[identity profile] mrsmoriarty.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Kalliope
Challenge: Hurt/Comfort – sich aufopfern

Fandom: X-Men
Charaktere: Charles Xavier/ Erik Lehnsherr

Wörter: ca. 1200

Titel: Days of Ice and Water

Anmerkung: Ich wurde nominiert von luinaldawen, mit der Vorgabe, dass ich Erik Lehnsherr unter Wasser setzen soll. Der gute hat sich ein wenig gewehrt, aber am Ende habe ich eine Lösung gefunden, die nicht zuuuu ooc ist:-) Ich nominiere hiermit Jess (mit Brooker DeWitt), nadjeschda (mit Hawke) und Cricri (mit Boerne, Bonuspunkte, wenn Alberich das Wasser überkippt).

Hier findet ihr auch den Link zur ALS-Stiftung, wer also spenden möchte, gerne hier, jeder Euro hilft! :)



http://www.alsa.org/

http://www.lateralsklerose.info/spenden_fuer_als/index.html

Liebe Leser,
sicher habt ihr auch alle in den letzten Wochen und Monaten verfolgt, wie sich sowohl ganz normale Leute wie auch Promis gegenseitig herausgefordert haben, sich Eiswasser über den Kopf zu gießen um damit auf eine wirklich schlimme Nervenkrankheit aufmerksam zu machen und für die Erforschung dieser Krankheit Geld zu sammeln. Auch ich habe das natürlich verfolgt, und als ich auf Facebook einen Beitrag von Ralph Rute gesehen habe, bei dem seine beiden Cartoonfiguren Biber und Baum herausgefordert wurden und er einen entsprechenden Cartoon dazu gezeichnet hat, kam ich auf die Idee, das können wir doch auch!! Die Challenge in unsere Welt tragen!!! Die Welt der Fanfictions! Eigentlich geht es doch nur darum, so viel Menschen wie möglich auf diese Aktion aufmerksam zu machen! Und wenn ich mir mal so die Zugriffzahlen einiger meiner Geschichten anschaue, also, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich niemals so viele Menschen erreichen würde, wenn ich mir einfach nur einen Eimer Wasser über die Birne kippen würde!!!
Aber wenn ich eine Geschichte darüber schreibe, wie es einer unserer Helden tut, dann lesen das sicher einige Leute mehr!
Und wenn ich dann auch noch andere Autoren nominiere, ebenfalls eine Geschichte zu schreiben, dann könnten wir sicher zusammen eine ganze Menge Menschen erreichen!
Also werte FF-Junkies, wollen wir zusammen die Herausforderung annehmen und zeigen, dass die sprichwörtliche „Feder“ immer noch einige Macht besitzt??

Zu unserem Zweck sollten wir die Regeln aber ein klein wenig anpassen:

Das Spenden sollte Ehrensache sein, nicht jeder hat es so dicke, dass er 10 bzw. 100€ entbehren kann! Aber mindestens 1€ sollte in jedem Fall drin sein! Jeder weitere ist jedem selbst überlassen. (Kleinvieh macht auch Mist!) Spenden z.B. hierhin: dmg.org oder hier: www.als-charite.de

Die Zeit sollten wir auf 48 Std. erhöhen! Schreiben dauert nun einmal länger als filmen!
Jeder herausgeforderte nominiert 3-5 Autoren und weist jedem eine Figur zu, die sich die Eisdusche abholt! (Nominiert auch ruhig Autoren aus einem anderen Fandom! Es soll sich ja verbreiten!)
... bevor ich es vergesse, es ist wohl einfach fair, die Nominierten auch per Mail über ihre Nominierung zu informieren und vielleicht auch in der Mail einen Link zu eurer Nominierung hinterlassen.

© Selina M.

„Du musst vollkommen verrückt sein, Charles!“

„Ich kann dir versichern, Erik, ich habe mir das sehr gut überlegt und bin habe mich entsch-“

„Unsinn!“, fuhr Erik Charles ins Wort. Das hatte er schon lange nicht mehr getan. „Wenn du dir das wirklich gut überlegt hättest, wäre dir klar, dass das eine vollkommen hanebüchene Idee ist!“

