[identity profile] exiles-diary.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: H/C - Joker mit der Challenge "Gegen den Willen" vom 9.5.2014 (für mich)
Außerdem: Die schriftstellerische Ice-Bucket-Challenge, nominiert durch [livejournal.com profile] tsutsumi.
Titel: Don't say sorry
Fandom: Original (Hugh-versum)
Charaktere: Hugh und Familie Martinez
Words: 2902
Warnings: unbetaed, uncorrected
ContinuationTeil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7 | Teil 8 | Teil 9 | Teil 10 | Teil 11 | Teil 12 | Teil 13

Kommentar: Das fiel mir wirklich, wirklich sehr schwer und es ist nicht halb so gut rübergekommen, wie ich es gerne gewollt hätte. Aber ich habe wenigstens seit Wochen wieder einmal etwas längeres geschrieben und dafür danke ich [livejournal.com profile] tsutsumi, die mich so unerwartet nominiert hat. Ich hab damit gar nicht gerechnet.
Aber es hat mich endlich mal dazu gebracht, Wiki zur Ice-Bucket-Challenge und ALS zu befragen und jetzt bin tatsächlich um ein vielfaches schlauer und finde es sehr, sehr schade, dass die Medien (Zeitungen, Radios, etc), nicht den wahren Hintergrund dieser Aktion präsentieren. Das hätte sich wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Don't say sorry

"Nein, Juan! Nein, nein, nein! Ich hab ihn nicht eingeladen, dass du ihn schröpfst wie eine Weihnachtsgans!"
"Liza... er sieht aus als hätte er wirklich Geld. Du weißt, wie sehr wir auf die Spenden angewiesen sind. Es ist für einen guten Zweck."
"Vergiss es. Du wirst ihn nicht..."
"Guten Morgen, Hugh. Hast du gut geschlafen?", fragte Juan plötzlich auf Englisch und Eliza drehte sich um. In der Türe zur Küche stand tatsächlich Hugh und schenkte ihnen ein zurückhaltendes Lächeln.
"Entschuldigung. Ich wollte euch nicht stören", meinte Hugh betreten, da die beiden Geschwister eindeutig in ein Streitgespräch vertieft gewesen waren. Verstanden hatte er davon kein Wort, weil die beiden auf spanisch gesprochen hatten, aber es wurde das Gefühl nicht los, dass es um ihn gegangen war. Er hatte schon öfte beobachten können, dass Eliza einen Ausbruch formidablen Temperaments bekam, wenn es darum ging, ihn in Schutz zu nehmen. Nicht, dass er das irgendwie notwendig hätte, aber sie schien dieser Meinung zu sein.
"Aber nicht doch. Du störst nicht. Eliza und ich haben gerade über dich gesprochen."
"Juan!", zischte Eliza und Hugh sah irritiert von ihr zu ihrem älteren Bruder, der ihm nun immer noch freundlich lächelnd einen Arm um die Schultern legte und ihn aus der Küche führte. Hugh wurde misstrauisch, ließ es aber geschehen. Er wollte Elizas Familie nicht vor den Kopf stoßen, nachdem diese so freundlig gewesen war, ihn aufzunehmen. Sie hatte sogar regelrecht darauf bestanden, das er hierblieb, ganz so wie es Eliza vorhergesagt hatte.
"Heute Nacht ist mir ein Gedanke gekommen, Hugh. Hast du schon einmal von der Ice bucket Challenge gehört?", fragte er nach und Hugh schüttelte langsam den Kopf. Aber Herausforderung ansich war schon ein Wort, das ihn vorsichtig werden ließ.
"Also primär geht es darum, dass du Geld spendest. Wenn du das nicht tust, bekommst du einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf geschüttet", erklärte Juan und Eliza boxte ihn gegen den Arm.
"Wenn du das schon machst, erklär es ihm wenigstens ordentlich", mahnte sie ihn ab und sah dann Hugh an. "Entschuldige. Mein Bruder kann ziemlich stur sein, wenn er sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat."
Hughs Blick wanderte zu seiner eigentlichen Gastgeberin. "Ich befürchte, ich verstehe immer noch nicht ganz, um was es hier geht."
"Ich fordere dich zu einer Ice Bucket Challenge heraus", meinte nun Juan direkt und Hugh runzelte deutlich irritiert die Stirn. Aber er hatte den mexikanisch-stämmigen Mann nur kurz angesehen, bevor er Eliza immer noch irritiert ansah. Wollte Juan ihn wirklich mit Eiswasser übergießen. Und wofür sollte er überhaupt spenden.
Eliza seufzte. "Ich erklär es dir. Komm setzen wir uns", bat sie Hugh ins Wohnzimmer und zum Sofa. Ihren Bruder funkelte sie im Vorbeigehen an und zischte auf spanisch: "Und du kannst ja schon mal Frühstück und Tee machen."

