Der Abgrund
Nov. 29th, 2014 10:31 pmFandom: Teen Wolf
Charaktere/Pairings: platonisch-romantisches Skittles
Challenges: Entschuldigung/Verzeihen von meiner Bingo-Tabelle und "Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn es __ nicht gäbe." (vom 30.05.)
Wörter: ca. 3500
Rating: PG-13
Warnungen: Suizidale Gedanken, Angst, mehr Angst und dann noch eine Runde Kitsch
Inhalt: Scott findet etwas, was er nicht hätte finden sollen ...
Scott hätte dem Fetzen Papier gar keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn da nicht sein Name draufgestanden hätte.
Er segelt vor ihm zu Boden, langsam wie ein abgestorbenes Blatt im Herbstwind. Das Wort SCOTT ist in dunkelgrüner Tinte darauf geschrieben, in Stiles‘ großen, ausschweifenden Buchstaben.
Der Fetzen ist aus dem obersten Regal herausgefallen, während er den geringelten Pullover hervorgezogen hat, den Stiles sich vor einigen Wochen mal ausgeliehen hat und der sich ‚irgendwo im Kleiderschrank‘ befindet.
‚Irgendwo im Kleiderschrank‘ ist in diesem Fall keine sonderlich spezifische Angabe. Stiles tut gerne so als ob sein Kleiderschrank ein unendlich tiefes, schwarzes Loch ist, in das er einfach alles stopfen kann worum er sich gerade nicht kümmern will, in der vagen Hoffnung, dass es in den unendlichen Weiten verschwindet und nie wieder auftaucht. Oder natürliche Gärungs- und Verfallsprozesse einsetzen und die Bakterien für ihn den Rest erledigen.
Unerledigte Hausaugaben kuscheln sich dort an schmutzige Wäsche. Alte Colaflaschen und kaputte DVDs vermischen sich mit noch unbeantworteten Geburtstagskarten von uralten Großtanten und unbezahlte Rechnungen. Kekskrümel, ungewaschene Lacrossepads und alte Pizzakartons haben eine unheilige Seuchenallianz gegründet, und zerrissene Socken kringeln sich beschützend um zerknickte Pornoheftchen, die schnell versteckt werden mussten.
Und am Boden des Schranks liegt der Papierfetzen, der eben an Scott vorbeigesegelt ist, die Schrift nach oben gekehrt und sein Namen in den großen, grünen Buchstaben wie ein Leuchtsignal.
„Hast du ihn gefunden?“ ruft Stiles in diesem Moment von unten.
„…ja!“ ruft Scott zurück. „Moment!“
„Alter, beeil dich!“ Scott hört die Federn der Couch quietschen als Stiles sich mit Anlauf in seine Lieblingsecke wirft. „Die Pizza, Iron Man und ich warten auf dich!“
Scott zögert.
Normalerweise ist er der Letzte der irgendwelche Postgeheimnis verletzen oder in anderer Menschen Unterlagen stöbern würde.
Aber es ist nur ein simpler Fetzen Papier und außerdem steht da sein Name drauf.
Mit einer Hand streift er sich hastig den Pullover über, während er sich nach vorne beugt und mit der anderen den Papierfetzen aufhebt.
Es ist offensichtlich von einem größeren Blatt abgerissen worden.
‚… mir leid, Scott…‘ steht darauf, in Stiles krakeliger, weit nach rechts kippender Handschrift. Ein halber, ein unvollständiger Satzfetzen ohne Kontext.
Sekundenlang ist Scott perplex und dreht den Papierfetzen fragend zwischen den Fingern hin und her.
Wieso sollte Stiles ihm eine Nachricht schreiben, um sich für irgendetwas zu entschuldigen?
Wenn sie mal streiten, schaffen sie es normalerweise sowieso nicht länger als fünf Minuten aufeinander böse zu sein und spätestens dann knickt immer einer von ihnen ein und sagt ‚lass uns reden‘. Und dann reden sie darüber.
„Scoo~hooott!“ ruft Stiles langgezogen, als ob sein Name aus mindestens vier Silben besteht. „In zwei Minuten fange ich an dir die Pepperoni von deiner Pizza zu klauen!“
„Ich komme!“ ruft Scott zurück, ohne sich vom Fleck zu bewegen.
Mit gerunzelter Stirn starrt er auf die hastig hingeschmierten Buchstaben. Er ist, seit sie sich kennen, noch nie lange genug böse auf Stiles gewesen, dass es sich gelohnt hätte ihm einen Brief zu schreiben. Wieso sollte Stiles ihm das schreiben? Und wieso sollte er es zerreißen?
‚… mir leid, Scott…‘
Je länger er darauf starrt, desto seltsamer wird ihm zumute.
Ein flaues Gefühl breitet sich in seiner Magengegend aus. Es ist diese Gefühl, was ihn davon abhält, den Papierfetzen einfach wieder zurück in den Schrank zu stopfen, nach unten zu gehen und so zu tun als ob er ihn gar nicht gesehen hätte.
Langsam geht er auf die Zehenspitzen und tastet mit den Fingerspitzen über das oberste Regal. Wenn der Fetzen Papier da herkommt, denkt er mit pochendem Herzen, ist da vielleicht noch mehr. Irgendein Kontext, der ihm verrät, was es zu bedeuten hat. Irgendetwas harmloses.
Er schiebt einen Pappkarton beiseite, der ihm im Weg steht und Bingo. Darunter befindet sich ein hastig zusammengeknäuelter Stapel Papier, den er mit beiden Händen packt und vorsichtig zu sich herunterhebt.
Es ist ein bunter Mix aus verschiedenen Blättern. Karierte, die offensichtlich aus Schulheften herausgerissen wurden. Weißes Druckerpapier. Buntes Bastelpapier. Briefpapier. Einige Blätter sind zerrissen, einige unsauber zusammen gefaltet. Auf manchen steht zeilenweise Text, auf anderen nur einzelne Wörter.
Und sein Name.
Fast überall steht sein Name darauf.
‚Es tut mir leid, Scott…‘
‚… musst wissen, dass es nichts gibt, was…‘
‚Scott, wenn du das hier liest…‘
‚…zu spät…‘
Scott spürt wie sein Herz beginnt sich zu beschleunigen. Ein seltsam taubes Gefühl hat sich in seiner Brust ausgebreitet.
Nein, denkt er. Nein.
Es ist eine Welt aus ‚Nein‘, die um ihn herum zusammenstürzt. Es ist das einzige, was sein Kopf in der Lage ist zu produzieren, und es ist nicht einmal annähernd genug um das Gefühl in Worte zu fassen, was sich in seiner Brust ausbreitet und droht ihn zu ersticken.
Stiles würde nie…
Niemals…
Mit zitternden Fingern beginnt er zu wühlen. Die hastig hingeschmierten Sätze verschwimmen vor seinen Augen.
‚Ich hoffe, dass du mir irgendwann verzeihen kannst…
‚…Scott, wenn es eine andere Möglichkeit geben würde…‘
‚Ich wollte nie…‘
Seine Bewegungen werden immer hektischer und immer atemloser, als er durch den Berg an Papier wühlt.
Es sind Abschiedsbriefe, denkt er betäubt.
Nein nicht, Briefe, wird ihm klar, und das ist vielleicht das Schrecklichste von allem.
