Adventskalender: 7. Türchen
Dec. 7th, 2014 07:41 pmFandom: Teen Wolf
Charaktere/Pairings: Scott, Stiles, Kira, Malia, Lydia (vorwiegend Scott/Stiles/Kira)
Challenges: 1. Glühpunsch + 2. "Weihnachten ist doof! Ich will kein Weihnachten!" + "Glück" für meine Bingo-Karte
Inhalt: Das ist der totale sinnfreie Weihachtskitsch und Inhalt gibt es auch keinen ...sorry!!!
Kira räuspert sich dezent. Sie hat ihre Bücher beschützend vor die Brust gepresst und weiß selbst nicht wieso sie so nervös ist.
Sie hat sich mit Beserkern herumgeschlagen und mit Oni und mit Peter Hale, eins schlimmer als das andere.
Und das hier ist nur Stiles.
Aber Stiles ist auf seine Art genauso einschüchternd, weil er in vielerlei Hinsicht alles ist, was Kira nicht ist.
Stiles ist scharfzüngig, schlagfertig, sarkastisch, lakonisch.
Stiles ist außerdem von bewundernswertem Selbstbewusstsein was seine Rolle in dem ganzen übernatürlichen Drama angeht, der sich rund um die Uhr in Beacon Hills abspielt. Ganz im Gegensatz zu Kira, die immer noch nicht ganz sicher ist, was sie alles kann und was nicht und was vielleicht, und die es manchmal noch gar nicht glauben kann, dass sie dazu gehören darf.
Stiles ist außerdem – und das ist das Wichtigste, das ist das Entscheidende - Scotts bester Freund.
Kira räuspert sich erneut.
Sie schwänzt Biologie für dieses Gespräch, deswegen kann sie jetzt nicht kneifen.
Stiles lehnt an einem Bücherregal in der Geschichtsabteilung, direkt unterhalb des Amerikanischen Bürgerkrieges. Er sitzt mit geschlossenen Augen vor ihr, die Beine ausgestreckt und den Kopf zurückgelehnt. Seine Kehle ist entblößt und ein einzelner Sonnenstrahl fällt auf den langen Streifen weißer Haut. Es sieht ein bisschen einsam aus, wie er da sitzt und es ist ganz und gar ungewohnt ihn so still zu sehen.
Bei ihrem zweiten Räuspern blinzelt er schläfrig und klappt ein Auge auf.
„Foxy“, begrüßt er sie und zieht einen Kopfhörer aus seinem Ohr. „Ist etwa schon Feierabend?“
„Oh… ähm. Nein.“ Verlegen tritt sie von einem Fuß auf den anderen und senkt die Stimme. „Ich… ich schwänze gerade Bio.“
„Skandalös.“ Ein breites Grinsen zerrt an seinen Mundwinkeln.
Sie nickt entschuldigend. „Ich wollte nur… kann ich mit dir reden?“
Überrascht hebt er die Augenbrauen und für einen Moment sieht er aus, als ob er in Versuchung ist sich umzudrehen, um nachzusehen, ob sie vielleicht doch jemand anderen gemeint hat. Aber er tut es nicht.
Stattdessen richtet er sich ein wenig auf, zieht die Beine an und klopft neben sich auf den Boden. „Das klingt ernst. Setz dich.“
Sie legt die Bücher auf den Boden, bevor sie sich neben ihm niederlässt.
Sie ist schon immer gerne hier in der Bibliothek gewesen. Vor allem am Anfang, als sie noch keine Freunde hatte, und es auf der ganzen Welt fast nichts Schlimmeres gab, als das einzelne Kind zu sein, dass in der Pause allein an einem Tisch sitzt.
Danach etwas weniger.
Aber manchmal kommt sie immer noch gerne hier her. Es ist so still hier und da es auf der Südseite liegt, scheint fast immer die Sonne durch die große Fensterfront nach drinnen und lässt die Staubkörner in der Luft wie kleine Glitzerpunkte aussehen.
Stiles blickt sie abwartend an.
Nervös verknotet Kira die Finger in ihrem Schoß. Sie weiß nicht einmal wie sie anfangen soll und ob das überhaupt ein gutes Gesprächsthema ist, und ob man das überhaupt so machen darf oder machen sollte.
Jede Frauenzeitschrift, die sie bisher in den Händen gehalten hat, hat ihr versichert, dass die besten Freunde ihres Freundes immer Idioten sind und sie nicht auf sie hören soll.
Andererseits behaupten Frauenzeitschriften auch, dass alle asiatischen Frauen automatisch sexy, verführerisch und elegant sind und äh ja. Kira stolpert beim Laufen immer noch gerne über ihre eigenen Füße, wenn sie nicht gerade ein Schwert in der Hand hält. Davon erzählen Frauenzeitschriften in der Regel auch recht wenig.
„Was immer es ist - Abe und ich geloben absolute Verschwiegenheit“, verspricht Stiles und deutet auf ein ausgesucht hässliches Porträt von Abraham Lincoln, dass direkt über ihnen hängt und Kira scharf anblickt. „Wir sind bereit es auf der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu beschwören. Wir haben auch keine Hemmungen über den weiblichen Menstruationszyklus zu reden, weil wir dazu alles Wissenswerte gelesen haben – also ich. Abe vielleicht eher nicht. Und… jetzt sollte ich vermutlich aufhören im königlichen Plural zu reden, sonst wird es langsam albern.“
Ein überraschtes Lachen gluckst in ihrer Kehle nach oben und sie atmet tief durch.
„Es geht um Scott“, platzt es aus ihr heraus.
„Okay.“
Sie hebt den Kopf und ist nicht ganz sicher, was sie erwartet, aber Stiles‘ Blick ruht aufmerksam auf ihrem Gesicht. Er hat den Kopf geneigt, so wie er das manchmal bei Lydia macht, wenn er aufmerksam zuhört.
„Irgendwas stimmt nicht mit ihm“, fährt sie zögernd fort. „Seit ein paar Tagen schon. Er ist so… still. Und geistesabwesend. Und wenn er denkt, dass ich nicht hinsehe, sieht er immer so… traurig aus.“
Sie seufzt. „Und ja, ich weiß, dass ich ihn selbst fragen sollte, wenn ich wissen will, was los ist, und dass ich nicht hinter seinem Rücken zu seinem besten Freund rennen sollte. Aber glaub mir, das habe ich versucht und…“ Sie zuckt unsicher mit den Schultern.
Sie ist nicht ganz sicher, wann und vor allem wieso sie sich in den Kopf gesetzt hat, dass Stiles sie dafür verurteilen oder bewerten würde, wenn sie nicht immer hundertprozentig Bescheid weiß, was mit Scott los ist. Dass sie Punkteabzug bekommt auf der inneren Skala, die er bestimmt führt und die heißt: ‚Menschen die gut genug sind, um sich mit meinem besten Freund abzugeben‘.
Sie weiß, dass Stiles eigentlich nicht so ist.
Aber wenn es um Scott geht, ist er eben doch so und das nicht einmal etwas, was Kira ihm vorwerfen kann.
Denn wenn es um Scott geht, ist sie auch so. Wenn es um Scott geht, findet sie es völlig gerechtfertigt, dass Stiles sich wie eine schützende Rüstung um ihn wickeln und ihn vor allen Menschen, die nicht nett genug für ihn sind, fernhalten möchte.
„Du weißt ja, wie er ist“, murmelt sie, als Stiles nicht sofort antwortet.
„Ich weiß.“ Zur ihrer Überraschung hebt Stiles ihr eine Hand und tätschelt ihr mitfühlend die Schulter. „Mach dir keine Sorgen. Du bist an der richtigen Stelle.“
„Bin ich?“
„Hey, wenn es einen Doktortitel in Scott McCall gäbe, hätte ich ihn, okay?“ Er klopft sich mit der flachen Hand auf die Brust, eine so durch und durch alberne und zugleich beinah rührende Geste, dass sie unwillkürlich lächeln muss.
