Adventskalender, 1. Türchen
Dec. 1st, 2014 01:06 pmFandom: Original (Thomas und Stefan)
Challenge: Nebel/Nieselregen
Inhalt: Ein Telefonat und sehr viel Langeweile.
Anmerkung: Fröhlichen ersten Dezember euch allen! =DD
Hasch mich, Arbeit, ich will nicht
Es ist Samstagnachmittag halb vier, die Küche sieht immer noch aus wie Sau und Thomas hat auch nicht vor, an diesem Zustand etwas zu ändern.
Obwohl er sollte. Der Kochlöffel von der Plätzchenbackerei letzte Woche schimmelt so schön, dass er sich eigentlich bald eine eigene Postleitzahl anschaffen könnte.
Thomas drückt auf den Pausenknopf seiner PSP und dreht sich auf den Rücken. Die Bettdecke verfängt sich zwischen seinen Beinen, doch da er ja sowieso nicht aufstehen will, ist ihm das reichlich egal.
Er hätte so viel Zeit, um heute aufzuräumen, denkt er. Er hat nichts vor und er hätte nicht einmal blöde Kommentare zu befürchten, denn Stefan geistert noch bis Montag auf seinem Seminar in Stockholm rum
Blöder Sack.
Es ist diesig draußen, grau und öde. Nebelschwaden ziehen ganz dich an den Fensterscheiben vorbei, doch Thomas hat vorhin trotzdem die Balkontür aufgemacht, und jetzt hört er das Röhren und Schnaufen der Kräne und Maschinen aus dem Industriegebiet so laut, als würden sie direkt neben ihm im Zimmer stehen.
Wäre praktisch, denkt er, dann können die mich gleich mit aus dem Bett heben.
Und dann geht er zum Amt, um den Antrag auf Erhebung in den Gemeindestatus für den Kochlöffel abzugeben.
Danach mietet er sich dann einen Maserati und fährt bis Stockholm rauf, damit er Stefan am Montag abholen kann.
Thomas grinst.
Geht ja gar nicht. Er hat Montag Frühschicht. Aber sonst hätte er das bestimmt gemacht.
„Alles, was mich daran hindert, ist das Aufstehen“, sagt er laut zu seiner Zimmerdecke, doch bis auf das blecherne Dröhnen der Musik aus seiner PSP antwortet ihm niemand.
Stockholm ist scheiße, denkt Thomas.
Um sich abzulenken, stellt er sich mit in detaillierter Kleinarbeit vor, was er alles in der Küche machen wirdfalls sobald er aufgestanden ist.
Zuerst sollte er wohl den Kochlöffel bearbeiten, damit der keine Monarchie ausruft. Dazu würde er erst das Spülbecken mit heißem Wasser befüllen und - ach nee. Als allererstes muss er die ganzen Töpfe, Gläser und Pfannen daraus bergen. Was ziemlich schade wäre, immerhin hat ihn dieser Turm einiges an Mühe gekostet, aber naja, manchmal muss eben die Kunst Opfer bringen für die Hygiene.
Wenn er das Besteck und Geschirr dann kunstvoll auf der Arbeitsplatte arrangiert hat, kann er sich daran machen, das heiße Wasser anzudrehen.
Wahrscheinlich wird er wieder vergessen, den Boiler anzuschalten und muss sich dann fluchend unter die Spüle beugen und nach dem Hebel tasten. Und wenn Stefan da wäre, dann würde er lachen, sich ganz dicht hinter Thomas stellen und mit dem Becken gegen Thomas‘ Hintern stoßen.
„Alter, lass den Scheiß“, würde Thomas dann sagen und wenn er Pech hätte, würde er sich auch noch den Kopf am Schrank stoßen. Und Stefan würde bloß lachen, ihm einen Kuss auf den Nacken pressen und dann zusehen, dass er Land gewinnt, damit Thomas ihn nicht packt, ins Schlafzimmer schleppt, aufs Bett wirft und...
