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Team: Erato
Challenge: Angst - Geständnis (für mich)
Titel: Bevor es endet
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1442
Warnung: vage Andeutung von Folter/Gewalt/Verletzungen
A/N: Teil 1 Teil 2


Zwei weitere Tage vergingen und sie liefen genau wie die Ersten ab. Arthur wurde abgeholt, Merlin wurde alleine zurückgelassen. Jedes Mal, wenn er weg war, zweifelte Merlin seine Entscheidung an. Arthur könnte hier sterben und er tat nichts, um es zu verhindern.
Mittlerweile hatten sie auch etwas Wasser und Brot bekommen. Das einzige Positive, was geschehen war. Merlin hatte es gerecht aufgeteilt und hatte Arthur etwas mehr gegeben, weil er es dringender brauchte.
Gerade aßen sie wieder eine Ration. Er riss kleine Brocken vom Brot ab und reichte sie seinem Herrn. Arthur saß an der Wand gelehnt, vom Fieber am Schwitzen. Eine seiner sämtlichen Wunden musste sich entzündet haben und Merlin wusste, wie gefährlich so etwas werden konnte.
„Schau nicht so ernst, Merlin“, meinte Arthur, als er das Stück Brot entgegen nahm.
Der Zauberer hatte mal wieder nachgedacht. Vielleicht sollte er den Deal annehmen. Der Kerl wäre dann gezwungen diese Handschellen abzunehmen und Merlin hatte vielleicht eine Chance, Arthur zu befreien.
„Wir sitzen hier fest, Arthur. Wie soll ich denn sonst schauen?“ Außerdem sah Arthur so aus, als ob er den nächsten Besuch beim Foltermeister nicht überstehen würde. Merlin musste jetzt handeln, wenn er seinen Freund noch retten wollte.
„Es ist nicht deine Schuld.“
Etwas erstaunt wandte sich Merlin zu Arthur. Dieser lächelte schief. „Man sieht es dir an, dass du dir Vorwürfe machst. Dann schaust du immer so ernst.“
„Ich hätte es irgendwie verhindern müssen“, meinte Merlin leise. Ob jetzt schon auf der Lichtung im Wald und aber beim Gespräch ihres Kidnappers. Er hätte es irgendwie hinkriegen müssen, dass Arthur aus dieser Sache wieder heil herauskam.
„Sie waren in der Überzahl, Merlin. Du hättest nichts tun können. Sie haben ja sogar mich überrumpelt.“ Man sah deutlich, dass sein Stolz geknickt war. „Es tut mir leid, wie es hier enden wird. Das hast du nicht verdient.“
Merlin kannte Arthur nun schon so viele Jahre und er schaffte es immer wieder, dass er über ihn staunen konnte. „Dir tut es leid? Du siehst wesentlich schlimmer aus als ich.“
„Ja, aber du bist nur meinetwegen hier.“ Arthur sah auf und blickte Merlin in die Augen. Das erste Mal richtig seit Tagen.
Aber Merlin schüttelte nur mit dem Kopf. „Ich folge Euch freiwillig, Arthur. Ich bin hier, weil ich es so will.“ Er machte eine kurze Pause, bevor er fortfuhr: „Ich bin derjenige, der sich entschuldigen muss. Ich habe nicht alles getan, was in meiner Macht stand.“
Arthur zog die Augenbrauen zusammen. „Was meinst du? Was verlangt er von dir?“
Sie hatten nicht darüber gesprochen. Merlin hatte es seinem König nicht erzählt, weil er zu viel verraten müsste, damit es Arthur klar wurde. Aber hatten sie noch eine andere Wahl? Vielleicht war es das letzte Mal, dass sie miteinander sprachen und Merlin wollte es nicht bereuen, das Wichtigste in seinem Leben nicht mit seinem besten Freund geteilt zu haben.
„Er wollte meine Hilfe dabei, Camelot zu erobern.“
Arthur war für einen Moment still. „Ich verstehe nicht. Wieso fragt er dich? Du bist nur ein Diener und du kannst nicht einmal kämpfen. Ich wäre wohl etwas geeigneter für den Job.“
„Er weiß, dass du Camelot nie verraten würdest.“
„Genauso wenig wie du, Merlin, oder?“, erwiderte Arthur und es war nicht einmal eine richtige Frage, denn man hörte deutlich, dass er keinen Zweifel daran hegte. „Sonst wärst du nicht noch hier.“
„Ja.“ Merlin schob sich ein Stück Brot in den Mund und reichte ein weiteres Stück Arthur hinüber. „Ich bin Camelot gegenüber loyal, aber genauso Euch, Arthur. Und ich weiß nicht, was ich tun kann. Ihr werdet sterben.“
„Will er dich wirklich damit erpressen?“ Arthur klang gleichzeitig überrascht und wütend. Überrascht, dass es reichen würde und wütend, dass jemand Merlin überhaupt in erster Linie erpressen wollte.
