30. Sci-fi: Jungbrunnen - fürs Team
Sep. 27th, 2014 01:04 pmTeam: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: Sci-fi - Jungbrunnen (fürs Team)
Titel: Der alte Abenteurer
Fandom: Original
Charaktere: Mike
Words: 1547
Warnings: unbetaed, uncorrected
Kommentar: Das ist mir vor allem deshalb schwergefallen, weil es sehr viel Ablenkung gab und ich gerade am Ende nicht mehr wirklich in die Idee hineingefunden habe. Aber ich wollte es beenden und es nicht zu den Geschichten schieben, die dann ewig und noch drei Tage auf meiner Festplatte versauern.
Der alte Abenteurer
Schon seit Tagen durchstreifte er dichtes Buschwerk, zerklatschte Moskitos und andere Insekten, die ihm bei lebendigem Leib das Blut aus seinen Adern saugen wollten. Niemals hätte sich Mike darauf einlassen sollen. Er hätte auf der Universität bleiben sollen und jungen Studenten davon erzählen, was für großartige Abenteuer auf sie warten könnten, wenn nicht schon vor ihnen jemand das meiste entdeckt hätte.
Er war fünfundfünzig, Himmelnochmal. Er sollte sich langsam Gedanken um seine Rente machen. Stattdessen kroch er hier im Gatsch, zerfloss in der schwülen Hitze des brasilianischen Regenwaldes und konnte die Stiche und Bisse auf seinem Körper schon gar nicht mehr zählen. Wahrscheinlich war er schon längst mit irgendetwas infiziert und würde ohnehin keine Woche mehr überleben. Wenn er nicht bald etwas zu trinken fand, würde es genauso sein.
"Scheiße", fluchte Michael, als der Boden plötzlich unter ihm nachgab und er ächzend einen erdigen Hang hinabrutschte und mit einem 'Uffz' unsanft unten ankam. Er hustete leicht und klopfte sich erst einmal seine Kleidung ein wenig ab, bevor er sich umsah. Offenbar eine Art Höhle und auf jeden Fall einmal von Spinnen bewohnt. Dichte Netze spannten sich in jeder Ecke und über die Wände entlang hinein in den pechschwarzen Gang. Es roch modrig und feucht und absolut uneinladend.
Fast war das wie in einem mäßigen Actionfilm.
Irritiert schüttelte Mike den Kopf, als er plötzlich die Titelmelodie von Indiana Jones in den Ohren hatte. Die Filme waren an den Haaren herbeigezogen, dass es schlimmer nicht mehr ging.
Er griff an die Seite seines Rucksackes und schnappte sich seine Lampe. Flackernd erwachte sie zum Leben und spendete einen Moment lang mehr Schatten als Licht. Aber das war nichts, was ein bisschen Klopfen nicht reperarieren konnte. Seine Ausrüstung hatte wirklich auch schon bessere Zeiten gesehen.
Mike leuchtete in den Gang und sah schließlich nach oben. Aber es gab keine Chance, dass er den Abhang wieder nach oben klettern konnte. Schreien nutzte im Urwald so gut wie Flüstern in einer vollen Diskothek, also fiel das auch aus. Es war wieder einer dieser Situationen, in denen es nur ein Vorwärts und kein Zurückgab.
"Wehe ihr kommt mir zu Nahe", flüsterte er leise warnenden den Spinnen zu und ging dann langsam voran in das seltsam anmutende Erdloch. War das von jemandem gegraben worden? Wenn ja, von wem und wie schaffte dieser jemand es, dass es stabil blieb. Wie alt war es? Hatte hier ein Tier gelebt? War es von Wasser aus ausgespült worden? Und wenn es Wasser war, warum konnten die Spinnen hier leben?
Immer tiefer führte sein Weg in die dunkle Höhle und zum ersten Mal seit Wochen begann er richtig zu frösteln. Wie tief er jetzt wohl unter der Erde war? Jedenfalls weit genug, dass es hier eine konstante, kühle Temperatur hatte. Wieviel vermochte er nicht zu sagen.
