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Team: Persephone
Fandom: Our Own World
Challenge: Happy Meal - Unter einem Regenschirm an einem Sonntagabend (für mich)
Charaktere: Nathalie, Nadine
Anmerkung: Seht es als Wunschdenken... *schwitz*
Außerdem... ähm... kann man das schon als Smut werten? Bin nicht sicher... >.o


Die Welt schien nur aus dem einheitlichen Rauschen zu bestehen. Dem lauten Prasseln auf dem übergroßen, knallgelben Regenschirm, den Nadine mitgebracht hatte. Nathalie spürte die zahllosen Einschläge der großen Tropfen bis in ihre Hand, die halb neben, halb auf Nadines um dem Griff lag. Um sie herum bildete der Regen eine dünne Wolke aus feinen Tropfen, wo er auf dem Asphalt des Weges auftraf. Die Wiesen glänzten nass im Licht der wenigen Laternen, die vor wenigen Minuten angegangen waren. Hinter dem dichten Vorhang aus Wasser war der See kaum zu sehen, aber Nathalie wusste auch so, dass er sich kaum vom Asphalt unterscheiden würde. Einheitlich grau-schwarz in der zunehmenden Dunkelheit mit einer helleren Schicht aus emporspritzenden Wassertröpfchen, hochgeschleudert vom Regen.
Ein Fahrradfahrer mit Regencape flitzte an ihnen vorbei, ihre Beine dabei nassspritzend. Nadine quietschte und lachte. Im Schatten des Regenschirms war sie mehr ein Umriss als alles andere, die schwarzen Haare bildeten einen noch dunkleren Rahmen um ihr kaum zu erkennendes Gesicht. Aber ihre Stimme war hell und klar und Nathalie musste sie nicht sehen, um den Versuch von Grübchen zu sehen, die ihr Gesicht immer dann versuchte, wenn sie herzhaft lachte.
Sie war so ansteckend, dass Nathalie gar nicht anders konnte, als mitzulachen.
„Na? Bereust du es schon, dass ich auf unser Date bestanden habe?“ Nadines Stimme klang immer noch amüsiert, aber inzwischen kannte Nathalie sie gut genug, um den ernsten Unterton zu bemerken.
„Keine Sekunde. Der Regen ist toll!“ Endlich Abkühlung. Sie ließ den Schirm los um beide Hände in den Regen hinauszuhalten und lachte, als das Wasser auf ihre Haut prasselte.
In den letzten Tagen war es unglaublich heiß gewesen, sodass sie eigentlich vorgehabt hatten, am See ein Picknick zu machen. Das war natürlich buchstäblich ins Wasser gefallen, aber so war es irgendwie viel besser. Sie hatten beide nicht eingesehen, wasserdichte Schuhe anzuziehen und ihre in Sandalen steckenden Füße waren dreckbespritzt und nass.
„Hab ich dir doch gesagt! Außerdem... wann haben wir den Aasee sonst derart für uns?“ Nadine lachte wieder und drehte sich schwungvoll um die eigene Achse, wobei natürlich der Regenschirm wackelte. Es störte Nathalie nicht, sie hob ihr Gesicht den dicken Tropfen entgegen. Sie waren nicht wirklich kalt, zwar auch nicht so warm wie bei einem normalen Sommerschauer, aber das hier war schließlich auch kein Schauer mehr. In der Ferne grummelte Donner und sie sah in die Richtung, in der sie das Gewitter vermutete. Hoffentlich zog es nur vorbei...
„Hey, wo bist du gerade?“ fragte Nadine und strich ihr mit ihre regenfeuchten Händen über das Gesicht, in die Haare.
„Ich mag keine Gewitter...“ Liang fand das immer ziemlich merkwürdig, aber der war ja nicht hier. Nur Nadine und die lehnte ihre Stirn gegen Nathalies, bevor sie ihr einen noch vorsichtigen Kuss auf die Lippen gab. Ganz unschuldig, aber sie schmeckte die Regentropfen, die bei ihrem kleinen Tanz auf ihrem Gesicht gelandet waren. Sommer und Kaffee und Nadine.
„Es ist noch weit weg“, flüsterte sie, sich nicht nennenswert von Nathalies Lippen entfernend. Ihre Hand lag halb in Nathalies Nacken, halb auf ihrer Schulter.
