Für Penny

Jul. 9th, 2015 04:15 pm
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Team: Hades
Fandom: Original
Challenge: Schreibaufgaben - aus der Perspektive eines unbelebten Gegenstandes (für mich)
Anmerkungen: inspiriert von diesem Bild
Wörter: 644


Teddy genießt Pennys Wärme, während er in ihren Armen liegt und der Geschichte lauscht, die Mommy ihnen vorliest. Über ein Ungeheuer, das traurig darüber ist, dass alle vor ihm Angst haben. Und das versucht Freunde zu finden. Teddy kennt die Geschichte schon. Penny mag sie sehr gerne, deswegen muss Mommy sie ziemlich oft vorlesen. Auch Teddy mag die Geschichte gern. Vor allem den Teil, wo das Ungeheuer das kleine Mädchen rettet, das sich im Wald verlaufen hat. Teddy kennt jedes einzelne Wort und könnte sie sicherlich mitsprechen, wenn er es versuchen würde.

Teddy merkt, wie Penny immer müder wird. Ihr Atem verlangsamt sich und wird regelmäßiger. Auch lockert sich ihr Griff um seinen Bauch.

„Und das Ungeheuer brachte das kleine Mädchen zurück zu ihren Eltern, die sich sehr freuten, dass ihr Kind wieder bei ihnen war“, erzählt Mommy. „Und sie merkten, dass das Ungeheuer ja gar nicht so war wie die anderen Ungeheuer. Und weil es so nett war luden sie es zu einem Stück Kuchen ein.“

Teddy stellt sich die Szene vor und denkt an leckeren Zitronenkuchen. Auch er wird langsam müde. Er hört Mommy zu, die mit ruhiger Stimme liest. „Und von da an kam das Ungeheuer jeden Dienstag zu Besuch, um mit dem kleinen Mädchen zu spielen und Kuchen zu essen.“

Mommy klappt das Buch zu und legt es auf den Nachttisch. Sie zieht Penny und Teddy die Decke bis fast unter den Hals. „Gute Nacht, Penny“, sagt sie, und gibt Penny einen Kuss auf die Stirn. „Gute Nacht“, murmelt Penny, die schon halb eingeschlafen ist.

Mommy steht auf, wobei das Bett ein wenig wackelt. Sie geht zur Tür und macht das Licht aus. Sie bleibt noch einen Moment im Türspalt stehen, bevor sie noch einmal „Gute Nacht“ sagt und die Tür hinter sich schließt.

Es ist nun ganz dunkel und ruhig im Zimmer. Es ist noch nicht so lange her, seit Penny kein Nachtlicht mehr braucht. Aber heute Nacht scheint der Mond durch das Kinderzimmerfenster, so dass Teddy auch ohne Nachtlicht recht gut sehen kann. Er scheint sich noch einmal um, alles ist so, wie es sein soll. Dann schließt er die Augen um zu schlafen.

Penny ist sehr schnell im Land der Träume. Sie schläft meistens schnell ein. Manchmal redet sie abends im Bett noch mit Teddy, aber heute nicht.

Auch Teddy schläft bald ein. Außer Pennys Atem und ihrem Herzschlag ist in der Dunkelheit nichts zu hören. Oder ist da nicht doch etwas? Ein Scharren? Und ein leises Knurren. Teddy reißt die Augen auf und ist auf einmal hellwach. Er lauscht in die Dunkelheit. Ja, er kann etwas hören. Etwas, das nicht in einem Kinderzimmer sein sollte.

Ein kratzendes Geräusch ertönt. Teddy befreit sich aus Pennys Griff und richtet sich auf. Für einen Moment ist es völlig ruhig, dann sieht er, wie sich eine bekrallte Hand über die Bettdecke schiebt. Eine Hand, die auf keinen Fall menschlich ist. Teddys Körper ist angespannt. Er weiß ganz genau, was er zu tun hat.

Penny schläft tief und fest, während Teddy aus dem Kopfkissen ein kleines Schwert und einen Schild zieht. Über dem Bettrand erscheint ein Gesicht, oder zumindest etwas, das ein Gesicht sein soll. Vier glühende Augen starren auf Penny. Speichel tropft aus dem Maul mit den viel zu vielen und wirklich spitzen Zähnen. Die Klauenhand hebt sich und nähert sich Pennys Gesicht.

Doch Teddy springt dazwischen und wehrt den Angreifer mit seiner Waffe ab. Teddy hat schon viele Monster verscheucht, aber dieses hier ist ein besonders scheußliches Exemplar. Trotzdem hat Teddy keine Angst, als das Monster ihn wütend anfunkelt und bedrohlich faucht. Teddy hebt Schwert und Schild, aufrecht stehend wie ein Krieger.

„Ich habe keine Angst vor dir. Komm nur her!“

Und dann stürmt er in die Schlacht, die er wie alle anderen, die er schon ausgefochten hat, gewinnen wird. Für Penny.


Date: 2015-07-10 09:16 am (UTC)
servena: (Hades)
From: [personal profile] servena
Ganz schön rührend, finde ich...
Und yay, unser Team nimmt langsam richtig Fahrt auf. :D

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