„Klar.“
„Also erst mal: Gut beobachtet“, zählt er auf. Er schenkt ihr ein anerkennendes Lächeln und Kira spürt wie sich ein weiteres eiskaltes Stückchen Nervosität in ihrem Magen langsam in Wohlgefallen auflöst. „Er ist tatsächlich nicht okay. Und ja, er hält es für ‚nicht so wichtig‘ darüber zu reden.“ Stiles macht Gänsefüßchen mit den Fingern und verdreht die Augen. „Das liegt auch nicht an dir. Er hat mit niemandem darüber geredet. Scott hat einfach diese seltsame Prioritätenliste im Kopf, wo alle anderen ganz oben stehen und immer zuerst kommen, und seine eigenen Gefühle, seine körperliche Unversehrtheit und sein gesamtes Wohlbefinden sind irgendwo ganz, ganz unten angesiedelt.“ Er macht eine vielsagende Handbewegung direkt über dem Boden, um das Ganze zu untermalen.
„Ich weiß.“ Kira seufzt. Das ist ihr leider auch schon aufgefallen, dass Scott in dieser Hinsicht irgendwie… ein gravierendes Wahrnehmungsproblem hat. „Was stimmt denn nicht mit ihm?“ fragt sie.
„Es ist die Jahreszeit, Foxy“ Stiles lächelt, aber es sieht traurig aus. „Es ist Weihnachtszeit. Und Scott liebt Weihnachten, weil er total romantisch ist und weil er einer der wenigen Menschen ist, die der Konsumterror tatsächlich noch nicht erreicht hat, und weil er wirklich daran glaubt, dass es dabei um Familie und Freunde geht und die Menschen, die man liebt. Aber diesmal… Es ist… es ist das erste Weihnachten seit Allison…“ Seine Stimme stolpert und er räuspert sich hastig als ob er plötzlich einen Kloß im Hals hat.
„Ich weiß“, wispert Kira.
„Weihnachten ist die Zeit, wo man an die Menschen denkt, die man verloren hat“, sagt Stiles leise. Sekundenlang ist sein Blick geistesabwesend und weit weg. „Und manche unter uns haben vielleicht das Gefühl, dass… es ihnen vielleicht nicht zusteht sich über Weihnachten zu freuen, wenn es so viele gibt, die nicht mehr mitfeiern.“
„Was kann ich tun?“ fragt sie leise. „Soll ich ihm lieber Abstand geben…? Soll ich…“
„Nein.“ Entschlossen schüttelt Stiles den Kopf. „Kein Abstand. Das habe ich auch schon probiert und das hilft nicht.“
Er steht auf, streckt sich und knackt mit den Fingern, bevor er seine Schultern lockert wie ein Preisboxer vor einem Endkampf. „Erste Lektion in Scott McCall. Der Junge braucht keinen Abstand. Der braucht Liebe und Weihnachtsgefühle.“ Er streckt ihr seine Hand entgegen und hilft ihr auf die Füße. „Und die kriegt er jetzt.“
Kira lacht überrascht und lässt sich schwungvoll von ihm mitziehen.
„Das Ding mit Scott ist“, doziert Stiles auf dem Weg zu Scotts Biologie-Klasse, „dass er wahnsinnig schlecht darin ist, Hilfe anzunehmen. Oder Hilfe einzufordern. Oder zuzulassen, dass man sich um ihn kümmert. Ernsthaft. Er hat viele gute Eigenschaften, aber das ist ein Punkt an dem man sich die Zähne ausbeißt.“
„Ist mir aufgefallen“, seufzt Kira, während sie neben ihm hereilt.
Scott kann blutüberströmt und durchbohrt vor ihr stehen und seine erste Frage wird trotzdem sein wie es ihr geht oder wo Stiles ist. Scott macht sich die ganze Zeit um alle anderen Sorgen, aber wann immer sie zaghaft fragt wie es ihm geht, sieht er so überrascht aus, als ob er nicht genau weiß, wieso sie diese Frage stellt. Als ob das gar nicht so wichtig ist wie es ihm geht.
Es ist frustrierend. Und deprimierend.
„Das ist gar nicht schlimm“, versichert Stiles, als ob er ihre Gedanken lesen kann. „Kluge Leute wie du und ich schaffen es trotzdem. Wir brauchen nur einen kleinen… Umweg.“
„Was für einen Umweg?“
„Na ja, Scott ist superschlecht darin, sich um sich selbst zu kümmern, okay? Aber er ist wirklich gut darin, sich um andere zu kümmern. Das heißt, du musst ihn undercover aufheitern. Und das geht am besten indem er denkt, dass er dich aufheitert. Alles klar?“
„Ich glaube schon.“ Kira runzelt die Stirn. „Aber wie mache ich… ich meine, ich will ihn nicht anlügen. Das kann ich nicht.“
„Oh nein, nein, nein.“ Stiles schüttelt nachdrücklich den Kopf. „Wir lügen ja nicht. Kein Stück.“
„Aber wenn ich doch…“
Stiles legt die Hände auf ihre Schultern und sieht ihr tief in die Augen. „Beantworte dir einfach kurz diese Frage: Macht es dich traurig, wenn Scott traurig ist?“
„Ja, natürlich.“
„Und geht es dir besser, wenn es ihm besser geht?“
Sie nickt.
Stiles breitet die Arme aus. „Siehst du? Dito. Also ist es absolut rein gar nicht und nach keiner Interpretation gelogen, wenn ich sage, dass ich traurig bin, oder dass es mir besser geht, wenn er mit mir herumhängt.“
„Das stimmt“, sagt Kira nachdenklich. Und dann: „Du solltest Staatsanwalt werden.“
Stiles grinst breit. „Nein, ich sollte Supervillain werden.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber ich habe Scott in der zweiten Klasse versprochen, dass ich meine Kräfte nur für das Gute einsetze, von daher ist mir dieser Karriereweg leider verbaut. Und jetzt, sieh zu, junger Padawan, und lerne.“ Er zwinkert ihr zu, bevor er sich umdreht und zielstrebig auf den Klassenraum zustrebt aus dem Scott gerade herauskommt.
Kira folgt ihm fasziniert und mit einigen Metern Abstand.
Scott ist einer der letzten, die aus dem Klassenraum nach draußen kommen.
Er sieht erschöpft aus. Seine Schultern sind eine gerade, angespannte Linie und er hat die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt. Seine Augen haben diesen unfokussierten weit-weg-Blick, der ihr schon seit Tagen Sorgen bereitet und er bemerkt Stiles erst, als er direkt vor ihm steht.
„Hey man“, sagt Stiles.
„Hey“, begrüßt Scott ihn. Er hat den Kopf gesenkt und kramt in seinem Rucksack herum.
Stiles seufzt übertrieben laut und lässt sich an die Wand neben ihm sinken. Es ist schauspielerisch so schlecht, dass Kira beinah lachen muss. Eilig presst sie eine Hand auf ihren Mund.
Aber es funktioniert. Scott runzelt die Stirn und hebt den Kopf, um einen prüfenden Blick auf seinen besten Freund zu werfen. „Alles okay?“
Stiles atmet tief aus. „Ja, schon…“, sagt er wenig überzeugend. Er hat den waidwunden Blick eines traurigen Rehkindes aufgesetzt, der seine braunen Augen noch größer als sonst wirken lässt.
Kira kann beinah sehen wie Scotts gesamte Aufmerksamkeit sich plötzlich auf Stiles richtet. Es ist ein interessanter Wandel, weil sein Blick plötzlich sehr fokussiert und sehr ‚da‘ ist. „Was ist los?“ fragt er leise.
„Ach. Doofer Tag“, sagt Stiles unbestimmt und reibt sich mit einer Hand über den Nacken. „Es ist so kalt. Und dunkel. Irgendwie ist alles gerade ein totaler Downer.“
„Kann ich dir irgendwie helfen?“
Stiles zupft an Scotts Hemd und guckt verlegen zu Boden. „Du könntest mich umarmen, bis ich mich besser fühle?“ murmelt er.
