Fluff - Joker (fürs Team)
Sep. 30th, 2014 11:49 pmTeam: Erato
Challenge: Fluff - Joker (fürs Team)
Joker: Pflege/Sorge (31.01.14)
Titel: Magie kann gut sein
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1733
Warnung: keine
A/N: Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Und hier jetzt der letzte Teil ;) ... ist irgendwie ein wenig entfernt von Fluff, aber zum Schluss habe ich, glaube ich, noch die Kurve gekriegt xD
Die ersten Stunden war es ruhig. Von ihren Verfolgern war keine Spur zu sehen und Merlin hoffte, dass sie ihre Suche mittlerweile eingestellt hatten. Die Kälte um ihn fraß sich in seine Knochen, aber teilweise war er auch dankbar darüber, da es vermutlich das Einzige war, was ihn noch wach hielt. Er war am Ende seiner Kräfte und der Drang, einfach die Augen zu schließen, wurde immer größer. Aber er wusste, was es für Konsequenzen haben könnte, so kämpfte er mit aller Macht dagegen an. Er musste aufmerksam bleiben, wenn sie überleben wollten.
Plötzlich hörte er Arthurs schwache Stimme aus der Höhle dringen. Merlin schaute sich noch einmal aufmerksam um, bevor er entschied, dass im Moment keine Gefahr drohte und sich in das Innere der Höhle begab. Arthur war fast sofort eingeschlafen, nachdem er sich hingelegt hatte und Merlin hatte eigentlich nicht erwartet, dass er so schnell wieder erwachen würde.
„Arthur?“, fragte er vorsichtig. Das Feuer war fast gänzlich abgebrannt. Nur noch die Glut leuchtete ein wenig. Merlin entflammte das Feuer erneut und kniete sich zu seinem Herrn hinunter. „Was ist los?“
Arthur hatte seine Augen nur halb geöffnet. Zu mehr schien er nicht in der Lage zu sein. Das Fieber hatte ihm dicke Schweißperlen auf die Stirn getrieben und seine Hand zitterte, als er sie hob. „Geh!“, krächzte er heiser.
Merlin verzog verwirrt eine Augenbraue hoch. „Ihr habt mich gerade gerufen?“ Hatte er sich vielleicht nur verhört. Nein, das war ganz eindeutig Arthurs Stimme gewesen, die nach ihm gerufen hatte.
„Ja.“
Merlin schüttelte den Kopf. „Wieso soll ich wieder gehen?“
„Geh zurück nach Camelot.“ Arthur atmete immer schwerer. Anscheinend strengte es ihn sehr an, ganze Sätze zu formulieren. Seine Augenlider flatterten immer wieder, da er versuchte, seine Augen ganz zu öffnen. „Bring dich in Sicherheit.“
„Was?“, rief Merlin entsetzt aus. „Nein, Arthur. Ich lasse Euch nicht zurück.“
„Merlin…“ Seine Stimme war so sanft, dass es Merlin Tränen in die Augen trieb. „Ich werde es nicht schaffen.“
Widerstrebend schüttelte Merlin den Kopf. „Nein!“, sagte er bestimmt. Jetzt hatten sie es geschafft, endlich zu fliehen, da wollte Merlin nicht glauben, dass es einfach so vorbei sein sollte. Er konnte Arthur nicht zurücklassen. Niemals!
Er konnte ihn nicht einfach zum Sterben hier liegen lassen.
„Ich kann versuchen, dir zu helfen.“ Merlin tastete nach Arthurs Hemd und zog es vorsichtig nach oben. Der König zog scharf die Luft ein, als der Stoff sich über seine Wunden bewegte. Merlins Augen weiteten sich vor Schreck bei dem Anblick. Einige Wunden waren entzündet, eine fing sogar schon an zu eitern. Er hatte bei Gaius genug gelernt, um zu wissen, dass Arthur wirklich dem Tod geweiht war, zumindest hier, wo sie keinerlei Arznei bei sich trugen, nichts, um die Entzündung zu stoppen. Merlin hatte nicht einmal Wasser gefunden, um die Wunden grob zu säubern.
„Du hast nichts hier“, sagte Arthur, als ob er seine Gedanken gelesen hätte. Aber Merlin hatte nicht nur das Können und Wissen eines Arztes, sondern er hatte auch Magie. Zwar war er nie wirklich gut in Heilzaubern gewesen, aber er hatte in letzter Zeit viel geübt. Ein Versuch wäre es zumindest wert.
