Angst - Trauma (für mich)
Sep. 29th, 2014 06:26 amTeam: Erato
Challenge: Angst - Trauma (für mich)
Titel: Guilt V
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Stiles, Scott, Sheriff Stilinski
Wörter: 1071
Warnung: Spoiler für dritte Staffel
A/N: Der fünfte Teil und bald ist es zu Ende ;)
Scott war geblieben. Den ganzen Tag bis zum Abend hin. Selbst als seine Mutter ihre Schicht beendet hatte und nach Hause gegangen war, war Scott noch geblieben. Er wollte Stiles nicht alleine lassen. Er wollte ihm zeigen, dass er für ihn da war, ganz gleich, wie Stiles sich fühlen mochte, für was Stiles sich alles die Schuld gab. Er wollte seinem Freund einfach zeigen, dass er über alles mit ihm reden konnte.
Sie sagten nichts, schließlich war auch noch der Sheriff im Raum, aber das brauchten sie auch nicht. Es genügten Blicke, ein Kopfnicken und hier und da mal ein kleines Lächeln. So verharrten sie Stunden, bis irgendwann eine Schwester hineinkam.
„Es tut mir leid, aber die Besuchszeit ist vorbei“, informierte sie Scott und den Sheriff mit höflicher Stimme.
Der Sheriff sah hinüber zu Scott und Scott brauchte wohl auch ihm nichts zu sagen.
„Wie sieht es mit Familienmitgliedern aus?“, fragte er nach.
„Sie dürfen auf persönlichen Wunsch die Nacht hier verbringen“, erwiderte sie. „Wollen sie bei ihrem Sohn bleiben?“
Der Sheriff schüttelte den Kopf. „Ich habe Frühdienst und werde wohl noch ein wenig Schlaf brauchen.“ Er sah hinüber zu Stiles und dieser nickte. „Könnte Stiles Bruder hierbleiben?“
Die Schwester schaute zu Scott. Es war bekannt, wer Scott war und auch wer Stiles war und jeder wusste, dass sie keine Brüder waren. Man sah es deutlich an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie Bescheid wusste und ganz genau wusste, dass der Sheriff versuchte, sie hereinzulegen. Jedoch lächelte sie dann sanft, als sie zwischen Scott und Stiles hin und her geschaut hatte. „Ich denke, das wird kein Problem sein. Ich werde noch eine zweite Decke holen.“
„Vielen Dank“, sagte der Sheriff und erhob sich. Er gab Stiles einen Kuss auf die Stirn und nickte Scott zu. „Pass auf ihn auf.“
„Immer“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Schlaft gut, Sheriff. Bis morgen.“
„Bis morgen, Dad“, schloss sich Stiles noch an.
Dann war es wieder still. Keiner sagte etwas, bis die Schwester wieder hereinkam und die zusätzliche Decke brachte. Sie deutete auf das Bett neben Stiles und sagte Scott, dass er es gerne benutzen durfte. Scott bedankte sich und wandte sich dann an Stiles. „Bist du schon müde?“
Stiles schüttelte nur den Kopf. In Wahrheit war er todmüde, aber er hatte Angst zu schlafen. Er hatte in letzter Zeit immer Angst zu schlafen.
„Wollen wir noch etwas reden?“
Wieder schüttelte Stiles noch den Kopf. Scott versuchte, nicht wütend zu werden. Also nicht, dass er wütend auf Stiles wäre, aber es war anstrengend. Nachdem Derek gegangen war, war es um die Beiden wieder still geworden, als ob der Beta irgendwie ein Katalysator gewesen war, der nun wieder fehlte. Stiles war wieder stumm, wollte nicht reden und Scott wusste nicht, was er machen sollte, außer hier zu sitzen.
Zu Scotts Überraschung allerdings rutschte Stiles etwas zur Seite, weiter weg zu Scott. Erst war er geknickt bis Stiles das Wort ergriff: „Ich will nicht, dass du drüben schläfst.“
Scott lächelte leicht und legte sich neben Stiles in das Krankenbett, jedoch besonders vorsichtig und behutsam. Schließlich hatte Stiles eine gebrochene Rippe und es tat sicherlich weh, wenn man dagegen kam.