Es ist ein Brief.
Es sind unzählige Entwürfe für einen einzigen langen Abschiedsbrief.
‚Ich wollte dir niemals wehtun…‘
Und immer wieder: ‚Es tut mir leid, Scott.‘
‚Es tut mir so leid.
Unzählige Male hingekritzelt, wie in einem Rausch, immer wieder und wieder, als ob Stiles‘ Hand sich irgendwann von alleine bewegt hat.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Scott spürt wie ihm mit einem Mal sehr, sehr kalt wird.
Es ist als ob ein eisiger Wind durch das Zimmer fegt, der seine Lungen zu Eis gefrieren lässt und das Atmen schwer macht.
Mit zitternden Händen wühlt er an dem Stapel aus Papier. Es sind so viele Blätter, Gott, so viele Blätter, so viele angefangene Zeilen…
Auf einigen ist die Schrift verschmiert, die Tinte verlaufen, als ob Feuchtigkeit an das Blatt gekommen wäre.
Er erwischt ein Blatt das vollgeschrieben ist von oben bis unten und es beginnt mit den Worten ‚Lieber Scott‘. Es ist dick durchgestrichen, und direkt darunter steht; ‚Lieber, lieber Scott‘.
Ihm ist so schlecht, dass er kaum weiß wie er weiteratmen soll. Langsam geht Scott in die Knie, weil das Zimmer angefangen hat um ihn herum zu schaukeln. Das Blatt in seinen Händen wackelt so sehr, dass er die Schrift kaum noch entziffern kann.
Irgendwo aus der Ferne hört er Stiles‘ Stimme, die ungeduldig seinen Namen ruft.
‚Lieber lieber Scott,
ich habe tausend Anfänge für diesen Brief geschrieben und tausend Enden.
Aber alles woran ich denken kann ist, dass ich unser Versprechen jetzt nicht mehr halten kann…
Ich habe dir versprochen, dass wir gemeinsam zum Grant Canyon fahren wenn wir mit der High School fertig sind, und dass wir gemeinsam am Rand stehen und uns vorstellen, dass es das Ende der Welt ist.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass du bei mir bist und meine Hand hältst, wenn ich über den Rand nach unten blicke. Aber jetzt bist du nicht da, und es ist so tief und so dunkel, und ich habe so viel Angst vor dem Fall und ich kann nicht loslassen, ohne dass du weißt, wie sehr …‘
„Scott, wo bleibst du denn? Die Pizza wird doch kal-…“ Stiles stoppt mitten im Satz. Er steht in der Tür, eine Hand auf dem Türrahmen, seine Augen überrascht geweitet.
„Was machst du da?“ fragt er leise, perplex.
Unendlich langsam steht Scott auf. Der Boden schwankt unter ihm, als ob die ganze Welt um ihn herum schaukelt und aus den Fugen geraten ist. Er fühlt sich kalt, wie erstarrt. Er hat nicht einmal gewusst, dass ihm noch so kalt werden kann.
Aber kein Werwolfmetabolismus der Welt kann ihn gegen diese Kälte beschützen, die sich in ihm ausbreitet wenn er sich eine Welt vorstellt in der Stiles nicht mehr existiert.
„Wann hast du das geschrieben…?“ Seine Stimme klingt hohl und brüchig, als ob sie zu jemand anderem gehört und sie kommt von weit weg. „Stiles. Wann hast du das geschrieben?“
Einen Augenblick lang sieht Stiles verständnislos aus. Dann erhascht er einen Blick auf den Stapel Papier in Scotts Händen und sämtliche Farbe weicht aus seinem Gesicht.
Erkenntnis flackert über sein Gesicht , dicht gefolgt von bodenlosem Entsetzen.
Einen Moment lang ist er wie erstarrt.
„Scott…“, haucht er.
Scott.
Wenn Scott die Augen schließt, kann er seinen Namen in großen, grünen Buchstaben vor sich sehen. Er schluckt krampfhaft.
Stiles macht einen hastigen Schritt auf ihn zu. „Scott, das ist nicht…das war nicht…“ Abrupt bleibt er stehen.
Hilflos ballt er seine Hand zur Faust, als ob er danach greifen und die Zettel zurücknehmen möchte. Als ob er jedes einzelne Wort zurücknehmen möchte.
„Es tut mir…“
„Sag nicht, dass es dir leid tut“, würgt Scott hervor. „Sag es nicht.“ Er wendet sich ab und presst die Handflächen auf seinen Augen. Es flimmert vor seinen Augen und er kann nicht atmen.
‚Es tut mir leid, Scott‘
Ihm wird schlecht, wenn Stiles sagt, dass es ihm leid tut.
Nicht, wenn fünfhundert verschiedene Versionen von ‚Es tut mir leid‘ zu seinen Füßen liegen, in sorgfältigen, wohl überlegten Buchstaben auf halb zerrissenen Zetteln.
„Wieso…?“ Seine Stimme bricht. Er weiß nicht einmal wie er diese Frage beenden soll.
Er stellt sich vor wie er eines Morgens aufwacht und nichtsahnend nach unten läuft, in Boxershorts und T-Shirt, wie er halbverschlafen die Haustür öffnet und wie er diese Nachricht findet.
Wie das alles ist, was von Stiles noch übrig ist.
Grüne Buchstaben auf kariertem Papier.
Und wie er losrennt und rennt und rennt, und doch zu spät kommt… und vielleicht nur noch rechtzeitig ankommt um zu sehen wie der Leichenwagen vorfährt… und wie sie seinen besten Freund in einem schwarzen Sack aus dem Haus tragen.
Wenn alles zu spät ist.
Wenn Stiles bereits…
Es trifft ihn wie ein Faustschlag in den Magen, der ihn in der Mitte halbiert. Er krümmt sich zusammen und sämtliche Luft entweicht mit einem Pfeifen seinen Lungen.
Es ist der Abgrund, von dem Stiles geschrieben hat, der sich plötzlich vor ihm auftut, schwarz und undurchdringlich und endlos. Und niemand hält sein Hand, als er nach unten blickt.
Er geht zu Boden. Auf halbem Weg nach unten ist Stiles plötzlich da und schlingt die Arme um seine Taille.
„Scott! Scott…“ Er sinkt neben ihm in die Knie, beide Hände in Scotts Pullover vergraben. „Scotty…“
„Wieso hast du…?“ würgt er hervor. „Stiles, wann…?“
„Ich hätte es nicht getan“, bringt Stiles hervor und zieht ihn dichter zu sich. „Ich hätte es nicht getan.“
Scott verkrallt die Finger in seinem Pullover und vergräbt das Gesicht in seine Halsbeuge.
Plötzlich ist jeder Zentimeter Abstand zwischen ihnen zu viel. Es ist als ob sich Stiles in Luft auflösen könnte, sobald er loslässt. Als ob er sich nur umdrehen muss und Stiles ist plötzlich nicht mehr da.
Und er hat nicht einmal gewusst, dass es beinah passiert wäre.
Dass Stiles kurz davor gewesen ist…
Er sieht grüne Buchstaben und schwarze Leichensäcke und eine endlos leere Welt, in der Stiles nicht mehr existiert und allein bei dem Gedanken möchte er sterben.
