h/c - "Kann ich hierbleiben?"
Jul. 4th, 2015 06:41 pmTeam: Persephone
Fandom: Original
Challenge: h/c - „Kann ich hierbleiben?“ (für mich)
Anmerkung: Die Grundidee hierfür verfolgt mich, seit ich
alea in Berlin besucht habe, um genau zu sein, seit wir auf einem tollen Markt waren. Ich habe noch keinen großen Plan, was daraus werden kann, aber ich bin schon sehr gespannt. =)
Das Mädchen lief schon den halben Tag hinterher Alyssa her. Klar, sie hatte den undankbaren Job bekommen, auf sie aufzupassen, aber sie hatte auch noch anderes zu tun. Lernen zum Beispiel. Aber nein... nur weil sie in dem Augenblick Dienst gehabt hatte, als das Kind durch den Spiegel gestolpert war. Ein dummes, ahnungsloses kleines Mädchen, das im falschen Moment den falschen Spiegel angefasst hatte und jetzt hier festsaß, bis die Passage wieder offen war. Und auf das musste sie jetzt aufpassen.
Solche Dinge kamen vor und auch wenn jedes Kind aufs Neue eine Herausforderung war, die Erwachsenen, die versehentlich herkamen, waren schlimmer. Kinder nahmen die fremde Welt leichter an, auch wenn sie irgendwann anfingen, nach ihren Eltern zu heulen.
Nicht dieses. Das Mädchen hatte bisher kein Wort gesagt, es hielt nur einen Stoffhasen fest im Arm und sah sich aus großen, braunen Augen um, als würde jeden Moment jemand auf es zuspringen. Die langen, matschbraunen Haare wirkten ungepflegt und auch wenn die pinke Jacke neu zu sein schien, sie passte nicht so recht. Sonst hatte das Mädchen nichts dabeigehabt, was merkwürdig war.
Vielleicht hatte es irgendwo auf der anderen Seite ihre Eltern verloren. Alyssa gefiel der Gedanke nicht. Die Eltern mussten durchdrehen vor Angst. Ein ungefähr fünf oder sechsjähriges Mädchen... vom Erdboden verschwunden. Gefahren für solche Kinder gab es auf beiden Seiten der Wirklichkeit mehr als genug.
Sie sah auf ihre Uhr, die mit einer sorgfältigen Schleife an ihrem Handgelenk befestigt war. Zeit war der entscheidende Faktor in jeder Art von Magie, jeder Erstklässler gewöhnte es sich an, seine Uhr nicht in irgendeiner Tasche verschwinden zu lasse, sondern so zu tragen, dass er sie sofort fand. Am Handgelenk, um den Hals, am Gürtel, einige Kommilitonen waren sogar dazu übergegangen, beleuchtete Ziffernblätter in ihre Brillen zu integrieren. Wollte man wissen, wie die Zeit verging, wurde es runtergeklappt und voilà!
Eine kleine Hand schob sich in ihre. Nein, krallte sich fest. Alyssa sah das Mädchen an, das den Mund leicht geöffnet hatte, als wollte es etwas sagen.
Angst lag auf seinem ganzen Gesicht. Seiner ganzen Haltung.
Sie seufzte und ging vor dem Mädchen in die Hocke. Jetzt halbwegs auf Augenhöhe, sagte sie: „Du kannst bald nach Hause. In zwanzig Minuten ist die Passage wieder offen. Wir gehen gleich dorthin zurück, dann bist du im Handumdrehen wieder bei deinen Eltern.“
Natürlich bekam sie keine Antwort. Ob das Mädchen stumm war? Vermutlich aber hatte ihm aber nur die Angst vor dieser fremden Welt die Sprache verschlagen. Auch das kam manchmal vor und sie hatte eindeutig wirklich Glück gehabt. Jasper hatte einmal ein Kind am Hals gehabt, dass ihm andauern weinend davongelaufen war. Damit war er immer noch der Witz der Universität.
Beruhigend (wenigstens hoffte sie das) lächelte sie ihr Anhängsel an und wollte schon wieder aufstehen, als es die Arme um sie schlang. „Darf ich hierbleiben?“, flüsterte die Kleine, so schnell und atemlos, dass Alyssa sie beinahe nicht verstanden hätte.