Sie lagen Schulter an Schulter und blickten an die Decke. Stiles hatte sein linkes Bein über das Recht von Scott gelegt.
„Ich kann dich verstehen.“
Stiles drehte den Kopf und sah Scott an, blieb aber still.
„Weißt du, warum es am Anfang so schwer ist, den Werwolf in sich zu kontrollieren?“
„Wieso?“ Es war nur ein leises Flüstern, kaum mehr als ein Hauch.
„Man spürt die Wildheit, natürlich, aber da ist auch diese unglaubliche Stärke und Kraft, die plötzlich in einem wach wird und es fühlt sich gut an. Man fühlt sich plötzlich, als könnte man alles schaffen. Und man will es einfach haben.“
„Man fühlt sich unsterblich“, kommentierte Stiles und Scott nickte nur.
„Jeder von uns hat eine dunkle Seite in sich, aber wir entscheiden, ob wir sie nutzen wollen, Stiles. Du wurdest dazu gezwungen und auf eine gewisse Weise hat es dir im Moment vielleicht gefallen, aber das heißt nicht, dass es das jetzt immer noch tut. Du würdest nie freiwillig diese Seite wählen.“
„Genauso wenig wie du.“ Stiles drehte sich auf die Seite und zog kurz die Luft ein, weil es verdammt weh tat, sich zu bewegen.
„Alles okay?“, fragte Scott direkt.
„Jaja, alles okay. Es tut nur ein wenig weh, aber das bin ich ja selber schuld.“
„Ich ... es tut mir leid, Stiles. Wenn ich nicht so direkt gewesen wäre, wärst du gar nicht gefahren und du würdest jetzt nicht hier liegen.“
Stiles schüttelte den Kopf. „Ich wäre vermutlich so oder so weggelaufen. Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Das hast du nicht verdient. Du wolltest nur helfen.“
„Ich hätte aber dich auch einfach nur in den Arm nehmen können“, meinte Scott und er sah ehrlich schuldbewusst aus.
„Ich hätte dich nicht an mich herangelassen“, meinte Stiles ehrlich. „Ich war dumm, denn du bist das Beste, was mir passieren kann. In jeder Lebenslage.“ Er rutschte noch etwas näher zu Scott herüber und er legte seinen Arm so, dass Stiles sich halb auf ihn legen konnte.
„Ich bin für dich da.“
„Ich auch“, erwiderte Stiles. „Aber jetzt brauche ich dich erst einmal.“ Er schluckte schwer, weil es verdammt schwer war, das zuzugeben. Man wollte so viel immer alleine schaffen, aber manchmal ging es einfach nicht mehr.
„Du musst nur rufen und ich bin da, ganz gleich, was du brauchst.“
„Einen Albtraumvernichter“, meinte Stiles scherzhaft. Leider gab es so etwas nun wirklich nicht und auch, wenn Stiles jetzt halbwegs im wachen Zustand mit sich zufrieden war, fürchtete er sich dennoch vor dem Schlaf. Was wenn der Nogitsune einfach wieder auftauchte? Stiles hatte immer noch schreckliche Angst davor.
„Ich würde mit in deinen Traum kommen, wenn ich könnte“, meinte Scott und er klang, als ob es ihm wirklich leid tat, dass er es nicht konnte. Scott wollte manchmal wirklich zu vielen Leuten helfen, auch wenn er es einfach nicht konnte. „Aber ich denke auch, dass du alleine stark genug bist, um ihn zu besiegen.“
Träume waren wie die personifizierte Angst. Stiles musste einfach nur stark genug sein, seinen inneren Dämon zu besiegen, dann konnte er auch wieder ruhig schlafen.
„Ich weiß nicht, ob ich das alleine kann.“
„Ich halte dich im Arm. Ich werde bei dir sein, soweit ich kann.“
Stiles nickte und schloss langsam die Augen. Die Stunde der Wahrheit war gekommen.