Sein Handy vibriert.
Oh Gott sei Dank.
Thomas rollt sich wie eine träge Dampfwalze auf den Bauch und klaubt sein Handy vom Nachttisch.
Stefan hat geschrieben. teln?
Grinsend wählt Thomas und dreht sich wieder um. Die Decke schlingt sich um ihn, als sei sie eine Würgeschlange und er ein ziemlich dämliches Faultier.
Es klingelt einmal, dann ist Stefan dran.
„Alter, das ging schnell“, sagt er.
„Hatte grad das Handy in der Hand. Per Zufall“, erwidert Thomas. Er spürt, dass seine Stimme genau wie seine Mundwinkel immer weiter in die Höhe gehen. Gott, er hat ihn vermisst. „Ist was?“
„Was?“, fragt Stefan. Er klingt abgehetzt und im Hintergrund rauscht Gelächter und Gequassel vorbei. „Warte mal, ich versteh dich so schlecht, der Empfang hier ist beschissen.“
„Hm“, sagt Thomas und schließt die Augen. Stefan keucht noch ein bisschen in den Hörer, zwei drei abgerissene Sätze auf Englisch und Schwedisch, dann schlägt irgendwo eine Tür zu und plötzlich es ruhig.
„So. Jetzt.“
„Feiert ihr eine Party?“
„Hm? Nee. Ist nur Kaffee und Kuchen.“
„Oh.“
Thomas weiß nicht, was er noch sagen soll. Er wird mit einem Mal sehr müde. „Wie ist Schweden so?“
„Na, wie wohl“, erwidert Stefan und lacht. „Ich seh nix außer Büros. Total doof. Außerdem regnet es ständig.“
„Ja?“
„Hmhm. Aber die Stadt ist trotzdem hübsch. Wir sollten hier auch mal herfahren. Im Urlaub oder so.“
„Klingt gut.“ Klingt wirklich gut. Sie waren schon ewig nicht mehr zusammen weg. Doofe Arbeit und all das.
„Was machst du?“, fragt Stefan nach ein paar Augenblicken.
Thomas schlägt die Augen wieder auf und schaut sich um. Zur Küchentür, die ihn angrinst, zu seiner PSP, deren Akkulämpchen mittlerweile rot leuchtet, zur offenen Balkontür, die vor Dreck und Schneematsch starrt, zu der Nebelbank dahinter, zu seinen Beinen, die von der Bettdecke liebevoll gefressen werden.
„Nichts“, antwortet er wahrheitsgemäß.
„Du alter Faulpelz.“ Stefan lacht und obwohl Thomas weiß, dass er recht hat, runzelt er die Stirn.
„Halt die Klappe“, knurrt er.
„Ist doch wahr!“
„Jetzt hör auf!“
Stefan wird augenblicklich still. „Was ist denn los?“, fragt er. „War doch nur‘n Spaß.“
„Ich weiß“, antwortet Thomas. Er bereut sein Gekeife sofort. Er hat keine Ahnung, warum er sich so unwohl fühlt. Es ist doch gerade alles schön, es ist Samstag, Stefan ist bald wieder da, sie telefonieren... eigentlich sollte doch alles in bester Ordnung sein. „Tut mir Leid. Bin irgendwie mies drauf.“
„Hm“, macht Stefan.
Und dann schweigen sie wieder eine Weile. Das wird die teuerste und nutzloseste Telefonrechnung der Welt werden, denkt Thomas, dann gibt er sich einen Ruck.
„Ich weiß nicht, was ich erzählen soll“, sagt er leise. „Hier passiert nix. Und wenn ich ehrlich bin, dann will ich nichts von Stockholm hören, weil ich... ich will einfach nur, dass du wieder hier bist. Okay?“
Das war vermutlich das Allerdämlichste, was er hätte sagen können, doch ihm ist nichts anderes eingefallen. Sein Herz schlägt mit einem Mal sehr viel schneller und ihm rutscht beinah das Handy aus den Fingern. Er ist müde, genervt von sich selbst und seiner Faulheit, er ist sauer auf Stefan, weil der nicht da ist, er benimmt sich wie ein verdammtes Kleinkind und er würde am liebsten auflegen.
