[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Thalia
Challenge: Romanze – Schief gegangene Dates – fürs Team
Bingo-Challenge: Date
Fandom: The Expendables 3, Sugardaddy AU
Titel: Keine Schwäche
Inhalt: Smilee hat ein Date und macht sich Sorgen. Wie immer.
Anmerkung: Das ist vollkommen ausgeartet und das eigentliche Date (das, was ich eigentlich schreiben wollte, worauf ich mich seit zwei Wochen freue!) kommt erst…später. Urghs.



Keine Schwäche

„Wenn du mich noch mal fragst, ob du gut aussiehst, schlag ich dir den Schädel ein.“

„Seh ich gut aus?“

Er weicht dem Schuh, den Luna nach ihm wirft, gekonnt aus und dreht sich grinsend zu ihr um.

Sie hocken in Smilees engem Zimmer. Luna hat es sich mitten auf seinen T-Shirts und Hemden gemütlich gemacht, die er vor lauter Verzweiflung aufs Bett geworfen hatte, weil er nicht das Gefühl hat, dass er in irgendetwas auch nur annähernd hübsch aussieht.

„Das liegt aber eher an deinem Gesicht“, meint Luna nach weiteren fünf Minuten fruchtloser Suche und lacht, als Smilee ihr einen hasserfüllten Blick zuwirft. Sie steht auf, reißt seine Zimmertür auf und brüllt nach Mars.

„Was?!“, kommt die entnervte Antwort. „Ich bin mit Lernen beschäftigt!“

„Schwing deinen Arsch hierher. John weiß nicht, was er anziehen soll für sein Date!“

Smilee grinst halbherzig. „Das bringt nichts. Er redet nicht mit mir“, sagt er vorsichtig, doch Luna winkt ab.

„Er soll ja auch nicht reden“, erklärt sie, und dann erscheint Mars tatsächlich im Türrahmen und geht schnurstracks auf Smilees Schrank zu.

Fünf Minuten später hat Smilee ein blütenweißes T-Shirt an, sowie eine dunkelblaue Jeans, von der er nicht weiß, wo genau Mars sie ihn seinem Schrank gefunden haben will, und ein graues Hemd, das zwar bessere Tage gesehen hat, doch da er es offen lassen soll, macht das auch nichts.

Er fühlt sich wie eine Kuh, die gleich auf dem Markt verschachert wird, während Mars und Luna ihn mit kritischem Blick betrachten.

„Besser geht’s nicht“, sagt Mars.

„Er sieht immer noch aus wie ein Twink“, sagt Luna und Smilee stöhnt und schlägt die Hände vors Gesicht. Mars schnaubt.

„Was weiß ich, worauf sein Kerl steht“, sagt er, dann dreht er sich um und will genau so schweigsam zurückstapfen, wie er gekommen ist.

Kurz bevor er die Tür erreicht, ruft Smilee ihn zaghaft zurück. Mars bleibt tatsächlich stehen und Smilee weiß nicht, ob das wirklich so eine gute Idee war. Trotzdem holt er tief Luft und ringt sich ein Lächeln ab.

„Danke. Für alles“, sagt er leise und Mars verdreht die Augen, als sei seine Geduld nun endgültig erschöpft. Doch dann schüttelt er bloß den Kopf und nickt Smilee zu.

„Dafür nicht. Viel Spaß.“

Dann verlässt er das Zimmer und Luna kichert, wahrscheinlich weil gerade ein weiterer ihrer Pläne exakt so funktioniert hat, wie sie es wollte.

„Brauchst gar nicht so zu lachen“, murmelt Smilee. „Sobald du weg bist, herrscht wieder Funkstille.“

Wie seit zwei Monaten und Smilee kann Mars nicht mal einen Vorwurf machen, immerhin hat er seine besten Freunde betrogen und als Barney ihn an diesem speziellen Morgen wie einen entlaufenen Hund nach Hause gebracht hatte, hatte Mars ihm eine schallende Ohrfeige gegeben und danach gar nichts mehr gesagt.

„Ach Unfug, der taut schon noch auf. Hat bei Thorn doch auch funktioniert“, sagt Luna, schlägt ihm auf den Rücken und Smilee hofft so sehr, dass sie Recht hat. „Und jetzt konzentrier dich. Immerhin gehst du auf ein Date!“

Richtig. Da war was.

Smilee wird plötzlich übel und er starrt auf seine Schuhe.