Scott kann alles überleben und alles durchhalten und mit allem fertig werden, aber doch nicht damit…
Niemals damit.
Stiles fährt mit zitternden Händen über seinen Rücken. Es sprudelt aus ihm hervor, atemlos Sätze, als ob er Angst hat, dass Scott ihm nicht zuhören wird, wenn er aufhört zu sprechen. „Es ist okay, Scott. Ich bin da. Ich geh nicht weg. Ich hätte es nicht getan. Ich verspreche es. Ich hätte es nicht getan.“
„Wann…?“ schluchzt Scott, weil der Gedanke zu schrecklich ist, dass Stiles diesen Gedanken überhaupt gehabt hat.
Stiles flüstert bruchstückhafte Sätze, während er Scott mit beiden Armen festhält.
Scott hört ‚Nogitsune‘ und ‚nach dem MRT…‘ und die Puzzlestücke fallen stückchenweise in seinem Kopf zusammen.
Er erinnert sich an das Zimmer, das sie vorgefunden haben, in der Nacht, in der Stiles verschwunden ist. An das wilde Chaos, als ob ein Kampf stattgefunden hat. An die Fäden und die Bilder und die Schere, die jemand mit Gewalt in die Matratze gebohrt hat.
Ein Kampf mit sich selbst.
„Es war nur… es war nur ein Abend. Ich dachte doch, ich würde sowieso sterben“, flüstert Stiles in den Nacken. „Ich hab den Gedanken nicht ertragen, dass ich vorher jemandem etwas antue… dass ich dir etwas antue…“
„Aber das ist das Schlimmste… bitte tu mir das nicht an…“ Scott schlingt beide Arme um seinen Nacken, und Stiles klammert sich heftig an ihn. „Du darfst mir das nicht antun…bitte…“
„Es tut mir leid“, flüstert Stiles. „Ich hätte es nicht gemacht. Ich hätte es nicht gemacht, ich versprech es. Ich wollte nicht… ich konnte nicht… Scott… Scotty…“
-
“Hach…“
Stiles wirft sich mit einem tiefen, tragischen Seufzer auf Scotts Bett und vergräbt das Gesicht in den Kissen.
„Was?“ fragt Scott vom Schreibtisch aus, wo er gerade Mathehausaufgaben erledigt.
„Lydia“, seufzt Stiles dumpf und mit so viel geballtem Herzschmerz in der Stimme wie man als Zehnjähriger überhaupt hinbekommt.
Das war klar.
Seit er letztes Jahr (auf der Feier zu ihrem neunten Geburtstag, zu der sie überhaupt nur eingeladen worden sind, weil Lydias Mutter zusammen mit Claudia Stilinski zum Yoga geht) entschieden hat, dass sie die Frau seines Lebens ist, ist Lydia ein häufig auftauchendes Thema.
„Sie und Jackson reden darüber ob sie nach der High School zusammen nach Europa fahren. Das ist doch noch ewig hin“, murmelt Stiles bockig. „Bis dahin kennen die sich vielleicht gar nicht mehr.“
Scott lässt den Stift sinken und schiebt sein Matheheft beiseite. „Aber wir werden uns doch Ende der High School auch noch kennen?“ fragt er besorgt.
„Natürlich.“ Stiles klingt als zweifelt er das nicht im Geringsten an. „Aber das ist doch was ganz anderes. Wir werden uns immer kennen!“
„Oh. Okay.“ Erleichtert steht Scott auf und lässt sich auf der Bettkante nieder. „Jackson ist ein Idiot“, versichert er.
„Ich weiß“, seufzt Stiles, das Gesicht immer noch dramatisch in den Armen vergraben.
„Das wird Lydia irgendwann auch noch merken.“
„Hoffentlich.“
Tröstend streichelt Scott über seinen Rücken und einen Augenblick sitzt er schweigend neben ihm.
„Mein Dad hat mir letztes Jahr versprochen, dass wir zum Grand Canyon fahren wenn ich dieses Jahr in Mathe eine zwei kriege“, gesteht er zögernd. Er weiß nicht einmal, wieso er gerade jetzt daran denken muss. „Aber… na ja…“
Er zuckt hilflos mit den Schultern.
Sein Vater ist vor einem halben Jahr ausgezogen und er hat sich immer noch nicht bei ihm gemeldet, und so langsam hat Scott das deutliche Gefühl, dass er das auch nicht mehr vorhat. Ganz egal, wie viele zweien er dieses Jahr im Zeugnis kriegen wird.
Langsam setzt Stiles sich auf und rutscht langsam zu ihm heran. Sein Blick ist aufmerksam auf Scotts Gesicht gerichtet und er legt einen mageren Arm um seine Schultern. „ICH fahr mit dir zum Grand Canyon“, verspricht er ernsthaft.
Hoffnungsvoll blickt Scott auf. „Wirklich?“
Stiles nickt ernsthaft. „Wenn wir achtzehn sind.“ Er denkt kurz nach. „Ich glaube vorher erlaubt mein Dad auch nicht, dass wir alleine da hin fahren.“
Scott lächelt ihn an. „Nur du und ich?“
Stiles nickt enthusiastisch. „Klar, man. Das wird das Beste!“
„Sogar wenn Lydia dann mit dir nach Europa fahren würde?“ fragt Scott zweifelnd.
Er muss das wissen. Er hat Stiles so lieb wie niemanden sonst auf der ganzen Welt, und so weh es auch tut, dass sein Vater ihn belogen hat… der Gedanke, dass Stiles irgendwann mal seine Versprechen nicht hält, ist ganz unerträglich und tut ihm auf allen Ebenen weh.
Stiles darf ihm das nicht antun.
Nicht Stiles.
Stiles zögert nur den Bruchteil einer Sekunde, bevor er schnaubt und nickt. „Natürlich. Was ist schon Paris gegen den Grand Canyon.“ Er legt seinen Kopf auf Scotts Schulter. „Laut dem Sieben-Jahres-Plan ist Lydia bis dahin meine Freundin. Aber du bist doch mein BESTER Freund. Das wird sie schon verstehen.“
„Okay.“ Scott schmiegt sich erleichtert an ihn. Der Gedanke daran, dass Stiles irgendwann eine Freundin hat, ist plötzlich ein bisschen weniger bedrohlich geworden, wenn er weiß, dass er dann immer noch sein BESTER Freund sein wird. Das zählt doch etwas. „Grand Canyon. Du und ich. Mit achtzehn. Batman-Ehrenwort.“
Stiles lacht. „Batman-Ehrenwort.“
-
Eine halbe Stunde später liegen sie dicht nebeneinander gekuschelt auf Stiles‘ Bett. Die Stille zwischen ihnen ist behutsam und zerbrechlich wie aus Glas.
Scott fühlt sich luftleer und ausgehöhlt.
Der Stapel an Papier liegt immer noch vor dem Kleiderschrank auf dem Boden, knisternd wie tote Herbstblätter, und keiner von beiden hat es bisher über sich gebracht aufzustehen und ihn wegzuräumen.
Iron Man hat im Wohnzimmer ohne sie angefangen zu laufen, und die Pizza ist inzwischen kalt geworden. Stiles hat sie trotzdem hoch geholt.