Ein überraschtes Lächeln zerrt an Scotts Mundwinkeln und er lässt seinen Rucksack zu Boden sinken. „Komm her“, sagt er und schließt Stiles in seine Arme.
Kira ist weit genug weg, dass Scott sie nicht sofort bemerkt (außerdem hat er sein Gesicht in Stiles Halsbeuge vergraben), aber sie ist nah genug dran, dass sie sehen kann wie ein Stück der Anspannung aus Scotts Schultern weicht, während er in Stiles‘ Umarmung zerschmilzt wie Butter in der Wüste.
Sie hat noch nie zwei Jungen kennengelernt, die sich so viel und so hemmungslos, und auf die Art umarmen wie Scott und Stiles das tun. Einfach nur so, weil sie sich lieb haben, mitten in der Schule, in der Öffentlichkeit, im Flur, im Klassenraum, auf der Straße, im Einkaufszentrum.
‚Hey, ich hab dich lieb‘, sagt manchmal einer von beiden, und der andere lächelt und sagt ‚ich dich doch auch, man‘ und dann umarmen sie sich.
Die meisten Jungen, die sie kennt machen diese halbherzigen, einarmigen Umarmungen mit einem halben Meter Abstand dazwischen, wo man sich männlich auf die Schultern klopft und nach zwei Komma fünf Sekunden sofort wieder loslassen muss, damit man rechtzeitig so tun kann als sei das gar nicht passiert. Aber nicht die beiden.
Scott und Stiles umarmen sich mit ganzem Körpereinsatz, beide Arme fest um den anderen geschlungen und so dicht aneinander geschmiegt, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passt. Minutenlang. Als ob sie sich gar nicht mehr loslassen wollen.
Mitten in der Menge an vorbei strömenden Schülern, die durch den Gang laufen sind sie wie eine stille Insel. Eingeschlossen in einer Glaskugel. Keiner der Umherlaufenden schenkt den Beiden sonderlich viel Beachtung, vielleicht weil es in Beacon Hills keine Seltenheit ist, dass Scott McCall und Stiles Stilinski willkürlich irgendwo rumstehen und sich in den Armen halten.
Offiziell ist diese Umarmung dazu gedacht Stiles aufzuheitern, aber Kira kann förmlich sehen wie Scott sich in Stiles‘ Arme hinein sinken lässt und sich entspannt, und wie er gelöster wieder daraus auftaucht.
„Besser?“ fragt Scott als er wieder loslässt und Stiles nickt. „Viel besser.“
Scott lächelt und er sieht tatsächlich ein wenig müder aus als vor wenigen Minuten noch. Sein Blick wandert zu Kira und sein Lächeln wird noch etwas breiter. „Hey“, sagt er und streckt eine Hand nach ihr aus.
„Hey.“ Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst ihn auf den Mund.
„Wo warst du denn?“ fragt er, als sie sich wieder voneinander lösen.
„Ich war mit Stiles zusammen. In der Bibliothek.“ Zu spät wird Kira klar, dass normale Jungen das sicher irgendwie seltsam und vermutlich höchst suspekt fänden wenn ihre Freundin extra Unterricht schwänzt um sich mit einem anderen Jungen heimlich zu treffen.
Aber zum Glück hat Scott die Gebrauchsanweisung wie sich echte Männer verhalten nie gelesen. Er sieht tatsächlich vor allem erfreut aus, darüber dass sie und Stiles Zeit miteinander verbringen.
„Wir haben beschlossen, dass wir nachher auf den Weihnachtsmarkt gehen sollten“, fährt sie fort und wirft einen Blick in Stiles‘ Richtung. „Das würde Stiles total aufheitern.“
Eine Sekunde sieht Stiles überrascht aus. Dann nickt er eifrig. „Weihnachtsmarkt, Alter“, sagt er und strahlt Scott an.
Amüsiert hebt Scott die Augenbrauen. „Du frierst doch jetzt schon den ganzen Tag.“
Stiles grinst. „Ja, aber ich habe doch jetzt mein persönliches Wärmekissen dabei.“ Hinter Scotts Rücken macht er begeisterte Daumen hoch und Kira fühlt sich ein bisschen, als ob sie den ersten Test bestanden hat.
Aber Scotts breites Lächeln, als sie sich bei ihm einhakt und Stiles ihm von der anderen Seite unverfroren die kalten Hände unter den Pullover schiebt, ist es sowas von wert.
Sie sagen Malia und Lydia Bescheid und treffen sich eine Stunde später an den ersten Buden. Es ist schon dunkel draußen und einzelne Schneeflocken rieseln vom Himmel.
Kira hat eben noch Zweifel gehabt, ob das wirklich eine gute Idee war, aber die bunten Lichter tauchen Scotts Lächeln in warme Farben, und der würzige Geruch von Lydias selbstgemachtem Glühpunsch liegt in der Luft, als sie ihre Thermoskannen auspackt. Malia springt aufgeregt wie ein Kind hin und her. Es ist offensichtlich, dass ihr letzter Weihnachtsmarkt schon einige Jahre zurück liegt.
„Können wir das essen?“ fragt sie mit leuchtenden Augen und zupft an Scotts Ärmel.
Scott nickt. „Bergeweise.“
„Und das?“
„Malia… das ist Kind mit einer Fellmütze.“
„Und das?“
„Tu es nicht, das ist kein echtes Rentier!“ Scott greift nach Stiles‘ Hand und zieht ihn eilig hinter sich her, um Malia gemeinsam davon abzuhalten sich auf eine Dekorationsfigur zu stürzen.
Scotts Lachen hallt warm und leise durch die Luft und Kira spürt die sachten Vibrationen bis unter die Haut. Stiles ist in zwei dicke Pullover und einen karierten Schal gewickelt und seine Augen leuchten. Er sieht entspannt und gelöst aus, und Kira muss unwillkürlich daran denken was er vorhin gesagt hat.
‚ Manche unter uns haben vielleicht das Gefühl, dass… es ihnen vielleicht nicht zusteht sich über Weihnachten zu freuen, wenn es so viele gibt, die nicht mehr mitfeiern…‘
Lydia räuspert sich vielsagend neben ihr. „‘Operation trauriger Wolf‘ ist ein durchschlagender Erfolg, oder?“ flüstert sie.
„Shhht!“, macht Kira.
‚Operation trauriger Wolf‘ ist definitiv ein durchschlagender Erfolg.
Malia futtert sich durch sämtliche Stände hindurch (dabei kommen keine Kinder in Fellmützen zu Schaden) und Scott schafft es an einer Bude mit einem Wurf gleich zwei Preise auf einmal zu gewinnen.
Kira bekommt einen blauen Plüschfuchs, und Stiles, der nach zwanzig Würfen nicht ein einziges Mal getroffen hat, bekommt eine blinkend, rosa Scheußlichkeit, die offenbar ein Elchgeweih darstellen soll.
Kira verschluckt sich beinah vor Lachen, als sie ihn damit sieht.
„Das ist das scheußlichste, was ich je gesehen habe“, verkündet Lydia und verteilt weiter Glühpunsch aus ihrer Thermoskanne. „Nicht mal der Alkohol macht das noch besser.“
„Damit sehen dich doch im Wald sofort alle Raubtiere“, sagt Malia besorgt und kuschelt sich ein bisschen näher an ihren Freund, als ob sie Angst hat, dass er hier und jetzt angesprungen und aufgefressen werden könnte.
„Keine Angst“, sagt Stiles und streichelt ihr beruhigend über den Rücken. „Unter den ganzen blinkenden Lichtern gehe ich total unter. Das ist als ob ich Tarnkleidung trage.“
Er zieht Kira beiseite, während Scott in einiger Entfernung einen heißen Kakao für sie organisiert.
„Du bist die Beste“, haucht er und dann wird Kira überraschend umarmt und an seine warme Brust gedrückt.
