"Sind das Erdbeer- oder Blutflecken?"
Jun. 22nd, 2015 10:11 pmFandom: Tumbling
Challenge: "Sind das Erdbeer- oder Blutflecken?"
Charaktere: Tsukimori Ryôsuke, Azuma Wataru, der Rest, Ezaki Shoko
Anmerkung: Diesmal etwas kürzer, aber die Charaktere haben getrödelt. Daher passiert auch nicht viel. Ansonsten… Halbwissen über Rippenprellungen, google sei Dank.
Wörter: 1350
Teil 1, Teil 2
Teil 3, Teil 4
Teil 5
Uhm.... es artet etwas aus, sorry... ._.
Am Ende hatte er sich durchgesetzt, auch wenn Wataru klargemacht hatte, dass er davon nichts hielt. Laut und deutlich. Als sie in der ersten Stunde saßen, stand fest, dass er besser auf Wataru gehört hatte. Während der Lehrer vorne irgendetwas über Statistikrechnungen laberte, spürt Ryôsuke regelrecht, wie Wataru ihn immer wieder ansah. Das war nicht schwer, angesichts der Sitzordnung, aber trotzdem irritierend.
Sie hatten das Morgentraining ausgelassen, was Yuuta zu einer Bemerkung hatte ansetzen lassen, als sie kurz vor Unterrichtsbeginn angekommen waren, aber Wataru hatte ihn nur mit einem „Nicht jetzt“, zum Schweigen gebracht. Mizusawa beließ es daraufhin nur bei einem langen Blick zu Ryôsuke. Kiyama hatte nur kurz die Augenbrauen gehoben und dann wieder auf sein Buch gesehen, von dem Ryôsuke sicher war, dass es nur Show war.
Es war Ryôsuke ganz Recht, dass die Lehrer seine Anwesenheit kaum zur Kenntnis nahmen. Er hielt sich zurück und versuchte einfach nur hin und wieder, eine bequemere Position zu finden, wenn eine ihm zu unangenehm wurde.
Je weiter der Tag voranschritt, desto mehr bereute Ryôsuke es, gekommen zu sein. Man sollte eigentlich meinen, es wäre nicht weiter anstrengend, einfach in der Schule herumzusitzen, aber als der Unterricht endlich vorbei war, fühlte er sich richtig beschissen.
Nicht nur Wataru war alles andere als überzeugt von der Idee, dass er zum Training ging. „Ich wird nur zuschauen, keine Panik“, versuchte Ryôsuke, seinen besten Freund und den Captain zu beruhigen. „Du solltest dich lieber hinlegen“, begann Yuuta, Ryôsuke ließ ihn aber gar nicht erst ausreden und gab ihm einen Klaps auf die Schulter. „Kann ich ja in der Halle machen.“
Ihm war klar, dass das nicht das war, was Yuuta gemeint hatte, aber mit einem hörbar entnervten Seufzen und einem „Übernimm dich aber nicht“, ließ Yuuta die Sache auf sich beruhen. Was aber nicht bedeutete, dass Wataru so einfach nachgab. Kaum war Yuuta vorausgegangen, meint er: „Du solltest besser heimgehen.“
„Alleine?“ Als ob Wataru das zulassen würde, so schlecht konnte sein Gedächtnis nicht sein.
„Dann komme ich eben mit.“
„Was ist mit dem Training?“
Schweigen, dann fluchte Wataru und schwungvoll landete seine Tasche auf dem Boden.
„Oi, Aniki! Was ist los?“ Schwungvoll warf Nippori Wataru einen Arm um die Schultern und machte schon Anstalten, ihn zur Sporthalle zu schieben, aber Wataru drehte sich nochmal um. „Kommst du?“, fragte er Ryôsuke, der nickte.
Sie waren als letzte im Clubraum, wo nur noch Satoshi auf sie wartete. „Yuuta-senpai sagt, dass du zuschauen sollst, Tsukimori-senpai“, informierte er Ryôsuke überflüssigerweise. „Kein Problem. Hab heute eh keine große Lust.“
„Wirklich? Aber das täglich Training…“
„Ist sonst noch was?“, unterbrach Wataru ihn, woraufhin Satoshi auf eine Schale deutete, in der noch ein paar Erdbeeren lagen. „Die hat Kashiwagi-sensei mitgebracht. Wir haben euch welche übrig gelassen. Beeilt euch aber bitte.“ Ein als Bitte getarnter Befehl. Der Kleine wurde ganz schön frech. Aber keiner widersprach, aber so viel Zeit, die Erdbeeren zu vernichten, musste sein.