Vor weniger als zehn Minuten hätte Scott noch geschworen, dass er nie wieder in seinem Leben irgendetwas essen kann. Aber der heftig abebbende Adrenalinschub lässt ihn zittrig und mit einem flauen Gefühl im Magen zurück, und der darauf folgende Heißhunger überrollt ihn abrupt wie eine Welle.
Wortlos, als ob er seine Gedanken lesen kann, schiebt Stiles ihm ein Stück Pizza entgegen, während er sich selbst eins nimmt.
„Ich wollte sie eigentlich vernichten, bevor sie jemand findet“, gesteht er irgendwann leise und beinah beschämt. „Ich habe es vergessen. Ich war irgendwann einfach nur so froh, das Ganze hinter mir zu lassen, dass ich nicht mehr daran gedacht habe. Ich hab nicht damit gerechnet, dass sie jemals jemand findet. Vor allem nicht du. Es tut mir so leid, dass du sie gefunden hast…“
Scott nickt und reibt sich über die Augen, bevor er zögernd einen Bissen nimmt. Sogar kalt hat Pizza etwas sehr tröstliches an sich.
Stiles seufzt und schiebt den Pizzakarton beiseite, bevor er sich dichter an Scott kuschelt und den Kopf in seine Armbeuge legt. Er lässt die Pizza über seinen Mund baumeln und isst auf dem Rücken liegend weiter, seine Augen aufmerksam auf Scotts Gesicht gerichtet.
„Ich gehe nicht weg“, murmelt er. „Ich werde für den Rest deines Lebens an deiner Seite kleben wie Fußpilz. Du wirst mich nie wieder los. Und ich werde es dir jeden Tag erzählen, so lange bis es dir zu den Ohren herauskommt.“
Unwillkürlich und beinah gegen seinen Willen platzt Scott ein leises Lachen heraus. Er betrachtet Stiles liebevoll.
Das hat er früher schon gerne gemacht. Neben ihm gelegen und mit vollem Mund kauend weitergeredet. Es ist so vertraut, dass es ihm die Kehle zuschnürt.
„Kannst du mir eine Sache versprechen?“ fragt er leise.
„Alles“, sagt Stiles sofort.
„Wenn du jemals…“, sagt Scott und räuspert sich hastig, als seine Stimme bricht. „Ich meine, wenn es jemals einen Moment gibt, in dem du darüber nachdenkst… wo dir das wie die einzige Möglichkeit vorkommt… bitte rede mit mir. Egal ob es mitten in der Nacht ist. Weck mich auf. Ruf mich an. Kletter durch mein Fenster. Schick mir eine Brieftaube. Egal was und egal um welche Uhrzeit. Aber bitte, bitte rede mit mir darüber.“
„Ich verspreche es.“ Stiles nickt ernsthaft. Er hebt die Hand und fährt damit durch Scotts Haare. Es ist eine liebevolle, kleine Geste, die einen weiteren Eisklumpen in Scotts Brust auflöst.
„Es tut mir leid“, sagt er entschuldigend. „Dass ich so… ausgefreakt bin.“
Stiles schnaubt leise und greift nach einem weiteren Stück Pizza. Er fischt einen einzelnen Champignon von seiner Pizza und lässt ihn kommentarlos auf Scotts Stück fallen. „Scott, nach der Nacht in dem Motel als du… als du versucht hast…“
Er macht eine Handbewegung, als ob er es nicht über sich bringt, es auch nur laut auszusprechen. „Danach bin ich noch wochenlang jedes Mal zusammengezuckt, wenn jemand in meiner Nähe auch nur ein Feuerzeug benutzt hat. Ich hab Schweißausbrüche beim Tanken gehabt, weil alles nach Benzin gerochen hat und weil ich… weil ich immerzu daran denken musste. Wenn wir zu spät gekommen wären. Wenn du es wirklich getan hättest…“
Schuldbewusst rutscht Scott ein Stück näher zu ihm, bis ihre Knie sich bemühen. Er pickt den Broccoli von seiner Pizza und gibt ihn wortlos an Stiles weiter.
„Es tut mir leid, dass das passiert ist“, sagt er leise. „Du weißt, dass ich niemals…“
„Du musst dich nicht entschuldigen.“ Stiles schüttelt den Kopf. „Es war übernatürlich herbeigeführte Unzurechnungsfähigkeit. Ich will nur, dass du weißt…“ Er atmet tief durch. „Was ich versuche zu sagen, ist ich weiß, wie du dich fühlst. Ich war auf der anderen Seite und es ist kein schöner Ort.“
„Nein“, sagt Scott leise. „Wirklich nicht.“
Seine Augen kleben auf Stiles‘ Gesicht und sekundenlang ist er so froh, so unendlich froh und dankbar, dass sie hier liegen können und Pizza miteinander teilen und überalles reden.
Niemand sonst kennt ihn so wie Stiles. Niemand weiß so unendlich viele Kleinigkeiten über ihn wie Stiles. Niemand versteht ihn so wie Stiles und allein der Gedanke, dass es auch nur eine theoretische Möglichkeit ist, dass sie irgendwann einmal nicht gemeinsam existieren, ist … zu schrecklich um ihn auch nur zu Ende zu denken.
Er senkt den Kopf und drückt sacht seine Stirn gegen die von Stiles, so wie sie es als Kinder gemacht haben. Stiles lächelt zu ihm auf und legt eine Hand in seinen Nacken.
„Wir fahren gemeinsam zum Grand Canyon falls wir die High School überleben, okay?“ sagt er leise.
Scott knufft ihm behutsam in die Seite. „Mach keine Witze über potentielles ‚nicht überleben‘. Ich bin noch nicht soweit.“
„Entschuldige.“ Stiles legt seine Pizza weg. „Ich meine das ernst. Nächstes Jahr fahren wir zum Grand Canyon. Nur du und ich. Und du darfst meine Hand festhalten, wenn wir todesmutig in den Abgrund hinunter starren.“
„Okay.“
Tief drin denkt Scott, dass er das heute schon getan hat. In den Abgrund gestarrt.
„Batman-Ehrenwort“, flüstert er.
„Wie alt sind wir? Zwölf?“ Stiles lacht lautlos. Aber dann wird sein Gesicht ganz weich. „Batman-Ehrenwort“, flüstert er zurück.
Charaktere/Pairings: platonisch-romantisches Skittles
Challenges: Entschuldigung/Verzeihen von meiner Bingo-Tabelle und "Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn es __ nicht gäbe." (vom 30.05.)
Wörter: ca. 3500
Rating: PG-13
Warnungen: Suizidale Gedanken, Angst, mehr Angst und dann noch eine Runde Kitsch
Inhalt: Scott findet etwas, was er nicht hätte finden sollen ...
Scott hätte dem Fetzen Papier gar keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn da nicht sein Name draufgestanden hätte.
Er segelt vor ihm zu Boden, langsam wie ein abgestorbenes Blatt im Herbstwind. Das Wort SCOTT ist in dunkelgrüner Tinte darauf geschrieben, in Stiles‘ großen, ausschweifenden Buchstaben.
Der Fetzen ist aus dem obersten Regal herausgefallen, während er den geringelten Pullover hervorgezogen hat, den Stiles sich vor einigen Wochen mal ausgeliehen hat und der sich ‚irgendwo im Kleiderschrank‘ befindet.
