luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Persephone
Fandom: Tumbling
Challenge: Angst – Hilflos (für mich)
Charaktere: Tsukimori Ryôsuke, Mizusawa Taku
Anmerkungen: Gah... das war eine echt schwere Geburt. Ich schwöre, es wird alles wieder besser! Ähm... irgendwann. Ehrlich!

Wörter: 1373

Teil 1, Teil 2
Teil 3, Teil 4
Teil 5, Teil 6

Für [livejournal.com profile] rei17, die so wunderbar mitgelitten hat, obwohl sie noch gar nicht wusste, was ich Ryôsuke jetzt schon wieder antue.


Eigentlich sollte er wohl direkt zur Sporthalle zurückgehen, aber Ryôsuke hatte keine große Lust mehr, den anderen zuzusehen. Es war einfach ätzend, verletzt zu sein. So eingeschränkt. Wieso hatte es ausgerechnet seine Rippen erwischen müssen?
Ryôsuke hatte seine Hände in den Hosentaschen vergraben und suchte nach einem Stein oder sonstwas, an dem er seinen Frust auslassen konnte. Es kotzte ihn an. Diese Hilflosigkeit. Nicht zu wissen, was passieren würde, wann es passieren würde, nur die Gewissheit, dass er dem nicht ausweichen konnte. Sich nicht irgendwie rausreden und schon gar nicht mit Gewalt da rauskommen.
Das ging ihm gegen den Strich.
Seine Schritte wurden langsamer und schließlich blieb er ganz stehen, den Blick auf seine Schuhspitzen gerichtet. „Verdammte Scheiße...“ Das war nicht sein Ding. Abwarten, bis das Unausweichliche über ihn hereinbrach.
“Wir sind noch nicht fertig mit dir.“
Es wäre ihm fast lieber, wenn er es endlich hinter sich hätte. Gleichzeitig hatte er Angst. Sie war ein fester, kalter Knoten in seinem Magen, der immer dann ein wenig größer wurde, wenn er daran dachte. Eine Angst, die ihn wütend machte. Er war niemand, der sich einfach irgendwo verkroch.
Er hatte kein Ventil dafür.
Ein feiner Schmerz in seinen Handflächen holte ihn ins Hier und Jetzt zurück. Ohne es zu merken, hatte er seine Hände so fest geballt, dass es wehtat. Immerhin sorgte das dafür, dass er wieder einen halbwegs klaren Kopf bekam.
Im Moment konnte er sowieso wenig ausrichten und so wie er Wataru kannte, würde der langsam ungeduldig werden, weil er nicht zurückkam. Vorwerfen konnte er es ihm wohl nicht. Trotzdem setzte er sich nur widerwillig wieder in Bewegung.
Nach drei Schritten blieb er erneut stehen, als andere Schuhe in sein Blickfeld kamen. Schwarz und abgetragen und nicht gerade das, was der brave Schüler zu seiner Uniform trug. Langsam hob Ryôsuke den Kopf, der kalte Klumpen der Angst war so schwer geworden, dass er sich sicher war, er müsste eigentlich nicht mehr aufrecht stehen können. Es gab keine sehr große Auswahl, wer ihm den Weg versperrte. Und kein Kandidat war jemand, dem er hier ganz alleine begegnen wollte.
Der Klumpen wurde zu einem eiskalten Rieseln durch seinen ganzen Körper, als er seinem Gegenüber ins Gesicht sah. Kurosaki war ein Stückchen kleiner als Ryôsuke, aber dafür breiter. Schon immer gewesen. Kräftiger.
Es war eine automatische Reaktion, die Ryôsuke zurückstolpern ließ. Der dumme Versuch seines Instinkts, irgendwie davonzukommen. Dabei wusste sein Verstand es besser. Er könnte vielleicht rennen. Adrenalin und so. Aber entkommen? Im Leben nicht. Da brauchte es nicht den Körper hinter ihm, gegen den er stolperte und so natürlich dazu einlud, dass der Typ mit einer Hand mühelos Ryôsukes Arm schmerzhaft auf den Rücken verdrehte.
Er spürte es kaum.
Ausnahmsweise fehlten ihm mal die Worte, er starrte Kurosaki nur an.
Taub. Alles schien taub zu sein, als wäre mit dem kalten Rieseln jedes Gefühl aus seinem Körper verschwunden.
„Ausnahmsweise mal so schweigsam?“ Kurosaki sah ihn abwartend an, ein Mundwinkel hob sich langsam in der Karikatur eines Lächeln. „Schlauer jedenfalls nicht.“
Wie lange würde es wohl dauern, bis jemand von seinen Freunden sich fragen würde, wo er so lange blieb? Und würde jemand auf die Suche gehen? Hoffentlich Wataru oder Kiyama... „Du willst doch wohl nicht ausgerechnet hier Stress machen, oder?“ Einer der Lehrer wäre auch nett. Jedenfalls einer, der Mumm und Grips genug hatte, um die Polizei zu rufen.
„Stress? Wer macht denn hier Stress?“ Kurosaki ging auf ihn zu, bis er dicht vor ihm stand. Viel zu dicht. „Ich besuche nur einen alten Freund, sonst nichts. Oder siehst du das anders?“ Bei den letzten Worten sah er an Ryôsuke vorbei, zu dem Typen, der ihn festhielt. „Nur ein kleiner Abstecher.“