Er ist kurz davor, zu sagen, dass es ihm Leid tut, und er nur Spaß gemacht hat und dass er bitte jedes noch so kleine Detail von dem blöden Seminar hören will.
Da sagt Stefan: „Kein Problem. Ist okay. Was...ähm... haben sich Christmanns gemeldet? Wegen des Transporters?“
Thomas schnappt nach Luft. Er will sich hinsetzen, doch die Decke hat sich mittlerweile bis zu seiner Hüfte vorgearbeitet und lässt ihn nicht nach oben.
„Ich..äh... ja“, stammelt er. Stefan ist der liebste Kerl der Welt. Er hockt da in Stockholm und macht wahrscheinlich gerade riesig Karriere und trotzdem fragt er nach ihrem blöden kleinen Alltag hier.
Vor lauter Liebe vergisst Thomas einfach weiter zu reden.
„Und?“
„Naja, also wir könnten den haben, aber wahrscheinlich erst am 24.“
„Okay. Wollen wir?“
„Dann müssen wir am 24. Dezember in den IKEA. Willst du das echt?“
Stefan lacht schon wieder. „Keine Ahnung, man. Dann ist es doch wahrscheinlich leer, oder? Oder kennst du irgendwen, der einem ein Billy-Regal zu Weihnachten schenkt?“
„Du hast mir mal ein Bett geschenkt.“
„Ich hab dir einen Gutschein für ein Bett geschenkt, weil ich mal auf etwas vögeln wollte, was keine Matratze mit fünf Wasserkästen drunter war.“
Thomas prustet los. Er greift mit der rechten Hand nach der Decke und zerrt so lange daran herum, bis sie ihn endlich freigibt, dann schiebt er die Beine bis zum Bettrand und stellt die Füße auf den Teppich.
„Alter, bin ich froh, dass die hier kein Deutsch können“, murmelt Stefan da. „Was red ich eigentlich für einen Mist.“
„Das ist die Luft da. Die tut dir nicht gut“, sagt Thomas und steht auf. Er geht zur Balkontür und sperrt das Dröhnen und Rauschen aus dem Industriegebiet nach draußen.
„Ich glaub auch. Ich meine, ich steh grad im verregneten Schweden und diskutiere darüber, ob ich mit dir an Weihnachten zum IKEA fahren will.“
Thomas stöhnt. „Was ist bloß aus uns geworden? Waren wir schon immer so spießig?“
„Keine Ahnung“, antwortet Stefan. Er klingt tatsächlich ein bisschen erschrocken. „Wir haben letztes Jahr noch backstage bei Eminem rumgemacht und jetzt das!“
„Alter, hast du Druck? Das ist das zweite Mal innerhalb von drei Minuten, dass du mir was vom Vögeln erzählst.“
Als Stefan antwortet, kann Thomas ihn grinsen hören. „Du hast keine Ahnung, wie sehr. Wenn ich wieder da bin, vögel ich dich direkt durch die Matratze, verlass dich drauf!“
„Ist ja kein Problem“, sagt Thomas und grinst ebenfalls. „Wir fahren doch eh zu Ikea.“
„Frohe Weihnachten, Spießer.“
Challenge: Nebel/Nieselregen
Inhalt: Ein Telefonat und sehr viel Langeweile.
Anmerkung: Fröhlichen ersten Dezember euch allen! =DD
Hasch mich, Arbeit, ich will nicht
Es ist Samstagnachmittag halb vier, die Küche sieht immer noch aus wie Sau und Thomas hat auch nicht vor, an diesem Zustand etwas zu ändern.