Diesmal hatten die Mädchen ihnen nicht ihren Teil der Halle weggeschnappt, auch wenn Aoi-chan ein wenig den Eindruck machte, als hätte sie es am liebsten getan. „Wir sind ihnen besser nicht im Weg“, erklärte Yuuta gerade, als Ryôsuke, Wataru und Nippori als letzte in die Halle kamen. Wenn es ihm störte, dass sie zu spät waren, dann zeigte er es nicht, angesichts der Umstände wohl kein Wunder.
Aoi-chan dagegen, warf ihnen einen missbilligenden Blick zu. Ryôsuke winkte ihr mit einem (wie er hoffte) gut gelauntem Lächeln zu. Dann setzte er sich an den Rand der Matte und versucht irgendwie, einfach nur weiterzuatmen.
Wenn er das nächste Mal verprügelt wurde, sollte er vielleicht darum bitten, dass man seine Rippen in Ruhe ließ. Die waren doch wichtiger als er gedacht hatte. Als die Schmerzen nicht wirklich nachließen, legte er sich einfach auf den Boden, wobei er zumindest versuchte, einen lässigen Eindruck zu erwecken. Das letzte was er brauchte, waren noch mehr besorgte Fragen. Das nervte.
Das half, jedenfalls bis sich ein Schatten über ihn legte. Als er die Augen öffnete, sah er direkt in Ezaki-senseis strenges Gesicht. „Kannst du aufstehen?“
„Huh?“ Er stützte sich auf die Ellenbogen und verzog sofort das Gesicht. Als hätte sie genau das erwartet, nickte Ezaki-sensei knapp, eindeutig eher an sich selbst gerichtet als an ihn.
Auf die Beine zu kommen war nicht einfach und so schmerzhaft, dass ihm die Tränen in die Augen schossen, aber er kippte wenigstens nicht direkt wieder um. Das konnte aber auch daran liegen, dass er ganz bestimmt nicht vor einem Haufen Mädchen UND seinen Freunden Schwäche zeigen würde. Nicht die Art jedenfalls.
„Komm mit, das kann man sich ja nicht mehr mit ansehen.“
„Was? Wohin?“
„Verschwende nicht meine Zeit, komm jetzt.“
Wenn sie so drauf war, war es besser, nicht weiter zu diskutieren, weswegen er ihr bis zum Krankenzimmer folgte. „Was soll das werden?“, fragte er, was ihm einen scharfen Blick einbrachte.
„Ich brauche keinen Arzt!“
„Darüber sind wir geteilter Meinung, aber darum sind wir auch nicht hier. Zeig mir deine Verletzung.“
Verblüfft starrte er sie einen Moment an, bis sie ungeduldig den Kopf schief legte. Zum Glück war Nippori nicht dabei, der hätte nur einen dummen Spruch gebracht, als er die Jacke seiner Schuluniform auszog und sich dann aus dem T-Shirt quälte.
„Sind das Erdbeer- oder Blutflecken?“, fragte Ezaki-sensei und Ryôsuke brauchte einen Moment, bis er begriff, dass sie seine Jacke meinte. „Erdbeeren. Kashiwagi-sensei hat uns welche mitgebracht…“
„Gut. Du solltest wirklich ins Krankenhaus gehen und das röntgen lassen… da könnte was gebrochen sein.“
„Wie oft soll ich es noch sagen, ich will nicht ins Krankenhaus.“
„Wegen deinen Eltern?“
Ryôsuke schwieg, sie schien auch keine Antwort zu erwarten, vorsichtig tastete sie seine Rippen ab. Leise fluchte Ryôsuke, das tat verdammt nochmal weh! Was sie aber offenbar nicht zu interessieren schien. „Sie waren schon anstrengend, als ich verhaftet worden bin“, murmelte er, als sie an einen der Schränke ging und den Inhalt durchsah.
„Interessiert es sie gar nicht, dass du nicht nach Hause kommst?“
Er war sich sicher, dass sie sich extra Zeit ließ.
„Sie hoffen wohl eher, dass ich gar nicht mehr komme.“
Ezaki-sensei hielt inne und drehte sich halb zu ihm um. Schnell wandte Ryôsuke den Blick ab, er hatte keinen Bock auf Mitleid. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sie ihn musterte, zum Glück aber sagte sie nichts. Dann kam sie mit einer Tube zu ihm zurück. „Das sollte für den Moment helfen.“
Auch weil er keine Lust darauf hatte, wieder ausgefragt zu werden, nahm Ryôsuke einfach nur die Salbe und trug sie auf den schillernden Bluterguss auf, der sich an seiner linken Seite gebildet hatte. Dass es derart wehtat, ließ der Bluterguss nicht vermuten. Besser so.