Charles schwieg und hob lediglich eine Augenbraue. Sein Partner stand ein paar Schritt entfernt an den Kaminsims gelehnt und verlagerte sein Gewicht auf den anderen Fuß. Die unsichere Geste passte nicht zu dem ansonsten so eindrucksvoll wirkenden Mann. Zugegeben, sie beide gehörten wohl mittlerweile in die Kategorie „Mann im besten Alter“, aber Eriks früh ergrauter Haarschopf trug wenn überhaupt dazu bei, ihn distinguierter und, wenn er wollte, gefährlicher wirken zu lassen, und passte hervorragend zu den stets sehr dunkel gehaltenen Jacketts, die er in letzter Zeit trug. Schon einige Male hatte Charles eine Bemerkung auf der Zunge gelegen, dass hellere Farben vielleicht dafür sorgen könnten, dass die jüngeren Schüler ihren stellvertretenden Schulleiter weniger beängstigend finden könnten, aber er hegte die Vermutung, dass genau das Eriks Absicht sein könnte. Wenn er ehrlich war, wusste Charles nicht einmal, ob er es wirklich ansprechen wollte. Er mochte den Anblick von Erik in schlichten, eleganten Rollkragenpullovern, die sich eng an seinen drahtigen Oberkörper schmiegten. Er hatte sich daran gewöhnt. Zivil stand ihm so viel besser.

Es war schließlich Erik, der das Schweigen nicht mehr aushielt und bedeutend gemäßigterem Ton fortfuhr: „Ich meine doch nur, dass es lächerlich ist, wenn der Vorsteher einer renommierten Akademie sich in aller Öffentlichkeit so lächerlich macht!“ Er benetzte kurz die Lippen und Charles vermutete, dass dieses Zeichen der Schwäche so nah an eine Entschuldigung kam, wie es Erik möglich war.

Charles atmete tief ein. „Ich kann nichts Lächerliches an der Aktion sehen, mein Lieber!“ Er hatte nicht erwartet, dass Erik das verstehen würde. „Immerhin ist es für einen guten Zweck.“

Erik schnaubte, hielt sich aber im Zaum. „Das ist keine Aktion, das ist ein Studentenstreich. Warum gibst du nicht einfach eins von diesen Wohltätigkeitsbanketts in New York?“

„Dass ausgerechnet DU mir so etwas vorschlägst!“, gab Charles amüsiert und kopfschüttelnd zurück. „Ich hatte erwartet, dass du doch am ehesten verstehen müsstest, dass warme Worte manchmal nicht ausreichen und nur Taten die Welt verändern können.“

„Ich verstehe aber nicht im Geringsten, warum es dazu unbedingt einen Eimer Eiswasser braucht!“

Seit Hank McCoy ihm die Videonachricht zugeschickt hatte, in der er ihn für diese Herausforderung nominiert hatte, war Erik schon schlecht gelaunt gewesen. Was er meistens war, wenn Charles und Hank sich zu irgendeiner öffentlichkeitswirksamen Kollaboration entschlossen, die der überzeugte Mutantenrechtler für unwirksam und unnütz hielt. Dass diese Verstimmung aber solange anhielt, war neu. Nun, so sehr er auch darauf bedacht war, Erik nicht zu verärgern, jedenfalls nicht allzu sehr, so war es immer noch seine Sache und im Zweifelsfall würde Charles das auch ohne die Zustimmung seines ernsten Liebhabers durchziehen. Was nicht hieß, dass er nicht versuchen konnte, ihn umzustimmen.

„Erik, die Idee ist im Großen und Ganzen, dass sich per Schneeballsystem die Menschen mit einer schweren und bisher unheilbaren Nervenkrankheit auseinandersetzen müssen“ Erik wollte einhaken, doch Charles hob die Hand und fuhr geduldig fort, „und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch. Bei ALS versagen nach und nach die Nervenbahnen und die dadurch ausgelöste Taubheit ist der ganz ähnlich, die man kurzfristig empfindet, wenn man mit Eiswasser übergossen wird.“

Nun unterbrach Erik ihn doch. „Das weiß ich auch! Aber, wie Ihre hervorragende Rede gerade bewiesen hat, Herr Professor, sind Sie hervorragend über dieses Gebrechen informiert. Warum musst du dann das Ganze noch einmal im Selbstversuch testen?“

„Weil ich nichts von andern einfordern kann, was ich nicht selbst tun würde“ Er schwieg kurz und setzte dann mit einem leichten Grinsen hinzu: „Und weil es lustig ist nehme ich an. Publicity und so, du verstehst!“

Erik schenkte ihm einen vernichtenden Blick und ignorierte den letzten Punkt geflissentlich. „Weißt du, nicht jeder sitzt auf einem so hohen moralischen Ross wie du! Ich bin mir sicher, die Öffentlichkeit würde es vollkommen verstehen, wenn jemand in deinem Zustand einfach nur spenden würde und damit hat sich-“