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Gang schließlich in einer großen Höhle endete. Mit dem Licht seiner Scheinwerferlampe tastete Mike das Gelände ab. Er hörte das Tropfen von Wasser, sah riesige Stalagmiten und Stalagtiten, die sich in den urigsten Formen aufgebaut hatten. Staunend ging er weiter und fand schließlich den Ursprung der plätschernden Tropfen.
Fasziniert strich er über den glatten Tropfstein. Dass die Natur so etwas hervorbrachte war eigentlich unfassbar. Normalerweise baute sich der Tropfstein. Aber der hier bildete eine Art Bassin und darin war kristallklares Wasser.
Micheal spürte jetzt den Durst noch vehementer an ihm nagen und er stellte seine Taschenlampe zur Seite. Er tauchte zuerst nur eine Hand, dann beide in das eiskalte Wasser. Vier Grad - nicht wärmer und nicht kälter. Und sehr wahrscheinlich kalkhaltig, aber dann sollten eben seine Blutbahnen ein wenig verkalken. Besser als Aufgrund einer Dehydrierung zu sterben war es allemal. Er wischte sich die Hände an seinen Hosen ab und tauchte sie dann zögerlich noch einmal ein und nahm dann aus seinen gewölbten Händen einen kleinen Schluck. Es war kalt und brannte in seiner Speiseröhre. Aber gleichzeitig war es auch unglaublich erfrischend. Ein paar Schlucke noch, dann würde es genug sein.
Langsam trank er vom dem klaren Süßwasser, dass durch den Berg gefiltert worden war und fühlte sich dann tatsächlich besser.
Dann konnte er sich nun daran machen, einen Ausweg zu finden. Den musste es doch hier irgendwo geben. Es war doch unmöglich, dass wer auch immer oder wie auch immer dieser Gang entstanden war, durch das Erdloch, in das er gestürtzt war, kam und ging. Bestimmt gab es hier irgendwo einen zweiten Eingang.
"Der Ausflug scheint ihnen gut getan zu haben. Sie sehen richtig jung aus!", lobte der Geldgeber, als Michael mit den Berichten zurückkam, weswegen er auf den Feldtrip entsendet worden war. Ein 'Ausflug', der ihm beinahe das Leben gekostet hatte. Aber er nahm das Lob dennoch mit einem höflichen Lächeln hin.
"Es war anstrengend", gab er zu. "Ich werde langsam zu alt für solche Sachen."
Sein Geldgeber lachte. "Ja, Zeit macht vor niemandem Halt. Aber ich versichere Ihnen, Sie sehen keinen Tag Älter als Mitte dreißig aus." Mike war sich nicht sicher, ob das jetzt irgendeine verquere Anmache war, denn sie wussten beide, dass er diese Phase seines Lebens schon länger hinter sich hatte.
Aber er sagte nichts und so entstand eine etwas unangenehme Pause, bis sein Geldgeber es mit einem leisen Lachen überspielt und meinte: "Na dann will ich mal Ihre Mühen belohnen, nicht wahr?"
"Das wäre mir sehr Recht, danke", erwiderte Michael. Wenn er nicht so viel Geld dafür geboten hätte bekommen, wäre er gar nicht auf diese Mission aufgebrochen.
Geduldig wartete also Mike darauf, dass ihm der Scheck überreicht wurde und kontrollierte ihn auch noch einmal. Er wollte nicht bei der Bank stehen und sein Geld nicht erhalten.
Die nächsten Tage bekam Mike immer öfter gesagt, wie gut er aussah und was sein Rezept war, dass er scheinbar die Zeit zurückdrehte. Er sah viel jünger als vor seinem Urlaub aus und andere ausgesprochen nette Komplimente von Menschen, die gar nichts von ihm wollten.
Aber wenn er in den Spiegel sah, konnte er nur sein altes, ausgezehrtes ich sehen. Es irritierte ihn, weil er nie wirklich Komplimente zu seinem Aussehen bekommen hatte und er hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Es war einfach sonderbar, dass man ihm plötzlich so viel Aufmerksamkeit zollte, wo man vorher immer ehe befremdlichen Abstand hielt. Er kannte die Gerüchte über seine Person. Dass er verschroben und merkwürdig war. Ein alter Professor vor antike Kulturen eben.
