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Team: Erato
Challenge: Suspense - Verhör (für mich)
Titel: Nur reden
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1059
Warnung: vage Andeutung von Folter/Gewalt/Verletzungen
A/N: Teil 1


Merlin wurde in ein Zimmer geführt und befohlen, dort zu warten. Da er annahm, dass die Wache vor der Tür wartete, machte er sich nicht einmal die Mühe zu fliehen. Stattdessen nahm er die Zeit und sah sich den Raum genauer an. Es unterschied sich nicht sehr viel von Arthurs Schlafgemächern. Es war prunkvoll eingerichtet und so Kleinigkeiten wie der edle Stoff des Betttuches verrieten, dass der Besitzer wohl wohlhabend sein musste.
Ein Feuer prasselte im Kamin und Merlin nutzte die Gelegenheit und stellte sich davor. Seit Tagen hatte er sich nicht mehr richtig warm gefühlt. Das Feuer loderte zwar nur spärlich, aber Merlin hieß es dennoch willkommen. Ein angenehmes Prickeln fuhr durch seine Finger, als er die Hände vor die Flammen hielt.
„Wie ich sehe, hast du es dir schon bequem gemacht.“
Merlin schnellte sofort herum. Er hatte den Mann nicht kommen hören, was ihn mehr störte, als er zugeben würde. Der Fremde war mindestens einen Kopf größer als Merlin, hatte einen wallenden Mantel um seine Schultern hängen und eine goldene Kette um den Hals. Aber er war nicht nur reich, sondern anscheinend auch ein Krieger, wenn man nach dem Schwert ging, das um seine Hüfte hing. Aber auch die Bewegungen ließen darauf schließen. Irgendetwas an ihn erinnerte Merlin an Arthur und die anderen Ritter von Camelot.
Er schien auf den ersten Blick nobel, sogar sein Lächeln war sympathisch, allerdings wusste Merlin ganz genau, was er getan hatte, sodass kein Funken Sympathie zu dem Mann in ihm aufkeimte. Stattdessen verspürte er plötzlich eine unbändige Wut.
Merlin richtete sich auf, streckte seinen Rücken durch und trat bedrohlich einen Schritt näher. „Was wollt Ihr von uns?“ Er wollte nicht um das eigentliche Thema drum herum reden. Er wollte Antworten und das sofort.
Der Mann lächelte allerdings nur und deutete auf einem Stuhl nur ein paar Schritte von Merlin entfernt. Er setzte sich bereits auf dem gegenüber. „Nur reden.“
„Nur reden?“ Merlins Stimme überschlug sich fast. „Das würde der König von Camelot allerdings anders sehen.“
„Ich will auch nicht mit ihm reden, sondern mit Euch.“ Wieder bot er Merlin den Stuhl an und dieses Mal folgte der junge Zauberer der Bitte. Allerdings war er nicht milder gestimmt. Er hob nur seine Hände in die Höhe.
„Und wieso trage ich das hier?“
„Du musst verstehen. Nur eine kleine Vorsichtsmaßnahme. Ich konnte Euch nicht ohne rumlaufen lassen.“
„Weil ich dann ausgebrochen wäre?“ Merlin wäre schon längst über alle Berge, hätte er nur seine Magie einsetzen können. Diese kleinen Handschellen allerdings hielten ihn davon ab. „Weil ich Euch hätte töten können?“ Merlin würde ihn zu gerne töten. Er musste sich nur Arthur vor Augen halten und das würde als Grund genügen.
„Ich brauche Eure Hilfe“, ging der Mann überhaupt nicht auf Merlins Fragen ein.
Merlin lachte auf. „Meine Hilfe?“
Der Mann nickte nur. „Gegen Morgana.“
Die Augen von Merlin weiteten sich und zum ersten Mal wusste er nicht, was er sagen sollte. Er hatte mit viel gerechnet, aber nicht damit. Besonders nicht damit, dass er dem Mann glauben würde. Es klang so ehrlich, dass Merlin wirklich Schwierigkeiten hatte, dem Mann zu misstrauen.
„Wieso habt Ihr mich nicht einfach gefragt?“ Wieso ihn entführen? Wieso Arthur foltern? Wieso dieses ganze Spiel, wenn er nur Hilfe gegen Morgana haben wollte? Es machte alles keinen Sinn.