„Es funktioniert“, gestand Merlin leise. „Ich bin am Überlegen, ob ich sein Angebot annehmen soll.“
„Das kannst du nicht tun, Merlin. Mein Leben ist es nicht wert, Camelot zu verlieren. Außerdem könnte dir etwas passieren.“
Merlin fand es irgendwie lustig, dass Arthur sich über ihn Sorgen machte, obwohl er nicht wie eine halbe Leiche aussah. „Mir wird nichts passieren, aber Ihr werdet mit Sicherheit sterben und das kann ich nicht zulassen.“
„Merlin...“
„Nein, Arthur. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich werde das Angebot annehmen gegen gewisse Auflagen. Ich werde sicherstellen, dass Euch nichts mehr geschieht.“
„Aber Camelot-“
„Camelot wird nichts geschehen. Ich werde diesen Kerl aufhalten.“
„Und das willst du alles alleine schaffen?“ Arthur klang mehr als nur besorgt. „Ich habe deinen Mut immer bewundert, Merlin, aber es gibt manche Dinge, die kann man einfach nicht alleine schaffen. Und du klingst so, als ob du etwas Dummes vorhast.“
Merlin lächelte leicht, aber eher traurig. „Da gibt es etwas, dass Ihr nicht über mich wisst, Arthur.“ Merlin hatte sich immer gefragt, wann dieser Tag kommen würde, wie sein Geheimnis offenbart wurde. Er hatte es hunderte Male in seinem Kopf durchgespielt, jedes Mal mit einer anderen Wendung. Jedes Mal gab es einen anderen Grund, warum seine Magie enthüllt wurde. Aber solche Vorstellungen trafen nie zu. Es geschah nicht so, wie man es sich wünschte und deswegen fürchtete Merlin es immer noch, es zu offenbaren. Er hatte einfach Angst davor, wie Arthur reagieren würde. Hier konnte er nicht viel machen. Er konnte ihn nicht hinrichten, aber er könnte ihm immer noch das Herz brechen und davor hatte Merlin immer noch am Meisten Angst.
Er holte noch einmal tief Luft. „Ich bin ein Zauberer“, sagte er schließlich. Zum Einen tat es unglaublich gut, es Arthur endlich zu sagen, zum Anderen hatte er sich noch nie so verletzlich gefühlt. „Ich habe Magie.“
Arthur betrachtete ihn einfach nur für einige Augenblicke, bis sich ein Lächeln auf seine Lippen schlich. „Willst du mir etwa Mut machen und mir so versichern, dass dir nichts geschieht?“
Merlin schüttelte nur den Kopf. „Ich meine es ernst, Arthur. Ich kann zaubern. Ich wurde damit geboren.“
„Mir wäre etwas aufgefallen, Merlin“, meinte nun Arthur auch wesentlich ernster und er klang so angegriffen, verängstigt fast. „Wir sind jeden Tag zusammen. Ich hätte es gewusst.“
„Es tut mir leid, dass ich es Euch nicht früher gesagt habe.“
„Du meinst es wirklich ernst?“
Merlin nickte nur. „Ich würde es euch zeigen, aber ich kann nicht.“ Er hob seine Arme, um die Handfessel zu zeigen. „Es unterdrückt meine Kräfte. Darum sitzen wir hier immer noch fest.“
„Du bist ein Zauberer?“ Merlin hörte die Verachtung in Arthurs Stimme und es brach ihm fast das Herz.
„Ja.“
„Nein, das glaube ich nicht. Du kannst kein Zauberer sein, nicht du.“
Merlin spürte, wie Tränen in seine Augen traten. Genau das hatte er befürchtet. Arthur hasste ihn. Er würde ihn nie wieder sehen wollen. „Hör zu, Arthur. Ich habe meine Kräfte nur für Euch benutzt. Um Euch zu beschützen, um Camelot zu beschützen. Ihr könnte mich hassen, aber das ist die Wahrheit. Und ich werde jetzt nicht damit aufhören. Ich werde Euch hier rausholen und dann könnt Ihr mit mir machen, was Ihr wollt.“
„Was hast du vor?“
Merlin wurde abgelenkt, da die Tür geöffnet wurde. Der Mann in seinem noblen Mantel stand im Eingang. „Er wird mit mir kommen, habe ich Recht? Du bist soweit?“
Merlin nickte nur und erhob sich. Das restliche Brot drückte er Arthur in die Hand. „Arthur darf nichts geschehen“, befahl er mit fester Stimme.
„Natürlich nicht. Solange du mitspielst, wird ihm kein Haar gekrümmt, zumindest kein Weiteres.“
„Warte, Merlin.“ Arthur rappelte sich mit Müh und Not auf. Eine Hand stützte er an der Wand ab. „Du hast mich betrogen. Wie konntest du nur?“
Merlin öffnete den Mund, wusste aber nicht, was er sagen sollte. Der Mann neben ihm ergriff das Wort für ihn: „Man kann niemandem trauen, Arthur. Das solltet Ihr als König wissen.“
Wut schoss durch Merlin. „Er kann mir vertrauen“, zischte er.
„Wirklich? Du bist bereit, Camelot zu verraten.“
„Um ihn zu beschützen“, verteidigte sich Merlin. Er würde bestimmt nichts von dem Plan sagen, dass er es nicht durchziehen würde. Nie würde er das Schloss von Camelot angreifen.
Arthur war in der Zwischenzeit näher gekommen. „Ich habe schon oft mit Verrat zu tun gehabt, da habt Ihr recht.“ Er schaute kurz zu Merlin und irgendetwas lag in seinem Blick, das dem Zauberer nicht gefiel. Was hatte Arthur vor? „Aber ich lasse mich nicht davon ablenken.“ Das letzte Wort zog er in die Länge, warf das Stück Brot, was er immer noch in der Hand hielt, in die Richtung ihres Entführers und zog gleichzeitig dessen Schwert aus der Scheide. Er hielt die Waffe drohend vor sich und zeigte damit auf die Brust ihres Feindes.
Merlin war einen Schritt zurückgetreten, stand nun direkt neben Arthur.
„Aus dem Weg“, befahl Arthur. „Oder ich schlitze Euch auf.“

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