Sturzgefahr

Jun. 7th, 2015 06:07 pm
luinaldawen: (Default)
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Fandom: Tumbling
Challenge: Sturzgefahr (ich wollte ja die Rosa Pantoffeln, aber der Plot war anderer Meinung…)
Charaktere: Tsukimori Ryôsuke, Azuma Wataru, (Azuma Natsuko)
Anmerkung: Es ist irgendwie kein Ende in Sicht… hier passiert nicht besonders viel, aber… hey, es könnte gerade schlimmer laufen?

Wörter: ~1600

Für [livejournal.com profile] rei17, natürlich *g*

Teil 1
Teil 2


Er hatte gehofft, dass am nächsten Tag wundersamerweise alles wie immer laufen würde. Dass Wataru ihn laut und unsanft wecken würde, weil man Natsuko-san nicht warten ließ, wenn sie zum Frühstück rief. Egal ob es ein Schultag war oder nicht. Egal ob sie verletzt gewesen waren oder sich vor Muskelkater kaum bewegen konnten.
Heute war es anders. Als Ryôsuke aufwachte, war es viel zu hell. Die Art Helligkeit, die bezeugte, dass man es nicht mehr als Morgen durchgehen lassen könnte. Wataru war nirgendwo zu sehen, also vermutlich unten. Außer, er war rausgegangen, um zu trainieren, was Ryôsuke aber nicht erwartete. Egal wie sehr Wataru gerade unter Umständen gerade seinen kleinen Rachefeldzug an Leuten, die Ryôsuke nicht in seiner Nähe wissen wollte, plante… er wäre nie einfach gegangen, ohne ihn zu wecken.
Oder? Was, wenn er im Schlaf irgendetwas gesagt hatte? Wataru machte sich manchmal darüber lustig, dass er, im Schlaf redete. Wer sagte, dass sein Unterbewusstsein ihn nicht aufs hinterlistigste verraten hatte?
Abrupt setzte Ryôsuke sich auf und krümmte sich sofort wieder zusammen. Er hatte in der Nacht nicht darauf geachtet, wo er ernsthafter verletzt sein könnte, aber seine Rippen waren gerade sehr heiße Kandidaten. War es normal, dass es so wehtat? Hatte er das schon mal gehabt?
Ein paar Mal bemühte er sich, ruhig durchzuatmen und beschloss, dass er sich nur an einmal erinnerte, wo das schon zu viel gewesen war. Takano, dieser verdammte Arsch… wenn er gewusst hätte, dass er ihn nach Jahren noch nicht los war, dann hätte er die Sache damals durchgezogen.
Aber nein, er hatte ja im falschesten Moment von allen sein Gewissen entdecken müssen. Das hatte er jetzt davon. Gebracht hatte es ihm jedenfalls nichts.
“Wir sind noch nicht fertig mit dir.“
Die Worte tauchten so unvermittelt, wieder in seinem Gedächtnis auf, dass Ryôsuke etwas zu tief Luft holte. Heftiger Schmerz erblühte in seinen Rippen und er fluchte. Wie lange war das her? Drei Jahre ungefähr… In der Schule hatte es Gerede gegeben, dass Kurasaki drei Jahre bekommen hatte… wie war das bei den anderen gewesen? Vermutlich ähnlich.
Ryôsukes Hände krallten sich in die Bettdecke. Wieso geriet ausgerechnet jetzt alles so außer Kontrolle? Sein Leben war gerade erst wieder halbwegs in geregelte Bahnen gerutscht und wenn er jetzt nochmal die Kontrolle verlor, er wollte sich nicht ausmalen, was dann passieren würde. Erst hatte er seine Eltern verloren. Es war reines Glück gewesen, dass er sich mit Wataru angelegt hatte. Was, wenn er ihn auch noch verlor? Das Team? Wenn sie auch die Nase von ihm voll hatten, wenn sie erfuhren, was damals passiert war?
„Scheiße…“
Wataru würde weiter Fragen stellen. Oder auf eigene Faust Nachforschungen anstellen. Beides war Ryôsuke überhaupt nicht Recht. Wollte er, dass Wataru von irgendjemand anderem erfuhr, was damals passiert war?
Wo steckte er eigentlich?
