Fluff - Schluckauf (für's Team)
Sep. 29th, 2014 09:49 pmTeam: Thalia
Challenge: Fluff - Schluckauf
Titel: Chansonetten und Comtessen
Fandom: Die Csardasfürstin (ich bräuchte dann wohl bitte einen neuen tag für diese ... Operetten ... Fanfic... oh Gott)
Charaktere: Bóni, Szilvia, Stázi
Warnungen: ungebetat, sehr random.
Anmerkungen: Wer einen kleinen Ausflug in die kitschigen Wunder der ungarischen Operettenlandschaft wagen will, dem sei hiermit die Grundlage für diese Fic ans Herz gelegt: [Link zu Youtube].
Es ist zu dumm, eigentlich, wie er in dieser Situation gelandet ist: mit Szilvia am Arm auf Edvins Verlobungsfeier! Hätten sie ihm das vor einem Jahr im Orfeum gesagt, wäre er erst vor Verlegenheit feuerrot geworden und hätte sie dann alle ausgelacht, denn Szilvia – die wunderschöne, talentierte Szilvia – wäre doch niemals freiwillig mit ihm irgendwo hin gegangen, egal, wie viele Blumen er ihr geschenkt, oder wie oft sie mit ihm harmlos geschäkert hat, sei es zwischen zwei Auftritten oder am Nachmittag, wenn er es kaum mehr aushalten konnte, sie endlich wieder auf der Bühne zu sehen.
Jetzt sieht er sie an und sie scheint ihm wie ein ganz anderer Mensch. Vielleicht ist es, weil die Zeit in Amerika sie verändert hat, vielleicht ist es, weil die Zeit in Amerika ihn verändert hat. Oder vielleicht sieht er sie auch zum ersten Mal so, wie sie wirklich ist, und es enttäuscht ihn irgendwo tief unter seiner immerzu frohen, ausgelassenen Maskerade auf eine Weise, die er vorher nicht kannte. Nicht in den fröhlichen Regimentsjahren und erst recht nicht Abend für Abend trinkend, lachend und sorglos mit seinen Freunden im Orfeum.
(Das war damals, bevor der Krieg sie dezimiert hat, Mann um Mann, Freund um Freund, und bevor sie getrunken haben, um zu vergessen, statt zu trinken, um sich zu feiern. Bevor sie jeden heimgekehrten Kameraden, wie zerschossen und gespenstisch er auch zurückgekehrt sein mag, wie den größten Helden empfangen haben, um der Schuld zu entgehen, nicht selbst mit ihm gezogen zu sein.)
In seinen Augen hat Szilvia jedenfalls allen Glanz verloren. Es ist nicht, weil sie noch so sehr an Edvin hängt, weil sie ihn trotz allem nicht loslassen kann und weil sie so gekränkt ist, dass Edvin sie hintergangen hat. Er versteht das. Wenn er eine derart wunderschöne, talentierte Chansonette wäre, und Edvin hätte ihn so behandelt, dann könnte er bestimmt nicht so gefasst damit umgehen wie Szilvia. Dann würde er wüten und toben und Edvin die Pest an den Hals wünschen, dass ihm Hören und Sehen verginge! Zum Glück ist er keine wunderschöne, talentierte Chansonette. Das hätte ihm gerade noch so gefehlt.
Und überhaupt hätte er ja dann auch nicht die kleine Comtesse Stázi kennen gelernt. Er ertappt sich dabei, wie er sie erneut ganz verträumt anschaut, während sie in ihrem hübschen blauen Kleidchen durch den Saal wirbelt, ein aufgeweckter Sonnenschein, der derart schnell sein Herz erobert hat, dass er kaum wusste, wie ihm geschieht, und es braucht all seine Willenskraft, wieder wegzusehen. Zum Glück hat Szilvia, die stocksteif neben ihm steht und seinen Arm festhält, als hätte sie Angst, ohne ihn in der illustren Gesellschaft des Verlobungsballs zu versinken, nichts davon bemerkt. Er sieht sie aus den Augenwinkeln an – da gibt es nichts, was irgendeine Emotion verraten würde. Nur eine Menge Stolz hinter einem undurchdringlichen Lächeln. Sie ist wunderschön hier neben ihm als die Gräfin, die sie nie wirklich sein wird.
Obwohl er seinen besten Anzug trägt, kommt er sich neben ihr fast ein bisschen schäbig vor. Klein, schmächtig, unscheinbar; ein Mann, den man nur beachtet, weil er einen Adelstitel vor dem Namen trägt, und eine schöne Frau am Arm.