Challenge: Angst - Trauma (für mich)
Titel: Guilt V
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Stiles, Scott, Sheriff Stilinski
Wörter: 1071
Warnung: Spoiler für dritte Staffel
A/N: Der fünfte Teil und bald ist es zu Ende ;)
Scott war geblieben. Den ganzen Tag bis zum Abend hin. Selbst als seine Mutter ihre Schicht beendet hatte und nach Hause gegangen war, war Scott noch geblieben. Er wollte Stiles nicht alleine lassen. Er wollte ihm zeigen, dass er für ihn da war, ganz gleich, wie Stiles sich fühlen mochte, für was Stiles sich alles die Schuld gab. Er wollte seinem Freund einfach zeigen, dass er über alles mit ihm reden konnte.
Sie sagten nichts, schließlich war auch noch der Sheriff im Raum, aber das brauchten sie auch nicht. Es genügten Blicke, ein Kopfnicken und hier und da mal ein kleines Lächeln. So verharrten sie Stunden, bis irgendwann eine Schwester hineinkam.
„Es tut mir leid, aber die Besuchszeit ist vorbei“, informierte sie Scott und den Sheriff mit höflicher Stimme.
Der Sheriff sah hinüber zu Scott und Scott brauchte wohl auch ihm nichts zu sagen.
„Wie sieht es mit Familienmitgliedern aus?“, fragte er nach.
„Sie dürfen auf persönlichen Wunsch die Nacht hier verbringen“, erwiderte sie. „Wollen sie bei ihrem Sohn bleiben?“
Der Sheriff schüttelte den Kopf. „Ich habe Frühdienst und werde wohl noch ein wenig Schlaf brauchen.“ Er sah hinüber zu Stiles und dieser nickte. „Könnte Stiles Bruder hierbleiben?“
Die Schwester schaute zu Scott. Es war bekannt, wer Scott war und auch wer Stiles war und jeder wusste, dass sie keine Brüder waren. Man sah es deutlich an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie Bescheid wusste und ganz genau wusste, dass der Sheriff versuchte, sie hereinzulegen. Jedoch lächelte sie dann sanft, als sie zwischen Scott und Stiles hin und her geschaut hatte. „Ich denke, das wird kein Problem sein. Ich werde noch eine zweite Decke holen.“
„Vielen Dank“, sagte der Sheriff und erhob sich. Er gab Stiles einen Kuss auf die Stirn und nickte Scott zu. „Pass auf ihn auf.“
„Immer“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Schlaft gut, Sheriff. Bis morgen.“
„Bis morgen, Dad“, schloss sich Stiles noch an.
Dann war es wieder still. Keiner sagte etwas, bis die Schwester wieder hereinkam und die zusätzliche Decke brachte. Sie deutete auf das Bett neben Stiles und sagte Scott, dass er es gerne benutzen durfte. Scott bedankte sich und wandte sich dann an Stiles. „Bist du schon müde?“
Stiles schüttelte nur den Kopf. In Wahrheit war er todmüde, aber er hatte Angst zu schlafen. Er hatte in letzter Zeit immer Angst zu schlafen.
„Wollen wir noch etwas reden?“
Wieder schüttelte Stiles noch den Kopf. Scott versuchte, nicht wütend zu werden. Also nicht, dass er wütend auf Stiles wäre, aber es war anstrengend. Nachdem Derek gegangen war, war es um die Beiden wieder still geworden, als ob der Beta irgendwie ein Katalysator gewesen war, der nun wieder fehlte. Stiles war wieder stumm, wollte nicht reden und Scott wusste nicht, was er machen sollte, außer hier zu sitzen.
Zu Scotts Überraschung allerdings rutschte Stiles etwas zur Seite, weiter weg zu Scott. Erst war er geknickt bis Stiles das Wort ergriff: „Ich will nicht, dass du drüben schläfst.“
Scott lächelte leicht und legte sich neben Stiles in das Krankenbett, jedoch besonders vorsichtig und behutsam. Schließlich hatte Stiles eine gebrochene Rippe und es tat sicherlich weh, wenn man dagegen kam.