Er brach ab und starrte Charles für einen Moment entsetzt an, bevor er den Blick abwandte. Charles sah betroffen zu dem Mann, für den es vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre, hier in seinem Arbeitszimmer zu stehen und ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne dass sie am Ende die Inneneinrichtung erneuern mussten. Gerade zu Anfang hatte der Frieden zwischen ihnen auf tönernen Füßen gestanden. Immer wieder war Erik für Wochen verschwunden, immer wieder redeten sie kaum miteinander, um die schwelenden Konflikte nicht eskalieren zu lassen, immer wieder wusste der eine nicht, was der andere tat. Erst nach einer ganzen Weile hatte sich ihre Beziehung stabilisiert. Erik war öfter daheim. Erik hatte angefangen, die Schule ebenfalls „daheim“ zu nennen. Es war nicht leicht, aber nach und nach hatten sie es geschafft, Regeln zu finden, die es ihnen ermöglichten gemeinsam ein Leben zu führen: Charles verzichtete darauf, ungefragt in Eriks Geist einzudringen, dafür startete Erik keine Kriege gegen die Menschheit, ohne das vorher abzusprechen. Manche hatten sich auf ihrem langen Weg als unnötig erwiesen und waren stillschweigend über Bord geworfen worden, andere galten noch immer. Eine dieser unausgesprochenen Regeln war, dass Erik niemals Charles‘ Einschränkungen ansprach. Er half, wo er konnte und wo es nötig war, aber alles in allem waren sie ebenbürtige Partner und das galt in allen Belangen. Dass dieser Kommentar einen Vertrauensbruch darstellte, schien sogar einem Magneto klar zu sein.

Für einen Moment überlegte Charles, ob er beleidigt sein sollte. Dann stellte er fest, dass es ihm nichts ausmachte. Bisher war seine Behinderung eine Einschränkung ihres Lebens gewesen und nie eine Abwertung. Es war ehrliche Sorge von Eriks Seite her gewesen und vermutlich hatte er diesen Beschützerinstinkt schon gezeigt, lange bevor Kuba ein Tabuthema geworden war. Er konnte einen Ausrutscher verzeihen, vor allem wenn es so offensichtlich ein Ausrutscher gewesen war. Dennoch war es beinahe rührend, wie ehrlich zerknirscht Erik wirkte.

„Du weißt, dass das für mich kein Hindernis darstellt.“ Es kostete Charles ein wenig Überwindung, das Ganze vollkommen zu übergehen, aber im Endeffekt war es das Gefühl von Überlegenheit wert. „Der Rollstuhl ist rostfrei, weißt du.“

Offensichtlich gegen seinen Willen musste Erik lachen. „Das ist nicht der Punkt, Charles, das weißt du! Ich kenne deine Fähigkeiten und weiß, dass es unsinnig ist, aber ich mache mir Gedanken!“

„Ich weiß, Erik, aber damit wirst du leben müssen!“

Die Falten auf Eriks Stirn verrieten, dass er angestrengt nachdachte. Charles seufzte innerlich. Der Mann war unverbesserlich.

„Du wirst mich nicht davon abbringen. Nicht wenn es um eine solche Kleinigkeit geht und deine Sorgen geradezu kindisch sind!“

Erik allerdings schien ihm nicht zuzuhören. Triumphierend grinste er Charles an. „Abwarten, mein Lieber! Ich möchte dir einen Vorschlag unterbreiten, der uns beide zufrieden stellen wird.“
Charles blickte ihn skeptisch an. „Ach ja?“

„Hank hat doch lediglich den Schulleiter des Xavier Instituts nominiert, oder?“

„Mein Name ist Erik Lehnsherr. Ich bin stellvertretender Schulleiter des Xavier Institutes für begabte Jugendliche und ich wurde nominiert von Hank McCoy für die ALS Icebucket Challenge. Wir haben bereits gespendet, tun Sie es auch! Ich nominiere hiermit Bruce Banner, Nick Fury und Victor von Doom.“

Es war deutlich zu sehen, wie Erik einmal tief einatmete und die Augen schloss, bevor er mit einem lauten Platsch von einem Schwall eiskalten Wassers getroffen wurde.

Lautes Gelächter kam von den Fenstern. Offiziell war es den Schülern nicht erlaubt worden, der „Zeremonie“ im Garten des Anwesens beizuwohnen, aber das hatte die wenigsten daran gehindert, einen Platz zu ergattern. Selbst die Lehrer verkniffen sich nur mit Mühe das Lachen.

