Team: Erato
Challenge: H/C - "Wann hast du das letzte Mal geschlafen?" (für mich)
Titel: Guilt IV
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Stiles, Derek, Scott, Sheriff Stilinski
Wörter: 1900
Warnung: Spoiler für dritte Staffel
A/N: So und der vierte Teil. Wird noch einen oder vielleicht zwei davon geben ;)
Derek stand mit gekreuzten Armen gegen die Wand gelehnt. Er hatte Sheriff Stilinski den Stuhl neben dem Bett seines Sohnes überlassen. Auch wenn der Polizist ihn zweimal gesagt hatte, dass er sich ruhig den anderen Stuhl daneben stellen sollte, hatte Derek es bisher nicht getan. Er war hier eigentlich fehl am Platz. Er gehörte hier nicht hin. Schließlich war es Stiles und sein Vater. Aber Derek wollte nur sicher gehen, dass es dem Jungen wirklich gut ging.
Der Arzt hatte ihnen erklärt, dass Stiles noch Glück gehabt hatte. Eine gebrochene Rippe, eine leichte Gehirnerschütterung, aber sonst war er bis auf ein paar Schrammen unverletzt. Derek wusste, dass Stiles wieder gesund werden würde, nach ein wenig Bettruhe natürlich, aber er würde wie ein normaler Mensch heilen. Trotzdem blieb der Werwolf.
Es war etwas, was Melissa ihm gesagt hatte, dass ihn noch warten ließ. Es war nicht nur die Folgen des Autounfalls, die einen Sorgen machen sollten, sondern eher, wie es dazu gekommen war. Es war nur ein kurzer Kommentar gewesen, aber die Schwester hatte angemerkt, dass es sich so anhörte, als ob Stiles am Steuer eingeschlafen war. Warum sollte er mitten am Tag einschlafen?
Derek gefiel das nicht und würde erst gehen, wenn er wusste, was mit Stiles wirklich los war. Nicht nur für ihn, sondern auch für Scott. Derek wusste, wie sehr Scott seinen Freund brauchte.
In dem Moment hörte er den Alpha. Derek richtete sich etwas mehr auf, um sich auf die Geräusche auf den Flur zu konzentrieren. Es war definitiv die Stimme von Scott. Er klang aufgebracht, verängstigt und schuldig. Melissa versuchte ihn, etwas zu beruhigen, aber Scott ließ sich nicht beruhigen. Es war nicht verwunderlich, denn es ging hier immerhin um Stiles. Stiles, der immer noch friedlich von den Medikamenten schlief.
„Es ist alles meine Schuld. Hätte ich ihn nicht bedrängt, wäre er gar nicht erst ins Auto gestiegen“, hörte er Scotts Stimme flüstern und Derek zog die Augenbrauen zusammen. Sein Blick blieb auf Stiles geheftet. Was war vorgefallen?
Auch wenn es ihm missfiel, müsste er Stiles einen Moment alleine lassen. Gerade wollte er die Tür öffnen, als er seinen Namen vernahm, geflüstert und schwach. Derek drehte sich um. Stiles war wach. Und Derek wollte wissen, was wirklich geschehen war, aber der Werwolf musste erst einmal mit Scott reden, um das ganze Bild zu kennen. So fasste er nach dem Türgriff.
„Warte“, sagte Stiles nun etwas lauter, worauf wohl auch der Sheriff nun endlich gewahr wurde, dass sein Sohn wieder wach war.
„Stiles? Stiles, oh mein Gott, dir geht es gut.“ Die Hände des Sheriffs wanderten sofort über den gesamten Körper seines Sohnes, so als ob er noch einmal sicher gehen wollte, dass er wirklich noch an einem Stück war. „Ich bin so froh.“
Stiles drehte sich zu seinem Vater und lächelte. „Ich gehe nirgendwohin.“
Und der Sheriff weinte. Er weinte und Derek hatte nur noch ein größeres Bedürfnis, den Raum zu verlassen, nun nicht nur vorrangig, um mit Scott zu reden, sondern auch, um die Beiden alleine zu lassen, denn das war ein intimer Moment, in dem Derek keinen Platz hatte.
„Was tut Derek hier?“ Die Frage war an den Sheriff gerichtet.