„Es gibt noch eine andere Möglichkeit als Medizin, Arthur.“ Merlins Stimme war leiser geworden. Seit sie geflohen waren, hatten sie kein Wort mehr über dieses Thema gesprochen. Arthur hatte es einfach stumm hingenommen, aber Merlin glaubte kaum, dass die Sache damit einfach abgehakt war. Arthur musste ihn hassen, auch wenn er es im Moment nicht gerade offen zeigte.
Da Arthur nichts dazu sagte, legte Merlin vorsichtig eine Hand über dessen Bauch, da dort eine tiefe Wunde klaffte. Bevor er jedoch dazu kam, die Zauberformel zu sprechen, hatte Arthur seine Hand genommen.
„Nicht.“
Ein einzelnes Wort und es brach Merlin das Herz. Er musste den Drang unterdrücken, zu weinen. „Arthur, ich kann Euch helfen. Bitte, lasst mich Euch helfen. Es ist nicht schlecht, auch wenn Ihr das denken mögt. Magie kann gut sein.“
„Ich weiß.“
Verwundert riss Merlin die Augen auf. „Was?“
Arthur lächelte. „Ich sehe es doch.“
Merlin wusste nicht, was er sagen sollte. Er hätte nie für möglich gehalten, dass Arthur es so schnell verstehen würde, dass er ihn nicht hasserfüllt anschauen würde. Aber da war kein Hass in seinem Blick, ganz im Gegenteil. Es war fast schon Zuneigung.
Für einen Moment war Merlin so glücklich, dass er fast die prekäre Lage vergaß, in der sie sich befanden. Aber er wurde schnell wieder in die Realität geworfen, als Arthur zu Husten begann. Ohne um Erlaubnis zu fragen, legte Merlin ihm die Hand auf den Brustkorb. Er wandte noch keine aktive Magie an, sondern benutzte eher seine inneren Instinkte, um zu erspüren, wie schlimm es um Arthur stand. Sein Herz schlug unregelmäßig und er konnte spüren, dass er am Rande zum Tod stand, wenn es so weiter gehen würde.
„Warum wollt Ihr nicht, dass ich Euch helfe?“ Merlin klang unendlich traurig, denn er konnte den Gedanken nicht ertragen, Arthur zu verlieren.
„Hast du dich schon einmal angesehen, Merlin?“
Merlin blickte an sich herunter und wusste nicht, was Arthur meinte. Was hatte das Ganze jetzt damit zu tun? Es ging hier schließlich um Arthurs Wohlbefinden, nicht um die Tatsache, dass Merlin seit mehreren Tagen in einer Zelle festgesessen hat und vermutlich grässlich aussah, ganz abgesehen von dem schrecklichen Gestank, der von Beiden ausging.
„Du bist vollkommen am Ende.“
„Das ist kein Wunder, Arthur, aber dennoch verstehe ich nicht-“
„Es strengt dich an, oder? Du brauchst deine Kräfte, um zaubern zu können, oder nicht?“
Merlin nickte, aber schüttelte auch direkt wieder den Kopf. Jetzt verstand er endlich, worauf Arthur hinauswollte. „Es ist okay. So schwer ist der Zauber nicht. Ich schaffe das noch.“
Arthur atmete schwer und zog daraufhin scharf die Luft ein. Also tat ihm bereits das Atmen schwer, wie Merlin auffiel. Sie mussten dringend handeln, er musste etwas tun. „Es ist nicht so, als ob du eine Wahl hättest, Arthur. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, weil ich Euch nicht einfach sterben lassen kann. Selbst wenn ich danach Zeit brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Das ist es wert!“
Schließlich nickte Arthur. „Okay.“
„Okay“, gab Merlin zurück und lächelte. Aber nur für einen kurzen Moment, da er daraufhin einen ernsten Gesichtsausdruck aufsetzte. Er konzentrierte sich und versuchte, die Schwere der Verletzungen einzuschätzen, um zu wissen, welchen Spruch er verwenden und wie viel Kraft er darin setzen musste. Außerdem unterdrückte er seine Angst, dass es nicht klappen könnte. Er hatte schon so häufig Probleme mit Heilzaubern gehabt. Es war immer diese, die ihm nie ganz gelingen wollten.