Er sah auf seine Hände, sah dann wieder in den Spiegel und knetete das alte Gesicht, das ihm entgegenblickte. Vielleicht lag es ja wirklich nur daran, dass er lange drei Wochen in Brasilien verbracht hatte. Es musste schließlich einen Grund haben, warum viele ältere Menschen sich dort niederließen.
Er fühlte sich auch fitter als noch vor seinem Urlaub, aber vielleicht lag das auch an all der seltsamen Aufmerksamkeit, die er bekam.
"Professor?" Micheal sah seine Assistentin an, die ihn mit großen Augen musterte.
"Hab ich was im Gesicht?", fragte er und griff sich ins Gesicht. Dann sah er in die Spiegelung der Vitrine, vor der stand, aber konnte nichts ungewöhnliches entdecken.
"Nein. Es ist..." Sie räusperte sich. "Entschuldigen Sie. Ich wollte nicht unhöflich sein, aber sie sehen so... jung aus. Für einen Moment habe ich sie für einen unserer Masterstudenten gehalten." Sie lachte verlegen. "Ich wollte Sie schon darauf hinweisen, dass hier der Zutritt nur für Universitätspersonal erlaubt ist."
Mike warf der jungen Assistentin einen irritierten Blick zu. Langsam verloren hier alle den Verstand. "Ich habe mich nicht verändert. Ich war nur drei Wochen in Urlaub."
Die Assistentin lachte. "Oh, sie haben sich verändert. Und wie! Ich bin ziemlich sicher, dass Sie vor ihrem Urlaub mehr Falten und mehr graue Haare hatten. Aber das ist in Ordnung, wirklich. Viele Menschen in ihren Alter lassen etwas machen."
Augenblicklich verschluckte sich Mike an seinem eigenen Speichel. "Etwas machen lassen? SIIIEEE, wenn Sie nicht wollen, dass ich Sie auf der Stelle feuere, zügeln Sie besser ihre Zunge!" Das war ja eine Ungeheuerlichkeit! Er verabscheute Menschen, die nicht in Würde alt werden konnten. Und er hatte definitiv nichts machen lassen. Wieso sollte er?
Am nächsten Tag hatte Mike das Gefühl, dass seine Hemden nicht mehr richtig saßen. Er dachte sich nichts dabei. Wahrscheinlich hatte er einfach nur abgenommen. Das konnte passieren, wenn man im Urwald um sein Überleben kämpfte.
Der Schock kam, als er in den Hörsaal vor das Podium trat und es nicht wie sonst immer zur Ruhe unter seinen Hörern kam. Er räusperte sich, um seinen Vortrag zu beginnen, aber die Reaktion war so gar nichts, was er sich erhofft hatte. Es wurde Stimmen und Gelächter laut.
"Wer ist das?" - "Sicher ein neuer Student." - "Aber die Parodie ist gut. Vielleicht sein Neffe?"
Einige zückten auch ihre Smartphones und alle Proteste stießen auf taube Ohren. Er wurde unter den Studenten nicht ernst genommen und das war in seinem Leben noch NIE passiert.
Vollkommen neben sich verließ er den Hörsaal und ging in sein Büro. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas stimmte einfach nicht.
Er warf den Computer an und wie nicht anders zu erwarten, machten die Fotos über ihn die Runde. Schockiert starrte er in das jugendliche Gesicht, das vor dem Podium stand, das er vor nicht einmal einer halben Stunde verlassen hatte... das war nicht er, oder? Aber Mike wusste mit einem Mal, dass er ein großes Problem hatte. Ein sehr großes...
Autor: Jenchan
Challenge: Sci-fi - Jungbrunnen (fürs Team)
Titel: Der alte Abenteurer
Fandom: Original
Charaktere: Mike
Words: 1547
Warnings: unbetaed, uncorrected
Kommentar: Das ist mir vor allem deshalb schwergefallen, weil es sehr viel Ablenkung gab und ich gerade am Ende nicht mehr wirklich in die Idee hineingefunden habe. Aber ich wollte es beenden und es nicht zu den Geschichten schieben, die dann ewig und noch drei Tage auf meiner Festplatte versauern.