Wenn man Eis als ein Gefühl bezeichnen könnte, dann war zumindest wieder Leben in seinen Gliedern. Es fühlte sich aber nicht so an. Eher lähmend. Als könnte er sich nicht einmal dann bewegen, würde man ihn loslassen. „Lange nicht gesehen, Harada“, presste er hervor. Ausgerechnet. Ausgerechnet der. Selbst Takano wäre ihm da lieber gewesen.
Aber nein... „Hast ja offenbar die richtigen Freunde gefunden. Nen Haufen Schwuchtel? Wissen sie, was du abgezogen hast?“ Kurosakis Worte kamen kaum bei Ryôsuke an. Es war auch egal, der war sowieso nicht an einer Antwort interessiert. War er nie.
„Wie wärs, wenn du einfach dein Maul hältst?“ Er merkte zu spät, dass er sich hier gerade um Kopf und Kragen redete. Seine verdammte große Klappe.
Haradas Griff um seinen Arm bekam noch mehr Ähnlichkeit mit einem Schraubstock, als er ihn auf die Knie zwang. Dann krallte er die andere Hand in Ryôsukes Haare und zwang ihn so, zu Kurosaki aufzusehen.
„Ich glaub, dir sollte man eher das Maul stopfen. Hast schon vergessen, wie gut das letztes Mal geklappt hat?“ Haradas Stimme war zu nah an seinem Ohr.
„Lass mich los!“ Er wollte nicht betteln, aber es klang erschreckend danach. Klar, dass die beiden ihn nur auslachten.
„Wenn du brav bist... vielleicht.“ Kurosaki, dieser Arsch, grinste jetzt breit. Er wusste, dass er gewonnen hatte und Ryôsuke hasste es.
Dass da noch ein Dritter sein musste, bemerkte Ryôsuke erst, als jemand irgendwo hinter ihm rief: „Oi! Verpiss dich!“
Scheiße... Ryôsuke wollte sich umsehen, aber Harada ließ das nicht zu. Musste er auch gar nicht, er erkannte die Stimme. „Ich habe die Polizei gerufen.“ Mizusawa klang dabei, als wäre er sich noch nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee gewesen war. Ryôsuke konnte es ihm nachfühlen.
„Ich bin gespannt, wie die es finden, wenn sie euch dabei erwischen, wie ihr euch an Schülern vergreift. Kaum ausm Knast raus und direkt sowas“ Wie war das noch mit seiner großen Klappe gewesen? Daran sollte er dringend arbeiten. Aber anscheinend hatte er nicht ganz so danebengelegen, denn Harada ließ ihn so abrupt los, dass Ryôsuke im ersten Moment in sich zusammensackte. Er wusste, er sollte Schmerzen haben, aber da war nichts. Fast. Das Handgelenk, dass Harada festgehalten hatte, das tat weh. Dabei war es nicht direkt Schmerz. Eher ein Brennen, als hätte ihm etwas die Haut verätzt. Dabei war da nichts. Nur etwas gerötet, sonst nichts. Gedankenverloren rieb Ryôsuke über die Stelle.
„Tsukimori?“
Noch während er aufsah, ärgerte Ryôsuke sich darüber, dass er seine Umgebung so aus den Augen verloren hatte. Aber Kurosaki, Harada und der dritte im Bunde waren verschwunden, Mizusawa stand jetzt vor ihm und Ryôsuke schaffte ein Grinsen, als er sich weiter aufrichtete. „Gutes Timing. Hast du echt die Bullen gerufen?“
Mizusawa schüttelte den Kopf. In der Hand hielt er aber immer noch sein Handy, das er in die Jackentasche steckte, sobald er Ryôsukes Blick bemerkte. „Ist alles okay?“
„Klar. Hilf mir mal.“ Er hatte genug davon, auf dem Boden zu hocken, auch wenn seine Rippen sich wieder zu melden begannen, jetzt wo das Adrenalin langsam aus seinem System zu verschwinden schien.
Mizusawa war stärker als er aussah und schon einen Fluch später stand Ryôsuke wieder auf den Füßen. Nicht wirklich sicher, aber es war ein Fortschritt.
„Vielleicht hättest du noch etwas sitzen bleiben sollen... du bist ziemlich blass.“
Kein Wunder. „Ich bin okay. Ehrlich.“
Mizusawa glaubte ihm eindeutig kein Wort, aber im Gegensatz zu gewissen anderen Freunden hatte er den Anstand wenigstens so zu tun, als würde er Ryôsuke nicht gerade bei einer miserablen Lüge erwischen.
„Wer war das?“
Natürlich hatte die Frage kommen müssen. Ryôsuke drückte sich erstmal vor einer Antwort, indem er sich Richtung Sporthalle in Bewegung setzte. Es hatte bestimmt seine Gründe gehabt, warum Mizusawa rausgekommen war. „Das ist meine Sache. Halt dich am besten einfach raus.“ Es war schlimm genug, dass Wataru mit drinsteckte und Kiyama offenbar auch beschlossen hatte, sich einzumischen. Fehlte eigentlich nur noch Nippori und dann hatten sie die üblichen Verdächtigen wieder zusammen.
„Dafür ist es etwas zu spät“, merkte Mizusawa leider ganz richtig an, Ryôsuke zuckte aber nur mit den Schultern. „Je weniger zu weißt, desto besser.“ Und irgendwie klang das wie in einem schlechten Film. Schnell, vielleicht etwas zu schnell, fügte er hinzu: „Sag den anderen nichts davon.“ Es klang etwas zu sehr wie eine Bitte, aber sein Mundwerk war heute sowieso nicht sein bester Freund.
„Ich glaub nicht, dass es nötig sein wird, irgendwas zu sagen.“
Vermutlich. Aber den Versuch war es ja wert.