Obwohl er sollte. Der Kochlöffel von der Plätzchenbackerei letzte Woche schimmelt so schön, dass er sich eigentlich bald eine eigene Postleitzahl anschaffen könnte.
Thomas drückt auf den Pausenknopf seiner PSP und dreht sich auf den Rücken. Die Bettdecke verfängt sich zwischen seinen Beinen, doch da er ja sowieso nicht aufstehen will, ist ihm das reichlich egal.
Er hätte so viel Zeit, um heute aufzuräumen, denkt er. Er hat nichts vor und er hätte nicht einmal blöde Kommentare zu befürchten, denn Stefan geistert noch bis Montag auf seinem Seminar in Stockholm rum
Blöder Sack.
Es ist diesig draußen, grau und öde. Nebelschwaden ziehen ganz dich an den Fensterscheiben vorbei, doch Thomas hat vorhin trotzdem die Balkontür aufgemacht, und jetzt hört er das Röhren und Schnaufen der Kräne und Maschinen aus dem Industriegebiet so laut, als würden sie direkt neben ihm im Zimmer stehen.
Wäre praktisch, denkt er, dann können die mich gleich mit aus dem Bett heben.
Und dann geht er zum Amt, um den Antrag auf Erhebung in den Gemeindestatus für den Kochlöffel abzugeben.
Danach mietet er sich dann einen Maserati und fährt bis Stockholm rauf, damit er Stefan am Montag abholen kann.
Thomas grinst.
Geht ja gar nicht. Er hat Montag Frühschicht. Aber sonst hätte er das bestimmt gemacht.
„Alles, was mich daran hindert, ist das Aufstehen“, sagt er laut zu seiner Zimmerdecke, doch bis auf das blecherne Dröhnen der Musik aus seiner PSP antwortet ihm niemand.
Stockholm ist scheiße, denkt Thomas.
Um sich abzulenken, stellt er sich mit in detaillierter Kleinarbeit vor, was er alles in der Küche machen wird
Zuerst sollte er wohl den Kochlöffel bearbeiten, damit der keine Monarchie ausruft. Dazu würde er erst das Spülbecken mit heißem Wasser befüllen und - ach nee. Als allererstes muss er die ganzen Töpfe, Gläser und Pfannen daraus bergen. Was ziemlich schade wäre, immerhin hat ihn dieser Turm einiges an Mühe gekostet, aber naja, manchmal muss eben die Kunst Opfer bringen für die Hygiene.
Wenn er das Besteck und Geschirr dann kunstvoll auf der Arbeitsplatte arrangiert hat, kann er sich daran machen, das heiße Wasser anzudrehen.
Wahrscheinlich wird er wieder vergessen, den Boiler anzuschalten und muss sich dann fluchend unter die Spüle beugen und nach dem Hebel tasten. Und wenn Stefan da wäre, dann würde er lachen, sich ganz dicht hinter Thomas stellen und mit dem Becken gegen Thomas‘ Hintern stoßen.
„Alter, lass den Scheiß“, würde Thomas dann sagen und wenn er Pech hätte, würde er sich auch noch den Kopf am Schrank stoßen. Und Stefan würde bloß lachen, ihm einen Kuss auf den Nacken pressen und dann zusehen, dass er Land gewinnt, damit Thomas ihn nicht packt, ins Schlafzimmer schleppt, aufs Bett wirft und...
Sein Handy vibriert.
Oh Gott sei Dank.
Thomas rollt sich wie eine träge Dampfwalze auf den Bauch und klaubt sein Handy vom Nachttisch.
Stefan hat geschrieben. teln?
Grinsend wählt Thomas und dreht sich wieder um. Die Decke schlingt sich um ihn, als sei sie eine Würgeschlange und er ein ziemlich dämliches Faultier.
Es klingelt einmal, dann ist Stefan dran.
„Alter, das ging schnell“, sagt er.
