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Team: Erato
Challenge: Suspense - Verfolgungsjagd (für mich)
Titel: Auf der Flucht
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1176
Warnung: vage Andeutung von Folter/Gewalt/Verletzungen
A/N: Teil 1 Teil 2 Teil 3


Arthur schwang das Schwert mit voller Wucht, woraufhin ihr Feind einen Schritt zurückwich. Allerdings war schon die erste Wache hinter ihm aufgetaucht und Merlin konnte ganz genau erkennen, dass Arthur viel zu schwach zum Kämpfen war.
„Arthur!“ Er hielt ihm seine Hände entgegen. Merlin hatte keine Ahnung, ob man diese Fesseln mit einem normalen Schwert auseinanderreißen konnte, aber sie hatten keine andere Wahl. Sie würden diesen Kampf ansonsten nicht überstehen.
Sein Herr warf ihm einen kurzen Blick zu. Schock lag darin.
„Schnell“, befahl Merlin. Sie hatten nun keine Zeit zu diskutieren. „Vertraut mir!“ Für eine Sekunde glaubte Merlin, dass Arthur lieber gegen eine Überzahl von Feinden kämpfen würde, als er sich plötzlich umdrehte und mit voller Wucht das Schwert auf die Fesseln niederfahren ließ.
Kaum hatte das Stahl die Ketten berührt, wurde eine ungeheure Macht freigesetzt, die Merlin und wohl auch die Anderen von den Füßen riss. Der Zauberer wurde gegen die Wand geschleudert und für einen Moment fiel es ihm schwer zu atmen. Er holte einmal tief Luft und rappelte sich sofort wieder auf, obwohl er sich benommen fühlte. Dafür war jetzt keine Zeit. Die Fesseln lagen nur noch lose um seine Handgelenke herum.
Blitzschnell schaute er sich um und sah, wie ihr Entführer sich wieder aufraffte. Arthur lag bewegungslos am Boden. Das Schwert hatte er verloren und der Adelige bückte sich gerade danach.
„Nein“, kam es Merlin über die Lippen. Er hob seine Hand und die Waffe wurde seinem Feind aus den Händen gerissen und kam scheppernd vor Merlin auf den Boden auf. Er hob die Waffe blitzschnell auf und hielt sie schützend vor sich. So bewegte er sich hinüber zu Arthur und bückte sich zu ihm herunter.
„Arthur“, rief er etwas lauter und schüttelte ihn etwas.
Erschrocken fuhr sein Herr zusammen und öffnete die Augen. Desorientiert schaute er sich um. Merlin griff seinen Arm und half ihm auf die Beine. Er drückte Arthur das Schwert in die Hand. Auch wenn er nicht bei ganzer Kraft war, hatte er so wenigstens etwas, um sich zu verteidigen. „Bleibt hinter mir“, flüsterte Merlin ihm leise zu. Arthur sah ihn nur an, sagte nichts. Merlin konnte nicht erahnen, was er dachte, aber das spielte im Moment keine Rolle. Er musste ihn nur lebend hier herausschaffen, über alles Andere konnte er sich später noch Gedanken machen.
Merlin wandte sich ihrem Entführer zu. „Ihr lasst uns jetzt gehen“, sprach er drohend.
Aber sein Gegenüber lachte nur auf. „Meinst du wirklich, dass du so einfach hier heraus spazieren kannst?“
Merlin nickte nur. „Ja.“
Er war es leid, wenn man ihn unterschätzte. Merlin hob nur seinen Arm und jeder, der in der Tür stand wurde nach hinten geschleudert. „Jetzt“, er blickte kurz nach hinten zu Arthur und lief dann los. Erleichtert stellte er fest, dass der König ihm folgte.
Merlin hatte keine Ahnung, welcher Weg nach draußen führte und wählte nach Glück einfach den Rechten. Genau so handelte er bei jeder Kreuzung. Treppen allerdings nahm er immer nach Oben, weil er glaubte, im Verlies gewesen zu sein.
Eine Glocke läutete bereits und sie begegneten nicht nur einer Wache, die Merlin aus dem Weg räumte. Sein ganzer Körper arbeitete mit Unmengen von Adrenalin, angetrieben von Wut und Rache suchte er ihnen einen Weg aus der Burg hinaus.
Arthur sagte nichts, hielt ihn nicht auf, sondern folgte ihm nur stumm. Hier und da erledigte er auch eine Wache mit seinem Schwert, aber ansonsten hielt sich Arthur aus dem Kampf zurück.
