[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Teen Wolf
Challenge: „Wie, es ist schon Dezember?“, Kaufrausch
Wörter: ~ 1.000
Personen: Scott, Stiles, eine Pepsi, eine Käsepizza, Elizabeth und deren Freundin in Rosa
Anmerkung: Irgendwas zwischen gen und romantischem Sciles. Ihr kennt das ja.

„Wie, es ist schon Dezember?“, bringt eine der Damen, die hinter ihm an der Kasse stehen, heraus und ihr Gesicht zittert ein wenig unter diesem Kunstgebilde von Hut. Es ist ein wenig, als hätte sie sich von Ascott (oder wie auch immer dieser englische Ort heißt, an dem sie immer diese seltsamen Pferdewettrennen veranstalten – er hat Stiles nur immer den Namen sagen hören, weil Ascott fast wie Scott klingt) hierhergebeamt.
„Natürlich“, entgegnet ihre Freundin.
„Oh, Elizabeth! Hast du es etwa vergessen?“
Elizabeth schaut ernsthaft aufgebracht drein. Die weißen Handschuhe zwischen ihren Fingern beben und ihre Freundin, ganz in Rosa, schüttelt den Kopf, während sie Champagner auf das Fließband an der Kasse legt.

Scott legt den Kopf schief und sieht dann auf seinen Einkauf: Eine Käsepizza, eine Riesentüte M&Ms (die mit der Schokoladenfüllung) und Pepsi.
Er legt die Stirn in Falten.
Richtig.
Es ist Vorweihnachtszeit und er so uncool und kauft Junkfood. Für einen Moment überlegt er, ob er zurückgehen und etwas Gesünderes, Ausgesuchteres wählen soll.

Aber hm.
Stiles hat eindeutig nach Käsepizza verlangt.

Wie konnte Scott vergessen, dass Weihnachten kommt?

Auf dem Weg hinter den Kassen quer durch das Einkaufszentrum fällt es ihm wie Schuppen von den Augen und Ohren. Die Dauerschleife aus Mariah Carey.
Die künstlichen Weihnachtstännchen, die nach altem, angesengtem Plastik riechen. Das Silberlametta. Die Lichter allüberall.

Frieden auf Erden, gebt mir mein Geschenk und All I want for Christmas is you.

Wahrscheinlich, so steigt in ihm der Gedanke auf, hat er in letzter Zeit echt etwas in Stress gelebt.
Schule und Lacrosse-Turniere, die Arbeit in der Tierklinik, das Training mit Liam und Malia, ein paar (viel zu wenig) Dates mit Kira.
Darüber hinwegkommen, dass er vom Geist toter Bärenkrieger besessen war und beinah seine Freunde umgebracht hätte.
Hinwegkommen über...

Für einen Augenblick steht er mit seiner Pizza und der Pepsi im Gewühl aus Formen und Farben und künstlichen Weihnachtsklängen.

Am Juwelier krümmte sich ein Pärchen an der Schaufensterscheibe und lamentiert über die Karatanzahl eines Diamantringes und über die Anzahl der Seitensprünge, die diesen als Geschenk rechtfertigen. Gegenüber vor dem Spielzeugladen schreit sich ein kleines Mädchen die Seele aus dem Leib, dass es kein rosa Einhorn haben wollte, sondern ein grünes. (Nirgends ist ein Einhorn in irgendeiner Farbe zu sehen.)
Rechts von ihm lässt sich eine Dame schminken und darüber beraten, dass sie ein Herbsttyp ist und sich ihr Leben lang das falsche Make-up gekauft habe. Auf der linken Seite stehen zwei grau melierte Männer und unterhalten sich über ihre Autos, die bald für neue Nachfolger auf den Schrottplatz herhalten müssen.

Das Stimmengewirr macht ihn für einen Moment benommen.

Ich muss Geschenke kaufen, denkt er und ihm wird schwindlig. Weil er nicht weiß, was. Weil er kein Geld für Weihnachtsgeschenke hat. Weil er keine Zeit hat in seinem zugestopften Terminplan, um shoppen zu gehen.

Weil plötzlich wieder Weihnachten ist, als ob nichts geschehen wäre, als ob sich seine Welt in diesem Jahr nicht von unten nach oben und zurück gekehrt hätte.

Er atmet angestrengt ein und aus. In seinen Händen fühlt sich die Pepsiflasche fast wie ein Fels in der Brandung an.

Als er sich das Bild vor den Augen versucht, klarzublinzeln, bleibt sein Blick an einem Schriftzug am Juwelierschaufenster hängen:

Zeigen Sie Ihren Lieben zum Fest, was sie Ihnen wert sind!

Natürlich muss man sich das übersetzen in „Kaufen Sie Ihrer Frau einen teuren Klunker“ oder in „Ihre Tochter hasst sie vielleicht etwas weniger, wenn Sie ihr Ohrringe für mindestens fünfhundert Dollar schenken“.