„Hierbleiben? Aber warum? Willst du nicht zu deiner Mama und deinem Papa zurück?“
Ein Kopfschütteln war die Antwort. Erst nur ganz vorsichtig, dann aber heftiger. Der kleine Körper begann zu zittern und automatisch nahm Alyssa das Mädchen in die Arme. „Warum das?“, fragte sie leise und streichelte beruhigend, oder jedenfalls hoffte sie das, über den schmalen Rücken.
„Sie mögen mich nicht...“
Jetzt war Alyssa erschüttert. Sie kannte es, wenn Kinder mit ihren Eltern Streit hatten und sie für eine Weile sogar zu hassen glaubten. Aber das hier... das war weit jenseits davon. Ihr Anhängsel... ihre... Schutzbefohlene war nicht wütend. Alyssa war keine besonders starke Empathin, aber mit Telepathie ging immer wenigstens ein wenig Empathie einher und die versuchte auch ohne eine aktive Gabe von der anderen Seite. Sollte es jedenfalls. Ausprobiert hatte sie es noch nie, warum auch? Vorsichtig ließ sie ihren Geist wachsen. Behielt dabei die Uhr genau im Auge. Zeit war ein entscheidender Faktor. Zu lange, und der ungeschulte Geist nahm Schaden. Noch länger und sie selbst würde sich nicht mehr zurückziehen können.
Sie brauchte nicht lange. Die Furcht und die... Verlorenheit des Mädchens lagen so offen, dass es sie wunderte, dass keiner der stärkeren Empathen darauf aufmerksam geworden war. Oder aber: sie hatten es bemerkt, es aber auf die ganz normale Angst eines aus seiner eigenen Welt gerissenen Kindes geschoben.
Es dauerte etwas, bis Alyssa sich wieder gänzlich zurückgezogen hatte. Wirklich, sie sollte so etwas öfter machen, dann ginge das auch einfacher. Aber dann sah sie das Kind an, das sie nun anstarrte.
„Was hast du da gemacht?“
„Tut mir leid. Ich wollte nur schauen, wie du dich fühlst.“ Es war normal, das jemand bemerkte, wenn ein anderer seinen Geist berührte. Wenigstens bei Kindern. Die Menschen von der Anderen Seite verlernten das irgendwann, aber ihre Kindern hatten noch das Potential. „Wie heißt du?“
„Johanna.“
„Freut mich, Johanna. Ich kann leider nicht entscheiden, ob du hierbleiben darfst oder nicht. Bei Erwachsenen ist das meistens kein Problem, aber du bist noch ein Kind. Jemand müsste sich um dich kümmern.“
„Kannst du das nicht?“ Johannas Blick war so voller Vertrauen, das Alyssa beinahe weich geworden wäre und ihr die Welt versprochen hätte. „Ich bin noch in der Ausbildung. Ich habe... sehr viel zu tun. Aber ich finde eine Lösung, ja? Ich kenne jemanden, der dir helfen kann. Und wenn du hierbleiben darfst, dann werde ich dich ganz oft besuchen.“
„Versprochen?“
„Versprochen.“
Aus irgendeinem Grund schien Johanna das zu beruhigen, sie bückte sich nach ihrem Hasen, der heruntergefallen war, als sie Alyssa um den Hals gefallen war und drückte ihn wieder an sich.
„Dann komm. Ich stelle dir Persephone vor.“ Zwar war sie sich nicht sicher, ob die Koordinatorin die beste Ansprechpartnerin war, aber wenn nicht, würde sie wenigstens wissen, wer sich um die Angelegenheit kümmern konnte.
Erstmal sah Persephone Johanna nur so eindringlich an, dass diese sich hinter Alyssa verkroch. Sie hatte eindeutig eine lange Schicht hinter sich, die Hochsteckfrisur hatte schon mal besser ausgesehen und einige der Stäbe, die immer drinsteckten, fehlten inzwischen. Was normalerweise bedeutete, dass sie auf die darin verborgenen Zauber hatte zurückgreifen müssen. Die übrigen drei hatten noch das charakteristische Schimmern, das einen aufgeladenen Bann verriet.
Auf dem durchscheinenden Kristall, der ihre Schreibtischplatte war, pulsierten einige Lichter, zwei davon besonders stark. Die Enden der Passage.