„Geht’s?“, fragte Ezaki-sensei schon. „Das sollte erstmal für eine Schmerzlinderung sorgen. Wie lange hast du die Verletzung schon?“
„Samstagnacht…“
Kurz zog sie missbilligend die Augenbrauen zusammen, aber immerhin belehrte sie ihn nicht. „Ich bin keine Ärztin, aber ich vermute, dass es nicht gebrochen ist. Freu dich nicht zu früh, eine Rippenprellung dauert oft länger als ein Bruch. Erstmal keinen Sport für dich. Überhaupt nichts, wo du dich anstrengend musst, also verzichte bitte auch auf nächtliche Ausflüge.“
„Glauben Sie mir, da bin ich bedient.“
Sie fuhr fort, als hätte er gar nichts gesagt. „Hast du Schwierigkeiten beim Atmen?“
Widerstrebend nickte er. „Wenn ich tiefer einatme jedenfalls.“
„Wenn du Schmerzmittel hast, solltest du welche nehmen. Wenigstens, solange es noch sehr schmerzhaft ist. Sonst gewöhnst du dir eine zu flache Atmung an und das kann zu Problemen mit der Lunge führen.“
„Uhm… okay.“
„Gut.“ Für Ezaki-sensei war die Angelegenheit damit offenbar erledigt, sie räumte wieder auf und schloss den Schrank ab, war aber natürlich schon fertig, bevor Ryôsuke in sein T-Shirt gekommen war. Wenn die Salbe helfen sollte… im Moment tat sie es jedenfalls nicht.
„Ich denke, du findest den Weg zurück alleine, oder?“ Ihr Tonfall verriet schon, dass Ryôsuke besser einfach zustimmte, weswegen er nickte. „Klar.“
„Aber trödel nicht zu lange herum.“ Ein letzter langer Blick streifte ihn, dann war sie zur Tür hinaus. Er beeilte sich auch besser, Wataru würde ihm sonst eine Predigt halten, egal wie unwahrscheinlich es war, dass er hier auf dem Schulgelände in Schwierigkeiten geraten würde.
Challenge: "Sind das Erdbeer- oder Blutflecken?"
Charaktere: Tsukimori Ryôsuke, Azuma Wataru, der Rest, Ezaki Shoko
Anmerkung: Diesmal etwas kürzer, aber die Charaktere haben getrödelt. Daher passiert auch nicht viel. Ansonsten… Halbwissen über Rippenprellungen, google sei Dank.
Wörter: 1350
Teil 1, Teil 2
Teil 3, Teil 4
Teil 5
Uhm.... es artet etwas aus, sorry... ._.
Am Ende hatte er sich durchgesetzt, auch wenn Wataru klargemacht hatte, dass er davon nichts hielt. Laut und deutlich. Als sie in der ersten Stunde saßen, stand fest, dass er besser auf Wataru gehört hatte. Während der Lehrer vorne irgendetwas über Statistikrechnungen laberte, spürt Ryôsuke regelrecht, wie Wataru ihn immer wieder ansah. Das war nicht schwer, angesichts der Sitzordnung, aber trotzdem irritierend.
Sie hatten das Morgentraining ausgelassen, was Yuuta zu einer Bemerkung hatte ansetzen lassen, als sie kurz vor Unterrichtsbeginn angekommen waren, aber Wataru hatte ihn nur mit einem „Nicht jetzt“, zum Schweigen gebracht. Mizusawa beließ es daraufhin nur bei einem langen Blick zu Ryôsuke. Kiyama hatte nur kurz die Augenbrauen gehoben und dann wieder auf sein Buch gesehen, von dem Ryôsuke sicher war, dass es nur Show war.
Es war Ryôsuke ganz Recht, dass die Lehrer seine Anwesenheit kaum zur Kenntnis nahmen. Er hielt sich zurück und versuchte einfach nur hin und wieder, eine bequemere Position zu finden, wenn eine ihm zu unangenehm wurde.
Je weiter der Tag voranschritt, desto mehr bereute Ryôsuke es, gekommen zu sein. Man sollte eigentlich meinen, es wäre nicht weiter anstrengend, einfach in der Schule herumzusitzen, aber als der Unterricht endlich vorbei war, fühlte er sich richtig beschissen.