Der alte Abenteurer
Schon seit Tagen durchstreifte er dichtes Buschwerk, zerklatschte Moskitos und andere Insekten, die ihm bei lebendigem Leib das Blut aus seinen Adern saugen wollten. Niemals hätte sich Mike darauf einlassen sollen. Er hätte auf der Universität bleiben sollen und jungen Studenten davon erzählen, was für großartige Abenteuer auf sie warten könnten, wenn nicht schon vor ihnen jemand das meiste entdeckt hätte.
Er war fünfundfünzig, Himmelnochmal. Er sollte sich langsam Gedanken um seine Rente machen. Stattdessen kroch er hier im Gatsch, zerfloss in der schwülen Hitze des brasilianischen Regenwaldes und konnte die Stiche und Bisse auf seinem Körper schon gar nicht mehr zählen. Wahrscheinlich war er schon längst mit irgendetwas infiziert und würde ohnehin keine Woche mehr überleben. Wenn er nicht bald etwas zu trinken fand, würde es genauso sein.
"Scheiße", fluchte Michael, als der Boden plötzlich unter ihm nachgab und er ächzend einen erdigen Hang hinabrutschte und mit einem 'Uffz' unsanft unten ankam. Er hustete leicht und klopfte sich erst einmal seine Kleidung ein wenig ab, bevor er sich umsah. Offenbar eine Art Höhle und auf jeden Fall einmal von Spinnen bewohnt. Dichte Netze spannten sich in jeder Ecke und über die Wände entlang hinein in den pechschwarzen Gang. Es roch modrig und feucht und absolut uneinladend.
Fast war das wie in einem mäßigen Actionfilm.
Irritiert schüttelte Mike den Kopf, als er plötzlich die Titelmelodie von Indiana Jones in den Ohren hatte. Die Filme waren an den Haaren herbeigezogen, dass es schlimmer nicht mehr ging.
Er griff an die Seite seines Rucksackes und schnappte sich seine Lampe. Flackernd erwachte sie zum Leben und spendete einen Moment lang mehr Schatten als Licht. Aber das war nichts, was ein bisschen Klopfen nicht reperarieren konnte. Seine Ausrüstung hatte wirklich auch schon bessere Zeiten gesehen.
Mike leuchtete in den Gang und sah schließlich nach oben. Aber es gab keine Chance, dass er den Abhang wieder nach oben klettern konnte. Schreien nutzte im Urwald so gut wie Flüstern in einer vollen Diskothek, also fiel das auch aus. Es war wieder einer dieser Situationen, in denen es nur ein Vorwärts und kein Zurückgab.
"Wehe ihr kommt mir zu Nahe", flüsterte er leise warnenden den Spinnen zu und ging dann langsam voran in das seltsam anmutende Erdloch. War das von jemandem gegraben worden? Wenn ja, von wem und wie schaffte dieser jemand es, dass es stabil blieb. Wie alt war es? Hatte hier ein Tier gelebt? War es von Wasser aus ausgespült worden? Und wenn es Wasser war, warum konnten die Spinnen hier leben?
Immer tiefer führte sein Weg in die dunkle Höhle und zum ersten Mal seit Wochen begann er richtig zu frösteln. Wie tief er jetzt wohl unter der Erde war? Jedenfalls weit genug, dass es hier eine konstante, kühle Temperatur hatte. Wieviel vermochte er nicht zu sagen.
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Gang schließlich in einer großen Höhle endete. Mit dem Licht seiner Scheinwerferlampe tastete Mike das Gelände ab. Er hörte das Tropfen von Wasser, sah riesige Stalagmiten und Stalagtiten, die sich in den urigsten Formen aufgebaut hatten. Staunend ging er weiter und fand schließlich den Ursprung der plätschernden Tropfen.
Fasziniert strich er über den glatten Tropfstein. Dass die Natur so etwas hervorbrachte war eigentlich unfassbar. Normalerweise baute sich der Tropfstein. Aber der hier bildete eine Art Bassin und darin war kristallklares Wasser.