"Verstehe", meinte Hugh nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Tasse Kaffee später. "Es geht also um die Erforschung dieser unheilbaren Krankheit, für die Geld gesammelt werden soll. Und dieses Eiswasser..."
"... ist eine Möglichkeit den Leuten zu demonstrieren, wie sich ein an ALS-Erkrankter fühlen muss", ergänzte Eliza. "Mit der heutigen Möglichkeit zur Verbreitung von Nachrichten, haben sich diese Videos der Spender sehr schnell herumgesprochen und eine regelrechte Lawine an Herausforderungen ausgelöst."
"Und was muss ich jetzt tun?", fragte Hugh. Jetzt, wo er wusste, um was es ging, wollte er vor der Herausforderung natürlich nicht zurückschrecken. Abgesehen davon war es für einen guten Zweck, er hatte das Geld und es würde zudem Elizas Bruder unterstützen. Oder zumindest das Institut, für das er arbeitete.
"Du musst gar nichts tun. Ich finde das nicht in Ordnung, dass Juan das gemacht hat. Du bist unser Gast, Hugh."
Hugh schenkte Eliza ein leichtes Lächeln. "Es ist in Ordnung. Es ist ja für einen guten Zweck und es war sicher auf diese Weise einfacher, um nach einer Spende zu fragen. Es stört mich also nicht. Du musst mir nur sagen, auf wen ich den Scheck ausschreiben und wieviel Geld ich eintragen soll."
"Du kannst spenden, wieviel du möchtest", meldete sich Juan nun zu Wort. "Ich hab Emilio schon gesagt, dass er einen Eimer mit Eiswasser herrichten soll."
Hugh sah den Mann irritiert an. "Ich bin nicht geneigt, mir einen Eimer Wasser über den Kopf zu schütten. Aber ich verstehe die Dringlichkeit, Forschungsgelder zu acquirieren, weshalb ich geneigt bin, eine Spende bereitzustellen."
"Aber das verfehlt dann irgendwie den Zweck der Herausforderung. Überleg es dir noch einmal. Du kannst danach auch andere Personen nominieren."
"Miss Eliza erklärte mir, dass ich keinen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet bekomme, wenn ich mindestens 100 Dollar spende. Ihr Bruder kann sich also die Mühe sparen", bestand Hugh darauf und erhob sich. "Wenn Ihr mich jetzt einen Moment entschuldigt, werde ich mein Scheckbuch holen." Damit verschwand er auf das Gästezimmer, das ihm bereitgestellt worden war.