Anscheinend musste Arthur etwas bemerkt haben, denn er sprach noch: „Wenn es nicht klappt, ist es okay, Merlin. Ich weiß, dass du es versucht hast.“
„Es wird klappen“, meinte Merlin zuversichtlich, um sich auch selber Mut zu machen. Er schloss die Augen, um sich noch besser konzentrieren zu können. Er fixierte sich auf seine Atmung und wurde somit immer ruhiger. Schließlich riss er die Augen wieder auf, die nun golden leuchteten. Die Hände schwebten einige Zentimeter über Arthurs Körper. Tief aus seiner Kehler sprach er die Zauberformel, die ihm wie Öl über die Lippen rann.
Er spürte Arthurs Blick auf sich ruhen, ließ sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen. Er konzentrierte sich einzig allein auf seine Magie, die er in Arthurs Körper leitete. Er spürte, wie die Wirkung einsetzte und die Wunden wieder heilte. Eine Wärme breitete sich in Arthurs Körper aus, die Merlin deutlich spüren könnte. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er war so unendlich glücklich, dass es geklappt hatte.
„Wie geht es dir?“ Merlin lachte halb, weil er es nicht glauben konnte, dass sie es wirklich geschafft hatten.
„Besser“, meinte Arthur etwas abwesend, als er über seinen Bauch strich, der vollkommen geheilt war. Kein einziger Kratzer war mehr darauf zu sehen. Auch sein Gesicht hatte wieder seine normalen Konturen angenommen. Er sah so aus, als ob in den letzten Tagen rein gar nichts passiert wäre, wenn man mal von der dreckdurchtränkten Kleidung absah.
Merlin nickte und lächelte so breit, wie er es selten getan hatte. „Lass mich dir noch etwas Wasser besorgen.“ Sie hatten zwar bisher nichts gefunden, aber irgendwo musste in der Nähe doch etwas sein. Er erhob sich und spürte, wie ihm schwindelig wurde. Er schwankte kurz, konnte sich aber dann wieder halten.
„Merlin?“ Arthurs Stimme klang besorgt.
„Es ist nichts. Alles okay.“
Merlin bekam gar nicht mit, wie Arthur ebenfalls aufstand und ihn am Arm stützte. „Lass mich nach Wasser suchen und Wache halten.“
Merlin schüttelte nur den Kopf. „Es geht schon. Es ist halb so schlimm. Das war nur, weil ich im meinem geschwächten Zustand Magie eingesetzt habe.“
„Du hast in den letzten Tagen kaum geschlafen, Merlin. Du hast nur das Nötigste gegessen, bevor du verhungert wärst und du hast uns eigenhändig aus dieser Burg rausgeschafft. Ruh dich etwas aus.“ Merlin schüttelte den Kopf, sodass Arthur direkt hinzufügte, dass es ein Befehl sei.
„Bitte, Merlin. Du hast dich um mich gekümmert, jetzt lass mich, mich um dich kümmern.“
„Okay“, gab dieses Mal Merlin nach. Vorsichtig setzte er sich hin, direkt neben die züngelnden Flammen. Anstatt dass Arthur nach draußen ging, setzte er sich neben seinen Freund. Für einige Momente war es still.
„Du hast also nichts dagegen?“ Merlin blickte auf und schaute Arthur in die Augen.
„Gegen was?“ Arthur wusste genau, was Merlin meinte, aber dennoch wollte er es noch einmal hören.
So seufzte Merlin und verdrehte nur die Augen. „Mit mir.“
Arthur lachte kurz auf. „Du hast mir das Leben gerettet. Ohne dich wäre ich jetzt tot. Natürlich habe ich nichts dagegen. Außer“, Arthur machte eine kurze Pause und Merlins Blick wurde ängstlich, „dass es jetzt viel Arbeit bedeuten wird.“
„Wieso?“
„Naja, so ein Gesetz lässt sich nicht so leicht ändern, Merlin. Es wird viel Kraft und Energie kosten, den Rat davon zu überzeugen.“
„Du willst-“ Merlin wusste nicht, was er sagen sollte.
„Natürlich, Merlin, was denkst du denn? Ich will diesen tollen trotteligen Diener doch nicht verlieren und im Moment dürfte ich dich nicht in Camelot leben lassen. Also müssen wir etwas ändern.“
Tränen stiegen Merlin in die Augen. Das war alles, was er sich je gewünscht hatte.
