimme hallte am Dschungelrand gespenstisch wider.
„Das gibt es nicht! Alles futsch, die Arbeit von Monaten, nein, Jahren, alles futsch!“
Spirou war es gewohnt, seinen Freund in Rage zu sehen.
„Reg dich nicht auf.“, versuchte er, ihn zu beschwichtigen. Die Bohnen waren angebrannt und blieben wie Teer am Löffel kleben.
„Die war doch bestimmt versichert und wenn wir wieder zu Hause sind, kannst du dir eine neue kaufen.“
„Zu Hause!“, schnaubte Fantasio erregt und warf das Objektiv auf den sandigen Boden. Zersprungene Scherben klirrten und Pips wich ärgerlich zurück.
„Wenn wir überhaupt mal wieder nach Hause kämen!“
Spirou seufzte leise und wippte mit dem Kochlöffel auf und ab.
„Kaum sind wir wieder zu Hause, ist wieder irgendein wichtiges Artefakt gestohlen worden. Oder irgendein Nobelpreisträger entführt, der die Pläne zu einer Maschine hat, die die Welt zerstören kann! Ich habe meine Socken jetzt seit geschlagenen fünf Tagen nicht gewechselt, ich werde noch wahnsinnig!“
Früher war er nicht so gewesen, dachte Spirou. Früher war Fantasio tollkühn und verrückt gewesen, hatte seinem Namen alle Ehre gemacht und neugierig jeden kleinsten Winkel der Welt zu erforschen gesucht. Als Fotoreporter war er eine Bombe gewesen. Und dann war dieser undankbare Schreibtischjob gekommen, den er hatte nehmen müssen. Seitdem war alles anders.
„Ich kann dir Socken leihen!“, bot sein Freund ihm an.
„Als ob es mir um Socken geht!“
In der Ferne schrie ein Affe. Vielleicht war es auch ein Vogel, so gut kannte Spirou sich damit nicht aus.
Nachdem man ihn wieder aus dem Büro ins Freie gelassen hatte, war Fantasio ein zerknirschter, ängstlicher und immerzu hektischer Typ geworden. Daran hatte niemand etwas ändern können. Die Hoffnung, ihn wieder irgendwie aus der Reserve locken zu können, war mit der Zeit abgekühlt und so hatte Spirou, der über die Jahre immer mehr Gefallen an seinem tollkühnen Job gefunden hatte, hin und wieder Schwierigkeiten, seinen Freund zu animieren.
„Das wächst mir alles über den Kopf! Hast du eine Ahnung, wann ich zuletzt in meinem eigenen Bett geschlafen habe? Nein, hast du natürlich nicht!“
„Nun mach aber mal halb lang!“, wedelte Spirou mit dem verklebten Kochlöffel herum, so sehr, dass er ihm in den Dreck fiel.
„Denk mal dran, dass das hier dein Job ist!“
„In jedem Job hat man aber auch mal einen Tag frei. Und sowas wie Urlaub!“
Fantasio zog das letzte Wort so lang bis es wie etwas Abstraktes klang.
Das war es scheinbar.
Den alten, draufgängerischen Fantasio gab es scheinbar nicht mehr. Mit einem leichten Schauer stellte der rothaarige Junge fest, dass sein Freund über die Jahre gesetzt geworden war. Nein, dafür gab es ein anderes Wort.
Erwachsen.
Man konnte das nicht mal vordergründig als schlecht bezeichnen. So waren die Dinge nun mal. Der kindliche Drang nach Abenteuer war abgeklungen und nun schien sich Fantasio auch mal nach einem geregelten Alltag zu sehnen. Das war absolut verständlich.
„Das...das ist wahrscheinlich wahr.“, räumte Spirou ein und strich Pips, der ärgerlich und hungrig hin und herwuselte, über das Köpfchen.
„Wir sollten uns vielleicht mal wirklich freinehmen.“
„Allerdings! Das versuche ich ja dauernd anklingen zu lassen.“
Fantasio nahm seine Schüssel und stopfte verbrannte Bohnen hinein.
„Aber du bist so ein verdammter Adrenalinjunkie, da stößt man ja nur auf taube Ohren damit!“
Sie saßen am Feuer und die Natur um sie herum flirrte, piepste und zirpte leise. Ab und zu knackten ein paar Ästchen, bunte Vögel flogen vorbei und starrten auf das Essen und Pips.
Die großen Blätter der riesigen Bäume bewegten sich ab und zu in der zunehmenden Finsternis.
„Du hättest auch mal so zu Hause bleiben können.“, gab Spirou einen Moment später zu bedenken. Die Bohnen schmeckten wie sie aussahen- nämlich wie Teer. Für einen Moment wünschte er sich Kuchen oder Soufflé herbei.
Fantasio schnaubte leise.
„Und dich alleine durch die Weltgeschichte ziehen lassen? Kommt ja nicht in die Tüte!“
„Ich komm auch alleine klar.“, sagte Spirou. Eigentlich sollte das beruhigend klingen, aber es schwang ein seltsamer, ungewohnter Ton darin mit.
„Blödsinn!“
In der Finsternis seufzte etwas.
„Ich lass dich nicht alleine.“, murmelte Fantasio.
„Du bist so ein Kind, wenn man auf dich nicht aufpasst, fällst du womöglich in Löcher, aus denen die nie wieder raus kommst!“
Das stimmte nicht, und das wusste Fantasio ebenso wie Spirou. Aber so war er nun mal.
Vielleicht war er wirklich erwachsen geworden, weil er sich nicht traute, offen zuzugeben, dass ihm ohne seinen Freund etwas fehlen würde. Aber vielleicht war das auch schon immer typisch für ihn gewesen.
Spirou fühlte eine ungeahnte, angenehme Ruhe bei dem Gedanken. So eine komische Erwachsenenruhe.
„Okay, okay.“, sagte er leise und lächelte unbeholfen.
„Ab zu Hause zwei Wochen Urlaub. Ohne wenn und aber. Okay?“
Fantasio grunzte nur wie ein Bär und starrte in seine schwarzen Bohnen.
Aber das machte nichts.
Das war seine Art zu sagen; „Ich liebe dich dafür, mein Freund!“.
Ganz sicher.