So groß die Versuchung auch war, Wataru und seinem viel zu aufmerksamen Blick noch eine Weile auszuweichen, Ryôsuke traute der Sache nicht. Je länger er sich hier verkroch, desto schlimmer würde es am Ende werden. Besser, er brachte es einfach hinter sich. Auf die eine oder andere Art und Weise.
Seine Klamotten vom Vortag waren nicht mehr dort, wo er sie einfach fallen gelassen hatte, was wohl bedeutete, dass Natsuko-san sie eingesammelt hatte. Normalerweise warf sie ihm dabei wenigstens einen vorwurfsvollen Blick zu, weil es so oft nötig war, sie zu waschen. Noch etwas, was heute nicht passte.
Es war wohl ein Zeichen dafür, dass er zu oft hier übernachtete, dass er schon einige Klamotten hier hatte. Nicht viele, aber genug, dass er sich etwas frisches anziehen konnte, wenn er unvermutet hier aufkreuzte.
Wataru saß unten und sah seiner Mutter dabei zu, wie sie alles für das Tagesgeschäft vorbereitete. Die Haare waren noch ungestylt und ließen ihn viel jünger wirken. Harmloser. Sein Blick streifte Ryôsuke nur kurz, als der sich neben ihn setzte, dabei ganz sicher bemerkend, wie vorsichtig er sich noch bewegte. Jeder andere hätte spätestens jetzt darauf bestanden, ins Krankenhaus zu gehen um sich durchchecken zu lassen, aber Ryôsuke war unendlich dankbar, dass Wataru genau wusste, wie sinnlos schon der Vorschlag wäre.
Als hätte sie ihn schon erwartet, stellte Natsuko-san ihm Frühstück hin und als Ryôsuke es erstmal nur ansah, als wüsste er nicht, was er damit anfangen sollte, befahl Wataru: „Los. Iss.“ Wataru hatte zweifellos schon gegessen.
„Wie spät ist es?“, fragte Ryôsuke aber erstmal nur. Irgendwann gestern Abend hatte sein Vater zurückkommen wollen. Möglich, dass man sich inzwischen fragte, wo er schon wieder steckte. Nein, wohl eher nicht.
„Gleich zehn.“ Ihre Blicke trafen sich kurz und Ryôsuke senkte sofort den Kopf. Sein Pony fiel ihm weit genug über die Augen, um immerhin ein wenig zu verbergen.
„Du hättest mich ruhig wecken können.“
Wataru schnaubte nur, dann herrschte eine Weile Schweigen. Dass Wataru keine Fragen mehr stellte, machte die Angelegenheit nicht viel einfacher. Sollte er es ihm wirklich erzählen? Alles? Einen Teil? Welchen?
„Weißt du noch, als wir… uns gestritten haben?“ Wataru hatte ihn auch da nicht im Stich gelassen, obwohl er allen Grund dazu gehabt hätte. Das gab Ryôsuke wenigstens die Hoffnung, dass er ihm diesmal auch nicht den Rücken zukehren würde. Und gleichzeitig hatte er wahnsinnige Angst davor, dass genau das passieren könnte. Oder dass es nicht passieren würde. Er wusste es selbst nicht mehr. Damals hatte er immerhin niemanden gehabt, den er enttäuschen konnte.
Aus den Augenwinkeln sah er, dass Wataru sich versteifte.
„Hör auf, so dumme Fragen zu stellen.“
Kurz, ganz kurz nur hoben sich Ryôsukes Lippen zu einem Lächeln. „Sowas wäre fast schon mal passiert. Als ich fast mit der Mittelschule fertig war.“
Zwar war er sich sicher, dass er damit Watarus Aufmerksamkeit hatte, aber er traute sich nicht mehr, ihn anzusehen. Nicht einmal einen winzigen Moment lang.
„Die Leute mit denen ich damals abhing, waren ziemlich gefährlich.“ Sein Frühstück erinnerte inzwischen nicht mal mehr im Entferntesten daran, dass es einmal gelebt hatte. Oder essbar gewesen war. „Ich sollte bei einem Einbruch Schmiere stehen.“
„Aber du hast es nicht gemacht.“ Watarus Stimme klang so überzeugt, dass Ryôsuke für einen Moment ganz anders wurde.