Das erste Mal, seit der Sheriff das Zimmer betreten hatte, wandte er sich wieder dem Werwolf zu. „Er hat dich gefunden und dafür gesorgt, dass du ins Krankenhaus kommst. Kannst du dich nicht mehr erinnern?“
Stiles schüttelte nur den Kopf. „Nur vage.“
Jetzt war es definitiv Zeit zu gehen. Aber die Tür öffnete sich, bevor Derek sie überhaupt berührt hatte.
„Stiles!“ Scott rannte an ihm vorbei und war sofort an der Seite seines Freundes, jedoch berührte Scott ihn nicht. Außerdem stand er einen Schritt weit vom Bett entfernt. „Geht es dir gut?“
Stiles nickte nur. „Nur ein paar Schrammen. Wird schon wieder.“ Der Junge vermied es, Scott anzusehen und Derek spürte förmlich, wie weh es dem Alpha tat, von seinem Freund so ignoriert zu werden.
Was war nur zwischen den Beiden vorgefallen? Hatten sie sich gestritten?
Derek hätte gerne gewusst, was es war, aber er würde nicht fragen, nicht hier in diesem vollen Raum. „Wie wäre es, wenn wir Stiles ein wenig Ruhe gönnen?“, meldete sich nun der Sheriff zu Wort.
Derek nickte nur und auch Scott ging einen weiteren Schritt vom Bett weg. Der Sheriff blieb an seinem Platz sitzen. Vermutlich war es so besser. Derek könnte mit Scott sprechen und endlich verstehen, was hier wirklich vor sich ging.
„Nein.“ Es war Stiles. „Ich würde gerne mit Derek reden.“
Etwas überrascht drehte sich Derek um. Alle Drei im Raum musterten ihn. Der Sheriff sah ihn etwas verwirrt an und Scott hatte einen Ausdruck im Gesicht, als ob er ihm sagen wollte, dass er ihm helfen sollte.
„Okay“, stimmte Derek deshalb zu und nickte Scott aufmunternd zu.
Der Sheriff legte eine Hand auf Scotts Schulter und führte den Jungen hinaus. „Ich bin gleich wieder da.“
Etwas zögerlich trat Derek näher und setzte sich auf den Platz, an dem Sheriff Stilinski noch Momente zuvor gesessen hatte.
„Du hast mich also gefunden?“ Stiles schaute ihn nicht einmal an.
„Ja! Es war eher Zufall, aber ich bin gerade die Straße langgekommen und habe den Unfall gesehen.“ Man sollte es vielleicht sogar eher als Glück bezeichnen, denn die Straße war zwar viel befahren, aber man hätte den Wagen auch leicht übersehen können.
Stiles nickte und schloss die Augen. Seine Hand krallte sich in die Bettdecke. „Hast du ... hast du vielleicht irgendetwas Ungewöhnliches gesehen?“
Derek zog die Brauen zusammen. „Nein, außer, dass du einfach von der Straße abgekommen bist, nicht. Was ist los gewesen, Stiles?“ Derek wollte es wissen und war deshalb auch etwas direkter geworden.
„Ich ... ich-“, fing Stiles an, brach aber auch direkt wieder ab. Er hatte Angst, das konnte Derek deutlich riechen. Aber wovor? Da war nichts gewesen, rein gar nichts.
„Stiles?“
Der Junge schüttelte nur den Kopf. „Ich weiß nicht. Ich habe gedacht, ich hätte etwas gesehen und da habe ich die Kontrolle über den Wagen verloren.“
Das war eine Lüge, so deutlich, dass sich Derek nicht einmal auf den Herzschlag von Stiles konzentrieren musste, um das zu wissen. Er hatte die Kontrolle nicht verloren, das hatte Derek gesehen. Er war einfach nur von der Fahrbahn abgekommen, als ob er eingeschlafen wäre. „Wann hast du das letzte Mal geschlafen?“
„Was?“ Stiles schien sichtlich überrascht von dieser Frage.
„Wann hast du das letzte Mal geschlafen, Stiles?“ Man sah ihm an, wie erschöpft er war und Derek konnte sich nicht vorstellen, dass es nur mit dem Unfall zu tun hatte. Da steckte mehr dahinter.
„Gerade eben.“ Stiles grinste und Derek hätte ihm am liebsten dafür geschlagen.