Hugh hatte wieder einmal das Gefühl, mit seiner bloßen Anwesenheit eine Disharmonie in seiner Umgebung auszulösen. Es war kaum zu übersehen, geschweigedenn zu überhören, dass sich die Martinez-Geschwister untereinander uneinig waren. Er mochte es ganz und gar nicht, zwischen die Fronten zu geraten oder gar der Auslöser solcher zu sein.
Leider verstand er von den lautstarken Konversationen gar nichts, da in diesem Haus all zu oft spanisch gesprochen wurde. Das allein war ein Umstand, der ihn sich ausgegrenzt fühlen ließ. Jetzt wurde sein Unwohlsein noch verstärkt, indem er mitbekam, dass sich wieder einmal Eliza wegen ihm mit anderen anlegte.
Schon eine Weile stand er zum Eingang des Wohnzimmers und beobachtete wie die zwei ältesten Kinder der Martinez-Sippe sich hitzig mit Worten torpedierten.
Er zuckte zusammen, als ihn eine Hand sanft an der Schulter berührte. "Komm mit in die Küche, Hugh. Die beiden kriegen sich schon wieder ein."
Sein Blick fiel auf die Frau des Hauses und er rang sich ein freundliches Lächeln ab. Höflich meinte er: "Ich danke Ihnen sehr für Ihre Gastfreundschaft."
"Da gibt es nichts zu danken. Eliza hat dich offenbar sehr gerne und wenn sie dich mag, mögen wir dich auch." Diese Logik entzog sich Hugh irgendwie, aber er sagte nichts. Im Haus hatte sich mittlerweile ein süßlicher Duft verbreitet und Hugh nahm an, dass die Frau Martinez angefangen hatte, Weihnachtskekse oder sonst irgendwelches süßes Backwerk herzustellen.
"Ich habe gerade Churros gemacht. Möchtest du welche probieren?", wurde er auch gleich gefragt und stumm in die Küche komplimentiert, wo ihm ein Platz an dem großen Esstisch angeboten wurde. Kurz darauf wurden ihm auf einem Teller längliche, bezuckterte Teigstangen hingestellt und eine Tasse mit dunkler Flüssigkeit. Er hatte so was noch nie vorgesetzt bekommen.
"Oh, Mama hat Churros gemacht. Cool. JUAN! ELIZA! ES GIBT FRISCHE CHURROS!", hallte dann auch schon Izabelles Stimme durch das Haus und er bekam von dem jüngsten Familienmitglied ein breites Lächeln. "Kennst du Churros?", fragte Izabelle ihn und Hugh schüttelte leicht den Kopf.
"Nein, ich habe so etwas noch nie gegessen", erwiderte er höflich und hielt immer noch sein Scheckbuch in der Hand.
"Da hast du was verpasst. Mama macht die leckersten Churros weit und breit." Dann hatte sich die junge Frau auch gleich eines der Teigstangen von seinem Teller geschnappt und in die Tasse mit der dunklen Flüssigkeit getunkt. Was von weitem wie Kaffee ausgesehen hatte, stellte sich nun als viel zu dickflüssig heraus. Also änderte Hugh seine Vermutung auf Schokolade.
"MMmh... heiß", lachte Izabelle inzwischen, die ein wenig auf den Tisch kleckerte, aber ganz offensichtlich den Churro genoss.
"Izzy, die habe ich für Hugh hingestellt. Hol dir deine eigenen." Erneut verstand Hugh natürlich kein Wort, aber langsam hatte er sich daran gewöhnt, mehr als die Hälfte aller Gespräche im Hause Martinez nicht zu verstehen.
"Probier", forderte ihn Izabelle unvermittelt auf und schob ihm den Teller näher. Hugh zögerte allerdings noch, bevor er vorsichtig eins der süßen Teigenstangen mit den Fingern aufhob. Die Hände zum Essen zu benutzen war er nicht gewöhnt und es hatte sich schon bei seinem ersten Kontakt mit Pizza unwohl fühlen lassen. Er mochte es immer noch nicht, denn wozu gab es Besteck, wenn man dann erst Recht seine Finger mit dem Essen schmutzig machte.
Sein Scheckbuch hatte er inzwischen zur Seite gelegt und war so konzentriert auf das Essen, das ihm vorgesetzt worden war, dass er gar nicht bemerkte, wie Izabelle sich das Mäppchen näherzog und aufschlug. "Ich sehe zum ersten Mal Schecks. Die sehen irgendwie hübsch aus..."
Hughs Kopf flog zur Seite und schon tropfte ein Stück flüssiger, heißer Schokolade auf das Hemd das er trug.