„Ich hoffe auf deine Unterstützung.“
„Immer. Für immer und ewig, Arthur. Ich bin hier, um Euch zu dienen.“
„Ich dachte eher als Freund, nicht als Diener.“
Merlin nickte und mittlerweile lief eine einzelne Träne über seine Wange. „Ich werde euch immer als Freund unterstützen.“
Challenge: Fluff - Joker (fürs Team)
Joker: Pflege/Sorge (31.01.14)
Titel: Magie kann gut sein
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1733
Warnung: keine
A/N: Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
Und hier jetzt der letzte Teil ;) ... ist irgendwie ein wenig entfernt von Fluff, aber zum Schluss habe ich, glaube ich, noch die Kurve gekriegt xD
Die ersten Stunden war es ruhig. Von ihren Verfolgern war keine Spur zu sehen und Merlin hoffte, dass sie ihre Suche mittlerweile eingestellt hatten. Die Kälte um ihn fraß sich in seine Knochen, aber teilweise war er auch dankbar darüber, da es vermutlich das Einzige war, was ihn noch wach hielt. Er war am Ende seiner Kräfte und der Drang, einfach die Augen zu schließen, wurde immer größer. Aber er wusste, was es für Konsequenzen haben könnte, so kämpfte er mit aller Macht dagegen an. Er musste aufmerksam bleiben, wenn sie überleben wollten.
Plötzlich hörte er Arthurs schwache Stimme aus der Höhle dringen. Merlin schaute sich noch einmal aufmerksam um, bevor er entschied, dass im Moment keine Gefahr drohte und sich in das Innere der Höhle begab. Arthur war fast sofort eingeschlafen, nachdem er sich hingelegt hatte und Merlin hatte eigentlich nicht erwartet, dass er so schnell wieder erwachen würde.
„Arthur?“, fragte er vorsichtig. Das Feuer war fast gänzlich abgebrannt. Nur noch die Glut leuchtete ein wenig. Merlin entflammte das Feuer erneut und kniete sich zu seinem Herrn hinunter. „Was ist los?“
Arthur hatte seine Augen nur halb geöffnet. Zu mehr schien er nicht in der Lage zu sein. Das Fieber hatte ihm dicke Schweißperlen auf die Stirn getrieben und seine Hand zitterte, als er sie hob. „Geh!“, krächzte er heiser.
Merlin verzog verwirrt eine Augenbraue hoch. „Ihr habt mich gerade gerufen?“ Hatte er sich vielleicht nur verhört. Nein, das war ganz eindeutig Arthurs Stimme gewesen, die nach ihm gerufen hatte.
„Ja.“
Merlin schüttelte den Kopf. „Wieso soll ich wieder gehen?“
„Geh zurück nach Camelot.“ Arthur atmete immer schwerer. Anscheinend strengte es ihn sehr an, ganze Sätze zu formulieren. Seine Augenlider flatterten immer wieder, da er versuchte, seine Augen ganz zu öffnen. „Bring dich in Sicherheit.“
„Was?“, rief Merlin entsetzt aus. „Nein, Arthur. Ich lasse Euch nicht zurück.“
„Merlin…“ Seine Stimme war so sanft, dass es Merlin Tränen in die Augen trieb. „Ich werde es nicht schaffen.“
Widerstrebend schüttelte Merlin den Kopf. „Nein!“, sagte er bestimmt. Jetzt hatten sie es geschafft, endlich zu fliehen, da wollte Merlin nicht glauben, dass es einfach so vorbei sein sollte. Er konnte Arthur nicht zurücklassen. Niemals!
Er konnte ihn nicht einfach zum Sterben hier liegen lassen.
„Ich kann versuchen, dir zu helfen.“ Merlin tastete nach Arthurs Hemd und zog es vorsichtig nach oben. Der König zog scharf die Luft ein, als der Stoff sich über seine Wunden bewegte. Merlins Augen weiteten sich vor Schreck bei dem Anblick. Einige Wunden waren entzündet, eine fing sogar schon an zu eitern. Er hatte bei Gaius genug gelernt, um zu wissen, dass Arthur wirklich dem Tod geweiht war, zumindest hier, wo sie keinerlei Arznei bei sich trugen, nichts, um die Entzündung zu stoppen. Merlin hatte nicht einmal Wasser gefunden, um die Wunden grob zu säubern.
„Du hast nichts hier“, sagte Arthur, als ob er seine Gedanken gelesen hätte. Aber Merlin hatte nicht nur das Können und Wissen eines Arztes, sondern er hatte auch Magie. Zwar war er nie wirklich gut in Heilzaubern gewesen, aber er hatte in letzter Zeit viel geübt. Ein Versuch wäre es zumindest wert.