Nicht nur Wataru war alles andere als überzeugt von der Idee, dass er zum Training ging. „Ich wird nur zuschauen, keine Panik“, versuchte Ryôsuke, seinen besten Freund und den Captain zu beruhigen. „Du solltest dich lieber hinlegen“, begann Yuuta, Ryôsuke ließ ihn aber gar nicht erst ausreden und gab ihm einen Klaps auf die Schulter. „Kann ich ja in der Halle machen.“
Ihm war klar, dass das nicht das war, was Yuuta gemeint hatte, aber mit einem hörbar entnervten Seufzen und einem „Übernimm dich aber nicht“, ließ Yuuta die Sache auf sich beruhen. Was aber nicht bedeutete, dass Wataru so einfach nachgab. Kaum war Yuuta vorausgegangen, meint er: „Du solltest besser heimgehen.“
„Alleine?“ Als ob Wataru das zulassen würde, so schlecht konnte sein Gedächtnis nicht sein.
„Dann komme ich eben mit.“
„Was ist mit dem Training?“
Schweigen, dann fluchte Wataru und schwungvoll landete seine Tasche auf dem Boden.
„Oi, Aniki! Was ist los?“ Schwungvoll warf Nippori Wataru einen Arm um die Schultern und machte schon Anstalten, ihn zur Sporthalle zu schieben, aber Wataru drehte sich nochmal um. „Kommst du?“, fragte er Ryôsuke, der nickte.
Sie waren als letzte im Clubraum, wo nur noch Satoshi auf sie wartete. „Yuuta-senpai sagt, dass du zuschauen sollst, Tsukimori-senpai“, informierte er Ryôsuke überflüssigerweise. „Kein Problem. Hab heute eh keine große Lust.“
„Wirklich? Aber das täglich Training…“
„Ist sonst noch was?“, unterbrach Wataru ihn, woraufhin Satoshi auf eine Schale deutete, in der noch ein paar Erdbeeren lagen. „Die hat Kashiwagi-sensei mitgebracht. Wir haben euch welche übrig gelassen. Beeilt euch aber bitte.“ Ein als Bitte getarnter Befehl. Der Kleine wurde ganz schön frech. Aber keiner widersprach, aber so viel Zeit, die Erdbeeren zu vernichten, musste sein.
Diesmal hatten die Mädchen ihnen nicht ihren Teil der Halle weggeschnappt, auch wenn Aoi-chan ein wenig den Eindruck machte, als hätte sie es am liebsten getan. „Wir sind ihnen besser nicht im Weg“, erklärte Yuuta gerade, als Ryôsuke, Wataru und Nippori als letzte in die Halle kamen. Wenn es ihm störte, dass sie zu spät waren, dann zeigte er es nicht, angesichts der Umstände wohl kein Wunder.
Aoi-chan dagegen, warf ihnen einen missbilligenden Blick zu. Ryôsuke winkte ihr mit einem (wie er hoffte) gut gelauntem Lächeln zu. Dann setzte er sich an den Rand der Matte und versucht irgendwie, einfach nur weiterzuatmen.
Wenn er das nächste Mal verprügelt wurde, sollte er vielleicht darum bitten, dass man seine Rippen in Ruhe ließ. Die waren doch wichtiger als er gedacht hatte. Als die Schmerzen nicht wirklich nachließen, legte er sich einfach auf den Boden, wobei er zumindest versuchte, einen lässigen Eindruck zu erwecken. Das letzte was er brauchte, waren noch mehr besorgte Fragen. Das nervte.
Das half, jedenfalls bis sich ein Schatten über ihn legte. Als er die Augen öffnete, sah er direkt in Ezaki-senseis strenges Gesicht. „Kannst du aufstehen?“
„Huh?“ Er stützte sich auf die Ellenbogen und verzog sofort das Gesicht. Als hätte sie genau das erwartet, nickte Ezaki-sensei knapp, eindeutig eher an sich selbst gerichtet als an ihn.
Auf die Beine zu kommen war nicht einfach und so schmerzhaft, dass ihm die Tränen in die Augen schossen, aber er kippte wenigstens nicht direkt wieder um. Das konnte aber auch daran liegen, dass er ganz bestimmt nicht vor einem Haufen Mädchen UND seinen Freunden Schwäche zeigen würde. Nicht die Art jedenfalls.
„Komm mit, das kann man sich ja nicht mehr mit ansehen.“
„Was? Wohin?“
„Verschwende nicht meine Zeit, komm jetzt.“
Wenn sie so drauf war, war es besser, nicht weiter zu diskutieren, weswegen er ihr bis zum Krankenzimmer folgte. „Was soll das werden?“, fragte er, was ihm einen scharfen Blick einbrachte.
