[identity profile] peterhforalpha.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: Angst - Verpasste Gelegenheit (für mich)
Titel: Persönliche Folter
Fandom: Merlin BBC
Charaktere: Merlin, Arthur
Wörter: 1226
Warnung: vage Andeutung von Folter/Gewalt/Verletzungen
A/N: Und der nächste Mehrteiler. Dieses Mal zu Merlin :)


Merlin blickte auf seine Handfessel hinab und wünschte, er wäre nicht so dumm gewesen. Er hatte die Gelegenheit verpasst, um sie zu retten, und nun würden sie in dieser Zelle sterben. Nasse Kälte umgab sie, die sich direkt bis tief in die Knochen gefressen hatte. Da Merlins Magie durch die Fessel unterdrückt war, spürte er sie wie jeder normale Mensch auch. Mindestens zwei Tage mussten sie schon in diesem Loch stecken und langsam war der junge Zauberer am Ende seiner Kräfte angekommen. Jede Bewegung mit seinem Mund erinnerte ihn daran, wie durstig er war. Jede andere Muskelbewegung ließ ihn vor Schmerzen stöhnen. Sie hatten nicht gerade die sanfteste Behandlung genossen, als sie gefangen worden waren, und seitdem war es nicht besser geworden. Allerdings saß Merlin nur in dieser Zelle fest, ohne Nahrung oder Wasser, Arthur hingegen wurde in regelmäßigen Abständen abgeholt und kam in immer schlimmerer Verfassung zurück. Gerade war er wieder fort und Merlin verlor fast den Verstand. Was war, wenn er nicht mehr zurückkam? Es war alles seine Schuld. Es hätte gar nicht so weit kommen müssen, wäre er dazu bereit gewesen, sein Geheimnis zu offenbaren. Aber Arthur hätte es gesehen. Merlin hatte geglaubt, später vielleicht eine bessere Chance zu bekommen. Natürlich hatte er nicht ahnen können, dass ihre Kidnapper von seiner Magie wussten, aber dennoch hätte er dieses Risiko nicht eingehen dürfen. Merlin hätte handeln müssen, ganz gleich welche Konsequenzen für ihn dabei entstanden wären. Zumindest wäre so dann Arthur in Sicherheit und das war schließlich Merlins Aufgabe. Arthur um jeden Preis beschützen! Und er hatte kläglich versagt. Er wünschte, er könnte es wieder gutmachen, aber er wusste einfach nicht wie. Er war gefesselt, eingesperrt und hatte keine Magie. Keine guten Voraussetzungen, um Arthur hier irgendwie herauszuholen. Sie waren dem Tod geweiht!
Merlin zog seine Beine an und stützte sich mit den Ellenbogen darauf ab, während er seinen Kopf nach hinten gegen die Wand lehnte. Er hatte alles falsch gemacht. Er hatte versagt.
Das Knarzen der Tür ließ ihn aufblicken. Zwei Wachen kamen hinein und schleiften Arthur hinter sich her. Unsanft ließen sie ihn in der Mitte des Raumes auf den Boden fallen. Sofort krabbelte Merlin zu ihm hinüber.
„Was habt ihr mit ihm gemacht?“, schrie er die Wachen an, als er Arthurs geschundenes Gesicht erblickte. Getrocknetes Blut und mehrere blaue Flecken zierten seine Haut. Seine Augen waren geschlossen, aber er atmete noch, wie Merlin erleichtert feststellte.
„Er hat das bekommen, was er verdient hat“, antwortete Narbengesicht. Merlin hatte ihn so getauft, weil eine feine weiße Linie seine linke Wange bedeckte.
Mit wackeligen Beinen richtete Merlin sich auf. „Er ist der König von Camelot. Ihr werdet dafür bezahlen, ihn so behandelt zu haben.“
Narbengesicht zuckte nur mit den Schultern. „Keiner wird es herausfinden.“
„Ich weiß es!“ Merlins Blick war kalt wie Eis. „Ich werde nicht ruhen, bis ihr eure gerechte Strafe erhaltet.“
Schallendes Gelächter kam von den beiden Männern, als sie sich umdrehten. „Schon vergessen, wo du bist?“ Er zwinkerte ihm zu und schloss hinter sich die Tür. Merlin konnte das Klicken des Schlosses hören, als es wieder geschlossen wurde.
Er sank auf die Knie, direkt neben Arthur, und legte die Hände auf dessen Brust. Er musste sich noch einmal vergewissern, dass der König wirklich noch atmete. „Arthur?“, fragte er vorsichtig, aber der König blieb still. So blieb dann auch Merlin für die nächsten Stunden, bis sein Herr endlich erwachte.
Flatternd öffnete Arthur seine Augenlider und fing direkt an zu husten.