„Es gibt noch eine andere Möglichkeit als Medizin, Arthur.“ Merlins Stimme war leiser geworden. Seit sie geflohen waren, hatten sie kein Wort mehr über dieses Thema gesprochen. Arthur hatte es einfach stumm hingenommen, aber Merlin glaubte kaum, dass die Sache damit einfach abgehakt war. Arthur musste ihn hassen, auch wenn er es im Moment nicht gerade offen zeigte.
Da Arthur nichts dazu sagte, legte Merlin vorsichtig eine Hand über dessen Bauch, da dort eine tiefe Wunde klaffte. Bevor er jedoch dazu kam, die Zauberformel zu sprechen, hatte Arthur seine Hand genommen.
„Nicht.“
Ein einzelnes Wort und es brach Merlin das Herz. Er musste den Drang unterdrücken, zu weinen. „Arthur, ich kann Euch helfen. Bitte, lasst mich Euch helfen. Es ist nicht schlecht, auch wenn Ihr das denken mögt. Magie kann gut sein.“
„Ich weiß.“
Verwundert riss Merlin die Augen auf. „Was?“
Arthur lächelte. „Ich sehe es doch.“
Merlin wusste nicht, was er sagen sollte. Er hätte nie für möglich gehalten, dass Arthur es so schnell verstehen würde, dass er ihn nicht hasserfüllt anschauen würde. Aber da war kein Hass in seinem Blick, ganz im Gegenteil. Es war fast schon Zuneigung.
Für einen Moment war Merlin so glücklich, dass er fast die prekäre Lage vergaß, in der sie sich befanden. Aber er wurde schnell wieder in die Realität geworfen, als Arthur zu Husten begann. Ohne um Erlaubnis zu fragen, legte Merlin ihm die Hand auf den Brustkorb. Er wandte noch keine aktive Magie an, sondern benutzte eher seine inneren Instinkte, um zu erspüren, wie schlimm es um Arthur stand. Sein Herz schlug unregelmäßig und er konnte spüren, dass er am Rande zum Tod stand, wenn es so weiter gehen würde.
„Warum wollt Ihr nicht, dass ich Euch helfe?“ Merlin klang unendlich traurig, denn er konnte den Gedanken nicht ertragen, Arthur zu verlieren.
„Hast du dich schon einmal angesehen, Merlin?“
Merlin blickte an sich herunter und wusste nicht, was Arthur meinte. Was hatte das Ganze jetzt damit zu tun? Es ging hier schließlich um Arthurs Wohlbefinden, nicht um die Tatsache, dass Merlin seit mehreren Tagen in einer Zelle festgesessen hat und vermutlich grässlich aussah, ganz abgesehen von dem schrecklichen Gestank, der von Beiden ausging.
„Du bist vollkommen am Ende.“
„Das ist kein Wunder, Arthur, aber dennoch verstehe ich nicht-“
„Es strengt dich an, oder? Du brauchst deine Kräfte, um zaubern zu können, oder nicht?“
Merlin nickte, aber schüttelte auch direkt wieder den Kopf. Jetzt verstand er endlich, worauf Arthur hinauswollte. „Es ist okay. So schwer ist der Zauber nicht. Ich schaffe das noch.“
Arthur atmete schwer und zog daraufhin scharf die Luft ein. Also tat ihm bereits das Atmen schwer, wie Merlin auffiel. Sie mussten dringend handeln, er musste etwas tun. „Es ist nicht so, als ob du eine Wahl hättest, Arthur. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, weil ich Euch nicht einfach sterben lassen kann. Selbst wenn ich danach Zeit brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Das ist es wert!“
Schließlich nickte Arthur. „Okay.“
„Okay“, gab Merlin zurück und lächelte. Aber nur für einen kurzen Moment, da er daraufhin einen ernsten Gesichtsausdruck aufsetzte. Er konzentrierte sich und versuchte, die Schwere der Verletzungen einzuschätzen, um zu wissen, welchen Spruch er verwenden und wie viel Kraft er darin setzen musste. Außerdem unterdrückte er seine Angst, dass es nicht klappen könnte. Er hatte schon so häufig Probleme mit Heilzaubern gehabt. Es war immer diese, die ihm nie ganz gelingen wollten.
Anscheinend musste Arthur etwas bemerkt haben, denn er sprach noch: „Wenn es nicht klappt, ist es okay, Merlin. Ich weiß, dass du es versucht hast.“
„Es wird klappen“, meinte Merlin zuversichtlich, um sich auch selber Mut zu machen. Er schloss die Augen, um sich noch besser konzentrieren zu können. Er fixierte sich auf seine Atmung und wurde somit immer ruhiger. Schließlich riss er die Augen wieder auf, die nun golden leuchteten. Die Hände schwebten einige Zentimeter über Arthurs Körper. Tief aus seiner Kehler sprach er die Zauberformel, die ihm wie Öl über die Lippen rann.
Er spürte Arthurs Blick auf sich ruhen, ließ sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen. Er konzentrierte sich einzig allein auf seine Magie, die er in Arthurs Körper leitete. Er spürte, wie die Wirkung einsetzte und die Wunden wieder heilte. Eine Wärme breitete sich in Arthurs Körper aus, die Merlin deutlich spüren könnte. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er war so unendlich glücklich, dass es geklappt hatte.
„Wie geht es dir?“ Merlin lachte halb, weil er es nicht glauben konnte, dass sie es wirklich geschafft hatten.
„Besser“, meinte Arthur etwas abwesend, als er über seinen Bauch strich, der vollkommen geheilt war. Kein einziger Kratzer war mehr darauf zu sehen. Auch sein Gesicht hatte wieder seine normalen Konturen angenommen. Er sah so aus, als ob in den letzten Tagen rein gar nichts passiert wäre, wenn man mal von der dreckdurchtränkten Kleidung absah.
Merlin nickte und lächelte so breit, wie er es selten getan hatte. „Lass mich dir noch etwas Wasser besorgen.“ Sie hatten zwar bisher nichts gefunden, aber irgendwo musste in der Nähe doch etwas sein. Er erhob sich und spürte, wie ihm schwindelig wurde. Er schwankte kurz, konnte sich aber dann wieder halten.
„Merlin?“ Arthurs Stimme klang besorgt.
„Es ist nichts. Alles okay.“
Merlin bekam gar nicht mit, wie Arthur ebenfalls aufstand und ihn am Arm stützte. „Lass mich nach Wasser suchen und Wache halten.“
Merlin schüttelte nur den Kopf. „Es geht schon. Es ist halb so schlimm. Das war nur, weil ich im meinem geschwächten Zustand Magie eingesetzt habe.“
„Du hast in den letzten Tagen kaum geschlafen, Merlin. Du hast nur das Nötigste gegessen, bevor du verhungert wärst und du hast uns eigenhändig aus dieser Burg rausgeschafft. Ruh dich etwas aus.“ Merlin schüttelte den Kopf, sodass Arthur direkt hinzufügte, dass es ein Befehl sei.
„Bitte, Merlin. Du hast dich um mich gekümmert, jetzt lass mich, mich um dich kümmern.“
„Okay“, gab dieses Mal Merlin nach. Vorsichtig setzte er sich hin, direkt neben die züngelnden Flammen. Anstatt dass Arthur nach draußen ging, setzte er sich neben seinen Freund. Für einige Momente war es still.
„Du hast also nichts dagegen?“ Merlin blickte auf und schaute Arthur in die Augen.
„Gegen was?“ Arthur wusste genau, was Merlin meinte, aber dennoch wollte er es noch einmal hören.
So seufzte Merlin und verdrehte nur die Augen. „Mit mir.“
Arthur lachte kurz auf. „Du hast mir das Leben gerettet. Ohne dich wäre ich jetzt tot. Natürlich habe ich nichts dagegen. Außer“, Arthur machte eine kurze Pause und Merlins Blick wurde ängstlich, „dass es jetzt viel Arbeit bedeuten wird.“
„Wieso?“
„Naja, so ein Gesetz lässt sich nicht so leicht ändern, Merlin. Es wird viel Kraft und Energie kosten, den Rat davon zu überzeugen.“
„Du willst-“ Merlin wusste nicht, was er sagen sollte.
„Natürlich, Merlin, was denkst du denn? Ich will diesen tollen trotteligen Diener doch nicht verlieren und im Moment dürfte ich dich nicht in Camelot leben lassen. Also müssen wir etwas ändern.“
Tränen stiegen Merlin in die Augen. Das war alles, was er sich je gewünscht hatte.
„Ich hoffe auf deine Unterstützung.“
„Immer. Für immer und ewig, Arthur. Ich bin hier, um Euch zu dienen.“
„Ich dachte eher als Freund, nicht als Diener.“
Merlin nickte und mittlerweile lief eine einzelne Träne über seine Wange. „Ich werde euch immer als Freund unterstützen.“