„Doch…“ Er hatte keine Ahnung, ob das Wort überhaupt bei Wataru ankam, aber das war auch egal. „Ich wollte einfach dazugehören… es hat sich ja sonst niemand für mich interessiert. Aber dort… bei denen war ich jemand. Ein kleines Licht zwar, aber man hat mich bemerkt…“ Scheiße… das lief zu sehr aus dem Ruder, es wurde viel zu emotional. Ryôsuke hatte sich nicht die dumme Hoffnung gemacht, dass es einfach werden würde. Aber so schwer… nein. Damit hatte er nicht gerechnet. Wieso tat es immer noch so weh, daran zu denken? „Hab dann aber Panik bekommen und bin abgehauen. So was… das ist einfach nichts für mich… sie wurden dann erwischt und drei sind den Knast gewandert.“ Er schluckte. „Inzwischen sind sie wieder draußen. Und nicht gut auf mich zu sprechen. Von den anderen hab ich direkt eine Abreibung bekommen, aber der Boss ist anscheinend noch nicht fertig mit mir.“ Seine Rippen konnten da ein Lied von singen.
„Du glaubst also nicht, dass sie dich in Ruhe lassen.“ Noch immer sah Ryôsuke Wataru nicht an, aber er konnte dessen Blick deutlich auf sich spüren.
„Meinetwegen ist…“ In letzter Sekunde verschluckte er den Namen wieder, „der Boss drei Jahre in Gefängnis gekommen. Ich bezweifle, dass er in der Zeit den Zen für sich entdeckt hat.“ Sonst hätte Takano nicht die Vorhut gespielt.
„Wir sind noch nicht fertig mit dir.“
Das war nur ein Vorgeschmack gewesen. Verdammte Scheiße. Hätte er damals auch nur eine Sekunde lang sein Hirn eingeschaltet, wäre ihm klargewesen, dass man solchen Leuten nicht so einfach entkam. Aber er hatte ja offenbar auch nichts daraus gelernt. Er war so unglaublich dämlich.
Was sollte er jetzt nur tun?
Wataru schwieg eine ganze Weile. Dann sagte er: „Warum hast du mir davon nicht schon eher erzählt?“
Weil er gehofft hatte, dass das alles einfach verschwinden würde, wenn er es nur ignorierte? Ryôsuke zuckte mit den Schultern. „Das ist nichts, worauf ich stolz bin.“
„Du hast aber noch die Kurve gekriegt. Wir haben alle Scheiße gebaut.“
Damit hatte Wataru natürlich Recht. „Ich weiß.“
„Ich pass schon auf, dass sie dir nichts mehr tun.“
Jetzt schaffte Ryôsuke es endlich, Wataru anzusehen. Breitbeinig saß er auf dem Hocker, mehr Platz einnehmend als er brauchte. Genauso wie immer.
„Aber sorg dabei auch dafür, dass ich euch beide nicht im Krankenhaus besuchen muss.“ Natsuko-san warf Wataru einen strengen Blick zu. Sie hatte beschäftigt getan, aber Ryôsuke war klar, dass sie alles mit angehört hatte.
„Dafür braucht es mehr als ein paar Idioten.“ Wataru verschränkte die Arme hinter dem Kopf und grinste breit.
„Ich meine das ernst.“
„Ich auch.“
Ryôsuke begann sich unwohl zu fühlen. Wataru gehörte zu den Leuten, die sich für andere in Schwierigkeiten brachten und dann so taten, als wäre nichts dabei. Aber das hier war keine Kleinigkeit. „Wataru… ich will dich nicht da mit reinziehen.“
Nicht nur Wataru sah ihn jetzt an, als hätte er etwas unglaublich dummes gesagt. Natsuko-san lächelte nachsichtig, überließ aber ihrem Sohn das Wort. „Hör endlich auf, so einen Schwachsinn zu reden. Mit denen werd ich schon fertig. Oder glaubst du echt, ich lasse dich hängen?“
„Nein… natürlich nicht.“ Aber ein Teil von ihm wünschte sich, er würde es tun. Dann müsste er sich jetzt nicht so schuldig fühlen. Weil er Schuld war, wenn Wataru in Gefahr geriet. Und weil er ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt hatte.

