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Team: Persephone
Autor: Jenchan
Challenge: H/C - Gerüchte/Verleumdung (für mich)
Titel: Leiser Abschied
Fandom: Original (Hugh-versum)
Words: 722
Warnings: unbetaed, uncorrected
ContinuationTeil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7 | Teil 8 | Teil 9 | Teil 10 | Teil 11 | Teil 12 | Teil 13 | Teil 14

Kommentar: So. Damit hat auch bei mir die Sommerchallenge Einzug gehalten. Ich wünsche allen Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern viel Inspiration und Kreativität!

Leiser Abschied

Hugh stand leise auf und rieb sich kurz über die Augen, bevor er sich ins Badezimmer schlich und seine Morgenhygiene begann. Geschlafen hatte er kaum etwas und die wenigen Stunden waren äußerst ruhelos gewesen. Die ganze Situation vom Vorabend steckte ihm immer noch in den Knochen und der Ärger wollte einfach nicht abebben. Wahrscheinlich lag das auch ein wenig an der uneinsichtigen Reaktion der Martinez-Brüder, die sein ganzes Projekt gefährdeten. Es würde schwer sein, seine Herkunft weiter zu verheimlichen und es würde bestimmt nicht lange dauern, bis die ersten Reporter auftauchen würden.
Ein Blick auf die Uhr, als er wieder in sein Zimmer zurückkehrte, sagte ihm, dass es erst vier Uhr früh war. Dennoch war natürlich an Schlaf nicht mehr zu denken und er zog sich frische Kleidung an. Dann packte er alle Sachen. Hier konnte er nicht mehr bleiben. Er musste zurück und wahrscheinlich auch dort bald seine Zelte abbrechen.
Mit dem Telefon suchte er sich die Nummer eines Taxiunternehmens und brachte anschließend das Zimmer soweit in Ordnung, wie er konnte. Dann schlich er sich leise aus dem Haus der Martinez, hinterließ aber auf einem Notizzettel eine Nachricht für Eliza. Er wollte sie nicht wecken, aber spurlos zu verschwinden wäre ihr gegenüber auf jeden Fall ein Affront, den er sich nicht leisten wollte. Es tat ihm ja auch auf gewisse Weise leid, dass die gemeinsam geplanten Feiertage in ihrem Elternhaus ein derartiges Ende nahmen. Aber es hatte ihm auch gezeigt, dass die bürgerliche Welt ganz anders aussah als seine eigene adelige.

Am Flughafen ließ Hugh sich sein Ticket auf den nächsten Flug umbuchen und war froh, dass er auf den Start von eben jenem nicht lange warten musste. Er war angespannt und hoffte, dass er sich der Situation mit Eliza nicht eher stellen musste, als unbedingt notwendig. Es würde schwer werden der Gesellschaft beizubringen, dass Eliza Martinez keine Heiratskandidatin war. Wieso sollte sie das auch sein? Abgesehen davon, dass er nicht annahm, Eliza hätte überhaupt ein derartiges Interesse an ihm, kam es einfach nicht in Frage, dass er sie zu einer Thronprinzessin machte. Er mochte Miss Martinez wie sie war. Das beherzte Temperament und die Hingabe, mit der sie sich den Lebensumständen widmete. Abgesehen davon war sie älter als er.
Hugh spürte Kopfschmerzen näherkriechen und er stieß bedacht in einem leisen Seufzen die Atemluft aus. Dann holte er sein Handy hervor und informierte seine Familie, dass er auf den Rückweg zur Universität war. Außerdem kontrollierte er auch gleich, ob es neue Spekulationen über ihn gab oder ob das PR-Büro seiner Familie die Lage wieder unter Kontrolle gebracht hatte. Letzteres wäre ihm am liebsten, dann konnte er wahrscheinlich sein Projekt fortsetzen. Andererseits glaubte er nicht daran. Er hatte genug von der Welt kennengelernt, um zu wissen, dass es nicht so einfach war wieder aus den Medien zu verschwinden, wenn man erst einmal in einen Skandal verwickelt war. Im schlimmsten Fall würden die Gerüchte so weit gehen, dass er sogar sein Studium unterbrechen müsste. Er stellte es sich ziemlich schwierig vor, sich auf die Unterrichtsinhalte zu konzentrieren, wenn ständig Blicke auf ihm lagen. Er schien ja so schon aufzufallen wie ein bunter Hund.

Hugh's Herz begann sich vor Schreck einen Moment zu verkrampfen, als sein Handy zu vibrieren begann und noch schlimmer wurde das beklemmende Gefühl, als er Elizas Kontaktdaten am Display sah. Er konnte sich nicht entscheiden, ob er den Anruf annehmen oder abweisen sollte und schlechtes Gewissen regte sich in ihm, als die Anruferin schließlich in die Mailbox umgeleitet wurde.
Dann klingelte das Handy erneut und brachte Hugh leicht zum Lächeln. Dass Eliza zu den hartnäckigen Menschen gehörte, wusste er ja. Aber erneut konnte er sich nicht durchringen, den Anruf entgegen zu nehmen. Er musste erst über alles nachdenken, bevor er mit Eliza sprach und die Sache mitunter noch schlimmer machte. Die Gerüchte, die sich über eine Liaison zwischen ihnen verbreitete, waren schlimm genug und am Telefon wollte er einer aufgebrachten Lateinamerikanerin auch nicht erklären, warum er so sag- und klanglos verschwinden hatte müssen. Bestimmte Situationen erforderten nun einmal auch drastische Maßnahmen und er wollte nichts tun, was die Gerüchte zusätzlich am Leben erhielt. So Leid es ihm auch um die aufblühende Freundschaft zu Miss Martinez tat. Vorerst musste er Abstand halten und sobald auch zu ihr durchgedrungen war, um was es wirklich ging, würde sie wahrscheinlich zum selben Schluss kommen.

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