Das hier ist eine total bescheuerte Idee, er ist noch nicht soweit und obwohl er sich die letzten drei Tage eingeredet hat, dass es gar kein Date sein muss, nur weil Barney ihn zum Essen einladen will – um zu feiern, dass das verdammte Motorrad endlich fertig ist – merkt er auf einmal, dass er nicht mehr so gut darin ist, sich selbst etwas vorzumachen.

Wahrscheinlich würden die Frauen und Männer aus seiner Therapiegruppe das als ein Zeichen persönlichen Wachstums deuten. Smilee hält es für den größten Bullshit auf der ganzen Welt und spürt, wie er ganz unbewusst die Fersen fester in den grauen Teppichboden gräbt.

Dann tritt Luna ihm vors Schienbein.

„Au!“

„Hast du nicht anders verdient“, sagt sie barsch, doch dann streckt sie sofort die Hand aus und legt sie zärtlich auf Smilees Wange. „Kriegst du kalte Füße?“

„Nein“, lügt er. Er presst seinen Mund in Lunas Handfläche und ein paar Augenblicke lang atmet er einfach nur ein, bis sein Herz nicht mehr wie bescheuert rast.

Er ist froh, dass sie da ist. Vor ein paar Wochen wäre es noch undenkbar gewesen, dass er sich das eingesteht und die Scham die er empfindet, wann auch immer er eine Schwäche zugeben muss, kocht zwar immer noch heiß in ihm hoch, doch mittlerweile kann er damit ein bisschen besser umgehen.

Außerdem hilft es, dass Luna ihn schon so oft halbtot auf dem Boden liegen gesehen hat, dass es jetzt auch nicht mehr drauf ankommt.

Vorsichtig presst sie ihre andere Hand in Smilees Nacken und zwingt seinen Kopf zu ihr nach unten.

„Du kannst absagen“, sagt sie leise. „Er wäre dir nicht böse, wenn du wirklich nicht gehen willst.“

„Ich will aber“, beeilt sich Smilee zu sagen, denn das ist wirklich das Einzige, wobei er sich todsicher ist. Vor drei Tagen war er das letzte Mal in der Werkstatt und so langsam nimmt seine Unruhe geradezu lächerliche Ausmaße an. Er muss Barney einfach wiedersehen, Date hin oder her, er hat solche Sehnsucht nach seinem Lachen und seinen Berührungen (nichts Versautes, eine Hand, ganz zufällig auf Smilees Schulter abgelegt oder sanft über seinen Rücken streichelnd, das würde ihm vollkommen genügen), nach seinen verschmitzten Blicken und seinem ruhigen, beständigen Verständnis für die Momente in denen Smilee sich nicht mehr bewegen kann und in dunkle Ecken starrt. „Ich will gehen.“

„Wo liegt dann das Problem?“

Ja, das wüsste Smilee auch gern. Oder eher gesagt, er wüsste gern, wie er es Luna erklären soll, ohne, dass sie ihn für noch bescheuerter hält, als eh schon. In seinem Kopf ergibt das alle eine Menge Sinn, doch er weiß aus Erfahrung, dass sich das ändert, sobald er den Mund aufmacht.

Er versucht es trotzdem.

„Ich will gehen. Aber… nicht als ich?“

Luna verzieht das Gesicht, als habe sie in eine Zitrone gebissen. Eine besonders dämliche Zitrone und bevor Smilee noch einen Tritt vors Schienbein riskiert, fährt er hastig fort.

„Es ist nur… er ist so nett zu mir gewesen, weißt du und ich will… ich will ihn nicht enttäuschen. Mit…mir.“

Er deutet hilflos an sich herunter, einem hübsch angezogenen Idioten, der nervös wird, wenn man zu lange nett zu ihm ist, weil er befürchtet, dass er das alles nicht zurückzahlen kann. Barney hat keine Ahnung, worauf er sich da eingelassen hat, glaubt Smilee.

Lunas Blick ist reichlich verkniffen und Smilee weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie ihn wieder treten wird, also ringt er sich bloß ein Lächeln ab und hofft, dass sie Mitleid mit ihm hat.

Hat sie nicht.

„Dir ist aber schon klar, dass er dich eingeladen hat, du riesiger Vollidiot?“, fragt sie.

„Ja“, murmelt Smilee.

„Und trotzdem glaubst du, dass du ihn enttäuschen wirst?“

Er hat es doch gewusst, es ist immer so, dass seine Befürchtungen total lächerlich klingen, wenn Luna sie ausspricht. Wahrscheinlich ist das ihre Superkraft oder sowas.