Glücklicherweise hatte Hugh sich genügend Sachen zum Wechseln mitgenommen und so war es keine Schwierigkeit, sich nach dem Frühstück ein frisches Hemd anzuziehen. Eliza hatte angeboten, es gleich mitzuwaschen, da sie heute ohnehin Waschtag hatten. Er hatte ablehnen wollen, natürlich, aber wie immer war das bei Eliza irgendwie eine Sache der Unmöglichkeit.
Also hatte er das Hemd schließlich ins Badezimmer in den Wäschekorb gelegt und als er wieder im unteren Stockwerk ankam, empfingen ihn gleich Eliza. "Ich habe mir überlegt, wenn du möchtest, zeige ich dir ein wenig die Umgebung", erklärte sie und Hugh hatte nichts dagegen mit ihr einen Spaziergang zu machen. Er wurde allerdings das Gefühl nicht los, dass sie ihn einfach nur aus dem Haus haben wollte. Aber er konnte sich natürlich auch irren.
"Es tut mir Leid, was mein Bruder heute gemacht hat. Es war nicht in Ordnung, dir so das Geld aus der Tasche zu ziehen. Nur weil du reich bist, bedeutet das nicht gleich, dass du dein Geld verschenken musst." Eliza klang wirklich schuldbewusst und Hugh fragte sich langsam, ob das irgendwie zu ihrem charakter gehörte, dass sie sich immer fremdschämte.
"Es gibt keinen Grund, warum Sie sich bei mir entschuldigen sollten. Es war für einen guten Zweck, also habe ich es gern gemacht."
"Trotzdem. Ich habe dich eingeladen. Du bist unser Gast und das hier keine Charity-Veranstaltung. Es ist einfach nicht in Ordnung", regte sich Eliza auf und Hugh fand das irgendwie ziemlich amüsant.
Er schenkte Eliza ein Lächeln. "Sie brauchen sich nicht so darüber aufzuregen, Miss Eliza. Es hat mir nichts ausgemacht." Es hatte ihn mehr gestört, dass sie sich mit ihrem Bruder wegen ihm gestritten hatte, als diesen Scheck mit einer beträchtlichen Summe zu unterschreiben. Juan hatte sich ehrlich darüber gefreut und der älteste der Martinez-Kinder hatte auch mit keinem Wort mehr den Eimer mit Eiswasser erwähnt.
Eliza seufzte neben ihm, während sie durch die Straßen gingen, die alle noch wie ausgestorben wirkten. Sie war eindeutig ganz und gar nicht zufrieden, aber Hugh konnte das auch nicht ändern.
"Übrigens hast du schon wieder vergessen, dass du mich duzen sollst", merkte Eliza schließlich an und Hugh musste leise lachen.
"Tut mir Leid. Es fällt mir einfach schwer. Aber ich werde mich weiter bemühen." Das schien die Studentin zu besänftigen.