‚Irgendwo im Kleiderschrank‘ ist in diesem Fall keine sonderlich spezifische Angabe. Stiles tut gerne so als ob sein Kleiderschrank ein unendlich tiefes, schwarzes Loch ist, in das er einfach alles stopfen kann worum er sich gerade nicht kümmern will, in der vagen Hoffnung, dass es in den unendlichen Weiten verschwindet und nie wieder auftaucht. Oder natürliche Gärungs- und Verfallsprozesse einsetzen und die Bakterien für ihn den Rest erledigen.
Unerledigte Hausaugaben kuscheln sich dort an schmutzige Wäsche. Alte Colaflaschen und kaputte DVDs vermischen sich mit noch unbeantworteten Geburtstagskarten von uralten Großtanten und unbezahlte Rechnungen. Kekskrümel, ungewaschene Lacrossepads und alte Pizzakartons haben eine unheilige Seuchenallianz gegründet, und zerrissene Socken kringeln sich beschützend um zerknickte Pornoheftchen, die schnell versteckt werden mussten.
Und am Boden des Schranks liegt der Papierfetzen, der eben an Scott vorbeigesegelt ist, die Schrift nach oben gekehrt und sein Namen in den großen, grünen Buchstaben wie ein Leuchtsignal.
„Hast du ihn gefunden?“ ruft Stiles in diesem Moment von unten.
„…ja!“ ruft Scott zurück. „Moment!“
„Alter, beeil dich!“ Scott hört die Federn der Couch quietschen als Stiles sich mit Anlauf in seine Lieblingsecke wirft. „Die Pizza, Iron Man und ich warten auf dich!“
Scott zögert.
Normalerweise ist er der Letzte der irgendwelche Postgeheimnis verletzen oder in anderer Menschen Unterlagen stöbern würde.
Aber es ist nur ein simpler Fetzen Papier und außerdem steht da sein Name drauf.
Mit einer Hand streift er sich hastig den Pullover über, während er sich nach vorne beugt und mit der anderen den Papierfetzen aufhebt.
Es ist offensichtlich von einem größeren Blatt abgerissen worden.
‚… mir leid, Scott…‘ steht darauf, in Stiles krakeliger, weit nach rechts kippender Handschrift. Ein halber, ein unvollständiger Satzfetzen ohne Kontext.
Sekundenlang ist Scott perplex und dreht den Papierfetzen fragend zwischen den Fingern hin und her.
Wieso sollte Stiles ihm eine Nachricht schreiben, um sich für irgendetwas zu entschuldigen?
Wenn sie mal streiten, schaffen sie es normalerweise sowieso nicht länger als fünf Minuten aufeinander böse zu sein und spätestens dann knickt immer einer von ihnen ein und sagt ‚lass uns reden‘. Und dann reden sie darüber.
„Scoo~hooott!“ ruft Stiles langgezogen, als ob sein Name aus mindestens vier Silben besteht. „In zwei Minuten fange ich an dir die Pepperoni von deiner Pizza zu klauen!“
„Ich komme!“ ruft Scott zurück, ohne sich vom Fleck zu bewegen.
Mit gerunzelter Stirn starrt er auf die hastig hingeschmierten Buchstaben. Er ist, seit sie sich kennen, noch nie lange genug böse auf Stiles gewesen, dass es sich gelohnt hätte ihm einen Brief zu schreiben. Wieso sollte Stiles ihm das schreiben? Und wieso sollte er es zerreißen?
‚… mir leid, Scott…‘
Je länger er darauf starrt, desto seltsamer wird ihm zumute.
Ein flaues Gefühl breitet sich in seiner Magengegend aus. Es ist diese Gefühl, was ihn davon abhält, den Papierfetzen einfach wieder zurück in den Schrank zu stopfen, nach unten zu gehen und so zu tun als ob er ihn gar nicht gesehen hätte.
Langsam geht er auf die Zehenspitzen und tastet mit den Fingerspitzen über das oberste Regal. Wenn der Fetzen Papier da herkommt, denkt er mit pochendem Herzen, ist da vielleicht noch mehr. Irgendein Kontext, der ihm verrät, was es zu bedeuten hat. Irgendetwas harmloses.
Er schiebt einen Pappkarton beiseite, der ihm im Weg steht und Bingo. Darunter befindet sich ein hastig zusammengeknäuelter Stapel Papier, den er mit beiden Händen packt und vorsichtig zu sich herunterhebt.
Es ist ein bunter Mix aus verschiedenen Blättern. Karierte, die offensichtlich aus Schulheften herausgerissen wurden. Weißes Druckerpapier. Buntes Bastelpapier. Briefpapier. Einige Blätter sind zerrissen, einige unsauber zusammen gefaltet. Auf manchen steht zeilenweise Text, auf anderen nur einzelne Wörter.
Und sein Name.
Fast überall steht sein Name darauf.
‚Es tut mir leid, Scott…‘
‚… musst wissen, dass es nichts gibt, was…‘
‚Scott, wenn du das hier liest…‘
‚…zu spät…‘
Scott spürt wie sein Herz beginnt sich zu beschleunigen. Ein seltsam taubes Gefühl hat sich in seiner Brust ausgebreitet.
Nein, denkt er. Nein.
Es ist eine Welt aus ‚Nein‘, die um ihn herum zusammenstürzt. Es ist das einzige, was sein Kopf in der Lage ist zu produzieren, und es ist nicht einmal annähernd genug um das Gefühl in Worte zu fassen, was sich in seiner Brust ausbreitet und droht ihn zu ersticken.
Stiles würde nie…
Niemals…
Mit zitternden Fingern beginnt er zu wühlen. Die hastig hingeschmierten Sätze verschwimmen vor seinen Augen.
‚Ich hoffe, dass du mir irgendwann verzeihen kannst…
‚…Scott, wenn es eine andere Möglichkeit geben würde…‘
‚Ich wollte nie…‘
Seine Bewegungen werden immer hektischer und immer atemloser, als er durch den Berg an Papier wühlt.
Es sind Abschiedsbriefe, denkt er betäubt.
Nein nicht, Briefe, wird ihm klar, und das ist vielleicht das Schrecklichste von allem.
Es ist ein Brief.
Es sind unzählige Entwürfe für einen einzigen langen Abschiedsbrief.
‚Ich wollte dir niemals wehtun…‘
Und immer wieder: ‚Es tut mir leid, Scott.‘
‚Es tut mir so leid.
Unzählige Male hingekritzelt, wie in einem Rausch, immer wieder und wieder, als ob Stiles‘ Hand sich irgendwann von alleine bewegt hat.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Scott spürt wie ihm mit einem Mal sehr, sehr kalt wird.
Es ist als ob ein eisiger Wind durch das Zimmer fegt, der seine Lungen zu Eis gefrieren lässt und das Atmen schwer macht.
Mit zitternden Händen wühlt er an dem Stapel aus Papier. Es sind so viele Blätter, Gott, so viele Blätter, so viele angefangene Zeilen…
Auf einigen ist die Schrift verschmiert, die Tinte verlaufen, als ob Feuchtigkeit an das Blatt gekommen wäre.
Er erwischt ein Blatt das vollgeschrieben ist von oben bis unten und es beginnt mit den Worten ‚Lieber Scott‘. Es ist dick durchgestrichen, und direkt darunter steht; ‚Lieber, lieber Scott‘.