Schließlich waren sie im Freien und Merlin nutzte die Gelegenheit, um einmal kurz stehen zu bleiben und durchzuatmen. Er schaute sich um, um zu sehen, ob ihm die Gegend bekannt vorkam. Es war nur eine einsame Burg, von tiefen Wäldern umrahmt.
Er drehte sich zu Arthur um, der das Schwert bereits gesenkt hatte. „Kennt Ihr die Gegend?“
Arthur schüttelte den Kopf. Er sah müde aus, außerdem atmete er schwer. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Merlin trat einen Schritt an ihn heran. „Haltet Ihr noch etwas durch?“
Ein Kopfnicken war alles, was folgte.
„Gut.“ Sie hatten sowieso keine andere Wahl. Stimmen schrien hinter ihnen und Merlin erkannte eine davon ganz deutlich.
„Bringt sie mir“, ertönte die wütende Stimme ihres Entführers. „Tötet den König und bringt mir seinen Zauberer.“
„Kommt.“ Merlin ließ Arthur nicht los und zog ihn mit sich. In der Verfassung, in der sein Freund sich befand, hatte Merlin Angst, dass er irgendwann nicht mehr Schritt würde halten können, und Merlin es vielleicht zu spät bemerken würde. So war er sich wenigstens sicher, dass er ihn nicht verlor.
Sie liefen und liefen, so schnell wie sie es in ihrem Zustand schafften. Arthur wurde immer langsamer, seine Atmung immer schwerer und Merlin wusste, dass er eine Pause brauchte, besonders wenn er ihn noch heil in Camelot abliefern wollte. Allerdings waren ihre Verfolger ihnen dicht auf den Fersen.
Merlin musste sich schnell etwas einfallen lassen.
Er schaute sich um und entschied sich für Verstecken. Er drängte Arthur hinter eine dichte Reihe von Bäumen und drückte ihn sanft auf dem Boden. „Wie geht es Euch?“ Merlin kniete sich zu ihm herunter. Erst da bemerkte er, dass er selber komplett erschöpft war. Er hatte in den letzten Tagen kaum etwas gegessen und auch wenn er nicht so schwere Wunden wie Arthur besaß, spürte er, wie ihm seine normale Stärke fehlte. Die Magie, die er eingesetzt hatte, machte es nur noch schlimmer. So setzte er sich ebenfalls hin.
„Blendend“, antwortete Arthur. „Wir können weiter.“
Merlin schnaubte. „Seid nicht dumm. Ihr würdet jeden Moment umfallen.“
Arthur schüttelte nur den Kopf. „Wir können weiter. Wir müssen weiter.“
Irgendwie hatte Arthur Recht, aber Merlin konnte seinen Herrn das nicht abverlangen. „Ihr seid schwer verletzt, Arthur. Ihr braucht Ruhe.“
„Okay, aber dann brauchen wir ein gutes Versteck.“
Arthur hätte nie so schnell nachgegeben unter normalen Umständen. Das zeigte Merlin, dass es ihm wirklich schlecht gehen musste. Er versuchte den Gedanken zu verdrängen, dass es für Arthur vielleicht schon zu spät war und sich darauf zu konzentrieren, wo sie ein passendes Versteck finden konnten.
So stellte er sich wieder hin und benutzte seine Magie, um die Gegend zu erkunden. Er konnte so mehrere hundert Meter weit sehen und fand so sogar eine Höhle. Er zog Arthur wieder auf die Beine und zeigte in die entsprechende Richtung. „Dort ist eine Höhle.“
Arthur zog die Augenbrauen zusammen. „Woher weißt du das?“
Merlin klang ertappt, als er antwortete: „Ich kann den Weg vor uns sehen.“
Arthur war daraufhin wieder still. Er sagte kein Wort bis sie bei der Höhle angekommen waren. Dort legte er sich drinnen auf den Boden. Merlin beeilte sich und sammelte ein paar Äste auf, die vor dem Eingang lagen. Er stapelte sie neben Arthur übereinander. „Forbeanan“, flüsterte er leise und Feuer flammte auf.
Arthur starrte nur stumm darauf. Merlin hätte wirklich alles getan, um die Gedanken von ihm zu hören. „Schlaft etwas. Ich werde Wache halten.“ Diesen Punkt konnte man gut verteidigen, selbst wenn die Feinde sie finden sollten. Merlin könnte sie durch die Nacht bringen. Er hoffte nur, dass Arthur dann noch stark genug war, um die Heimreise anzutreten.

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