Mit zusammen gepressten Lippen und geballten Fäusten stapfte Erik zurück zum Hauptgebäude, ohne das Handtuch anzunehmen, das Jean ihm entgegen reichte. Im Vorbeigehen zischte er Charles zu: „Ich hoffe, du bist jetzt glücklich!“

„Sehr sogar“, erwiderte dieser grinsend und folgte seinem tropfenden Liebsten in Richtung Badezimmer, während er äußerst zufrieden die dreihundert Dollar, mit denen Logan sich schließlich den Zuschlag als operierender Eimerhalter gesichert hatte, zum restlichen Spendengeld in einen Umschlag, die sicherlich ebenfalls der ALS-Stiftung äußerst gelegen kommen würden.


Date: 2014-09-26 07:48 pm (UTC)
From: [identity profile] turwaith.livejournal.com
Hach, also ich mag es! Vor allem die Begründung, weshalb es nun doch Erik ist, der sich der Challenge unterzieht, das erschien mir absolut logisch und einleuchtend! Das hat sich Xavier aber fein ausgedacht. (Auch schön, dass er daran gedacht hat, dass der Rollstuhl rostfrei ist, hoffentlich ist Magneto das auch :D) Die Schüler hatten jedenfalls ihren Spaß - und ich auch! <3

Date: 2014-09-26 07:57 pm (UTC)
luinaldawen: (Default)
From: [personal profile] luinaldawen
Es ist perfekt!
Es ist einfach perfekt! Erik und Charles, die zusammen die Schule leiten ergeben mit ihrem kleinen Arrangement einfach SINN! Herrlich. <3 Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass Charles vor allem auf den Anblick von Erik scharf war, wenn dessen Klamotten sich nass an seinen Körper schmiegen. *hüstel*
Und jetzt will ich, dass jemand schreibt, wie Nick Fury die Challenge macht, verdammt. XD

Date: 2014-09-26 08:06 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
und Cricri (mit Boerne, Bonuspunkte, wenn Alberich das Wasser überkippt)
Schon erledigt (http://cricri-72.livejournal.com/124052.html)
Ich finde es ja sehr lustig, daß Du Dir das genauso gewünscht hast :)

Er mochte den Anblick von Erik in schlichten, eleganten Rollkragenpullovern, die sich eng an seinen drahtigen Oberkörper schmiegten.
ja, das kann ich nachvollziehen *pfeif*

Aber mein liebster Satz ist einfach das hier:
Es war nicht leicht, aber nach und nach hatten sie es geschafft, Regeln zu finden, die es ihnen ermöglichten gemeinsam ein Leben zu führen: Charles verzichtete darauf, ungefragt in Eriks Geist einzudringen, dafür startete Erik keine Kriege gegen die Menschheit, ohne das vorher abzusprechen.

Klasse Version, und jetzt möchte ich gerne lesen, wer Fury den Eiskübel überschüttet ;)


Edited Date: 2014-09-26 08:07 pm (UTC)

Date: 2014-09-30 07:57 pm (UTC)
From: [identity profile] nadjeschda.livejournal.com
Du hast ja gar keine Ahnung, wie sehr ich diese Fanfiction feier *wischt sich ein Tränchen aus dem Augenwinkel* Ich kann gar nicht sagen, was mein liebstes Zitat war, denn sie war einfach nur episch XD Besondere Erwähnung müssen aber folgende Zeilen finden:

Charles verzichtete darauf, ungefragt in Eriks Geist einzudringen, dafür startete Erik keine Kriege gegen die Menschheit, ohne das vorher abzusprechen.

Auch wenn ich mich nicht sicher bin, ob ich darüber lachen oder weinen soll |D (Wobei ich mir die Vorstellung, dass Erik und Charles sonntags am Frühstückstisch darüber diskutieren, ob Erik nun [hier menschliche Terrorgruppe etc. einfügen] nun gewaltsam niederknüppeln darf oder nicht, sehr episch vorstelle. Hachja. Domestic bliss ♥)


Ich nominiere hiermit Bruce Banner, Nick Fury und Victor von Doom.

Ich weiß gar nicht, über welches Vorstellung ich mich mehr feier – Nick Fury oder Victor van Doom 8D


... die dreihundert Dollar, mit denen Logan sich schließlich den Zuschlag als operierender Eimerhalter gesichert hatte ...

Gratulation, Logan! Das war sicher heiß umkämpft!


Achja, und nicht zu vergessen:

Er mochte den Anblick von Erik in schlichten, eleganten Rollkragenpullovern, die sich eng an seinen drahtigen Oberkörper schmiegten. Er hatte sich daran gewöhnt. Zivil stand ihm so viel besser.

Ich hoffe, er merkt sich das, bevor er das nächste Mal in ein purpurfarbenes Kostüm schlüpft...
Edited Date: 2014-09-30 07:58 pm (UTC)

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