Ihm ist so schlecht, dass er kaum weiß wie er weiteratmen soll. Langsam geht Scott in die Knie, weil das Zimmer angefangen hat um ihn herum zu schaukeln. Das Blatt in seinen Händen wackelt so sehr, dass er die Schrift kaum noch entziffern kann.
Irgendwo aus der Ferne hört er Stiles‘ Stimme, die ungeduldig seinen Namen ruft.
‚Lieber lieber Scott,
ich habe tausend Anfänge für diesen Brief geschrieben und tausend Enden.
Aber alles woran ich denken kann ist, dass ich unser Versprechen jetzt nicht mehr halten kann…
Ich habe dir versprochen, dass wir gemeinsam zum Grant Canyon fahren wenn wir mit der High School fertig sind, und dass wir gemeinsam am Rand stehen und uns vorstellen, dass es das Ende der Welt ist.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass du bei mir bist und meine Hand hältst, wenn ich über den Rand nach unten blicke. Aber jetzt bist du nicht da, und es ist so tief und so dunkel, und ich habe so viel Angst vor dem Fall und ich kann nicht loslassen, ohne dass du weißt, wie sehr …‘
„Scott, wo bleibst du denn? Die Pizza wird doch kal-…“ Stiles stoppt mitten im Satz. Er steht in der Tür, eine Hand auf dem Türrahmen, seine Augen überrascht geweitet.
„Was machst du da?“ fragt er leise, perplex.
Unendlich langsam steht Scott auf. Der Boden schwankt unter ihm, als ob die ganze Welt um ihn herum schaukelt und aus den Fugen geraten ist. Er fühlt sich kalt, wie erstarrt. Er hat nicht einmal gewusst, dass ihm noch so kalt werden kann.
Aber kein Werwolfmetabolismus der Welt kann ihn gegen diese Kälte beschützen, die sich in ihm ausbreitet wenn er sich eine Welt vorstellt in der Stiles nicht mehr existiert.
„Wann hast du das geschrieben…?“ Seine Stimme klingt hohl und brüchig, als ob sie zu jemand anderem gehört und sie kommt von weit weg. „Stiles. Wann hast du das geschrieben?“
Einen Augenblick lang sieht Stiles verständnislos aus. Dann erhascht er einen Blick auf den Stapel Papier in Scotts Händen und sämtliche Farbe weicht aus seinem Gesicht.
Erkenntnis flackert über sein Gesicht , dicht gefolgt von bodenlosem Entsetzen.
Einen Moment lang ist er wie erstarrt.
„Scott…“, haucht er.
Scott.
Wenn Scott die Augen schließt, kann er seinen Namen in großen, grünen Buchstaben vor sich sehen. Er schluckt krampfhaft.
Stiles macht einen hastigen Schritt auf ihn zu. „Scott, das ist nicht…das war nicht…“ Abrupt bleibt er stehen.
Hilflos ballt er seine Hand zur Faust, als ob er danach greifen und die Zettel zurücknehmen möchte. Als ob er jedes einzelne Wort zurücknehmen möchte.
„Es tut mir…“
„Sag nicht, dass es dir leid tut“, würgt Scott hervor. „Sag es nicht.“ Er wendet sich ab und presst die Handflächen auf seinen Augen. Es flimmert vor seinen Augen und er kann nicht atmen.
‚Es tut mir leid, Scott‘
Ihm wird schlecht, wenn Stiles sagt, dass es ihm leid tut.
Nicht, wenn fünfhundert verschiedene Versionen von ‚Es tut mir leid‘ zu seinen Füßen liegen, in sorgfältigen, wohl überlegten Buchstaben auf halb zerrissenen Zetteln.
„Wieso…?“ Seine Stimme bricht. Er weiß nicht einmal wie er diese Frage beenden soll.
Er stellt sich vor wie er eines Morgens aufwacht und nichtsahnend nach unten läuft, in Boxershorts und T-Shirt, wie er halbverschlafen die Haustür öffnet und wie er diese Nachricht findet.
Wie das alles ist, was von Stiles noch übrig ist.
Grüne Buchstaben auf kariertem Papier.
Und wie er losrennt und rennt und rennt, und doch zu spät kommt… und vielleicht nur noch rechtzeitig ankommt um zu sehen wie der Leichenwagen vorfährt… und wie sie seinen besten Freund in einem schwarzen Sack aus dem Haus tragen.
Wenn alles zu spät ist.
Wenn Stiles bereits…
Es trifft ihn wie ein Faustschlag in den Magen, der ihn in der Mitte halbiert. Er krümmt sich zusammen und sämtliche Luft entweicht mit einem Pfeifen seinen Lungen.
Es ist der Abgrund, von dem Stiles geschrieben hat, der sich plötzlich vor ihm auftut, schwarz und undurchdringlich und endlos. Und niemand hält sein Hand, als er nach unten blickt.
Er geht zu Boden. Auf halbem Weg nach unten ist Stiles plötzlich da und schlingt die Arme um seine Taille.
„Scott! Scott…“ Er sinkt neben ihm in die Knie, beide Hände in Scotts Pullover vergraben. „Scotty…“
„Wieso hast du…?“ würgt er hervor. „Stiles, wann…?“
„Ich hätte es nicht getan“, bringt Stiles hervor und zieht ihn dichter zu sich. „Ich hätte es nicht getan.“
Scott verkrallt die Finger in seinem Pullover und vergräbt das Gesicht in seine Halsbeuge.
Plötzlich ist jeder Zentimeter Abstand zwischen ihnen zu viel. Es ist als ob sich Stiles in Luft auflösen könnte, sobald er loslässt. Als ob er sich nur umdrehen muss und Stiles ist plötzlich nicht mehr da.
Und er hat nicht einmal gewusst, dass es beinah passiert wäre.
Dass Stiles kurz davor gewesen ist…
Er sieht grüne Buchstaben und schwarze Leichensäcke und eine endlos leere Welt, in der Stiles nicht mehr existiert und allein bei dem Gedanken möchte er sterben.
Scott kann alles überleben und alles durchhalten und mit allem fertig werden, aber doch nicht damit…
Niemals damit.
Stiles fährt mit zitternden Händen über seinen Rücken. Es sprudelt aus ihm hervor, atemlos Sätze, als ob er Angst hat, dass Scott ihm nicht zuhören wird, wenn er aufhört zu sprechen. „Es ist okay, Scott. Ich bin da. Ich geh nicht weg. Ich hätte es nicht getan. Ich verspreche es. Ich hätte es nicht getan.“
„Wann…?“ schluchzt Scott, weil der Gedanke zu schrecklich ist, dass Stiles diesen Gedanken überhaupt gehabt hat.
Stiles flüstert bruchstückhafte Sätze, während er Scott mit beiden Armen festhält.
Scott hört ‚Nogitsune‘ und ‚nach dem MRT…‘ und die Puzzlestücke fallen stückchenweise in seinem Kopf zusammen.
Er erinnert sich an das Zimmer, das sie vorgefunden haben, in der Nacht, in der Stiles verschwunden ist. An das wilde Chaos, als ob ein Kampf stattgefunden hat. An die Fäden und die Bilder und die Schere, die jemand mit Gewalt in die Matratze gebohrt hat.