Stiles ist erhitzt und flauschig und mehr als nur ein bisschen angeheitert. Er riecht nach Glühpunsch und Zimtsternen und Weihnachten. „Das war eine großartige Idee“, flüstert er dicht an ihrem Ohr und als er sich von ihr löst, kann sie seine roten Wangen und seine glänzenden Augen sehen. Sein Blick wandert hinüber zu Scott. „Er sieht so glücklich aus“, sagt er ehrfürchtig.
Kira lächelt ihn an. „Dein Masterplan ist aufgegangen.“
„Unser Masterplan“, korrigiert er, bevor er von dannen springt. „Und nächste Woche reden wir über die Beherrschung des ganzen Universums, junger Padawan!“ ruft er ihr zu.
„Beherrschung des Universums?“ fragt Scott, der in diesem Moment neben ihr auftaucht um ihr eine Tasse warmen Kakao in die Hand zu drücken. „Sollte ich mir Gedanken machen?“
Kira lacht. „Nein, alles gut.“
Scott beugt sich vor und drückt ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke“, sagt er leise. „Danke, dass du mit ihm gesprochen hast. Ich habe keine Ahnung, was du gesagt hast und wie du das geschafft hast, aber danke. Ich habe mir solche Sorgen gemacht…“
„Ich habe gar nicht viel gesagt“, beteuert Kira.
Scotts Blick wandert zu Stiles, der vor dem Kettenkarussell steht und von einem Bein auf das andere hüpft, während er wie wild mit den Armen in Scotts Richtung wedelt. Sein Elchgeweih blinkt und funkelt in der Dunkelheit wie eine verwirrte Christbaumtanne.
„Wie hast du das hingekriegt?“ fragt er ungläubig. „Letzte Woche hat er noch gesagt, er findet Weihnachten doof und dass er dieses Jahr lieber gar nicht feiern will. Und jetzt…“ Er winkt zurück.
Kira zuckt mit den Schultern und versteckt ihre glühenden Wangen in der Tasse Kakao. „Weißt du, ich glaube… er ist einfach glücklich, wenn er mit dir zusammen ist“, erwidert sie, denn das ist die reine Wahrheit, und nichts als die Wahrheit.
Scotts Blick, der immer noch auf seinem besten Freund ruht, wird weich und beinah zärtlich. „Ich doch auch“, sagt er leise. „Ich doch auch.“
Er küsst sie auf den Mund, bevor er zu Stiles hinüber läuft, der ihm prompt in die Arme springt und „Kettenkarussel?!“ ruft.
„Dir wird doch jedes Mal schlecht“, lacht Scott.
„Alter, ich baue darauf, dass du mich rechtzeitig in eine stille Ecke schleppst, wenn ich mich übergeben muss.“
„Natürlich.“
Kira und Lydia tauschen einen Blick.
„Ich finde, wir sind großartig“, verkündet Lydia selbstzufrieden. Sie hebt ihre Tasse mit Punch. „Und du hast behauptet, du kannst nicht lügen.“
„Ich habe nicht gelogen“, beteuert Kira erschrocken. „Alles was ich gesagt habe, war die reine Wahrheit. Ich habe nur…“ Sie errötet. „… Sachen weggelassen. Oder der eigenen Interpretation überlassen.“
„Oh Gott. Du klingst wie Stiles. Er ist so ein schlechter Einfluss.“ Lydia verzieht den Mund zu einem amüsierten Lächeln. „Auf uns. Auf ‚Operation trauriger Wolf‘“
Kira stößt mit ihr an.
„Ich bin verwirrt“, sagt Malia mit gerunzelter Stirn. Sie hat ein riesiges frittiertes Gebäckstück in der Hand und ein Lebkuchenherz um den Hals, auf dem steht ‚Ich esse nur Vegetarier‘. „Haben wir jetzt Scott aufgeheitert, in dem wir so getan haben als ob Stiles traurig ist? Oder haben wir Stiles aufgeheitert indem wir so getan haben, als ob Scott traurig ist? Wer ist jetzt traurig? Und sind jetzt alle wieder in Ordnung?“
„Sie waren beide traurig“, sagt Kira.
„Sie sind beide Idioten, die lieber still vor sich hin leiden“, sagt Lydia gleichzeitig.
„Sie hatten ein langes Jahr“, sagt Kira zu ihrer Verteidigung und Lydia nickt versonnen. „Und haben beide nicht das Gefühl gehabt, dass sie es verdienen ein schönes Weihnachten zu haben. Manchmal… manchmal ist es leichter für jemand anderen glücklich zu sein.“
Malia nickt und rollt mit den Augen, bevor sie sich bei Kira einhakt. „Hauptsache jetzt sind alle glücklich.“
Kira wirft einen Blick auf Scott, der duldsam stehen bleibt und Stiles mit behutsamen Griffen das verrutschte Elchgeweih zurechtrückt, als der ihm schon wieder die eiskalten Hände unter den Pullover schiebt. Sie strahlen sich an wie zwei Kinder an Heiligabend, die auf einen Satz zwanzig Geschenke aufmachen dürfen.
„Ja“, sagt sie mit einem Lächeln. „Jetzt sind alle glücklich.“
Charaktere/Pairings: Scott, Stiles, Kira, Malia, Lydia (vorwiegend Scott/Stiles/Kira)
Challenges: 1. Glühpunsch + 2. "Weihnachten ist doof! Ich will kein Weihnachten!" + "Glück" für meine Bingo-Karte
Inhalt: Das ist der totale sinnfreie Weihachtskitsch und Inhalt gibt es auch keinen ...sorry!!!
Kira räuspert sich dezent. Sie hat ihre Bücher beschützend vor die Brust gepresst und weiß selbst nicht wieso sie so nervös ist.
Sie hat sich mit Beserkern herumgeschlagen und mit Oni und mit Peter Hale, eins schlimmer als das andere.
Und das hier ist nur Stiles.
Aber Stiles ist auf seine Art genauso einschüchternd, weil er in vielerlei Hinsicht alles ist, was Kira nicht ist.
Stiles ist scharfzüngig, schlagfertig, sarkastisch, lakonisch.
Stiles ist außerdem von bewundernswertem Selbstbewusstsein was seine Rolle in dem ganzen übernatürlichen Drama angeht, der sich rund um die Uhr in Beacon Hills abspielt. Ganz im Gegensatz zu Kira, die immer noch nicht ganz sicher ist, was sie alles kann und was nicht und was vielleicht, und die es manchmal noch gar nicht glauben kann, dass sie dazu gehören darf.
Stiles ist außerdem – und das ist das Wichtigste, das ist das Entscheidende - Scotts bester Freund.
Kira räuspert sich erneut.
Sie schwänzt Biologie für dieses Gespräch, deswegen kann sie jetzt nicht kneifen.
Stiles lehnt an einem Bücherregal in der Geschichtsabteilung, direkt unterhalb des Amerikanischen Bürgerkrieges. Er sitzt mit geschlossenen Augen vor ihr, die Beine ausgestreckt und den Kopf zurückgelehnt. Seine Kehle ist entblößt und ein einzelner Sonnenstrahl fällt auf den langen Streifen weißer Haut. Es sieht ein bisschen einsam aus, wie er da sitzt und es ist ganz und gar ungewohnt ihn so still zu sehen.
Bei ihrem zweiten Räuspern blinzelt er schläfrig und klappt ein Auge auf.
„Foxy“, begrüßt er sie und zieht einen Kopfhörer aus seinem Ohr. „Ist etwa schon Feierabend?“
„Oh… ähm. Nein.“ Verlegen tritt sie von einem Fuß auf den anderen und senkt die Stimme. „Ich… ich schwänze gerade Bio.“
„Skandalös.“ Ein breites Grinsen zerrt an seinen Mundwinkeln.
Sie nickt entschuldigend. „Ich wollte nur… kann ich mit dir reden?“
Überrascht hebt er die Augenbrauen und für einen Moment sieht er aus, als ob er in Versuchung ist sich umzudrehen, um nachzusehen, ob sie vielleicht doch jemand anderen gemeint hat. Aber er tut es nicht.