Wie auf ein Zeichen tanzt da wieder Comtesse Stázi an ihm vorbei und lächelt ihn so flüchtig an, dass er fast meint, er hätte es sich nur eingebildet. Ganz unwillkürlich macht er einen Schritt nach vorne, und merkt, wie Szilvia ihn ruckartig am Arm wieder zurückzieht.
„Bóni!“, ermahnt sie ihn in einem singenden Tonfall, der ihm nicht ganz gefällt, aber sie sind wegen Szilvia hier, damit sie ihre Rache bekommt, oder ihre Chance, oder was auch immer sie sich von diesem Abend verspricht, und deshalb bleibt er neben ihr stehen und folgt der kleinen Comtesse nur mit den Augen durch den Saal.
Dann und wann verliert er sie im Getümmel, wenn sie wieder einen neuen Tanzpartner gefunden hat, weil Edvin nirgendwo zu sehen ist und sie sich solche Mühe gibt, auf ihrem eigenen Verlobungsball auch ohne ihren Verlobten Freude zu haben. Aber sie taucht immer wieder auf – und sie ist auch leicht zu erkennen mit ihren Engelslöckchen, ihrem strahlenden Lächeln und ihren lieben Augen. Er glaubt, sie überall wiedererkennen zu können, obwohl er sie doch gerade erst getroffen hat.
Vermutlich hat er verträumt geseufzt, denn der stechende Schmerz in seiner Wade kommt eindeutig davon, dass Szilvia nach ihm getreten hat.
Er lässt sich aber nicht beirren, denn da steht sie, nur ein paar Meter von ihm entfernt, mit vor Aufregung und Anstrengung geröteten Wangen und einem Lächeln auf den Lippen, das sein Herz beinahe zum Stolpern bringt, so wie sein Handkuss ihren Atem zum Stolpern gebracht hat.
Szilvia trägt wirklich sehr spitze Schuhe.
Und da tanzt sie schon wieder mit einem militärisch korrekten Herrn in Galauniform, der ihre überschwängliche, herzliche Art nicht zu zügeln weiß, und ihm bleibt nichts anderes übrig, als ihr weiter zuzusehen und zu hoffen, dass Szilvia einen Plan hat, der es ihm ermöglicht, die kleine Comtesse an diesem Abend noch einmal zu treffen.
Challenge: Fluff - Schluckauf
Titel: Chansonetten und Comtessen
Fandom: Die Csardasfürstin (ich bräuchte dann wohl bitte einen neuen tag für diese ... Operetten ... Fanfic... oh Gott)
Charaktere: Bóni, Szilvia, Stázi
Warnungen: ungebetat, sehr random.
Anmerkungen: Wer einen kleinen Ausflug in die kitschigen Wunder der ungarischen Operettenlandschaft wagen will, dem sei hiermit die Grundlage für diese Fic ans Herz gelegt: [Link zu Youtube].
Es ist zu dumm, eigentlich, wie er in dieser Situation gelandet ist: mit Szilvia am Arm auf Edvins Verlobungsfeier! Hätten sie ihm das vor einem Jahr im Orfeum gesagt, wäre er erst vor Verlegenheit feuerrot geworden und hätte sie dann alle ausgelacht, denn Szilvia – die wunderschöne, talentierte Szilvia – wäre doch niemals freiwillig mit ihm irgendwo hin gegangen, egal, wie viele Blumen er ihr geschenkt, oder wie oft sie mit ihm harmlos geschäkert hat, sei es zwischen zwei Auftritten oder am Nachmittag, wenn er es kaum mehr aushalten konnte, sie endlich wieder auf der Bühne zu sehen.
Jetzt sieht er sie an und sie scheint ihm wie ein ganz anderer Mensch. Vielleicht ist es, weil die Zeit in Amerika sie verändert hat, vielleicht ist es, weil die Zeit in Amerika ihn verändert hat. Oder vielleicht sieht er sie auch zum ersten Mal so, wie sie wirklich ist, und es enttäuscht ihn irgendwo tief unter seiner immerzu frohen, ausgelassenen Maskerade auf eine Weise, die er vorher nicht kannte. Nicht in den fröhlichen Regimentsjahren und erst recht nicht Abend für Abend trinkend, lachend und sorglos mit seinen Freunden im Orfeum.