Ein Kampf mit sich selbst.
„Es war nur… es war nur ein Abend. Ich dachte doch, ich würde sowieso sterben“, flüstert Stiles in den Nacken. „Ich hab den Gedanken nicht ertragen, dass ich vorher jemandem etwas antue… dass ich dir etwas antue…“
„Aber das ist das Schlimmste… bitte tu mir das nicht an…“ Scott schlingt beide Arme um seinen Nacken, und Stiles klammert sich heftig an ihn. „Du darfst mir das nicht antun…bitte…“
„Es tut mir leid“, flüstert Stiles. „Ich hätte es nicht gemacht. Ich hätte es nicht gemacht, ich versprech es. Ich wollte nicht… ich konnte nicht… Scott… Scotty…“
-
“Hach…“
Stiles wirft sich mit einem tiefen, tragischen Seufzer auf Scotts Bett und vergräbt das Gesicht in den Kissen.
„Was?“ fragt Scott vom Schreibtisch aus, wo er gerade Mathehausaufgaben erledigt.
„Lydia“, seufzt Stiles dumpf und mit so viel geballtem Herzschmerz in der Stimme wie man als Zehnjähriger überhaupt hinbekommt.
Das war klar.
Seit er letztes Jahr (auf der Feier zu ihrem neunten Geburtstag, zu der sie überhaupt nur eingeladen worden sind, weil Lydias Mutter zusammen mit Claudia Stilinski zum Yoga geht) entschieden hat, dass sie die Frau seines Lebens ist, ist Lydia ein häufig auftauchendes Thema.
„Sie und Jackson reden darüber ob sie nach der High School zusammen nach Europa fahren. Das ist doch noch ewig hin“, murmelt Stiles bockig. „Bis dahin kennen die sich vielleicht gar nicht mehr.“
Scott lässt den Stift sinken und schiebt sein Matheheft beiseite. „Aber wir werden uns doch Ende der High School auch noch kennen?“ fragt er besorgt.
„Natürlich.“ Stiles klingt als zweifelt er das nicht im Geringsten an. „Aber das ist doch was ganz anderes. Wir werden uns immer kennen!“
„Oh. Okay.“ Erleichtert steht Scott auf und lässt sich auf der Bettkante nieder. „Jackson ist ein Idiot“, versichert er.
„Ich weiß“, seufzt Stiles, das Gesicht immer noch dramatisch in den Armen vergraben.
„Das wird Lydia irgendwann auch noch merken.“
„Hoffentlich.“
Tröstend streichelt Scott über seinen Rücken und einen Augenblick sitzt er schweigend neben ihm.
„Mein Dad hat mir letztes Jahr versprochen, dass wir zum Grand Canyon fahren wenn ich dieses Jahr in Mathe eine zwei kriege“, gesteht er zögernd. Er weiß nicht einmal, wieso er gerade jetzt daran denken muss. „Aber… na ja…“
Er zuckt hilflos mit den Schultern.
Sein Vater ist vor einem halben Jahr ausgezogen und er hat sich immer noch nicht bei ihm gemeldet, und so langsam hat Scott das deutliche Gefühl, dass er das auch nicht mehr vorhat. Ganz egal, wie viele zweien er dieses Jahr im Zeugnis kriegen wird.
Langsam setzt Stiles sich auf und rutscht langsam zu ihm heran. Sein Blick ist aufmerksam auf Scotts Gesicht gerichtet und er legt einen mageren Arm um seine Schultern. „ICH fahr mit dir zum Grand Canyon“, verspricht er ernsthaft.
Hoffnungsvoll blickt Scott auf. „Wirklich?“
Stiles nickt ernsthaft. „Wenn wir achtzehn sind.“ Er denkt kurz nach. „Ich glaube vorher erlaubt mein Dad auch nicht, dass wir alleine da hin fahren.“
Scott lächelt ihn an. „Nur du und ich?“
Stiles nickt enthusiastisch. „Klar, man. Das wird das Beste!“
„Sogar wenn Lydia dann mit dir nach Europa fahren würde?“ fragt Scott zweifelnd.
Er muss das wissen. Er hat Stiles so lieb wie niemanden sonst auf der ganzen Welt, und so weh es auch tut, dass sein Vater ihn belogen hat… der Gedanke, dass Stiles irgendwann mal seine Versprechen nicht hält, ist ganz unerträglich und tut ihm auf allen Ebenen weh.
Stiles darf ihm das nicht antun.
Nicht Stiles.
Stiles zögert nur den Bruchteil einer Sekunde, bevor er schnaubt und nickt. „Natürlich. Was ist schon Paris gegen den Grand Canyon.“ Er legt seinen Kopf auf Scotts Schulter. „Laut dem Sieben-Jahres-Plan ist Lydia bis dahin meine Freundin. Aber du bist doch mein BESTER Freund. Das wird sie schon verstehen.“
„Okay.“ Scott schmiegt sich erleichtert an ihn. Der Gedanke daran, dass Stiles irgendwann eine Freundin hat, ist plötzlich ein bisschen weniger bedrohlich geworden, wenn er weiß, dass er dann immer noch sein BESTER Freund sein wird. Das zählt doch etwas. „Grand Canyon. Du und ich. Mit achtzehn. Batman-Ehrenwort.“
Stiles lacht. „Batman-Ehrenwort.“
-
Eine halbe Stunde später liegen sie dicht nebeneinander gekuschelt auf Stiles‘ Bett. Die Stille zwischen ihnen ist behutsam und zerbrechlich wie aus Glas.
Scott fühlt sich luftleer und ausgehöhlt.
Der Stapel an Papier liegt immer noch vor dem Kleiderschrank auf dem Boden, knisternd wie tote Herbstblätter, und keiner von beiden hat es bisher über sich gebracht aufzustehen und ihn wegzuräumen.
Iron Man hat im Wohnzimmer ohne sie angefangen zu laufen, und die Pizza ist inzwischen kalt geworden. Stiles hat sie trotzdem hoch geholt.
Vor weniger als zehn Minuten hätte Scott noch geschworen, dass er nie wieder in seinem Leben irgendetwas essen kann. Aber der heftig abebbende Adrenalinschub lässt ihn zittrig und mit einem flauen Gefühl im Magen zurück, und der darauf folgende Heißhunger überrollt ihn abrupt wie eine Welle.
Wortlos, als ob er seine Gedanken lesen kann, schiebt Stiles ihm ein Stück Pizza entgegen, während er sich selbst eins nimmt.
„Ich wollte sie eigentlich vernichten, bevor sie jemand findet“, gesteht er irgendwann leise und beinah beschämt. „Ich habe es vergessen. Ich war irgendwann einfach nur so froh, das Ganze hinter mir zu lassen, dass ich nicht mehr daran gedacht habe. Ich hab nicht damit gerechnet, dass sie jemals jemand findet. Vor allem nicht du. Es tut mir so leid, dass du sie gefunden hast…“
Scott nickt und reibt sich über die Augen, bevor er zögernd einen Bissen nimmt. Sogar kalt hat Pizza etwas sehr tröstliches an sich.
Stiles seufzt und schiebt den Pizzakarton beiseite, bevor er sich dichter an Scott kuschelt und den Kopf in seine Armbeuge legt. Er lässt die Pizza über seinen Mund baumeln und isst auf dem Rücken liegend weiter, seine Augen aufmerksam auf Scotts Gesicht gerichtet.