Scott seufzt.

Nein. Eins nach dem anderen.
Er hat seine eigene Übersetzung.



Stiles lümmelt auf seinem Bett herum, als Scott zu ihm hochkommt, in seinen Händen zwei Gläser und unter dem Arm die Pepsi.

„Hi Scotty!“ Er gähnt und dann werden seine Augen groß und strahlend.
„Oh, ist das Cola? Und eine Pizza? Und M&Ms? Ich liebe dich, Kumpel, du weißt gar nicht, wie-“

Seltsamerweise spricht er nicht weiter, als Scott die Sachen auf das Bett wirft, neben seinen besten Freund kriecht und sanft die Arme um ihn schlingt.

„Ich liebe dich auch“, flüstert Scott und kuschelt seinen Kopf in Stiles' Halsbeuge. Er kann dort den Puls spüren, das sachte Rauschen des Blutes unter der Haut des Jungen hören.
Es beruhigt ihn nach der Hektik im Einkaufszentrum.

Er spürt Stiles stutzen, aber das ist schon in Ordnung. Weil sein Freund dann ganz langsam auch die Arme um ihn legt und ihn näher an sich, an seinen flauschigen blauen Pullover heranzieht.

„Mord und Totschlag im Kaufhaus?“, murmelt dieser wissend.
Es ist gut. Scott muss nur nicken.

„Schon okay“, sagt Stiles sehr sanft. Seine Finger rutschen an Scotts Rücken hoch und streicheln seinen Nacken, fahren vorsichtig und bedacht hoch in Scotts Haare.
„Das nächste Mal komm ich mit. Und wir kaufen zusammen für unsere Eltern ein. Und unsere Freundinnen. Und wen auch immer.“

„Danke“, nuschelt Scott in seine Schulter. Die Sache ist nur die, dass er Stiles nicht loslassen kann.
Er denkt an Weihnachtslieder und an die vielen, vielen Lichter, er denkt an Menschen, mit denen er Weihnachten nicht feiern kann, an-

„Ich hab dich lieb, Stiles“, wispert er schüchtern.
„Das weißt du hoffentlich, oder? Ich hab dich sehr, sehr, sehr lieb.“

Denn eigentlich will er nicht so enden wie die arme Elizabeth, die den Dezember nicht mitbekommt , für die das alles womöglich nichts mehr bedeutet.

„Ich dich doch auch“, murmelt Stiles und streichelt seinen Hinterkopf.
Er ist Scotts emotionale Ausbrüche gewohnt. Sie sind in den letzten Monaten immer mal wieder vorgekommen und er hat es bislang nicht geschafft, sie wieder abzuschalten.

Gott, was für ein Jahr.

„Du weißt, du wirst mich nicht mehr los, ja? Du musst mir das jetzt jeden Tag bis zum Ende deines Lebens sagen. Okay?“

Und Scott hält sich ein Weilchen an ihm fest, weil er kann. Weil er Lichter sieht, wenn er die Augen schließt und auf Stiles' Herzschlag hört.

Warmes Licht.

„Okay.“

„Okay.“ Das Lachen des Jungen vibriert gegen ihn.

„Komm, lass uns diese Pizza hier schlachten, bevor sie schmilzt und abhaut.“

Date: 2014-12-03 12:14 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Hach das ist so wunderbar warm und flauschig und macht mich sehr glücklich! *___*
Ich werde vermutlich niemals genug kriegen von Skittles die sich über alles lieben und das viel und oft zeigen, von daher darf sowas gerne öfter kommen! <333
Und eiskalten Kommerz in so etwas Schönes umzuwandeln - das kann auch nur Scott! ♥

Date: 2014-12-05 09:00 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Ich lese es gerade während der Arbeit nochmal und hach... hach... hach...
Alles hier ran ist so weich und warm und flauschig. *______*
Ganz viel Liebe! <3333

Date: 2014-12-03 12:02 pm (UTC)
luinaldawen: (Default)
From: [personal profile] luinaldawen
Es ist so wunderbar flauschig warm! *-* Genau das, was man bei diesem Mistwetter braucht um glücklich zu sein. (neben einem eigenen Scott natürlich)
Einfach nur schön! Viel Liebe auch für das Mädchen, das kein pinkes Einhorn will. XD
Hach, alles wäre so viel einfacher, wenn der Vorweihnachtsstress nicht wäre. Aber mit Scott ist alles schön und flauschig! ♥

Date: 2014-12-04 08:04 am (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
Awww, das ist ja fürchterlich traurig und gleichzeitig total liebevoll und wunderschön, hach Q__Q Ich mag diesen Schockmoment, den er da mitten an der Kasse hat und wie er dann vom Überfluss an Kommerz praktisch davon läuft, nur um dann bei Stiles Ruhe und Entspannung zu finden. SOLCHE BEST FRIENDS AWRGHGHS Q___Q

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