„Hatte grad das Handy in der Hand. Per Zufall“, erwidert Thomas. Er spürt, dass seine Stimme genau wie seine Mundwinkel immer weiter in die Höhe gehen. Gott, er hat ihn vermisst. „Ist was?“
„Was?“, fragt Stefan. Er klingt abgehetzt und im Hintergrund rauscht Gelächter und Gequassel vorbei. „Warte mal, ich versteh dich so schlecht, der Empfang hier ist beschissen.“
„Hm“, sagt Thomas und schließt die Augen. Stefan keucht noch ein bisschen in den Hörer, zwei drei abgerissene Sätze auf Englisch und Schwedisch, dann schlägt irgendwo eine Tür zu und plötzlich es ruhig.
„So. Jetzt.“
„Feiert ihr eine Party?“
„Hm? Nee. Ist nur Kaffee und Kuchen.“
„Oh.“
Thomas weiß nicht, was er noch sagen soll. Er wird mit einem Mal sehr müde. „Wie ist Schweden so?“
„Na, wie wohl“, erwidert Stefan und lacht. „Ich seh nix außer Büros. Total doof. Außerdem regnet es ständig.“
„Ja?“
„Hmhm. Aber die Stadt ist trotzdem hübsch. Wir sollten hier auch mal herfahren. Im Urlaub oder so.“
„Klingt gut.“ Klingt wirklich gut. Sie waren schon ewig nicht mehr zusammen weg. Doofe Arbeit und all das.
„Was machst du?“, fragt Stefan nach ein paar Augenblicken.
Thomas schlägt die Augen wieder auf und schaut sich um. Zur Küchentür, die ihn angrinst, zu seiner PSP, deren Akkulämpchen mittlerweile rot leuchtet, zur offenen Balkontür, die vor Dreck und Schneematsch starrt, zu der Nebelbank dahinter, zu seinen Beinen, die von der Bettdecke liebevoll gefressen werden.
„Nichts“, antwortet er wahrheitsgemäß.
„Du alter Faulpelz.“ Stefan lacht und obwohl Thomas weiß, dass er recht hat, runzelt er die Stirn.
„Halt die Klappe“, knurrt er.
„Ist doch wahr!“
„Jetzt hör auf!“
Stefan wird augenblicklich still. „Was ist denn los?“, fragt er. „War doch nur‘n Spaß.“
„Ich weiß“, antwortet Thomas. Er bereut sein Gekeife sofort. Er hat keine Ahnung, warum er sich so unwohl fühlt. Es ist doch gerade alles schön, es ist Samstag, Stefan ist bald wieder da, sie telefonieren... eigentlich sollte doch alles in bester Ordnung sein. „Tut mir Leid. Bin irgendwie mies drauf.“
„Hm“, macht Stefan.
Und dann schweigen sie wieder eine Weile. Das wird die teuerste und nutzloseste Telefonrechnung der Welt werden, denkt Thomas, dann gibt er sich einen Ruck.
„Ich weiß nicht, was ich erzählen soll“, sagt er leise. „Hier passiert nix. Und wenn ich ehrlich bin, dann will ich nichts von Stockholm hören, weil ich... ich will einfach nur, dass du wieder hier bist. Okay?“
Das war vermutlich das Allerdämlichste, was er hätte sagen können, doch ihm ist nichts anderes eingefallen. Sein Herz schlägt mit einem Mal sehr viel schneller und ihm rutscht beinah das Handy aus den Fingern. Er ist müde, genervt von sich selbst und seiner Faulheit, er ist sauer auf Stefan, weil der nicht da ist, er benimmt sich wie ein verdammtes Kleinkind und er würde am liebsten auflegen.
Er ist kurz davor, zu sagen, dass es ihm Leid tut, und er nur Spaß gemacht hat und dass er bitte jedes noch so kleine Detail von dem blöden Seminar hören will.