„Ich brauche keinen Arzt!“
„Darüber sind wir geteilter Meinung, aber darum sind wir auch nicht hier. Zeig mir deine Verletzung.“
Verblüfft starrte er sie einen Moment an, bis sie ungeduldig den Kopf schief legte. Zum Glück war Nippori nicht dabei, der hätte nur einen dummen Spruch gebracht, als er die Jacke seiner Schuluniform auszog und sich dann aus dem T-Shirt quälte.
„Sind das Erdbeer- oder Blutflecken?“, fragte Ezaki-sensei und Ryôsuke brauchte einen Moment, bis er begriff, dass sie seine Jacke meinte. „Erdbeeren. Kashiwagi-sensei hat uns welche mitgebracht…“
„Gut. Du solltest wirklich ins Krankenhaus gehen und das röntgen lassen… da könnte was gebrochen sein.“
„Wie oft soll ich es noch sagen, ich will nicht ins Krankenhaus.“
„Wegen deinen Eltern?“
Ryôsuke schwieg, sie schien auch keine Antwort zu erwarten, vorsichtig tastete sie seine Rippen ab. Leise fluchte Ryôsuke, das tat verdammt nochmal weh! Was sie aber offenbar nicht zu interessieren schien. „Sie waren schon anstrengend, als ich verhaftet worden bin“, murmelte er, als sie an einen der Schränke ging und den Inhalt durchsah.
„Interessiert es sie gar nicht, dass du nicht nach Hause kommst?“
Er war sich sicher, dass sie sich extra Zeit ließ.
„Sie hoffen wohl eher, dass ich gar nicht mehr komme.“
Ezaki-sensei hielt inne und drehte sich halb zu ihm um. Schnell wandte Ryôsuke den Blick ab, er hatte keinen Bock auf Mitleid. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sie ihn musterte, zum Glück aber sagte sie nichts. Dann kam sie mit einer Tube zu ihm zurück. „Das sollte für den Moment helfen.“
Auch weil er keine Lust darauf hatte, wieder ausgefragt zu werden, nahm Ryôsuke einfach nur die Salbe und trug sie auf den schillernden Bluterguss auf, der sich an seiner linken Seite gebildet hatte. Dass es derart wehtat, ließ der Bluterguss nicht vermuten. Besser so.
„Geht’s?“, fragte Ezaki-sensei schon. „Das sollte erstmal für eine Schmerzlinderung sorgen. Wie lange hast du die Verletzung schon?“
„Samstagnacht…“
Kurz zog sie missbilligend die Augenbrauen zusammen, aber immerhin belehrte sie ihn nicht. „Ich bin keine Ärztin, aber ich vermute, dass es nicht gebrochen ist. Freu dich nicht zu früh, eine Rippenprellung dauert oft länger als ein Bruch. Erstmal keinen Sport für dich. Überhaupt nichts, wo du dich anstrengend musst, also verzichte bitte auch auf nächtliche Ausflüge.“
„Glauben Sie mir, da bin ich bedient.“
Sie fuhr fort, als hätte er gar nichts gesagt. „Hast du Schwierigkeiten beim Atmen?“
Widerstrebend nickte er. „Wenn ich tiefer einatme jedenfalls.“
„Wenn du Schmerzmittel hast, solltest du welche nehmen. Wenigstens, solange es noch sehr schmerzhaft ist. Sonst gewöhnst du dir eine zu flache Atmung an und das kann zu Problemen mit der Lunge führen.“
„Uhm… okay.“
„Gut.“ Für Ezaki-sensei war die Angelegenheit damit offenbar erledigt, sie räumte wieder auf und schloss den Schrank ab, war aber natürlich schon fertig, bevor Ryôsuke in sein T-Shirt gekommen war. Wenn die Salbe helfen sollte… im Moment tat sie es jedenfalls nicht.
„Ich denke, du findest den Weg zurück alleine, oder?“ Ihr Tonfall verriet schon, dass Ryôsuke besser einfach zustimmte, weswegen er nickte. „Klar.“
„Aber trödel nicht zu lange herum.“ Ein letzter langer Blick streifte ihn, dann war sie zur Tür hinaus. Er beeilte sich auch besser, Wataru würde ihm sonst eine Predigt halten, egal wie unwahrscheinlich es war, dass er hier auf dem Schulgelände in Schwierigkeiten geraten würde.