Er ließ ein kleines Knurren aus seiner Kehle dringen. „Wann, Stiles?“
Daraufhin zuckte Stiles nur die Schultern. „So richtig? Am Stück?“
„Ja!“
„Ich weiß nicht. Vermutlich Wochen, vermutlich vor allem.“
Stiles musste nicht erklären, was „vor allem“ bedeutete. Vor Allison und vor dem Nogitsune. Und das war lang. Die Sache mit Allison war nun schon einen Monat her. Hatte er wirklich so lange nicht mehr richtig geschlafen? Kein Wunder, dass er einen Unfall gebaut hatte. „Du musst etwas schlafen.“
Stiles lachte höhnisch auf. „Leichter gesagt als getan.“
Derek nickte, denn er verstand. Er verstand besser, als Stiles wohl vermuten würde. Nach Paige hatte er wochenlang auch nicht richtig schlafen können, immer wieder hatte er ihr Gesicht im Traum gesehen. Es hatte ihn wahnsinnig gemacht. Aber bei Stiles musste es noch schlimmer sein. Er hatte so viel mehr getan, als nur eine einzige Person zu töten.
„Du solltest mit Scott reden“, schlug er also vor. Scott war sein bester Freund. Sie sagten sich alles. Derek meinte es wirklich ernst.
Stiles allerdings schüttelte nur den Kopf. „Er wird es nicht verstehen.“
„Was nicht verstehen?“
Stiles sah auf und blickte zum ersten Mal in die Augen von Derek. „Wie es sich angefühlt hat.“
Derek schluckte schwer und wollte etwas erwidern, aber da kam schon die nächste Frage. „Wie hast du dich nach Paige gefühlt?“
Etwas verwundert blickte Derek auf. Er wusste nicht, dass Stiles von Paige gehört hatte, aber anscheinend schien er es zu wissen. Wie er ihn anblickte, wusste er es. „Schrecklich“, gab er offen zu, denn Stiles brauchte Ehrlichkeit im Moment.
„Du hast dich schuldig gefühlt?“
„Ich werde mich wohl ewig schuldig fühlen.“
Stiles nickte und war wieder still.
„Scott kann verstehen, wenn du dich schuldig fühlst, Stiles. Er wird es verstehen.“ Derek glaubte, dass Scott sich an dem Tod von Allison sicherlich auch die Schuld gab. Er war der Alpha des Rudels und er hatte nicht alle beschützen können. „Du solltest mit ihm reden.“
„Ich habe ihn angeschrien“, flüsterte Stiles leise und senkte den Blick. „Er ist bestimmt sauer auf mich.“
„Er sah besorgt aus, Stiles. Er ist sicherlich nicht sauer auf dich.“ Er hörte wie Scott vor dem Zimmer auf und ab schritt. Vielleicht hörte er sogar zu, auch wenn es wohl nicht ganz richtig war. Aber Scott machte sich nur Sorgen. Er wollte, dass es Stiles wieder gut ging.
„Soll ich ihn reinschicken?“
„Nein!“
Derek hörte, wie Scott stehen blieb. Also hatte er wirklich zugehört. „Stiles, bitte. Scott macht sich Vorwürfe. Er denkt, dass er Schuld an dem Autounfall ist, weil er dich zu sehr bedrängt hat. Er will dir nur helfen und er wird deine Wünsche akzeptieren, aber rede zumindest mit ihm.“
Stiles blickte auf und hatte Tränen in den Augen. „Er wird mich hassen.“
Derek griff vorsichtig nach Stiles Hand. „Was meinst du? Scott könnte dich nie hassen.“
Aber Stiles schüttelte nur wieder und wieder den Kopf. „Ich war es! Alles! Nicht nur Allison, alle anderen.“
„Das war der Nogitsune, Stiles.“
„Aber er war ich und ich war er.“ Tränen flossen nun seine Wange hinunter. „Mir hat es gefallen. All die Macht und Überlegenheit. Ich fand es gut, Derek.“ Eine kurze Pause folgte und komplette Stille herrschte. „All diese Menschen sind tot und ich hatte Spaß.“
„Stiles.“ Es war nur ein leises Flüstern, denn Derek wusste nicht, was er mehr sagen sollte.