„Ich gehe nicht weg“, murmelt er. „Ich werde für den Rest deines Lebens an deiner Seite kleben wie Fußpilz. Du wirst mich nie wieder los. Und ich werde es dir jeden Tag erzählen, so lange bis es dir zu den Ohren herauskommt.“
Unwillkürlich und beinah gegen seinen Willen platzt Scott ein leises Lachen heraus. Er betrachtet Stiles liebevoll.
Das hat er früher schon gerne gemacht. Neben ihm gelegen und mit vollem Mund kauend weitergeredet. Es ist so vertraut, dass es ihm die Kehle zuschnürt.
„Kannst du mir eine Sache versprechen?“ fragt er leise.
„Alles“, sagt Stiles sofort.
„Wenn du jemals…“, sagt Scott und räuspert sich hastig, als seine Stimme bricht. „Ich meine, wenn es jemals einen Moment gibt, in dem du darüber nachdenkst… wo dir das wie die einzige Möglichkeit vorkommt… bitte rede mit mir. Egal ob es mitten in der Nacht ist. Weck mich auf. Ruf mich an. Kletter durch mein Fenster. Schick mir eine Brieftaube. Egal was und egal um welche Uhrzeit. Aber bitte, bitte rede mit mir darüber.“
„Ich verspreche es.“ Stiles nickt ernsthaft. Er hebt die Hand und fährt damit durch Scotts Haare. Es ist eine liebevolle, kleine Geste, die einen weiteren Eisklumpen in Scotts Brust auflöst.
„Es tut mir leid“, sagt er entschuldigend. „Dass ich so… ausgefreakt bin.“
Stiles schnaubt leise und greift nach einem weiteren Stück Pizza. Er fischt einen einzelnen Champignon von seiner Pizza und lässt ihn kommentarlos auf Scotts Stück fallen. „Scott, nach der Nacht in dem Motel als du… als du versucht hast…“
Er macht eine Handbewegung, als ob er es nicht über sich bringt, es auch nur laut auszusprechen. „Danach bin ich noch wochenlang jedes Mal zusammengezuckt, wenn jemand in meiner Nähe auch nur ein Feuerzeug benutzt hat. Ich hab Schweißausbrüche beim Tanken gehabt, weil alles nach Benzin gerochen hat und weil ich… weil ich immerzu daran denken musste. Wenn wir zu spät gekommen wären. Wenn du es wirklich getan hättest…“
Schuldbewusst rutscht Scott ein Stück näher zu ihm, bis ihre Knie sich bemühen. Er pickt den Broccoli von seiner Pizza und gibt ihn wortlos an Stiles weiter.
„Es tut mir leid, dass das passiert ist“, sagt er leise. „Du weißt, dass ich niemals…“
„Du musst dich nicht entschuldigen.“ Stiles schüttelt den Kopf. „Es war übernatürlich herbeigeführte Unzurechnungsfähigkeit. Ich will nur, dass du weißt…“ Er atmet tief durch. „Was ich versuche zu sagen, ist ich weiß, wie du dich fühlst. Ich war auf der anderen Seite und es ist kein schöner Ort.“
„Nein“, sagt Scott leise. „Wirklich nicht.“
Seine Augen kleben auf Stiles‘ Gesicht und sekundenlang ist er so froh, so unendlich froh und dankbar, dass sie hier liegen können und Pizza miteinander teilen und überalles reden.
Niemand sonst kennt ihn so wie Stiles. Niemand weiß so unendlich viele Kleinigkeiten über ihn wie Stiles. Niemand versteht ihn so wie Stiles und allein der Gedanke, dass es auch nur eine theoretische Möglichkeit ist, dass sie irgendwann einmal nicht gemeinsam existieren, ist … zu schrecklich um ihn auch nur zu Ende zu denken.
Er senkt den Kopf und drückt sacht seine Stirn gegen die von Stiles, so wie sie es als Kinder gemacht haben. Stiles lächelt zu ihm auf und legt eine Hand in seinen Nacken.
„Wir fahren gemeinsam zum Grand Canyon falls wir die High School überleben, okay?“ sagt er leise.
Scott knufft ihm behutsam in die Seite. „Mach keine Witze über potentielles ‚nicht überleben‘. Ich bin noch nicht soweit.“
„Entschuldige.“ Stiles legt seine Pizza weg. „Ich meine das ernst. Nächstes Jahr fahren wir zum Grand Canyon. Nur du und ich. Und du darfst meine Hand festhalten, wenn wir todesmutig in den Abgrund hinunter starren.“
„Okay.“
Tief drin denkt Scott, dass er das heute schon getan hat. In den Abgrund gestarrt.
„Batman-Ehrenwort“, flüstert er.
„Wie alt sind wir? Zwölf?“ Stiles lacht lautlos. Aber dann wird sein Gesicht ganz weich. „Batman-Ehrenwort“, flüstert er zurück.
no subject
Date: 2014-11-29 10:26 pm (UTC)*weint ein bisscben mehr*
Das geht ja schon los, wenn ich die Worte Lieber lieber Scott nochmal lese.
Ich meine, wir wussten alle, wie sehr Stiles in der betreffenden Nacht gelitten hat und wir waren alle verstört, als wir sein Zimmer gesehen haben in 3x18, aber oh Gott, du hast damit einen von diesen verborgenen Aspekten ans Äußere gekehrt, diese absolute Verzweiflung, die man sonst nur so in kleinen Dingen erkannt hat: Die Schere in seinem Bett, das Werkzeug auf dem Dach des Krankenhauses. Und wie allein er gewesen ist in diesen Momenten und dass Scott das alles nochmal durchlebt - der arme, liebe Scott, der es schon kaum ausgehalten hat, Allison zu verlieren und....Gott.... es ist so schlimm.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass du bei mir bist und meine Hand hältst, wenn ich über den Rand nach unten blicke. Aber jetzt bist du nicht da, und es ist so tief und so dunkel, und ich habe so viel Angst vor dem Fall und ich kann nicht loslassen, ohne dass du weißt, wie sehr …‘
Gott, es ist so so schlimm....
„Aber das ist das Schlimmste… bitte tu mir das nicht an…“ Scott schlingt beide Arme um seinen Nacken, und Stiles klammert sich heftig an ihn.
Ich möchte nur darauf hinweisen, was das letzte Mal passiert ist, als er jemanden unter Tränen angefleht und "Please don't" gesagt hat.
Es ist kein Wunder, dass er auf der Stelle zusammenbricht.
Gott, wenn man daraus eines erkennt, dann, dass man die beiden niemals, niemals, niemals durch Tod trennen darf... Bitte nicht ;_____; Es ist ein physikalisches Gesetz, dass sie sich umeinander drehen wie Erde und Mond. Man bricht physikalische Gesetze nicht ;________;
Gosh, ich weiß, dass du brillant bist und du Macht hast und das ist auch wieder ein wahnsinnig gutes Stück, meine Liebe, aber Gott, wer klebt jetzt mein Herz wieder zusammen?
no subject
Date: 2014-11-29 10:34 pm (UTC)*rollt sich in einer Ecke zusammen und wiegt sich schluchzend hin und her*