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Apr. 19th, 2015 07:19 pm
[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Teen Wolf
Challenge: "Häng dir doch ein Schild um: 'Ansprechen auf eigene Gefahr'" (vom 15.11.2014)
Personen: Scott/Stiles
Wörter: ~ 700
Summary: Scott hat Heimweh.

Scott sieht erbärmlich aus.

Nein, es gibt keine diplomatischere Weise, das zu beschreiben. Er schaut erbärmlich drein dort auf der anderen Seite, guckt in die Kamera seines Laptops wie ein sterbender Welpe und Stiles ist sich sicher, dass sein bester Freund gerade das Skype-Fenster, auf dem er ihn sieht, auf den ganzen Bildschirm großgezogen hat.

„Was machst du vor dem PC, hm?“, sagt Stiles mit seiner sanften Stimme, die ausschließlich für Scott reserviert ist.

„Gibt's keine Semesteranfangsparty, auf der du neue Freunde kennenlernen solltest?“

Scott verpixelt für ein paar Sekunden ein wenig und beißt sich zögerlich auf die Unterlippe. Man sieht das über die schlechte Internetverbindung nicht besonders gut, aber sie wirkt aufgenagt.
„Schon“, gibt er kleinlaut zu.

„Aber ich fühl mich nicht so.“

„Scotty....“ Stiles seufzt leise.

Nicht, dass ihm das hier leichtfallen würde. Er redet sich seit Tagen ein, dass es schlimmer sein könnte. Scott könnte in Florida am College hocken. Beispielsweise. Nicht „nur“ circa sechs Stunden entfernt. Sechs Stunden sind nichts. Wenn man ignoriert, dass niemand von ihnen das Geld hat, diese Strecke öfter als alle drei Monate zurückzulegen.

„Es riecht alles so fremd hier, okay.“
Scott fährt sich durch die Haare, bis sie ihm in alle Richtungen abstehen. Sein Blick ist stumpf und verzweifelt zugleich und Stiles wird schmerzlich bewusst, was Malia ihm erst gestern dazu gesagt hat.
„Wir müssen auf ihn aufpassen“, hat sie gemurmelt.
„Er ist da ganz allein.“

Stiles möchte sich ein wenig selbst schlagen, dass er im ersten Augenblick dabei an Schulnoten und daran gedacht hat, dass Scott sich auf dem Campus verlaufen könnte.

„Es riecht nach... keine Ahnung. Zumindest nicht nach zu Hause. Nicht nach euch. Nicht nach...“
Scott verstummt und wird ein wenig rot.

„Wahrscheinlich wär's schon schwer genug, wenn ich mir diesen Körper nicht mit einem territorialen Raubtier teilen müsste. Aber so... Es ist so... Alles irritiert mich so. Ich habe Tage, da will ich jeden anknurren, der mir in der Mensa einen Blick zuwirft und im nächsten Moment...“

“...kommen mir die Tränen, vervollständigt Stiles im Kopf, weil er sehen kann, wie die Augen seines besten Freundes anfangen zu glänzen.

Es ist absurd, dass sie weder ein Alpha-Rudel noch ein Darach, ein Nogitsune oder Berserker aus dieser Stadt vertrieben haben. Aber so etwas Simples wie College hat es geschafft, Scott von seinem Revier zu trennen.

„Ich weiß, es ist vollkommen irrational und bescheuert“, gibt er kleinlaut zu; „Aber ich will nach Hause.“

„Okay.“ Stiles fährt sich über die Stirn.

„Okay, okay. Was ist, wenn wir dir was von unseren Sachen schicken? Würde dir das helfen, wolfstechnisch und so?“

Sein Freund blinzelt.
„Vielleicht“, sagt er leise.

„Gut. Ich leiere Kira eines ihrer Hemden aus den Rippen. Und Malia eine ihrer gefühlt fünfhundert Strickjacken. Und du kriegst meinen Hoodie. Ist das nichts?“ Stiles zupft aufmunternd am Kapuzenpullover, den er trägt.
Er würde ihn sich am liebsten gleich vom Leib ziehen und höchstpersönlich zu Scott herüberfahren, aber sein Konto ist diesen Monat schon im Minus. Sein Jeep fährt nicht mit Luft und Liebe.
Doch alles in ihm verzehrt sich danach, Scott die Gesellschaft zu bieten, die der braucht. Vielleicht ist das so eine Anker-Sache, wer weiß.

„Und häng dir am besten ein Schild um: Ansprechen auf eigene Gefahr.“

Scott schmunzelt. Immerhin.

„Danke“, sagt er nach einer kleinen Weile, in der er und Stiles sich angesehen haben. Ihre Gesichter werden abwechselnd pixelig und klar, ihre Bewegungen hängen in den Unweiten des Internets nach und verlangsamen sich zuweilen.
Stiles spürt, wie es ihm die Kehle zuschnürt.
Er mag Pixel-Scott nicht, er braucht den echten.

Aber er kann unmöglich auch noch anfangen zu jammern. Es ist so schon schwer genug.


Am Abend packt er einen Karton, in den er eines seiner T-Shirts einwickelt und legt sich abends in seinem Hoodie ins Bett.
Je mehr das Teil nach ihm riecht, umso besser. Zumindest hat Scott das gesagt.

Stiles liegt lange wach, bis Träume durch die Dunkelheit gleiten.
„Ich will nach Hause“, säuselt die Erinnerung an Scott ihm in die Ohren.

Und er kuschelt sich in die Leere des Bettes.

„Ich auch, Scotty.“

Date: 2015-04-19 08:03 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
WINOOOOOOOO! ;__;
WHYYYYYY????
Noooooo!!!
Wieso trennst du sie? Wieso brichst du mir das Herz? Wieso bist du Satan? ;____;
Okay, wo ist die Fortsetzung wo Stiles mitten in der Nacht bei Scott auftaucht, nass geregnet und außer Atem, nachdem er sechs Stunden durchgefahren ist und ihm wortlos in die Arme fällt???

Date: 2015-04-22 01:24 am (UTC)
From: [identity profile] somali77.livejournal.com
SO MUCH FEELS!

... und jetzt musst du bitte fluffigen Porn schreiben, wenn Stiles nämlich von einem gönnerhaften, spendablen Jemand zufällig eine großzügige Geldspende für ein Flugticket bekommt und seinen Freund kurz darauf dann mitsamt Hoodie und allem in dessen Zimmer überrascht...

BITTE! xD

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