(Das war damals, bevor der Krieg sie dezimiert hat, Mann um Mann, Freund um Freund, und bevor sie getrunken haben, um zu vergessen, statt zu trinken, um sich zu feiern. Bevor sie jeden heimgekehrten Kameraden, wie zerschossen und gespenstisch er auch zurückgekehrt sein mag, wie den größten Helden empfangen haben, um der Schuld zu entgehen, nicht selbst mit ihm gezogen zu sein.)
In seinen Augen hat Szilvia jedenfalls allen Glanz verloren. Es ist nicht, weil sie noch so sehr an Edvin hängt, weil sie ihn trotz allem nicht loslassen kann und weil sie so gekränkt ist, dass Edvin sie hintergangen hat. Er versteht das. Wenn er eine derart wunderschöne, talentierte Chansonette wäre, und Edvin hätte ihn so behandelt, dann könnte er bestimmt nicht so gefasst damit umgehen wie Szilvia. Dann würde er wüten und toben und Edvin die Pest an den Hals wünschen, dass ihm Hören und Sehen verginge! Zum Glück ist er keine wunderschöne, talentierte Chansonette. Das hätte ihm gerade noch so gefehlt.
Und überhaupt hätte er ja dann auch nicht die kleine Comtesse Stázi kennen gelernt. Er ertappt sich dabei, wie er sie erneut ganz verträumt anschaut, während sie in ihrem hübschen blauen Kleidchen durch den Saal wirbelt, ein aufgeweckter Sonnenschein, der derart schnell sein Herz erobert hat, dass er kaum wusste, wie ihm geschieht, und es braucht all seine Willenskraft, wieder wegzusehen. Zum Glück hat Szilvia, die stocksteif neben ihm steht und seinen Arm festhält, als hätte sie Angst, ohne ihn in der illustren Gesellschaft des Verlobungsballs zu versinken, nichts davon bemerkt. Er sieht sie aus den Augenwinkeln an – da gibt es nichts, was irgendeine Emotion verraten würde. Nur eine Menge Stolz hinter einem undurchdringlichen Lächeln. Sie ist wunderschön hier neben ihm als die Gräfin, die sie nie wirklich sein wird.
Obwohl er seinen besten Anzug trägt, kommt er sich neben ihr fast ein bisschen schäbig vor. Klein, schmächtig, unscheinbar; ein Mann, den man nur beachtet, weil er einen Adelstitel vor dem Namen trägt, und eine schöne Frau am Arm.
Wie auf ein Zeichen tanzt da wieder Comtesse Stázi an ihm vorbei und lächelt ihn so flüchtig an, dass er fast meint, er hätte es sich nur eingebildet. Ganz unwillkürlich macht er einen Schritt nach vorne, und merkt, wie Szilvia ihn ruckartig am Arm wieder zurückzieht.
„Bóni!“, ermahnt sie ihn in einem singenden Tonfall, der ihm nicht ganz gefällt, aber sie sind wegen Szilvia hier, damit sie ihre Rache bekommt, oder ihre Chance, oder was auch immer sie sich von diesem Abend verspricht, und deshalb bleibt er neben ihr stehen und folgt der kleinen Comtesse nur mit den Augen durch den Saal.
Dann und wann verliert er sie im Getümmel, wenn sie wieder einen neuen Tanzpartner gefunden hat, weil Edvin nirgendwo zu sehen ist und sie sich solche Mühe gibt, auf ihrem eigenen Verlobungsball auch ohne ihren Verlobten Freude zu haben. Aber sie taucht immer wieder auf – und sie ist auch leicht zu erkennen mit ihren Engelslöckchen, ihrem strahlenden Lächeln und ihren lieben Augen. Er glaubt, sie überall wiedererkennen zu können, obwohl er sie doch gerade erst getroffen hat.
Vermutlich hat er verträumt geseufzt, denn der stechende Schmerz in seiner Wade kommt eindeutig davon, dass Szilvia nach ihm getreten hat.
Er lässt sich aber nicht beirren, denn da steht sie, nur ein paar Meter von ihm entfernt, mit vor Aufregung und Anstrengung geröteten Wangen und einem Lächeln auf den Lippen, das sein Herz beinahe zum Stolpern bringt, so wie sein Handkuss ihren Atem zum Stolpern gebracht hat.
Szilvia trägt wirklich sehr spitze Schuhe.
Und da tanzt sie schon wieder mit einem militärisch korrekten Herrn in Galauniform, der ihre überschwängliche, herzliche Art nicht zu zügeln weiß, und ihm bleibt nichts anderes übrig, als ihr weiter zuzusehen und zu hoffen, dass Szilvia einen Plan hat, der es ihm ermöglicht, die kleine Comtesse an diesem Abend noch einmal zu treffen.