Hugh wusste nicht, wie ihm geschah, als Eliza und er von ihrem Spaziergang zurückkehrten und ihn plötzlich ein Schwall eiskalten Wassers traf. Für einen Moment bekam er keine Luft und er begann heftig zu zittern. Es war ein absolut grausiges Gefühl und er konnte nichts weiter tun, als wie ein begossener, frierender Pudel dazustehen.
Er registrierte nicht einmal, wie Eliza begann ihren Bruder nach allen Regeln der Kunst zusammenzustauchen. Wie benebelt ließ er sich ins Haus führen und stand schließlich im Badezimmer. Jemand reichte ihm ein flauschiges Handtuch, aber es fühlte sich alles ziemlich irreal an. "Du solltest eine warme dusche nehmen. Hier hast du einen Bademantel. Du solltest die nassen Klamotten schnell ausziehen." Es dauerte ungewöhnlich lange, bis Hugh begriff, was die Stimme von ihm wollte.
Er blinzelte leicht und sah schließlich Frau Martinez an, die offenbar geduldig wartete, dass er sich etwas von dem Schock erholte. Er rang sich ein Lächeln ab. "Vielen Dank, Frau Martinez. Ich komme zurecht."
Ein sanftmütig-besorgter Blick traf ihn. "Ich werde dir heißen Tee machen", meinte sie schließlich und verschwand aus dem Badezimmer. Als die Türe sich hinter Elizas Mutter schloss, ließ sich Hugh auf den Rand der Badewann sinken und wischte sich schließlich das Gesicht trocken. Das Handtuch duftete gut, das hatte er schon gestern festgestellt, als er seine Abendhygiene gemacht hatte und schließlich ins Bett gefallen war. Es hatte ihn sehr an die Episode in Elizas Studentenzimmer erinnert und es hatte ihm die süßesten Träume beschert.
Die Kälte, die immer mehr in seine Knochen kroch, zwang Hugh schließlich in die Realität zurück. Lieber hätte er sich gleich frische Kleidung aus seinem Koffer geholt, aber ihm war schon so kalt, dass er eine Ausnahme machte und begann, sich der nassen Sachen zu entledigen. Langsam legte sich auch der anfängliche Schock und als er sich unter dem warmen Strahl der Dusche aufwärmte, begann auch langsam der Ärger in ihm zu brodeln. Er hatte diese Aktion ganz und gar nicht witzig gefunden.

Hugh hatte so sehr gehofft, dass niemand mitbekommen würde, wenn er aus dem Badezimmer kam. Aber scheinbar hatte Eliza nur darauf gewartet. "Hugh. Ist alles in Ordnung?", fragte sie ihn ganz offensichtlich besorgt und immer noch aufgeregt. Die Entschuldigung für etwas, das sie nicht einmal gewusst hatte - hoffte Hugh jedenfalls - folgte auf dem Fuß: "Es tut mir so Leid."
"Miss Eliza. Bitte hören Sie auf, sich ständig für andere zu entschuldigen", bat Hugh und scheinbar klang er wirklich so verstimmt, wie er sich gerade fühlte, denn Eliza sah ihn einen Moment an, bevor sie den Blick senkte.
"Ich wusste nicht, dass sie das vorhatten."
"Das habe ich auch nicht angenommen. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen? Ich möchte mich gerne wieder öffentlichkeitstauglich herrichten." Er hatte jedenfalls nicht geplant, im Flur seine Zelte aufzuschlagen, wenn er nur einen Bademantel trug. Abgesehen davon, dass das nun wirklich keine Kleidung war, in der man sich vor anderen und schon gar nicht vor Damen präsentierten.
Eliza schien das erst jetzt aufzufallen, dass er nicht viel trug, denn ihr Blick wanderte einmal über seinen ganzen Körper, was Hugh besonders unangenehm war. "Entschuldige. Mutter hat Tee für dich gemacht. Soll ich ihn dir aufs Zimmer bringen?"
"Das ist wirklich nicht notwendig, Miss Eliza. Ich werde nicht lange brauchen." Allerdings würde er sich auf jeden Fall Zeit nehmen. Im Moment ärgerte er sich einfach nur immens und er wollte nicht unbeabsichtigt seine Höflichkeit schleifen lassen, nur weil er die Art, wie Kleinbürger miteinander umgingen bei ihm auf keinen verständnisvollen Boden fielen. Er war so ein Verhalten einfach nicht gewöhnt und in Zukunft würde er es sich einfach besser überlegen, derartige Einladungen anzunehmen.
"Na schön. Ich warte in der Küche", gab Eliza nach und Hugh war froh darüber, dass sie tatsächlich ging und er endlich in das Gästezimmer schlüpfen konnte, um sich - heute bereits zum dritten Mal - frische Kleidung aus seinem Koffer zu holen.