Micheal spürte jetzt den Durst noch vehementer an ihm nagen und er stellte seine Taschenlampe zur Seite. Er tauchte zuerst nur eine Hand, dann beide in das eiskalte Wasser. Vier Grad - nicht wärmer und nicht kälter. Und sehr wahrscheinlich kalkhaltig, aber dann sollten eben seine Blutbahnen ein wenig verkalken. Besser als Aufgrund einer Dehydrierung zu sterben war es allemal. Er wischte sich die Hände an seinen Hosen ab und tauchte sie dann zögerlich noch einmal ein und nahm dann aus seinen gewölbten Händen einen kleinen Schluck. Es war kalt und brannte in seiner Speiseröhre. Aber gleichzeitig war es auch unglaublich erfrischend. Ein paar Schlucke noch, dann würde es genug sein.
Langsam trank er vom dem klaren Süßwasser, dass durch den Berg gefiltert worden war und fühlte sich dann tatsächlich besser.
Dann konnte er sich nun daran machen, einen Ausweg zu finden. Den musste es doch hier irgendwo geben. Es war doch unmöglich, dass wer auch immer oder wie auch immer dieser Gang entstanden war, durch das Erdloch, in das er gestürtzt war, kam und ging. Bestimmt gab es hier irgendwo einen zweiten Eingang.
"Der Ausflug scheint ihnen gut getan zu haben. Sie sehen richtig jung aus!", lobte der Geldgeber, als Michael mit den Berichten zurückkam, weswegen er auf den Feldtrip entsendet worden war. Ein 'Ausflug', der ihm beinahe das Leben gekostet hatte. Aber er nahm das Lob dennoch mit einem höflichen Lächeln hin.
"Es war anstrengend", gab er zu. "Ich werde langsam zu alt für solche Sachen."
Sein Geldgeber lachte. "Ja, Zeit macht vor niemandem Halt. Aber ich versichere Ihnen, Sie sehen keinen Tag Älter als Mitte dreißig aus." Mike war sich nicht sicher, ob das jetzt irgendeine verquere Anmache war, denn sie wussten beide, dass er diese Phase seines Lebens schon länger hinter sich hatte.
Aber er sagte nichts und so entstand eine etwas unangenehme Pause, bis sein Geldgeber es mit einem leisen Lachen überspielt und meinte: "Na dann will ich mal Ihre Mühen belohnen, nicht wahr?"
"Das wäre mir sehr Recht, danke", erwiderte Michael. Wenn er nicht so viel Geld dafür geboten hätte bekommen, wäre er gar nicht auf diese Mission aufgebrochen.
Geduldig wartete also Mike darauf, dass ihm der Scheck überreicht wurde und kontrollierte ihn auch noch einmal. Er wollte nicht bei der Bank stehen und sein Geld nicht erhalten.
Die nächsten Tage bekam Mike immer öfter gesagt, wie gut er aussah und was sein Rezept war, dass er scheinbar die Zeit zurückdrehte. Er sah viel jünger als vor seinem Urlaub aus und andere ausgesprochen nette Komplimente von Menschen, die gar nichts von ihm wollten.
Aber wenn er in den Spiegel sah, konnte er nur sein altes, ausgezehrtes ich sehen. Es irritierte ihn, weil er nie wirklich Komplimente zu seinem Aussehen bekommen hatte und er hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Es war einfach sonderbar, dass man ihm plötzlich so viel Aufmerksamkeit zollte, wo man vorher immer ehe befremdlichen Abstand hielt. Er kannte die Gerüchte über seine Person. Dass er verschroben und merkwürdig war. Ein alter Professor vor antike Kulturen eben.
Er sah auf seine Hände, sah dann wieder in den Spiegel und knetete das alte Gesicht, das ihm entgegenblickte. Vielleicht lag es ja wirklich nur daran, dass er lange drei Wochen in Brasilien verbracht hatte. Es musste schließlich einen Grund haben, warum viele ältere Menschen sich dort niederließen.
Er fühlte sich auch fitter als noch vor seinem Urlaub, aber vielleicht lag das auch an all der seltsamen Aufmerksamkeit, die er bekam.