„Ich weiß einfach nicht, was er von mir erwartet!“, sagt Smilee unglücklich. „Ich will ihm nicht wehtun.“
Er hat das gleiche schon zu Mars gesagt, vor ein paar Wochen, als er noch die Möglichkeit hatte, bloß sein Motorrad zu reparieren und dann für immer aus Barneys Leben zu verschwenden. Das geht nicht mehr, das weiß sogar Smilee, doch das heißt nicht, dass er keine Heidenangst vor dem hat, was da auf ihn zukommt.

„Du bist solch ein gottverdammter Trottel, John Smilee“, sagt Luna da und plötzlich zerrt sie ihn in ihre Arme und drückt ihn fest an sich. Smilee zuckt zusammen, dann vergräbt er seine Hände in Lunas Pullover und umarmt sie so fest es nur geht. Es dauert eine ganze Weile, bis sie ihn wieder loslässt. Sie wischt sich durchs Gesicht und als sie sieht, wie Smilee grinst, boxt sie ihm gegen den Oberarm.

„Du dämlicher Idiot“, murmelt sie. „Denk doch mal nach. Du willst ihn, oder?“

Smilee sagt nichts. Wird bloß rot.

„Natürlich willst du ihn“, fährt Luna unbeirrt fort. „Ich erinnere mich daran, wie du mich total aufgeregt angerufen hast, nachdem er dich das erste Mal geküsst hat.“

Daran kann sich Smilee auch noch ziemlich gut erinnern, was daran liegt, dass Luna ihn angeschrien hatte, dass es verdammt noch mal drei Uhr morgens und sie beide keine verfickten vierzehn mehr seien. Dann hatte sie aufgelegt, nur um eine halbe Minute später, die Smilee offenen Mundes auf sein Handy starrend verbracht hatte, wieder anzurufen, um sich jedes Detail haarklein erzählen zu lassen.

So im Nachhinein hat er sich wirklich ziemlich ... verknallt benommen und er ahnt worauf Luna hinauswill.

„Wenn er irgendetwas macht, was du nicht willst, dann sag ihm das und er wird sofort aufhören. Du vertraust ihm, oder?“

Die Frage wiegt schwer, besonders für Smilee, der es ja nicht einmal fertig bringt, seinen besten Freunden zu vertrauen.

Umso überraschter ist er, als er fühlt, wie leicht ihm die Antwort fällt.

„Ja. Tu ich.“

Luna lässt ihm ein paar Augenblicke Zeit, in denen sich Smilee sammeln kann, dann grinst sie so breit es nur geht und schubst ihn in Richtung Tür.

„Dann ist doch alles klar. Und jetzt lauf schon. Das wird gut.“

Smilee lächelt. „Und wenn nicht?“, fragt er, einfach weil er es muss und weil sich plötzlich eine unglaubliche Euphorie in seiner Brust ausbreitet, der er dringend einen Riegel vorschieben sollte.

Doch Luna schüttelt bloß den Kopf. „Na, was wohl? Dann gehen wir zum Motocross.“

Fortsetzung hier

Date: 2014-09-30 04:39 pm (UTC)
From: [identity profile] ayawinner.livejournal.com
JSODHSPCJXOCJDKS WAAAAHHHHH

ICH LIEBE ES SO SEHR, WIE DU LUNA SCHREIBST, SOSOSOSOSOSOSOSOSO UNENDLICH SEHR OH MEIN GOTT!!!

Leider kann ich in dieser blöden App natürlich nicht alles kopieren, was mir besonders gut gefallen hat (würde auch die maximale Zeichenzahl von Kommentaren sprengen), deshalb habe ich nur das hier rausgesucht:

der nervös wird, wenn man zu lange nett zu ihm ist, weil er befürchtet, dass er das alles nicht zurückzahlen kann

DENN OH MEIN GOTT ist das ein wunderschöner Satz und eine wunderschöne Beschreibung von Smilees approach to people.

Wenn du übrigens in diesem AU mal Lust hättest, eine 5-times-Fic mit Smilee/Barney kisses zu schreiben... Also ich würde dich anfeuern!

Date: 2014-09-30 10:04 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Luna <3

Und Smilee ist natürlich auch sehr süß, und daß das eigentliche Date noch kommt macht gar nix, denn dann hat man noch was zum sich drauf freuen.

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