„Die Kleine kommt also aus Berlin... Zugangspunkt Zeta. Und sie will wirklich nicht zurück?“
„Nein. Sie hat Angst vor ihren Eltern...“
Persephone seufzte schwer. „So ein Fall musste ja mal kommen.“ Sie stand auf und ging um den Schreibtisch herum. Ihr knöchellanges, weites Gewand raschelte dabei leise. Wie die meisten Höheren Magier bevorzugte auch Persephone einen schlichten Stil. Dunkelblau, kein Muster. Nur die Ringe, die ihre langen Finger zierten, verrieten, dass man es nicht mit irgendwem zu tun hatte. Jedenfalls, wenn man so ignorant war, nicht zu bemerken, dass diese Frau die Autorität wie einen Mantel trug.
Johanna verschwand ganz hinter Alyssa, als Persephone sich vor sie hinkniete. „Keine Angst, Kind. Ich will nur in deinen Geist sehen. Es wird nicht wehtun.“
Im Gegensatz zu Alyssa war Persephone als Empathin mächtig genug, um die Angst des Mädchens zu dämpfen, bis es ein gemurmeltes „Okay“, hervorbrachte und sich vor die Koordinatorin stellte.
Dann passierte eine ganze Weile gar nichts. Jedenfalls nicht auf einer Ebene, die Alyssa ohne weiteres wahrnehmen konnte.
Schließlich stand Persephone wieder auf und streichelte Johanna über den Kopf. „In Ordnung. Wir finden hier einen Platz für dich. Alyssa, sie vertraut dir offenbar. Kannst du dich bis morgen noch um sie kümmern oder lassen deine Studien das nicht zu?“
„Ich krieg das hin.“ Lernen konnte sie auch, wenn Johanna schlief.
„Gut. Bis dahin hab ich alles geregelt und jemand wird sie abholen.“
Johanna, klammerte sich wieder an Alyssa, die eine Hand auf ihre Schulter legte und fragte: „Kann ich sie dann auch besuchen?“
„Ich wüsste nicht, was dagegen spricht.“
Als Alyssa jetzt zu Johanna herabsah, grinste diese. Es wirkte noch etwas unsicher, als wüsste sie nicht, ob sie es richtig machte, aber es war ein erster Schritt.
Fandom: Original
Challenge: h/c - „Kann ich hierbleiben?“ (für mich)
Anmerkung: Die Grundidee hierfür verfolgt mich, seit ich
Das Mädchen lief schon den halben Tag hinterher Alyssa her. Klar, sie hatte den undankbaren Job bekommen, auf sie aufzupassen, aber sie hatte auch noch anderes zu tun. Lernen zum Beispiel. Aber nein... nur weil sie in dem Augenblick Dienst gehabt hatte, als das Kind durch den Spiegel gestolpert war. Ein dummes, ahnungsloses kleines Mädchen, das im falschen Moment den falschen Spiegel angefasst hatte und jetzt hier festsaß, bis die Passage wieder offen war. Und auf das musste sie jetzt aufpassen.
Solche Dinge kamen vor und auch wenn jedes Kind aufs Neue eine Herausforderung war, die Erwachsenen, die versehentlich herkamen, waren schlimmer. Kinder nahmen die fremde Welt leichter an, auch wenn sie irgendwann anfingen, nach ihren Eltern zu heulen.
Nicht dieses. Das Mädchen hatte bisher kein Wort gesagt, es hielt nur einen Stoffhasen fest im Arm und sah sich aus großen, braunen Augen um, als würde jeden Moment jemand auf es zuspringen. Die langen, matschbraunen Haare wirkten ungepflegt und auch wenn die pinke Jacke neu zu sein schien, sie passte nicht so recht. Sonst hatte das Mädchen nichts dabeigehabt, was merkwürdig war.
Vielleicht hatte es irgendwo auf der anderen Seite ihre Eltern verloren. Alyssa gefiel der Gedanke nicht. Die Eltern mussten durchdrehen vor Angst. Ein ungefähr fünf oder sechsjähriges Mädchen... vom Erdboden verschwunden. Gefahren für solche Kinder gab es auf beiden Seiten der Wirklichkeit mehr als genug.