"Professor?" Micheal sah seine Assistentin an, die ihn mit großen Augen musterte.
"Hab ich was im Gesicht?", fragte er und griff sich ins Gesicht. Dann sah er in die Spiegelung der Vitrine, vor der stand, aber konnte nichts ungewöhnliches entdecken.
"Nein. Es ist..." Sie räusperte sich. "Entschuldigen Sie. Ich wollte nicht unhöflich sein, aber sie sehen so... jung aus. Für einen Moment habe ich sie für einen unserer Masterstudenten gehalten." Sie lachte verlegen. "Ich wollte Sie schon darauf hinweisen, dass hier der Zutritt nur für Universitätspersonal erlaubt ist."
Mike warf der jungen Assistentin einen irritierten Blick zu. Langsam verloren hier alle den Verstand. "Ich habe mich nicht verändert. Ich war nur drei Wochen in Urlaub."
Die Assistentin lachte. "Oh, sie haben sich verändert. Und wie! Ich bin ziemlich sicher, dass Sie vor ihrem Urlaub mehr Falten und mehr graue Haare hatten. Aber das ist in Ordnung, wirklich. Viele Menschen in ihren Alter lassen etwas machen."
Augenblicklich verschluckte sich Mike an seinem eigenen Speichel. "Etwas machen lassen? SIIIEEE, wenn Sie nicht wollen, dass ich Sie auf der Stelle feuere, zügeln Sie besser ihre Zunge!" Das war ja eine Ungeheuerlichkeit! Er verabscheute Menschen, die nicht in Würde alt werden konnten. Und er hatte definitiv nichts machen lassen. Wieso sollte er?
Am nächsten Tag hatte Mike das Gefühl, dass seine Hemden nicht mehr richtig saßen. Er dachte sich nichts dabei. Wahrscheinlich hatte er einfach nur abgenommen. Das konnte passieren, wenn man im Urwald um sein Überleben kämpfte.
Der Schock kam, als er in den Hörsaal vor das Podium trat und es nicht wie sonst immer zur Ruhe unter seinen Hörern kam. Er räusperte sich, um seinen Vortrag zu beginnen, aber die Reaktion war so gar nichts, was er sich erhofft hatte. Es wurde Stimmen und Gelächter laut.
"Wer ist das?" - "Sicher ein neuer Student." - "Aber die Parodie ist gut. Vielleicht sein Neffe?"
Einige zückten auch ihre Smartphones und alle Proteste stießen auf taube Ohren. Er wurde unter den Studenten nicht ernst genommen und das war in seinem Leben noch NIE passiert.
Vollkommen neben sich verließ er den Hörsaal und ging in sein Büro. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas stimmte einfach nicht.
Er warf den Computer an und wie nicht anders zu erwarten, machten die Fotos über ihn die Runde. Schockiert starrte er in das jugendliche Gesicht, das vor dem Podium stand, das er vor nicht einmal einer halben Stunde verlassen hatte... das war nicht er, oder? Aber Mike wusste mit einem Mal, dass er ein großes Problem hatte. Ein sehr großes...
no subject
Date: 2014-09-27 11:29 am (UTC)no subject
Date: 2014-09-27 11:54 am (UTC)Ich bin ja immer so ein bisschen auf der Suche nach kontroversen ansichten zu eigentlich abgegriffenen Themen. Deshalb mag ich das Konzept irgendwie, auch wenn mir Mike leidtut ^^***
Sag, hast du noch vor etwas zur sci-fi Tabelle zu schreiben? Im Moment ist es ja ein großer Winkel.
no subject
Date: 2014-09-27 12:21 pm (UTC)Hm, ich hätte echt Lust auf Cyber- oder Dieselpunk, aber ich glaube, das schaffe ich zeitlich nicht mehr :( Wahrscheinlich also eher nicht, leider.
no subject
Date: 2014-09-27 12:29 pm (UTC)Ich habe nur gefragt, weil wenn mir nichts mehr einfällt, kann ich das schon vorbereiten zum Einschicken ^^
(und nur weil die Sommerchallenge endet, bedeutet das ja nicht, dass du es nicht trotzdem schreiben kannst ^.~)