„Langsam, Arthur“, versuchte Merlin ihn ein wenig zu beruhigen. Der König hatte Durst, genau wie der Zauberer, aber Arthur brauchte es wirklich dringend. Sie brauchten Wasser, sonst würde Arthur wohl nicht mehr lange durchhalten. „Wie geht es Euch?“
Arthurs Mundwinkel zuckten, als ob er ein Lächeln zustande bringen wollte. „Hervorragend“, krächzte er mit rauer Stimme. „Die Gastfreundschaft ist hier wirklich empfehlenswert.“
Merlin blieb ernst und ging nicht auf den beabsichtigen Witz ein. „Was wollen sie von Euch?“ Bisher hatte Arthur nicht darüber gesprochen, ganz gleich, wie häufig Merlin nachgefragt hatte. Er konnte nicht genau sagen, ob Arthur sich schämte, weil er vielleicht schon etwas verraten hatte, oder ob es noch einen anderen Grund dafür gab.
„Arthur?“
Dieser schüttelte nur mit dem Kopf. „Frag nicht, Merlin.“ Er sah müde aus, aber vor allen Dingen unendlich traurig. Und war das Schuld, dass er in seinem Blick bemerkte?
„Was ist los, Arthur? Hast du … hast du etwas verraten?“ Merlin wollte nicht einmal daran denken, dass Arthur vielleicht Camelot verraten haben könnte. So etwas würde Arthur nie tun, aber es gab Mittel und Wege, selbst von jemandem wie Arthur Informationen zu bekommen. Merlin würde sicherlich nicht schlecht von seinem Herrn denken, selbst wenn das der Fall sein sollte.
Jedoch schüttelte Arthur den Kopf. Erleichtert nickte Merlin und legte eine Hand auf Arthurs Schulter. „Du bist stark geblieben.“ Er steckte so viel Stolz in seine Stimme, wie er aufbringen konnte.
„Sie haben mir keine einzige Frage gestellt, Merlin.“
„Aber …aber“, Merlin zog seine Augenbrauen zusammen. Er war verwirrt. „Ich verstehe nicht. Wieso holen sie dich dann?“
Arthur drehte seinen Kopf weg, um Merlins Blick auszuweichen.
„Arthur?“ Merlins Stimme wurde etwas lauter. „Was wollen sie von dir?“ Es blieb still, aber Merlin konnte es nicht ertragen. Er musste es wissen. „Bitte, Arthur…“
Langsam wandte sich Arthur wieder Merlin zu. Da lag so viel Traurigkeit in seinem Blick. Merlin hielt es fast nicht stand und hätte sich beinahe selber abgewandt.
„Sie wollen dich!“
„Was?“ Verblüfft und verwirrt starrte er seinen Herrn an. „Wofür?“
„Ich weiß es nicht.“ Arthur schüttelte den Kopf. „Sie wollen, dass du irgendetwas für sie machst. Ich habe ihnen gesagt, dass du nutzlos bist, dass sie nicht auf dich zählen sollen.“
„Wirklich zu aufmerksam von Euch, Arthur“, meinte Merlin, aber starrte abwesend auf seine Handschellen. Er war alles Andere als nutzlos und ihre Kidnapper wussten das. Sie wussten, wozu er imstande ist, und wollten diese Macht haben. Plötzlich war sein Mund noch trockener als zuvor. „Aber sie werden Euch weiter foltern, bis ich zustimme.“ Merlin konnte es nicht glauben. Sie hatten ihn noch nicht einmal gefragt. Sie hatten einfach Arthur mitgenommen, immer und immer wieder, ihn hier im Dunkeln zurückgelassen, mit der Angst, dass er seinen Freund vielleicht nie wieder sehen würde.
Es war seine persönliche Folter gewesen, nur dazu da, um ihn zu brechen.
Und Merlin musste eingestehen, dass er nicht so stark wie Arthur war. Er konnte nicht noch einmal mit ansehen, wie sie ihn fortschleiften.
„Du kannst nichts dafür, Merlin. Ich gebe nicht dir die Schuld.“
Merlin schüttelte nur den Kopf. Er wusste, dass er nicht Schuld war, aber er hatte die Macht, es zu beenden. Es würde zumindest nicht schaden mal mit der Person zu reden, die sich das alles ausgedacht hatte, um zu erfahren, was er überhaupt von ihm wollte.
„Ich weiß, Arthur.“ Langsam stand Merlin auf und ging zur Tür.
Arthur hob den Kopf und versuchte sich, ein wenig aufzurichten. Unter leisem Stöhnen gelang es ihm sogar, sich auf seinen Ellenbogen zu stützen. „Was tust du?“
„Ich tue, was ich kann.“ Er klopfte an die Tür, woraufhin zwei Augen durch den Sehschlitz zu ihm hineinblickten.
„Was willst du?“
„Sagt Eurem Anführer, dass ich jetzt bereit bin, mit ihm zu sprechen.“
„Nein, Merlin.“ Arthur klang entsetzt, aber vor allen Dingen besorgt. Er wandte sich noch einmal um, bevor die Tür sich hinter ihm öffnete.
„Ich hole Euch hier raus. Versprochen.“

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