Stattdessen richtet er sich ein wenig auf, zieht die Beine an und klopft neben sich auf den Boden. „Das klingt ernst. Setz dich.“
Sie legt die Bücher auf den Boden, bevor sie sich neben ihm niederlässt.
Sie ist schon immer gerne hier in der Bibliothek gewesen. Vor allem am Anfang, als sie noch keine Freunde hatte, und es auf der ganzen Welt fast nichts Schlimmeres gab, als das einzelne Kind zu sein, dass in der Pause allein an einem Tisch sitzt.
Danach etwas weniger.
Aber manchmal kommt sie immer noch gerne hier her. Es ist so still hier und da es auf der Südseite liegt, scheint fast immer die Sonne durch die große Fensterfront nach drinnen und lässt die Staubkörner in der Luft wie kleine Glitzerpunkte aussehen.
Stiles blickt sie abwartend an.
Nervös verknotet Kira die Finger in ihrem Schoß. Sie weiß nicht einmal wie sie anfangen soll und ob das überhaupt ein gutes Gesprächsthema ist, und ob man das überhaupt so machen darf oder machen sollte.
Jede Frauenzeitschrift, die sie bisher in den Händen gehalten hat, hat ihr versichert, dass die besten Freunde ihres Freundes immer Idioten sind und sie nicht auf sie hören soll.
Andererseits behaupten Frauenzeitschriften auch, dass alle asiatischen Frauen automatisch sexy, verführerisch und elegant sind und äh ja. Kira stolpert beim Laufen immer noch gerne über ihre eigenen Füße, wenn sie nicht gerade ein Schwert in der Hand hält. Davon erzählen Frauenzeitschriften in der Regel auch recht wenig.
„Was immer es ist - Abe und ich geloben absolute Verschwiegenheit“, verspricht Stiles und deutet auf ein ausgesucht hässliches Porträt von Abraham Lincoln, dass direkt über ihnen hängt und Kira scharf anblickt. „Wir sind bereit es auf der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu beschwören. Wir haben auch keine Hemmungen über den weiblichen Menstruationszyklus zu reden, weil wir dazu alles Wissenswerte gelesen haben – also ich. Abe vielleicht eher nicht. Und… jetzt sollte ich vermutlich aufhören im königlichen Plural zu reden, sonst wird es langsam albern.“
Ein überraschtes Lachen gluckst in ihrer Kehle nach oben und sie atmet tief durch.
„Es geht um Scott“, platzt es aus ihr heraus.
„Okay.“
Sie hebt den Kopf und ist nicht ganz sicher, was sie erwartet, aber Stiles‘ Blick ruht aufmerksam auf ihrem Gesicht. Er hat den Kopf geneigt, so wie er das manchmal bei Lydia macht, wenn er aufmerksam zuhört.
„Irgendwas stimmt nicht mit ihm“, fährt sie zögernd fort. „Seit ein paar Tagen schon. Er ist so… still. Und geistesabwesend. Und wenn er denkt, dass ich nicht hinsehe, sieht er immer so… traurig aus.“
Sie seufzt. „Und ja, ich weiß, dass ich ihn selbst fragen sollte, wenn ich wissen will, was los ist, und dass ich nicht hinter seinem Rücken zu seinem besten Freund rennen sollte. Aber glaub mir, das habe ich versucht und…“ Sie zuckt unsicher mit den Schultern.
Sie ist nicht ganz sicher, wann und vor allem wieso sie sich in den Kopf gesetzt hat, dass Stiles sie dafür verurteilen oder bewerten würde, wenn sie nicht immer hundertprozentig Bescheid weiß, was mit Scott los ist. Dass sie Punkteabzug bekommt auf der inneren Skala, die er bestimmt führt und die heißt: ‚Menschen die gut genug sind, um sich mit meinem besten Freund abzugeben‘.
Sie weiß, dass Stiles eigentlich nicht so ist.
Aber wenn es um Scott geht, ist er eben doch so und das nicht einmal etwas, was Kira ihm vorwerfen kann.
Denn wenn es um Scott geht, ist sie auch so. Wenn es um Scott geht, findet sie es völlig gerechtfertigt, dass Stiles sich wie eine schützende Rüstung um ihn wickeln und ihn vor allen Menschen, die nicht nett genug für ihn sind, fernhalten möchte.
„Du weißt ja, wie er ist“, murmelt sie, als Stiles nicht sofort antwortet.
„Ich weiß.“ Zur ihrer Überraschung hebt Stiles ihr eine Hand und tätschelt ihr mitfühlend die Schulter. „Mach dir keine Sorgen. Du bist an der richtigen Stelle.“
„Bin ich?“
„Hey, wenn es einen Doktortitel in Scott McCall gäbe, hätte ich ihn, okay?“ Er klopft sich mit der flachen Hand auf die Brust, eine so durch und durch alberne und zugleich beinah rührende Geste, dass sie unwillkürlich lächeln muss.
„Klar.“
„Also erst mal: Gut beobachtet“, zählt er auf. Er schenkt ihr ein anerkennendes Lächeln und Kira spürt wie sich ein weiteres eiskaltes Stückchen Nervosität in ihrem Magen langsam in Wohlgefallen auflöst. „Er ist tatsächlich nicht okay. Und ja, er hält es für ‚nicht so wichtig‘ darüber zu reden.“ Stiles macht Gänsefüßchen mit den Fingern und verdreht die Augen. „Das liegt auch nicht an dir. Er hat mit niemandem darüber geredet. Scott hat einfach diese seltsame Prioritätenliste im Kopf, wo alle anderen ganz oben stehen und immer zuerst kommen, und seine eigenen Gefühle, seine körperliche Unversehrtheit und sein gesamtes Wohlbefinden sind irgendwo ganz, ganz unten angesiedelt.“ Er macht eine vielsagende Handbewegung direkt über dem Boden, um das Ganze zu untermalen.
„Ich weiß.“ Kira seufzt. Das ist ihr leider auch schon aufgefallen, dass Scott in dieser Hinsicht irgendwie… ein gravierendes Wahrnehmungsproblem hat. „Was stimmt denn nicht mit ihm?“ fragt sie.
„Es ist die Jahreszeit, Foxy“ Stiles lächelt, aber es sieht traurig aus. „Es ist Weihnachtszeit. Und Scott liebt Weihnachten, weil er total romantisch ist und weil er einer der wenigen Menschen ist, die der Konsumterror tatsächlich noch nicht erreicht hat, und weil er wirklich daran glaubt, dass es dabei um Familie und Freunde geht und die Menschen, die man liebt. Aber diesmal… Es ist… es ist das erste Weihnachten seit Allison…“ Seine Stimme stolpert und er räuspert sich hastig als ob er plötzlich einen Kloß im Hals hat.
„Ich weiß“, wispert Kira.
„Weihnachten ist die Zeit, wo man an die Menschen denkt, die man verloren hat“, sagt Stiles leise. Sekundenlang ist sein Blick geistesabwesend und weit weg. „Und manche unter uns haben vielleicht das Gefühl, dass… es ihnen vielleicht nicht zusteht sich über Weihnachten zu freuen, wenn es so viele gibt, die nicht mehr mitfeiern.“
„Was kann ich tun?“ fragt sie leise. „Soll ich ihm lieber Abstand geben…? Soll ich…“
„Nein.“ Entschlossen schüttelt Stiles den Kopf. „Kein Abstand. Das habe ich auch schon probiert und das hilft nicht.“
Er steht auf, streckt sich und knackt mit den Fingern, bevor er seine Schultern lockert wie ein Preisboxer vor einem Endkampf. „Erste Lektion in Scott McCall. Der Junge braucht keinen Abstand. Der braucht Liebe und Weihnachtsgefühle.“ Er streckt ihr seine Hand entgegen und hilft ihr auf die Füße. „Und die kriegt er jetzt.“
Kira lacht überrascht und lässt sich schwungvoll von ihm mitziehen.