Date: 2015-07-11 09:39 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Oh Gott....
Oh Gott Ryousuke...
Der Anfang war schon schlimm genug... ;_;
Ryousukes ganze Gefühle von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein und man kann das so gut mitfühlen ... man wird richtig nervös weil man beinah spüren kann wie es sich um ihn herum zusammen zieht, wie bedrohlich schwarze Wolken die sich um ihn auftürmen.
Es wäre ihm fast lieber, wenn er es endlich hinter sich hätte.
GENAU DAS ....
Dieses Warten auf das Unausweichliche...

Der Klumpen wurde zu einem eiskalten Rieseln durch seinen ganzen Körper, als er seinem Gegenüber ins Gesicht sah.
Same ...
UGh ... UGH
Man möchte irgendwie den Bildschirm anschreien "LAUF RyOUSUKE, LAUF UM DEIN LEBEN" und ihn packeln und schütteln und gleichzeitig ist man irgendwie wie erstarrt vor Schreck.... Gott...

Da brauchte es nicht den Körper hinter ihm, gegen den er stolperte und so natürlich dazu einlud, dass der Typ mit einer Hand mühelos Ryôsukes Arm schmerzhaft auf den Rücken verdrehte.

OH GOTT ....
Man fühlt sich so eingesperrt und eingekerkert in dem Moment ... da wird einem richtig schlecht....

Haradas Griff um seinen Arm bekam noch mehr Ähnlichkeit mit einem Schraubstock, als er ihn auf die Knie zwang. Dann krallte er die andere Hand in Ryôsukes Haare und zwang ihn so, zu Kurosaki aufzusehen.
Ugh....
Ryousuke auf Knien ist ja so wahnsinnig hot ... aber ugh ...
Das hat eine sehr sexuelle Gewalt Komponente an sich und ich liebe es und gleichzeitig ... gott. Hilfe... ;__;
Und Ryousuke redet sich um KOPF UND KRAGEN ;__; SHUT UP! Ich meine, es wäre nicht Ryousuke wenn er das nicht täte, aber gott...

„Ich habe die Polizei gerufen.“ Mizusawa klang dabei, als wäre er sich noch nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee gewesen war.
OH GOTT SEI DANK
OH GOTT SEI DANK FÜR MIZUSAWA...!! ;__;

Gott sei Dank war Mizusawa da und GOTT RYOUSUKE ! ;_;
Als ob Wataru dir NICHT mit einem Blick ansehen wird, dass was passiert wird ! Und dein Handgelenk ist garantiert schwarz und blau in ner halben Stunde...
Ach Baby...

Es ist so schmerzhaft und schön und bitte schreib weiter und lass es Wataru rausfinden (weil ich liebe Watarus Reaktion wenn er mitkriegt, dass jemand Ryousuke wehtut... so sehr ... *hust*)

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios