[identity profile] nadjeschda.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kalliope
Challenge: Smut/Kink – "… gegen die Wand" (fürs Team)

Fandom: X-Men: Days Of The Future Past
Pairing: Erik Lehnsherr/Charles Xavier

Wörter: 2214

Titel: Fool's mate

Anmerkung: nsfw, auf speziellen Wunsch von [livejournal.com profile] mrsmoriarty. Ich hoffe, es gefällt.
Das Fandom hat die Szene im Flugzeug zwar schon reichlich ausgeschlachtet, aber... ein bisschen mehr Smut geht ja immer.


Was bei der Jugend wie Grausamkeit aussieht, ist meistens Ehrlichkeit.
–– Jean Cocteau

Ihr Schachspiel zog sich in die Länge. Es erinnerte Erik ein wenig an die Abende, die er mit Charles vor zehn Jahren zusammen vor dem Schachbrett verbracht hatte, allerdings würde sein Ich von vor zehn Jahren wahrscheinlich nur enttäuscht den Kopf schütteln, wenn es die halbgaren Strategien sehen könnte, mit denen sie beide ihre Figuren über das Brett bewegten.

Charles' Aufmerksamkeit lag definitiv nicht auf dem Spiel, selbst wenn seine Blick fast zwanghaft auf dem Brett lag. Erik vermutete, dass Charles die nur tat, damit er ihn nicht anschauen musste und er musste zugeben, dass er die Charles’ Sturheit fast bewunderte. Er hätte sich gewünscht, seine Augen von der Parodie des Mannes nehmen zu können, den er vor zehn Jahren wirklich geschätzt hatte. Wie viele Nächte hatte er nach Cuba an ihn zurückgedacht und den Schmerz in seiner Brust verflucht? Wie oft hatte er in seiner Einzelzelle gesessen und fand seine Gedanken unweigerlich zu seinem alten Freund gelenkt? Es war einfacher gewesen, im sterilen Weiß tief unter dem Pentagon, wo nichts um ihn war, dass er überhaupt noch existierte. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis er in der Lage gewesen war, das Magnetfeld der Erde zu spüre. Es war nur schwach, aber es war zu seinem Puls geworden, zu dem Gedanken, der ihn jeden Tag aufwachen und denken ließ es ist noch nicht vorbei.

Zu der Zeit hatte er sich oft gefragt, ob Charles ihn hören konnte, ob er das Flüstern seiner Gedanken in Cerebro genauso wahrnahm wie Erik die schwache Berührung des Magnetfeldes. Inzwischen wusste er es besser, wusste, dass Charles niemals nach ihm oder den anderen gesucht hatte, nicht einmal nach seiner Schwester, für deren Verlust er Erik verantwortlich machte. Charles’ Idealismus blendete ihn so sehr, dass er in dem Moment, in der er die Welt und die Menschen so sah, wie sie wirklich waren, aufgab. Und nun saß er hier und sah zu, wie Charles doppelt so schnell sein Whiskeyglas leerte wie Erik.

Wolverine war inzwischen in seinem Sitz eingeschlafen. Erik wusste noch nicht so wirklich, was er von seiner Geschichte halten sollte, aber wenn es ihm die Möglichkeit gab, die Entwicklung der Sentinels zu verhindern, war es ihm eigentlich egal, was der andere erzählte.

Dass allerdings sein zukünftiges Ich und Charles diesen Auftrag angeblich zusammen gegeben hatten, hinterließ einen bitteren Geschmack in seinem Mund.

Gegenüber von ihm schabte Charles mit seinem leeren Glas über die Tischplatte. Seine Augen waren immer noch rot und fixierten stoisch die Schachfiguren zwischen ihnen. Er nahm einen zittrigen Atemzug und löste den Griff um sein Glas, das mit einem dumpfen Schlag auf den Teppichboden unter ihnen fiel.

Wo willst du hin?“ fragte Erik, als sich Charles erhob. Er konnte spüren, wie sich der Metallstuhl im Cockpit bewegte, zweifelsohne Beast, der sich besorgt zu ihnen umdrehte. Erik schloss die Tür zwischen ihnen mit einer Handbewegung.

Wir sind hier noch nicht fertig,“ fügte Erik mit einem Kopfnicken zum Schachbrett hinzu. „Oder willst du wieder wegrennen?“

Charles reagiert auf die Provokation mit einem gebrochenen Lachen. „Nein, Erik. Wie wir beide wissen, ist das dein Fachgebiet.“

Die Wut, die ihn früher am Abend ergriffen hatte, kochte wieder in ihm auf und sie war wie eine warme Umarmung, die Erik willkommen hieß. „Ich bin nicht weggelaufen,“ presste er zwischen seinen Zähnen hervor. Das Metall des Flugzeugs um ihn herum ächzte erneut, aber dieses Mal achtete Erik darauf, dass er seinen Griff darum löste. Er wollte nicht, dass Beast sie unterbrach.

Stimmt, du hast mich zurückgelassen, das ist natürlich etwas anderes,“ entgegnete Charles bitter. Seine beiden Hände griffen Eriks Hemd so fest, dass er fühlte, wie sich Fingernägel tief in seine Haut bohrten. Aber es war gut, es war besser als diese traurige Variation von Charles, die nichts tat als sich selbst zu bemitleiden und die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen.

Ich habe dich niemals zurückgelassen. Für wen denkst du habe ich gekämpft?“

Für dich selbst!“ schrie Charles. „Du kämpfst stets nur für dich selbst! Sag mir, alter Freund, wie viele hast du für deinen Zweck--“ Neben ihn bewegte sich Wolverine mit einem unzufriedenen Geräusch. Die plötzliche Unterbrechung schien Charles’ Ärger verpuffen zu lassen, denn er löste seinen Griff um Eriks Hemd und stieß sich von ihm ab. Aber Erik würde ihn nicht wieder weglaufen lassen, nicht schon wieder. Die Diskussion zwischen ihnen war überfällig, zehn verdammte Jahre überfällig, und sie würden sie jetzt haben.

Zwei große Schritte waren genug, um Charles einzuholen. Erik griff ihn bei der Schulter und schleuderte ihn gegen die Tür in der Wand neben ihn. Körperlich war er immer schon stärker als Charles gewesen, etwas das es ihm vor zehn Jahren nicht unbedingt einfacher gemacht hätte, an ihn heranzutreten. Aber heute war Charles keine Gefahr mehr, außer vielleicht vor sich selbst. Erik wusste nicht, was er darüber denken sollte.

Ich war immer da, wenn unsere Brüder und Schwestern mich gebraucht haben. Ich habe alles für sie gegeben.“

Wo warst du, als ich dich gebraucht habe?“

Die Worte trafen Erik unerwartet und er löste der Griff um Charles unweigerlich. Er dachte an damals, an Kuba, an Sand und Blut und Leere und Schmerz.

Charles’ Atem kam nun Stoßweise und er wand sich unter ihm, um sich aus Eriks griff zu lösen. Sein Ellbogen stieß dabei an die Türklinke;sie beide stolperten unerwartet, als sich die Tür öffnete. Erik konnte sich am Türrahmen fangen, aber Charles fiel rückwärts in den kleinen Raum hinter sich. Die Flugzeugtoilette war nicht der Ort, den sich Erik für ihr Gespräch ausgesucht hätte, aber zumindest hatte Charles hier keine Chance, zu fliehen. Bevor sich der andere aufrappelt konnte, traf Erik in den Raum und verschloss die Tür hinter sich mit einer simplen Geste. Das Schloss schmolz unter seinen Fingern wie Butter in der Sonne. Es würde ihm Charles’ ungeteilte Aufmerksamkeit für den Moment sichern.

Ich wollte dich mitnehmen, du weißt, dass ich dich mitnehmen wollte.“

Oh ja, ich erinnere mich,“ erwiderte Charles. „Und es wäre so schön gewesen. All die Zeit, die du an meinem Bett hättest verbringen können. Sag, hättest du mich zu einem Arzt gebracht oder selbst mit Nadel und Zahnseide operiert? Hättest du meine Hand während der Reha gehalten, ich schwöre dir, das war eine tolle Zeit.“

Erik packte Charles beim Kragen und drückte ihn gegen den Waschtisch. Das Spiegelschränkchen über ihn zitterte klappernd, als Charles’ Hinterkopf dagegen stieß. Das Lachen, mit dem Charles Eriks Gewalt beantwortete, klang gleichzeitig verbittert und leer.

Du wolltest nie mich, Erik. Du wolltest jemanden, der sich deinen Worten beugt und es tut mir leid, wenn du dachtest, ich sei derjenige.“

Du warst--“ Erik schüttelte seinen Kopf, als er nach Worten suchte. „Du warst ein Freund, Charles, ein Bruder.“ Und offensichtlich würde er das auch wieder sein, wenn Wolverine zu glauben war. Erik fragte sich, was Charles darüber dachte. Er konnte nicht sagen, dass der Gedanke ihm Trost gab. Hoffnung war immer Charles’ Sache gewesen.

Hmm,“ machte der andere und legte seinen Kopf schief. Seine Augen waren immer noch wässrig und rot unterlaufen, aber sie vermieden nun nicht mehr Eriks Blick. „War. Jetzt bin ich nichts mehr als ein Mensch, Erik, und das weißt du. Wäre es nicht wegen Wolverine – wäre es nicht wegen deinem Wunsch nach Freiheit, wärst du nicht hier.“

Das ist nicht wahr!“ entgegnete Erik, wobei er sich selbst nicht sicher war, auf welche von Charles’ Aussagen er sich bezog. Unter seinen Fäusten spürte er, sie sich der Brustkorb des anderen unter seinen keuchenden Atemzügen hob und senkte. Sie waren sich so nah, dass Erik jeden Atemzug auf seinem Gesicht fühlte.

Charles leckte sich nervös über seine Lippen und Erik folgte der Bewegung unweigerlich mit seinen Augen, bevor er seinen Blick wieder hob. „Doch, Erik. Es ist wahr und das weißt du auch.“

Nein,“ beharrte Erik stur. „Du bist anders, du warst schon immer anders.“


Charles legte seine Hände um Eriks Gesicht, hob sein Kinn sachte mit seinen Daumen, als ob er die Aufrichtigkeit von Eriks Worten in seinen Augen ablesen konnte.

War ich nicht,“ antwortete er. „Bin ich nicht,“ fügte er dann leiser hinzu.

Für mich schon,“ sagte Erik, bevor er sich davon abhalten konnte. Auch nach zehn Jahren und ohne seine Telepathie schien Charles die Bedeutung hinter Eriks Worten nicht zu entgehen, denn seine Augen weiteten sich. Und dabei hatte Erik die Wahrheit so tief in sich vergraben, dass er glaubte, sie selbst nicht mehr zu kennen. Zehn Jahre waren eine lange Zeit dafür gewesen, aber Charles hatte immer schon eine Gabe dafür gehabt, all die Dinge ans Tageslicht zu ziehen, die man nicht sehen wollte.

Einen Moment war alles still zwischen ihnen. Charles’ Finger bewegten sich langsam Eriks Kiefer entlang, bis sie über seine kurzen Haare im Nacken strichen.

Erik konnte nicht sagen, wer von ihnen beiden sich zuerst bewegt hatte, aber im nächsten Moment küssten sie sich, mehr Zähne als Lippen, viel zu nass und hart, aber Charles’ Arme um ihn und Charles’ Körper gegen seinem fühlten sich genauso lebendig an wie das Metall des Flugzeugs.

Das Spiegelschränkchen hinter ihnen klapperte wieder, als sie dagegen stießen, aber Charles’ Griff um Erik löste sich nicht und so drückte sich Erik enger an den anderen, presste seine Zunge tiefer in seinen Mund. Das Geräusch, dass Charles von sich gab, vibrierte durch Eriks gesamten Körper und er wollte mehr, mehr von allem, mehr von Charles.

Charles’ rechte Hand tastete suchend die Oberfläche des Waschtischs ab. Erik verfolgte die Bewegung seiner Muskeln mit seinen Fingern, vergrub sie in seinen Schultermuskeln.

Er stolperte überrascht zurück, als Charles ihn ohne Vorwarnung von sich stieß. Aus Reflex fing er die Hand ab, die Charles auf seine Brust zubewegte, aber nichts sprach von der Gewalt, die Erik erwartet hatte. Stattdessen wurde ihm eine Tube mit Handlotion in die Hand gedrückt und Erik musste kein Genie sein um das zu interpretieren.

Charles’ Blick war entschlossen, als er zu Erik trat und nach seinem Gürtel griff. Sie wandten die Augen nicht voneinander ab, nicht einmal, als Charles Erik mit eine großzügigen Menge an Lotion bedeckte. Das feuchte Geräusch war fast obszön in der Stille zwischen ihnen und Erik musste seine Zähne fest zusammenbeißen, damit kein Laut aus seinem Mund drang.

Wortlos ließ Charles von ihm ab, um seine eigene Hose zu öffnen. Er kam nur bis zur Gürtelschnalle, als Erik einen Schritt um ihn herum tat, um ihn von hinten gegen die Wand zu drücken. Instinktiv hob Charles seine Hände, um sich abzustützen und so machte sich Erik daran, die Hose des anderen selbst ganz zu öffnen und bis zu seinen Oberschenkeln hinunterzuziehen. Er sparte sich die Frage, ob das wirklich eine gute Idee war, denn er konnte fühlen, dass Charles ebenso hart war wie er und so schob er die Beine des anderen so weit auseinander wie er konnte und drang dann ihn ihn ein.

Es war eng, beinahe unangenehm eng und Charles gab einen hohes Wimmern von sich, als Erik tiefer in ihn eindrang. Aber er hielt ihn auch nicht auf und so presste Erik tiefer, bis seine Hüfte gegen Charles’ drückte.

Erik ließ seinen Kopf nach vorne fallen und presste seine Stirn in Charles Nacken. Er konnte das zittrige Atmen des anderen nun noch deutlicher fühlen als zuvor, die Wärme zwischen ihnen fast erstickend. Langsam bewegte Erik seine Hüfte zurück und dann wieder nach vorne, was Charles’ mit einem tiefen Keuchen beantwortete. Der Laut war ehrlicher als alles, was Charles an diesem Tag gesagt hatte und Erik wollte mehr und wiederholte die Bewegung, schneller dieses Mal. Das Gefühl, wie sich der warme, feuchte Griff, den Charles’ Körper um ihn hatte, zuerst lockerte und dann wieder festigte, war beinahe überwältigend.

Je heftiger Erik nach zustieß, desto lauter wurde Charles unter ihm. Erik vergrub sein Gesicht im Nacken des anderen, als er an Abende von vor zehn Jahren dachte und all das, was er damals mit größter Sorgfalt vor Charles zu verbergen gesucht hatte. Er dachte, wie er das erste Mal seit langem wieder Hoffnung statt nur Wut gefühlt hatte. Er hatte nie gelogen, er hatte Charles niemals verlassen wollen. Charles sah immer nur, dass Erik nicht zu ihm kommen würde, aber er begriff nicht den Unterschied, dass Erik ihn sofort mitnehmen würde, würde er darum bitten.

Charles stöhnte jetzt mit jedem Stoß, ein wundes, raues Geräusch, das klang als würde es Erik tief aus dem anderen hinauszwängen. Es spornte Erik dazu an, sich schneller und härter zu bewegen, seine Fingernägel so tief in Charles’ Haut vergraben, dass er sicherlich Blutergüsse hinterließ. Aber für den Moment hielt er ihn einfach so fest wie er konnte.

+.+.+.

(Wolverine brauchte jeden Funken Selbstbeherrschung in seinem Körper, um seine Krallen nicht tief in die Lehne des Flugzeugsitzes zu graben. Oder sie in seine Ohren zu stecken. Offensichtlich hätte er vor Abflug eine Kurzbeschreibung seiner Mutation geben sollen: übermenschliche Heilungsfähigkeit, Krallen und einen sehr guten Hör- und Geruchssinn.Er konnte gar nicht sagen, was schlimmer war, die Geräusche oder der Geruch. So oder so waren da offensichtlich einige Details, die der Professor und Magneto aus der offiziellen Version ihrer Biographie ausgelassen hatten. Sollten sie die ganze Geschichte tatsächlich überleben, würde er ein langes Gespräch mit dem Professor führen müssten. Es gab da ein paar Erinnerungen, auf die er ganz gut verzichten konnte.)


Date: 2014-10-01 09:07 am (UTC)
From: [identity profile] mrsmoriarty.livejournal.com
Oh ja, ich bin zufrieden *grinst wie ein Honigkuchenpferd*
Cherik-Porn und awkward-Logan, genau so muss das sein:-)

Date: 2014-10-02 04:45 am (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Ich habe selten einen Film gesehen, in dem so eine Szene derart offensichtlich gefehlt hat ;)

Eriks POV ist super, ich konnte die Spannung zwischen den beiden richtig greifen.

„Für mich schon,“


So oder so waren da offensichtlich einige Details, die der Professor und Magneto aus der offiziellen Version ihrer Biographie ausgelassen hatten.
Wolverines POV am Ende ist allerdings die Krönung :D

Date: 2015-07-20 06:25 pm (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Ich weiß, ich bin super late, aber ich muss einfach sagen wie unglaublich genial und hot die story war. Einfach perfekt!
Und bei Logan am Ende hab ich mich weggeschmissen XD

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