„Das Ding mit Scott ist“, doziert Stiles auf dem Weg zu Scotts Biologie-Klasse, „dass er wahnsinnig schlecht darin ist, Hilfe anzunehmen. Oder Hilfe einzufordern. Oder zuzulassen, dass man sich um ihn kümmert. Ernsthaft. Er hat viele gute Eigenschaften, aber das ist ein Punkt an dem man sich die Zähne ausbeißt.“
„Ist mir aufgefallen“, seufzt Kira, während sie neben ihm hereilt.
Scott kann blutüberströmt und durchbohrt vor ihr stehen und seine erste Frage wird trotzdem sein wie es ihr geht oder wo Stiles ist. Scott macht sich die ganze Zeit um alle anderen Sorgen, aber wann immer sie zaghaft fragt wie es ihm geht, sieht er so überrascht aus, als ob er nicht genau weiß, wieso sie diese Frage stellt. Als ob das gar nicht so wichtig ist wie es ihm geht.
Es ist frustrierend. Und deprimierend.
„Das ist gar nicht schlimm“, versichert Stiles, als ob er ihre Gedanken lesen kann. „Kluge Leute wie du und ich schaffen es trotzdem. Wir brauchen nur einen kleinen… Umweg.“
„Was für einen Umweg?“
„Na ja, Scott ist superschlecht darin, sich um sich selbst zu kümmern, okay? Aber er ist wirklich gut darin, sich um andere zu kümmern. Das heißt, du musst ihn undercover aufheitern. Und das geht am besten indem er denkt, dass er dich aufheitert. Alles klar?“
„Ich glaube schon.“ Kira runzelt die Stirn. „Aber wie mache ich… ich meine, ich will ihn nicht anlügen. Das kann ich nicht.“
„Oh nein, nein, nein.“ Stiles schüttelt nachdrücklich den Kopf. „Wir lügen ja nicht. Kein Stück.“
„Aber wenn ich doch…“
Stiles legt die Hände auf ihre Schultern und sieht ihr tief in die Augen. „Beantworte dir einfach kurz diese Frage: Macht es dich traurig, wenn Scott traurig ist?“
„Ja, natürlich.“
„Und geht es dir besser, wenn es ihm besser geht?“
Sie nickt.
Stiles breitet die Arme aus. „Siehst du? Dito. Also ist es absolut rein gar nicht und nach keiner Interpretation gelogen, wenn ich sage, dass ich traurig bin, oder dass es mir besser geht, wenn er mit mir herumhängt.“
„Das stimmt“, sagt Kira nachdenklich. Und dann: „Du solltest Staatsanwalt werden.“
Stiles grinst breit. „Nein, ich sollte Supervillain werden.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber ich habe Scott in der zweiten Klasse versprochen, dass ich meine Kräfte nur für das Gute einsetze, von daher ist mir dieser Karriereweg leider verbaut. Und jetzt, sieh zu, junger Padawan, und lerne.“ Er zwinkert ihr zu, bevor er sich umdreht und zielstrebig auf den Klassenraum zustrebt aus dem Scott gerade herauskommt.
Kira folgt ihm fasziniert und mit einigen Metern Abstand.
Scott ist einer der letzten, die aus dem Klassenraum nach draußen kommen.
Er sieht erschöpft aus. Seine Schultern sind eine gerade, angespannte Linie und er hat die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt. Seine Augen haben diesen unfokussierten weit-weg-Blick, der ihr schon seit Tagen Sorgen bereitet und er bemerkt Stiles erst, als er direkt vor ihm steht.
„Hey man“, sagt Stiles.
„Hey“, begrüßt Scott ihn. Er hat den Kopf gesenkt und kramt in seinem Rucksack herum.
Stiles seufzt übertrieben laut und lässt sich an die Wand neben ihm sinken. Es ist schauspielerisch so schlecht, dass Kira beinah lachen muss. Eilig presst sie eine Hand auf ihren Mund.
Aber es funktioniert. Scott runzelt die Stirn und hebt den Kopf, um einen prüfenden Blick auf seinen besten Freund zu werfen. „Alles okay?“
Stiles atmet tief aus. „Ja, schon…“, sagt er wenig überzeugend. Er hat den waidwunden Blick eines traurigen Rehkindes aufgesetzt, der seine braunen Augen noch größer als sonst wirken lässt.
Kira kann beinah sehen wie Scotts gesamte Aufmerksamkeit sich plötzlich auf Stiles richtet. Es ist ein interessanter Wandel, weil sein Blick plötzlich sehr fokussiert und sehr ‚da‘ ist. „Was ist los?“ fragt er leise.
„Ach. Doofer Tag“, sagt Stiles unbestimmt und reibt sich mit einer Hand über den Nacken. „Es ist so kalt. Und dunkel. Irgendwie ist alles gerade ein totaler Downer.“
„Kann ich dir irgendwie helfen?“
Stiles zupft an Scotts Hemd und guckt verlegen zu Boden. „Du könntest mich umarmen, bis ich mich besser fühle?“ murmelt er.
Ein überraschtes Lächeln zerrt an Scotts Mundwinkeln und er lässt seinen Rucksack zu Boden sinken. „Komm her“, sagt er und schließt Stiles in seine Arme.
Kira ist weit genug weg, dass Scott sie nicht sofort bemerkt (außerdem hat er sein Gesicht in Stiles Halsbeuge vergraben), aber sie ist nah genug dran, dass sie sehen kann wie ein Stück der Anspannung aus Scotts Schultern weicht, während er in Stiles‘ Umarmung zerschmilzt wie Butter in der Wüste.
Sie hat noch nie zwei Jungen kennengelernt, die sich so viel und so hemmungslos, und auf die Art umarmen wie Scott und Stiles das tun. Einfach nur so, weil sie sich lieb haben, mitten in der Schule, in der Öffentlichkeit, im Flur, im Klassenraum, auf der Straße, im Einkaufszentrum.
‚Hey, ich hab dich lieb‘, sagt manchmal einer von beiden, und der andere lächelt und sagt ‚ich dich doch auch, man‘ und dann umarmen sie sich.
Die meisten Jungen, die sie kennt machen diese halbherzigen, einarmigen Umarmungen mit einem halben Meter Abstand dazwischen, wo man sich männlich auf die Schultern klopft und nach zwei Komma fünf Sekunden sofort wieder loslassen muss, damit man rechtzeitig so tun kann als sei das gar nicht passiert. Aber nicht die beiden.
Scott und Stiles umarmen sich mit ganzem Körpereinsatz, beide Arme fest um den anderen geschlungen und so dicht aneinander geschmiegt, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passt. Minutenlang. Als ob sie sich gar nicht mehr loslassen wollen.
Mitten in der Menge an vorbei strömenden Schülern, die durch den Gang laufen sind sie wie eine stille Insel. Eingeschlossen in einer Glaskugel. Keiner der Umherlaufenden schenkt den Beiden sonderlich viel Beachtung, vielleicht weil es in Beacon Hills keine Seltenheit ist, dass Scott McCall und Stiles Stilinski willkürlich irgendwo rumstehen und sich in den Armen halten.
Offiziell ist diese Umarmung dazu gedacht Stiles aufzuheitern, aber Kira kann förmlich sehen wie Scott sich in Stiles‘ Arme hinein sinken lässt und sich entspannt, und wie er gelöster wieder daraus auftaucht.
„Besser?“ fragt Scott als er wieder loslässt und Stiles nickt. „Viel besser.“
Scott lächelt und er sieht tatsächlich ein wenig müder aus als vor wenigen Minuten noch. Sein Blick wandert zu Kira und sein Lächeln wird noch etwas breiter. „Hey“, sagt er und streckt eine Hand nach ihr aus.
„Hey.“ Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst ihn auf den Mund.
„Wo warst du denn?“ fragt er, als sie sich wieder voneinander lösen.