Sie sah auf ihre Uhr, die mit einer sorgfältigen Schleife an ihrem Handgelenk befestigt war. Zeit war der entscheidende Faktor in jeder Art von Magie, jeder Erstklässler gewöhnte es sich an, seine Uhr nicht in irgendeiner Tasche verschwinden zu lasse, sondern so zu tragen, dass er sie sofort fand. Am Handgelenk, um den Hals, am Gürtel, einige Kommilitonen waren sogar dazu übergegangen, beleuchtete Ziffernblätter in ihre Brillen zu integrieren. Wollte man wissen, wie die Zeit verging, wurde es runtergeklappt und voilà!
Eine kleine Hand schob sich in ihre. Nein, krallte sich fest. Alyssa sah das Mädchen an, das den Mund leicht geöffnet hatte, als wollte es etwas sagen.
Angst lag auf seinem ganzen Gesicht. Seiner ganzen Haltung.
Sie seufzte und ging vor dem Mädchen in die Hocke. Jetzt halbwegs auf Augenhöhe, sagte sie: „Du kannst bald nach Hause. In zwanzig Minuten ist die Passage wieder offen. Wir gehen gleich dorthin zurück, dann bist du im Handumdrehen wieder bei deinen Eltern.“
Natürlich bekam sie keine Antwort. Ob das Mädchen stumm war? Vermutlich aber hatte ihm aber nur die Angst vor dieser fremden Welt die Sprache verschlagen. Auch das kam manchmal vor und sie hatte eindeutig wirklich Glück gehabt. Jasper hatte einmal ein Kind am Hals gehabt, dass ihm andauern weinend davongelaufen war. Damit war er immer noch der Witz der Universität.
Beruhigend (wenigstens hoffte sie das) lächelte sie ihr Anhängsel an und wollte schon wieder aufstehen, als es die Arme um sie schlang. „Darf ich hierbleiben?“, flüsterte die Kleine, so schnell und atemlos, dass Alyssa sie beinahe nicht verstanden hätte.
„Hierbleiben? Aber warum? Willst du nicht zu deiner Mama und deinem Papa zurück?“
Ein Kopfschütteln war die Antwort. Erst nur ganz vorsichtig, dann aber heftiger. Der kleine Körper begann zu zittern und automatisch nahm Alyssa das Mädchen in die Arme. „Warum das?“, fragte sie leise und streichelte beruhigend, oder jedenfalls hoffte sie das, über den schmalen Rücken.
„Sie mögen mich nicht...“
Jetzt war Alyssa erschüttert. Sie kannte es, wenn Kinder mit ihren Eltern Streit hatten und sie für eine Weile sogar zu hassen glaubten. Aber das hier... das war weit jenseits davon. Ihr Anhängsel... ihre... Schutzbefohlene war nicht wütend. Alyssa war keine besonders starke Empathin, aber mit Telepathie ging immer wenigstens ein wenig Empathie einher und die versuchte auch ohne eine aktive Gabe von der anderen Seite. Sollte es jedenfalls. Ausprobiert hatte sie es noch nie, warum auch? Vorsichtig ließ sie ihren Geist wachsen. Behielt dabei die Uhr genau im Auge. Zeit war ein entscheidender Faktor. Zu lange, und der ungeschulte Geist nahm Schaden. Noch länger und sie selbst würde sich nicht mehr zurückziehen können.
Sie brauchte nicht lange. Die Furcht und die... Verlorenheit des Mädchens lagen so offen, dass es sie wunderte, dass keiner der stärkeren Empathen darauf aufmerksam geworden war. Oder aber: sie hatten es bemerkt, es aber auf die ganz normale Angst eines aus seiner eigenen Welt gerissenen Kindes geschoben.
Es dauerte etwas, bis Alyssa sich wieder gänzlich zurückgezogen hatte. Wirklich, sie sollte so etwas öfter machen, dann ginge das auch einfacher. Aber dann sah sie das Kind an, das sie nun anstarrte.