Date: 2015-06-07 08:22 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Abrupt setzte Ryôsuke sich auf und krümmte sich sofort wieder zusammen. Er hatte in der Nacht nicht darauf geachtet, wo er ernsthafter verletzt sein könnte, aber seine Rippen waren gerade sehr heiße Kandidaten. War es normal, dass es so wehtat? Hatte er das schon mal gehabt?
Ach baby ... ;___;
Ich fand das auch in Teil 2 so schön wie Ryousuke so benebelt in das Restaurant gewankt ist und eigentlich kaum was mitbekommen hat außer "Wataru ist da... oh gott sei dank". Und gar nicht richtig mitbekommen hat, dass er gerade beinah ohnmächtig geworden ist...
Mein Herz.

UnD DANN DIESER FLASHBACK!!!!
FRÄULEIN!!!
DAS GEHT NICHT!! ;___;
Mein armes Häschen ... ugh, es ist so schlimm und so schön beschrieben, wie er da liegt und das alles auf ihn einströmt und er solche Angst hat, dass die anderen es rausfinden könnten... WAS IST PASSIERT? T__T
Und Gott, Ryousuke hat solche Issues. Er hat SOLCHE ISSUES. Wataru wird dich nie verlassen und das Team auch nicht, die lieben dich doch ... Wataru besonders! ;__;
(Sorry ich hab Gefühle im Auge ...)

Es war wohl ein Zeichen dafür, dass er zu oft hier übernachtete, dass er schon einige Klamotten hier hatte.
Head canon total akzeptiert. Ich denke auch, dass Ryousuke öfter bei Wataru übernachtet als zu Hause (AUS GRÜNDEN!!) und dass er bei ihm schon ne Zahnbürste und ein paar T-Shirts zum Wechseln deponiert hat. Die beiden sind ja auch ungefähr gleich groß, also vielleicht passiert es auch mal, dass sie ein T-Shirt vom anderen anziehen ... *__* *hust*

Die Haare waren noch ungestylt und ließen ihn viel jünger wirken. Harmloser.
ICH LIEBE WATARU MIT UNGESTYLTEN HAAREN! Er sieht dann immer so wahnsinnig jung und niedlich und brav aus und gah ....

OH GOTT UND DANN REDEN SIE MITEINANDER OH GOTT SEI DANK! ;____;
Ich weine hier gerade, weil es so schön ist ...
Ich liebe es wie Ryousuke eigentlich nicht will, aber eigentlich doch, weil er es nicht ertragen kann in dieser Ungewissheit zu leben, dass Wataru ihn deswegen vielleicht verlassen könnte und wie es dann immer mehr aus ihm heraussprudelt ... gah ...

„Aber du hast es nicht gemacht.“ Watarus Stimme klang so überzeugt, dass Ryôsuke für einen Moment ganz anders wurde.
Ich liebe es wie Wataru immer nur an das Allerbeste in Jedem glaubt ... ach Herzblatt....

„Wir sind noch nicht fertig mit dir.“ Großer Gott.... das macht mir Angst ...
Und Ryousuke ja offenbar auch ... zu Recht....
Bitte sag mir, dass Wataru sich jetzt als 24/7 Bodyguard anbietet, weil ugh ... die schlagen ihn doch sonst tot wie Kiyamas Freund... ;_;

„Warum hast du mir davon nicht schon eher erzählt?“
Weil er gehofft hatte, dass das alles einfach verschwinden würde, wenn er es nur ignorierte? Ryôsuke zuckte mit den Schultern. „Das ist nichts, worauf ich stolz bin.“

WEIL ICH ANGST HATTE DU LIEBST MICH DANN NICHT MEHR ....!!!
*sobbing*
Ach, ihr zwei.... *geht eine Runde weinen*

UND NATÜRLICH LÄSST ER DICH NICHT HÄNGEN, RYOUSUKE WEIL ER DICH LIEBT MAN; DU BIST SEIN BESTIE FOREVER AND EVER AND EVER !!! ;___;
Ach das Ende war so toll ...
Ich weiß gar nicht was du hast, das war ein großartiger Teil mit ALLEN Gefühlen und es hat die Handlung doch entscheidend vorangebracht - weil zumindest weiß man jetzt was los ist und Wataru weiß es auch und da ist mir gleich ein bisschen wohler dabei ...
Ach ihr zwei ... *weint+
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Schreib bitte schnell weiter !! *_____*

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