Sie saßen gerade beim Abendessen, als sich Hughs Handy mit einem leisen Vibrieren meldete. Das tat es freilich nicht besonders oft und dementsprechend irritiert war er. Hier hatten nicht sehr viele Personen seine persönliche Nummer erhalten und eine davon saß ihm gegenüber bei Tisch.
Da es aber alle registrierten, holte er das Mobiltelefon aus seiner Tasche und sah einen Moment darauf, bevor er den Anrufer abwies. Kurz darauf klingelte es allerdings erneut. Wieder wies er den Anrufer ab, auch wenn er langsam ahnte, dass es wohl wenig Sinn hatte.
Und tatsächlich begann kaum eine Minute später das Teil wieder zu vibrieren. "Dann geh doch dran. Es scheint wichtig zu sein", meinte Eliza und Hugh sah ein, dass es jetzt sowieso schon zu spät war. Es war ihm schrecklich unangenehm.
"Entschuldigen Sie mich kurz", meinte er also höflich und erhob sich. Er verließ den Raum und nahm im Flur den Anruf entgegen. Leise meldete er sich auf russisch und erklärte, dass es gerade sehr ungünstig war.
Aber sein Unmut verschwand, als er sich anhörte, was die andere Leitung zu sagen hatte. "Das ist vollkommen absurd", meinte Hugh schließlich. "Nein, habe ich nicht... welche Frau... schick mir bitte den Link... nein, ich weiß nichts davon... ich bin gerade in Santa Fe. Nein, nicht in Spanien..." Hugh sah auf seine Uhr. "Halb elf abends", meinte er dann. "Ja, ich werde es mir gleich ansehen, aber es ist wirklich sehr ungünstig... wir essen zu abend... das erklär ich dir später. Ja... schick es mir einfach, ich seh es mir an und ruf dich später zurück."
Hugh atmete tief durch und wartete einen Moment. Dann kündigte sein Smartphone eine Nachricht an. Mit flinken Bewegungen hatte er den Link aufgerufen und verspannte sich, als das Video sich ladete. Abgesehen davon, dass die Macher keine Gesichter verschleiert hatten, war es eine Ungeheuerlichkeit, dass er auf so unschöne Weise und ohne seine Erlaubnis ins Internet gewandert war. Was allerdings noch schlimmer war, waren die falschen Tatsachen, die im Video präsentiert wurden. Er war in keiner Weise mit Eliza irgendwie liiert oder hatte etwas derartiges vor. Da wunderte es ihn nicht mehr, dass das PR-Büro seiner Familie ihn zu so einer Zeit anrief. Scheinbar hatte sich dieses kleine Detail schnell herumgesprochen.
Hugh steckte sein Handy weg und kehrte in den Raum zurück. "Es tut mir sehr Leid, dass ich dieses Abendessen jetzt unterbrechen muss."
"Ist etwas passiert?", fragte Eliza sofort und erhob sich ebenfalls.
Hugh konnte nicht nein sagen. Es war etwas passiert und es war absolut nicht gut, was passiert war. "Mister Juan, Mister Emilio. Ich hätte Sie beide gerne auf ein vertrauliches Wort gesprochen", meinte er stattdessen und sah die beiden ernst an. Die Brüder sahen sich kurz an und erhoben sich zögerlich. "Es wird gewiss nicht lange dauern", versicherte er dem Rest der Familie. Er musste nur ein paar Leuten zeigen, dass er sehr wohl auch... anders konnte.

Mehr zur schriftstellerischen Ice-Bucket-Challenge

Weitere Nominierungen: (sollte es zu Doppelnominierungen kommen, tut mir das Leid, ich kenn leider nicht so viele Menschen >.<)
[livejournal.com profile] nebel_kraehe - mit einer ihrer Lovecraftians.
[livejournal.com profile] nessaniel - Rocky - because I know you like him
[livejournal.com profile] lumcheng - DmC Dante! Das wär awsome.
Und wenn es länger als 48 Stunden dauert, ist es mir auch egal. Es hat auf jeden Fall gut getan, es zu schreiben und zu veröffentlichen und zur Verbreitung beigetragen zu haben.

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