„Ich weiß, es ist albern...“ Und es war noch alberner, sich jetzt und hier zu rechtfertigen. Nadine küsste sie aber wieder. Der Geschmack nach Regen war schon schwächer geworden, dafür war da mehr Kaffee und noch mehr Nadine, als Nathalie den Kuss nun erwiderte. Trotzdem blieb er ebenso kurz wie der erste, der Schirm schwankte etwas, Regentropfen trafen ihre nackte Schulter.
„Ist es nicht. Ich hab Angst vor Gänsen.“
„Das sind aber auch fiese Viecher.“
Noch ein Kuss mit noch weniger Regen.
„Und Gewitter können auch ziemlich unheimlich werden. Auch wenn ich Thor ziemlich heiß finde...“
„Der ist nur für den Donner zuständig. Und Jane wäre eher mein Fall.“
Nadine lachte auf und ihr warmer Atem strich über Nathalies Wangen. Diesmal war sie es, die den Kuss einleitete. Feucht und heiß... Sie legte die Arme um Nadines Hüfte und zog sie eng an sich. Ihr Top war feucht und kühl, der Körper darunter bebte leicht, als Nadine wieder lachte, ohne aber den Kuss nennenswert zu unterbrechen.
Dann verschwand der Schirm plötzlich und Nadines andere Hand strich über Nathalies Rücken. Hielten sie fest, während der Kuss intensiver wurde. Nadines Lippen, ihre Zunge, ihre Hände, der Regen, all das wurde zu einem überwältigendem Ganzen. Die Welt war vergessen. Es waren nur sie beide, die ungeschützt auf einem Weg standen, der mehr einem kleinen Fluss ähnelte, während der Wind den Regen um sie herumtrieb.
Es donnerte. Lauter diesmal und Nathalie zuckte zusammen. Der Moment war vorbei. Nadine war ihr so nahe, dass sie ihr Gesicht gut genug erkennen konnte, um die Sorge zu sehen. „Alles okay?“ Die Berührung war nicht mehr heiß, sondern angenehm kühl, als sie ihr ein paar nasse Strähnen aus dem Gesicht strich.
„Ja. Aber ich glaube, wir sollten lieber zurückgehen...“ Wieder donnerte es, wenige Sekunden später erhellte ein Blitz die Umgebung. Nicht lange genug um Details erkennen zu lassen, aber es reichte, dass Nadines Gesicht kurz in scharfen Linien erscheinen zu lassen, die nicht zu ihr passen wollten.
„Guter Plan... wo ist der verdammte Schirm?“ Nadines gute Laune hatte nicht gelitten, aber sie sah sich suchend nach ihrem Regenschirm um, der zum Glück nur wenige Meter entfernt auf dem Boden lag. „Glaubst du echt, wir brauchen ihn noch?“ Sie waren ja schon durchweicht.
„Heute bestimmt nicht mehr, aber ich würd ihn trotzdem gerne mit heim nehmen.“ Sie ließ Nathalies Hand nicht los, als sie zu dem Schirm gingen und Nadine sich bückte, um ihn aufzuheben. Nach einem kurzen Zögern klappte sie ihn zusammen. „Gehen wir noch zu mir? Zu dir? Oder soll ich dich lieber nur heimbringen?“ Der Zauber drohte zu verfliegen, als Nadine diese Fragen stellte. Nathalie zögerte nur kurz, bevor sie mit beiden Händen Nadines Gesicht umfasste und sie wieder küsste. „Fahren wir zu dir. Sabine hat heute ne Lerngruppe da und glaub mir... du willst keinen Haufen angehender Mediziner erleben, die sich über irgendwelches ekliges Zeug abfragen.“
„Will ich das nicht?“
„Bestimmt nicht.“ Okay, das hatten sie erst einmal getan, aber das hatte Nathalie auch wirklich gereicht.
„Okay. Mein Vater ist vermutlich da...“ Es klang fragend. Nathalie hatte ihn erst einmal getroffen, da hatte sie sich ganz gut mit ihm verstanden. Wie die Sache stehen würde, wenn sie ihm offiziell als Nadines Freundin vorgestellt wurde, würde sich dann zeigen.
„Kein Problem damit. Dann machen wir es eben offiziell. Außer du willst noch nicht.“
Nadines Lachen klang diesmal etwas angespannt. „Ich hätte das auch schon letztes Mal offiziell gemacht aber da war es... naja noch nicht offiziell.“
„Dann ändern wir das heute. Außerdem hat er bei dem Wetter vielleicht mehr Hemmungen, mich rauszuwerfen.“
„Das würde er nicht wagen. Komm, gehen wir. Sonst stehen wir noch morgen früh hier und langsam wird’s doch kalt.“
Dem konnte Nathalie nur zustimmen.

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