„Das tue ich doch jetzt.“
„Ich meinte die Sache mit Arthur.“ Merlins Stimme war eisig.
„Das war ein Missverständnis. Meine Männer haben mich falsch verstanden.“
„Wie kann man so etwas falsch verstehen? Zwei Tage lang haben sie Arthur immer wieder geholt und ihn geschlagen und gefoltert. Wie kann das ein Missverständnis sein?“ Merlin war mittlerweile aufgestanden und schrie so laut er konnte. Niemand vergriff sich an Arthur und kam ungeschoren davon, das hatte er schon Narbengesicht versprochen.
„Bitte, regt Euch nicht auf, Merlin.“ Die Stimme des Mannes war vollkommen ruhig, was Merlin allerdings nur noch mehr aufregte.
„Wieso?“ Merlin trat noch einen Schritt näher an ihn heran. „Wenn Ihr meine Hilfe wirklich gewollt hättet, dann hättet Ihr einen anderen Weg gewählt.“
„Möglicherweise.“ Auch der Mann erhob sich, sodass Merlin nun nach oben blicken musste. „Aber ich bin wohl nicht ganz ehrlich gewesen. Ich brauche deine Hilfe, aber nicht ausschließlich mit Morgana. Es ist eher etwas, was dir nicht zusagen würde.“
Merlin zog seine Augenbrauen zusammen.
„Und darum brauche ich ein Druckmittel, um dich in Schach zu halten.“
Blitzschnell packte Merlin ihn am Hemd. „Glaubt ja nicht, Ihr könntet mich erpressen.“ Merlin benutzte seine Magie nur für Arthur. Er würde sie nicht für irgendetwas einsetzen, wovon dieser Mann profitieren würde.
„Wie ich sehe, bist du noch nicht soweit.“ Er drückte Merlin mit Gewalt von sich.
„Was?“ Merlin bekam plötzlich Panik, als ihm klar wurde, was dieser Satz bedeuten würde. Und als der Mann sich umdrehte, griff der junge Zauberer ihm am Arm. „Was wollt Ihr?“ Er konnte nicht dabei zusehen, wie Arthur noch weiter gequält wurde, nicht, wenn er es hätte verhindern können.
„Deine Hilfe.“
„Wobei?“ Merlin klang vollkommen nüchtern. Fast schon resigniert.
„Bei der Eroberung von Camelot.“
Merlin hätte aufgelacht, wenn er nicht gewusst hätte, dass es seinem Gegenüber vollkommen ernst war. Man hörte es in seiner Stimme, man sah es in seinem Blick. Dieser Mann wollte Camelot, was auch immer seine Beweggründe dazu waren.
„Das kann ich nicht tun“, meinte Merlin nur. Seine Magie war nicht nur für Arthur bestimmt, sondern auch für Camelot. Er konnte sie nicht dagegen einsetzen, konnte nicht gegen seine Freunde kämpfen.
„Dann werden wir wohl morgen weiterreden müssen.“
Merlin schüttelte nur den Kopf. „Wieso wollt Ihr Camelot? Die Leute werden Euch nie als König ansehen. Was wollt Ihr also mit einer Burg, wo Ihr alle töten müsst, weil sie Euch keine Treue schwören?“
„Ich habe meine Gründe!“
„Ohne mich werdet Ihr es nie schaffen. Und ich werde Euch nicht helfen.“ Merlin war sich sicher. Er konnte Camelot nicht verraten.
„Dann sieh zu, wie dein König stirbt, langsam und qualvoll.“
Angst stieg in Merlin auf, aber trotzdem sagte er nichts mehr. Arthur würde ihm vermutlich zustimmen. Er hatte schon so häufig gesagt, dass Camelot wichtiger als sein Leben war, auch wenn Merlin ihm da nicht zustimmen würde. Ohne Arthur war Camelot nicht viel. Sie brauchten sich gegenseitig. Dennoch blieb er still.
Arthur war stark und würde noch durchhalten. Jetzt, wo Merlin wusste, was dieser Kerl wollte, konnte er vielleicht noch einen Weg finden, sie doch hier herauszuholen.

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