Sie lagen Schulter an Schulter und blickten an die Decke. Stiles hatte sein linkes Bein über das Recht von Scott gelegt.
„Ich kann dich verstehen.“
Stiles drehte den Kopf und sah Scott an, blieb aber still.
„Weißt du, warum es am Anfang so schwer ist, den Werwolf in sich zu kontrollieren?“
„Wieso?“ Es war nur ein leises Flüstern, kaum mehr als ein Hauch.
„Man spürt die Wildheit, natürlich, aber da ist auch diese unglaubliche Stärke und Kraft, die plötzlich in einem wach wird und es fühlt sich gut an. Man fühlt sich plötzlich, als könnte man alles schaffen. Und man will es einfach haben.“
„Man fühlt sich unsterblich“, kommentierte Stiles und Scott nickte nur.
„Jeder von uns hat eine dunkle Seite in sich, aber wir entscheiden, ob wir sie nutzen wollen, Stiles. Du wurdest dazu gezwungen und auf eine gewisse Weise hat es dir im Moment vielleicht gefallen, aber das heißt nicht, dass es das jetzt immer noch tut. Du würdest nie freiwillig diese Seite wählen.“
„Genauso wenig wie du.“ Stiles drehte sich auf die Seite und zog kurz die Luft ein, weil es verdammt weh tat, sich zu bewegen.
„Alles okay?“, fragte Scott direkt.
„Jaja, alles okay. Es tut nur ein wenig weh, aber das bin ich ja selber schuld.“
„Ich ... es tut mir leid, Stiles. Wenn ich nicht so direkt gewesen wäre, wärst du gar nicht gefahren und du würdest jetzt nicht hier liegen.“
Stiles schüttelte den Kopf. „Ich wäre vermutlich so oder so weggelaufen. Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Das hast du nicht verdient. Du wolltest nur helfen.“
„Ich hätte aber dich auch einfach nur in den Arm nehmen können“, meinte Scott und er sah ehrlich schuldbewusst aus.
„Ich hätte dich nicht an mich herangelassen“, meinte Stiles ehrlich. „Ich war dumm, denn du bist das Beste, was mir passieren kann. In jeder Lebenslage.“ Er rutschte noch etwas näher zu Scott herüber und er legte seinen Arm so, dass Stiles sich halb auf ihn legen konnte.
„Ich bin für dich da.“
„Ich auch“, erwiderte Stiles. „Aber jetzt brauche ich dich erst einmal.“ Er schluckte schwer, weil es verdammt schwer war, das zuzugeben. Man wollte so viel immer alleine schaffen, aber manchmal ging es einfach nicht mehr.
„Du musst nur rufen und ich bin da, ganz gleich, was du brauchst.“
„Einen Albtraumvernichter“, meinte Stiles scherzhaft. Leider gab es so etwas nun wirklich nicht und auch, wenn Stiles jetzt halbwegs im wachen Zustand mit sich zufrieden war, fürchtete er sich dennoch vor dem Schlaf. Was wenn der Nogitsune einfach wieder auftauchte? Stiles hatte immer noch schreckliche Angst davor.
„Ich würde mit in deinen Traum kommen, wenn ich könnte“, meinte Scott und er klang, als ob es ihm wirklich leid tat, dass er es nicht konnte. Scott wollte manchmal wirklich zu vielen Leuten helfen, auch wenn er es einfach nicht konnte. „Aber ich denke auch, dass du alleine stark genug bist, um ihn zu besiegen.“
Träume waren wie die personifizierte Angst. Stiles musste einfach nur stark genug sein, seinen inneren Dämon zu besiegen, dann konnte er auch wieder ruhig schlafen.
„Ich weiß nicht, ob ich das alleine kann.“
„Ich halte dich im Arm. Ich werde bei dir sein, soweit ich kann.“
Stiles nickte und schloss langsam die Augen. Die Stunde der Wahrheit war gekommen.