„Ich war mit Stiles zusammen. In der Bibliothek.“ Zu spät wird Kira klar, dass normale Jungen das sicher irgendwie seltsam und vermutlich höchst suspekt fänden wenn ihre Freundin extra Unterricht schwänzt um sich mit einem anderen Jungen heimlich zu treffen.
Aber zum Glück hat Scott die Gebrauchsanweisung wie sich echte Männer verhalten nie gelesen. Er sieht tatsächlich vor allem erfreut aus, darüber dass sie und Stiles Zeit miteinander verbringen.
„Wir haben beschlossen, dass wir nachher auf den Weihnachtsmarkt gehen sollten“, fährt sie fort und wirft einen Blick in Stiles‘ Richtung. „Das würde Stiles total aufheitern.“
Eine Sekunde sieht Stiles überrascht aus. Dann nickt er eifrig. „Weihnachtsmarkt, Alter“, sagt er und strahlt Scott an.
Amüsiert hebt Scott die Augenbrauen. „Du frierst doch jetzt schon den ganzen Tag.“
Stiles grinst. „Ja, aber ich habe doch jetzt mein persönliches Wärmekissen dabei.“ Hinter Scotts Rücken macht er begeisterte Daumen hoch und Kira fühlt sich ein bisschen, als ob sie den ersten Test bestanden hat.
Aber Scotts breites Lächeln, als sie sich bei ihm einhakt und Stiles ihm von der anderen Seite unverfroren die kalten Hände unter den Pullover schiebt, ist es sowas von wert.
Sie sagen Malia und Lydia Bescheid und treffen sich eine Stunde später an den ersten Buden. Es ist schon dunkel draußen und einzelne Schneeflocken rieseln vom Himmel.
Kira hat eben noch Zweifel gehabt, ob das wirklich eine gute Idee war, aber die bunten Lichter tauchen Scotts Lächeln in warme Farben, und der würzige Geruch von Lydias selbstgemachtem Glühpunsch liegt in der Luft, als sie ihre Thermoskannen auspackt. Malia springt aufgeregt wie ein Kind hin und her. Es ist offensichtlich, dass ihr letzter Weihnachtsmarkt schon einige Jahre zurück liegt.
„Können wir das essen?“ fragt sie mit leuchtenden Augen und zupft an Scotts Ärmel.
Scott nickt. „Bergeweise.“
„Und das?“
„Malia… das ist Kind mit einer Fellmütze.“
„Und das?“
„Tu es nicht, das ist kein echtes Rentier!“ Scott greift nach Stiles‘ Hand und zieht ihn eilig hinter sich her, um Malia gemeinsam davon abzuhalten sich auf eine Dekorationsfigur zu stürzen.
Scotts Lachen hallt warm und leise durch die Luft und Kira spürt die sachten Vibrationen bis unter die Haut. Stiles ist in zwei dicke Pullover und einen karierten Schal gewickelt und seine Augen leuchten. Er sieht entspannt und gelöst aus, und Kira muss unwillkürlich daran denken was er vorhin gesagt hat.
‚ Manche unter uns haben vielleicht das Gefühl, dass… es ihnen vielleicht nicht zusteht sich über Weihnachten zu freuen, wenn es so viele gibt, die nicht mehr mitfeiern…‘
Lydia räuspert sich vielsagend neben ihr. „‘Operation trauriger Wolf‘ ist ein durchschlagender Erfolg, oder?“ flüstert sie.
„Shhht!“, macht Kira.
‚Operation trauriger Wolf‘ ist definitiv ein durchschlagender Erfolg.
Malia futtert sich durch sämtliche Stände hindurch (dabei kommen keine Kinder in Fellmützen zu Schaden) und Scott schafft es an einer Bude mit einem Wurf gleich zwei Preise auf einmal zu gewinnen.
Kira bekommt einen blauen Plüschfuchs, und Stiles, der nach zwanzig Würfen nicht ein einziges Mal getroffen hat, bekommt eine blinkend, rosa Scheußlichkeit, die offenbar ein Elchgeweih darstellen soll.
Kira verschluckt sich beinah vor Lachen, als sie ihn damit sieht.
„Das ist das scheußlichste, was ich je gesehen habe“, verkündet Lydia und verteilt weiter Glühpunsch aus ihrer Thermoskanne. „Nicht mal der Alkohol macht das noch besser.“
„Damit sehen dich doch im Wald sofort alle Raubtiere“, sagt Malia besorgt und kuschelt sich ein bisschen näher an ihren Freund, als ob sie Angst hat, dass er hier und jetzt angesprungen und aufgefressen werden könnte.
„Keine Angst“, sagt Stiles und streichelt ihr beruhigend über den Rücken. „Unter den ganzen blinkenden Lichtern gehe ich total unter. Das ist als ob ich Tarnkleidung trage.“
Er zieht Kira beiseite, während Scott in einiger Entfernung einen heißen Kakao für sie organisiert.
„Du bist die Beste“, haucht er und dann wird Kira überraschend umarmt und an seine warme Brust gedrückt.
Stiles ist erhitzt und flauschig und mehr als nur ein bisschen angeheitert. Er riecht nach Glühpunsch und Zimtsternen und Weihnachten. „Das war eine großartige Idee“, flüstert er dicht an ihrem Ohr und als er sich von ihr löst, kann sie seine roten Wangen und seine glänzenden Augen sehen. Sein Blick wandert hinüber zu Scott. „Er sieht so glücklich aus“, sagt er ehrfürchtig.
Kira lächelt ihn an. „Dein Masterplan ist aufgegangen.“
„Unser Masterplan“, korrigiert er, bevor er von dannen springt. „Und nächste Woche reden wir über die Beherrschung des ganzen Universums, junger Padawan!“ ruft er ihr zu.
„Beherrschung des Universums?“ fragt Scott, der in diesem Moment neben ihr auftaucht um ihr eine Tasse warmen Kakao in die Hand zu drücken. „Sollte ich mir Gedanken machen?“
Kira lacht. „Nein, alles gut.“
Scott beugt sich vor und drückt ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke“, sagt er leise. „Danke, dass du mit ihm gesprochen hast. Ich habe keine Ahnung, was du gesagt hast und wie du das geschafft hast, aber danke. Ich habe mir solche Sorgen gemacht…“
„Ich habe gar nicht viel gesagt“, beteuert Kira.
Scotts Blick wandert zu Stiles, der vor dem Kettenkarussell steht und von einem Bein auf das andere hüpft, während er wie wild mit den Armen in Scotts Richtung wedelt. Sein Elchgeweih blinkt und funkelt in der Dunkelheit wie eine verwirrte Christbaumtanne.
„Wie hast du das hingekriegt?“ fragt er ungläubig. „Letzte Woche hat er noch gesagt, er findet Weihnachten doof und dass er dieses Jahr lieber gar nicht feiern will. Und jetzt…“ Er winkt zurück.
Kira zuckt mit den Schultern und versteckt ihre glühenden Wangen in der Tasse Kakao. „Weißt du, ich glaube… er ist einfach glücklich, wenn er mit dir zusammen ist“, erwidert sie, denn das ist die reine Wahrheit, und nichts als die Wahrheit.
Scotts Blick, der immer noch auf seinem besten Freund ruht, wird weich und beinah zärtlich. „Ich doch auch“, sagt er leise. „Ich doch auch.“
Er küsst sie auf den Mund, bevor er zu Stiles hinüber läuft, der ihm prompt in die Arme springt und „Kettenkarussel?!“ ruft.
„Dir wird doch jedes Mal schlecht“, lacht Scott.
„Alter, ich baue darauf, dass du mich rechtzeitig in eine stille Ecke schleppst, wenn ich mich übergeben muss.“
„Natürlich.“
Kira und Lydia tauschen einen Blick.