„Was hast du da gemacht?“
„Tut mir leid. Ich wollte nur schauen, wie du dich fühlst.“ Es war normal, das jemand bemerkte, wenn ein anderer seinen Geist berührte. Wenigstens bei Kindern. Die Menschen von der Anderen Seite verlernten das irgendwann, aber ihre Kindern hatten noch das Potential. „Wie heißt du?“
„Johanna.“
„Freut mich, Johanna. Ich kann leider nicht entscheiden, ob du hierbleiben darfst oder nicht. Bei Erwachsenen ist das meistens kein Problem, aber du bist noch ein Kind. Jemand müsste sich um dich kümmern.“
„Kannst du das nicht?“ Johannas Blick war so voller Vertrauen, das Alyssa beinahe weich geworden wäre und ihr die Welt versprochen hätte. „Ich bin noch in der Ausbildung. Ich habe... sehr viel zu tun. Aber ich finde eine Lösung, ja? Ich kenne jemanden, der dir helfen kann. Und wenn du hierbleiben darfst, dann werde ich dich ganz oft besuchen.“
„Versprochen?“
„Versprochen.“
Aus irgendeinem Grund schien Johanna das zu beruhigen, sie bückte sich nach ihrem Hasen, der heruntergefallen war, als sie Alyssa um den Hals gefallen war und drückte ihn wieder an sich.
„Dann komm. Ich stelle dir Persephone vor.“ Zwar war sie sich nicht sicher, ob die Koordinatorin die beste Ansprechpartnerin war, aber wenn nicht, würde sie wenigstens wissen, wer sich um die Angelegenheit kümmern konnte.
Erstmal sah Persephone Johanna nur so eindringlich an, dass diese sich hinter Alyssa verkroch. Sie hatte eindeutig eine lange Schicht hinter sich, die Hochsteckfrisur hatte schon mal besser ausgesehen und einige der Stäbe, die immer drinsteckten, fehlten inzwischen. Was normalerweise bedeutete, dass sie auf die darin verborgenen Zauber hatte zurückgreifen müssen. Die übrigen drei hatten noch das charakteristische Schimmern, das einen aufgeladenen Bann verriet.
Auf dem durchscheinenden Kristall, der ihre Schreibtischplatte war, pulsierten einige Lichter, zwei davon besonders stark. Die Enden der Passage.
„Die Kleine kommt also aus Berlin... Zugangspunkt Zeta. Und sie will wirklich nicht zurück?“
„Nein. Sie hat Angst vor ihren Eltern...“
Persephone seufzte schwer. „So ein Fall musste ja mal kommen.“ Sie stand auf und ging um den Schreibtisch herum. Ihr knöchellanges, weites Gewand raschelte dabei leise. Wie die meisten Höheren Magier bevorzugte auch Persephone einen schlichten Stil. Dunkelblau, kein Muster. Nur die Ringe, die ihre langen Finger zierten, verrieten, dass man es nicht mit irgendwem zu tun hatte. Jedenfalls, wenn man so ignorant war, nicht zu bemerken, dass diese Frau die Autorität wie einen Mantel trug.
Johanna verschwand ganz hinter Alyssa, als Persephone sich vor sie hinkniete. „Keine Angst, Kind. Ich will nur in deinen Geist sehen. Es wird nicht wehtun.“
Im Gegensatz zu Alyssa war Persephone als Empathin mächtig genug, um die Angst des Mädchens zu dämpfen, bis es ein gemurmeltes „Okay“, hervorbrachte und sich vor die Koordinatorin stellte.
Dann passierte eine ganze Weile gar nichts. Jedenfalls nicht auf einer Ebene, die Alyssa ohne weiteres wahrnehmen konnte.
Schließlich stand Persephone wieder auf und streichelte Johanna über den Kopf. „In Ordnung. Wir finden hier einen Platz für dich. Alyssa, sie vertraut dir offenbar. Kannst du dich bis morgen noch um sie kümmern oder lassen deine Studien das nicht zu?“
„Ich krieg das hin.“ Lernen konnte sie auch, wenn Johanna schlief.
„Gut. Bis dahin hab ich alles geregelt und jemand wird sie abholen.“
Johanna, klammerte sich wieder an Alyssa, die eine Hand auf ihre Schulter legte und fragte: „Kann ich sie dann auch besuchen?“
„Ich wüsste nicht, was dagegen spricht.“
Als Alyssa jetzt zu Johanna herabsah, grinste diese. Es wirkte noch etwas unsicher, als wüsste sie nicht, ob sie es richtig machte, aber es war ein erster Schritt.