Da sagt Stefan: „Kein Problem. Ist okay. Was...ähm... haben sich Christmanns gemeldet? Wegen des Transporters?“
Thomas schnappt nach Luft. Er will sich hinsetzen, doch die Decke hat sich mittlerweile bis zu seiner Hüfte vorgearbeitet und lässt ihn nicht nach oben.
„Ich..äh... ja“, stammelt er. Stefan ist der liebste Kerl der Welt. Er hockt da in Stockholm und macht wahrscheinlich gerade riesig Karriere und trotzdem fragt er nach ihrem blöden kleinen Alltag hier.
Vor lauter Liebe vergisst Thomas einfach weiter zu reden.
„Und?“
„Naja, also wir könnten den haben, aber wahrscheinlich erst am 24.“
„Okay. Wollen wir?“
„Dann müssen wir am 24. Dezember in den IKEA. Willst du das echt?“
Stefan lacht schon wieder. „Keine Ahnung, man. Dann ist es doch wahrscheinlich leer, oder? Oder kennst du irgendwen, der einem ein Billy-Regal zu Weihnachten schenkt?“
„Du hast mir mal ein Bett geschenkt.“
„Ich hab dir einen Gutschein für ein Bett geschenkt, weil ich mal auf etwas vögeln wollte, was keine Matratze mit fünf Wasserkästen drunter war.“
Thomas prustet los. Er greift mit der rechten Hand nach der Decke und zerrt so lange daran herum, bis sie ihn endlich freigibt, dann schiebt er die Beine bis zum Bettrand und stellt die Füße auf den Teppich.
„Alter, bin ich froh, dass die hier kein Deutsch können“, murmelt Stefan da. „Was red ich eigentlich für einen Mist.“
„Das ist die Luft da. Die tut dir nicht gut“, sagt Thomas und steht auf. Er geht zur Balkontür und sperrt das Dröhnen und Rauschen aus dem Industriegebiet nach draußen.
„Ich glaub auch. Ich meine, ich steh grad im verregneten Schweden und diskutiere darüber, ob ich mit dir an Weihnachten zum IKEA fahren will.“
Thomas stöhnt. „Was ist bloß aus uns geworden? Waren wir schon immer so spießig?“
„Keine Ahnung“, antwortet Stefan. Er klingt tatsächlich ein bisschen erschrocken. „Wir haben letztes Jahr noch backstage bei Eminem rumgemacht und jetzt das!“
„Alter, hast du Druck? Das ist das zweite Mal innerhalb von drei Minuten, dass du mir was vom Vögeln erzählst.“
Als Stefan antwortet, kann Thomas ihn grinsen hören. „Du hast keine Ahnung, wie sehr. Wenn ich wieder da bin, vögel ich dich direkt durch die Matratze, verlass dich drauf!“
„Ist ja kein Problem“, sagt Thomas und grinst ebenfalls. „Wir fahren doch eh zu Ikea.“
„Frohe Weihnachten, Spießer.“
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Date: 2014-12-01 08:16 pm (UTC)no subject
Date: 2014-12-03 12:08 pm (UTC)no subject
Date: 2014-12-03 05:02 pm (UTC)Oder wie Lisa sagt:
"Das mag ich auch *_______________* Ich kann mich im Status des faulen Vermissens wiederfinden"!!"
no subject
Date: 2014-12-01 09:37 pm (UTC)Und die Kochlöffelzivilisation :D
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Date: 2014-12-03 12:08 pm (UTC)Niemals. Auf keinen Fall.
XDD
no subject
Date: 2014-12-03 08:59 am (UTC)no subject
Date: 2014-12-03 12:14 pm (UTC)no subject
Date: 2014-12-03 09:50 am (UTC)no subject
Date: 2014-12-03 12:16 pm (UTC)no subject
Date: 2014-12-05 05:38 pm (UTC)Vor lauter Liebe vergisst Thomas einfach weiter zu reden
*_* mein Lieblingssatz
no subject
Date: 2014-12-05 07:17 pm (UTC)