„Ich finde, wir sind großartig“, verkündet Lydia selbstzufrieden. Sie hebt ihre Tasse mit Punch. „Und du hast behauptet, du kannst nicht lügen.“
„Ich habe nicht gelogen“, beteuert Kira erschrocken. „Alles was ich gesagt habe, war die reine Wahrheit. Ich habe nur…“ Sie errötet. „… Sachen weggelassen. Oder der eigenen Interpretation überlassen.“
„Oh Gott. Du klingst wie Stiles. Er ist so ein schlechter Einfluss.“ Lydia verzieht den Mund zu einem amüsierten Lächeln. „Auf uns. Auf ‚Operation trauriger Wolf‘“
Kira stößt mit ihr an.
„Ich bin verwirrt“, sagt Malia mit gerunzelter Stirn. Sie hat ein riesiges frittiertes Gebäckstück in der Hand und ein Lebkuchenherz um den Hals, auf dem steht ‚Ich esse nur Vegetarier‘. „Haben wir jetzt Scott aufgeheitert, in dem wir so getan haben als ob Stiles traurig ist? Oder haben wir Stiles aufgeheitert indem wir so getan haben, als ob Scott traurig ist? Wer ist jetzt traurig? Und sind jetzt alle wieder in Ordnung?“
„Sie waren beide traurig“, sagt Kira.
„Sie sind beide Idioten, die lieber still vor sich hin leiden“, sagt Lydia gleichzeitig.
„Sie hatten ein langes Jahr“, sagt Kira zu ihrer Verteidigung und Lydia nickt versonnen. „Und haben beide nicht das Gefühl gehabt, dass sie es verdienen ein schönes Weihnachten zu haben. Manchmal… manchmal ist es leichter für jemand anderen glücklich zu sein.“
Malia nickt und rollt mit den Augen, bevor sie sich bei Kira einhakt. „Hauptsache jetzt sind alle glücklich.“
Kira wirft einen Blick auf Scott, der duldsam stehen bleibt und Stiles mit behutsamen Griffen das verrutschte Elchgeweih zurechtrückt, als der ihm schon wieder die eiskalten Hände unter den Pullover schiebt. Sie strahlen sich an wie zwei Kinder an Heiligabend, die auf einen Satz zwanzig Geschenke aufmachen dürfen.
„Ja“, sagt sie mit einem Lächeln. „Jetzt sind alle glücklich.“
no subject
Date: 2014-12-09 11:59 am (UTC)Ich meine, erst einmal Scott/Kira/Stiles, da bin ich vollkommen und unwiderruflich dabei ;)
Und dann diese ganze Idee. Wirklich geschickt gemacht. Wo man wirklich am Anfang denkt, es geht um Scott und dann geht es doch eher um Scott und Stiles und ja, die Beiden sind wohl die Einzigen, die sich gegenseitig aufheitern können :)
Süß, wie die Freunde da diesen perfiden Plan ausgearbeitet haben, damit Stiles und Scott sich gegenseitig aufheitern und gar nicht dabei merken, wie sie sich selber aufheitern.
Hach, diese Jungs sind aber auch leicht zu manipulieren ;)
Das beste Highlight war aber immer noch Malia, die sich durch jede Bude durchgefressen hat und zum Schluss total verwirrt war, wem sie denn jetzt geholfen haben *haha*
Meine süße kleine Malia.
Gerne mehr von diesen süßen Weihnachts-Fluff :D
no subject
Date: 2014-12-09 08:50 pm (UTC)Und ja, Malia ist immer ein Quell der Freude zum Schreiben. XD Ich hatte auch besonders viel Spaß mit ihr. Mein Goldstück. ♥
Und mehr süßen Weihnachtsfluff gibt es von mir bestimmt! <333 (Ich freu mich auch schon auf deine Geschichte morgen! ;-)
no subject
Date: 2014-12-09 01:59 pm (UTC)Kira ist guuuut! XD Und ich habe doch wirklich geglaubt, es ginge nur um Scott, aber allein die Tatsache, dass Stiles alleine in der Bibliothek gehockt hat, sollte alles verraten. Armer kleiner Puschel. Aber die Mission war ein voller Erfolg, jetzt sind beide glücklich. ^-^
Und Stiles, das mit dem Supervillain hatten wir schon. War scheiße. Lass es. û.ú Wirklich.
Jetzt will ich auch auf den Weihnachtsmarkt und Glühwein trinken. ._.
So viel flauschig-fluffige Weihnachtsstimmung, das ist fast zu viel für mein kleines Herzchen. Ehrlich, womit kann man dich bestechen um mehr zu kriegen?
no subject
Date: 2014-12-09 08:51 pm (UTC)Ach man kann Stiles doch immer am besten rumkriegen wenn man sagt es ist für Scott - und umgekehrt! <33
Danke für den Kommentar! ^___^ Und keine Sorge, ich werde noch ganz viel TW Kitsch schreiben. *hust*
no subject
Date: 2014-12-09 07:31 pm (UTC)Stiles der Supervillain gefällt mir total! (insbesondere weil er ja Witze über diese ganze Sache reißen kann, eben wEIL er ja mal fast ein Supervillain war? xD)
Und Kiras Nervosität ist so wunderschön und Malia als comic relief ist PERFEKT eingesetzt und haaaaach Stiles und Scott sowieso.
ICH WILL JETZT AUCH AUF NEN WEIHNACHTSMARKT DABEI HASSE ICH WEIHNACHTSMÄRKTE MAN! XD
no subject
Date: 2014-12-09 08:53 pm (UTC)Ich hasse Weihnachtsmärkte auch - aber hey, wenn ich Freunde hätte wie Malia vielleicht weniger??? XD
no subject
Date: 2014-12-14 11:27 am (UTC)Aber oh Gott, ich liebe sie *__*
Ich meine, du weißt ja, wie sehr ich Stira liebe, aber oh Gott- oh Gott, dieses Gespräch in der Bibliothek.... *____* *weint Tränen der Rührung*
Ich finde es SO SCHÖN, wie lieb Stiles zu Kira ist und wie Kira so ganz erleichtert ist, dass er sie offensichtlich mag (weil, Hilfe, Stiles ist so streng, wenn es darum geht, wer Umgang mit Scott haben darf) und er nennt sie Foxy (*___*) und ich bin glücklich *__*
Und dann gibt es diese laaange, ausführliche Umarmung zwischen Scott und Stiles auf dem Schulflur und ich bin noch glücklicher.
Gott, meine McYukinski-Gefühlen wallen gerade wieder auf, Hülfe. T____T
Und im Grunde könnten Stira die Welt erobern und gemeinsam die besten Supervillains werden, aber Scott würde sie nicht lassen und daher würden sie Superhelden werden *__* Hach...hach....
Und ich liebe es, dass man am Ende irgendwie so gar nicht mehr genau weiß, wer mit wem welchen Plan ausgeheckt hat, um wen aufzumuntern. xD~ (So gesehen war es dann ja eher "Operation trauriges Wolfsrudel"). Ich muss so lachen bei der Vorstellung, dass Lydia und Malia mit Kira gesprochen haben und Kira dann zu Scott gegangen ist und danach zu Stiles und jeder denkt, jemand anderen aufgeheitert zu haben. Es ist unglaublich brillant <3
Und ach ja, die Szene auf dem Weihnachtsmarkt! Das ist alles so flauschig und warm und liebevoll und genau das ist Weihnachten - dass man sich mit seinen Lieben umgibt und versucht, das Beste aus der Situation zu machen und eventuell muss ich gleich wieder weinen ;__;
Achja, nicht zu vergessen meine absolute Lieblingsstelle:
„Können wir das essen?“ fragt sie mit leuchtenden Augen und zupft an Scotts Ärmel.
Scott nickt. „Bergeweise.“
„Und das?“
„Malia… das ist Kind mit einer Fellmütze.“
XD Malia, du bist ein Lichtstrahl, ein Sonnenschein. Please don't ever change. Und iss keine Kinder mit Fellmütze xD
Das war ein würdiger Beitrag zum Jubiläum, meine Liebe <33 Fabelhaft! *-*