„Ich hatte Spaß daran. Was sagt uns also, dass er vollkommen weg ist. Was verrät uns, dass ich nicht zum Teil mit Schuld bin an allem, was er getan hat? Ich könnte es gewesen sein, von Anfang an.“
„Nein!“ Scott stand in der Tür und Derek blickte auf. Er wollte gehen, aber Stiles griff nach seiner Hand und zwang ihn so zum Bleiben. „Du könntest so etwas nie tun, Stiles.“
„Du hast es doch gesehen.“
„Das war der Nogitsune“, warf Derek wieder ein. „Scott hat Recht. Du hast an nichts schuld, was dieser Dämon angerichtet hat.“
„Wie könnt ihr euch da so sicher sein?“ Stiles schaute nacheinander Derek und dann Scott an. Bei Scott verharrte er.
„Weil ich dich schon ewig kenne und ich weiß, was du bist, zu was du fähig bist und zu was nicht. Manchmal kannst du mir Angst machen, wie weit du zu gehen bereit bist, wenn es um deine Freunde oder deinen Vater geht und du würdest viel tun, aber du würdest nie im Leben jemand Unschuldigen etwas antun. Du bist Stiles und du bist der liebenswürdigste Mensch, dem ich bisher getroffen habe.“
Stiles biss sich auf die Unterlippe und wandte sich zu Derek. Dieser schien etwas überfordert, wohl auch etwas sagen zu müssen. „Scott hat schon Recht“, behielt er seinen Standpunkt aufrecht.
Stiles lächelte leicht. „Keine netten Worte für mich?“
„Ich habe gerade gelernt, dir nicht den Kopf abreißen zu wollen, Stiles. Strapazier dein Glück nicht.“
Challenge: H/C - "Wann hast du das letzte Mal geschlafen?" (für mich)
Titel: Guilt IV
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Stiles, Derek, Scott, Sheriff Stilinski
Wörter: 1900
Warnung: Spoiler für dritte Staffel
A/N: So und der vierte Teil. Wird noch einen oder vielleicht zwei davon geben ;)
Derek stand mit gekreuzten Armen gegen die Wand gelehnt. Er hatte Sheriff Stilinski den Stuhl neben dem Bett seines Sohnes überlassen. Auch wenn der Polizist ihn zweimal gesagt hatte, dass er sich ruhig den anderen Stuhl daneben stellen sollte, hatte Derek es bisher nicht getan. Er war hier eigentlich fehl am Platz. Er gehörte hier nicht hin. Schließlich war es Stiles und sein Vater. Aber Derek wollte nur sicher gehen, dass es dem Jungen wirklich gut ging.
Der Arzt hatte ihnen erklärt, dass Stiles noch Glück gehabt hatte. Eine gebrochene Rippe, eine leichte Gehirnerschütterung, aber sonst war er bis auf ein paar Schrammen unverletzt. Derek wusste, dass Stiles wieder gesund werden würde, nach ein wenig Bettruhe natürlich, aber er würde wie ein normaler Mensch heilen. Trotzdem blieb der Werwolf.
Es war etwas, was Melissa ihm gesagt hatte, dass ihn noch warten ließ. Es war nicht nur die Folgen des Autounfalls, die einen Sorgen machen sollten, sondern eher, wie es dazu gekommen war. Es war nur ein kurzer Kommentar gewesen, aber die Schwester hatte angemerkt, dass es sich so anhörte, als ob Stiles am Steuer eingeschlafen war. Warum sollte er mitten am Tag einschlafen?
Derek gefiel das nicht und würde erst gehen, wenn er wusste, was mit Stiles wirklich los war. Nicht nur für ihn, sondern auch für Scott. Derek wusste, wie sehr Scott seinen Freund brauchte.
In dem Moment hörte er den Alpha. Derek richtete sich etwas mehr auf, um sich auf die Geräusche auf den Flur zu konzentrieren. Es war definitiv die Stimme von Scott. Er klang aufgebracht, verängstigt und schuldig. Melissa versuchte ihn, etwas zu beruhigen, aber Scott ließ sich nicht beruhigen. Es war nicht verwunderlich, denn es ging hier immerhin um Stiles. Stiles, der immer noch friedlich von den Medikamenten schlief.
„Es ist alles meine Schuld. Hätte ich ihn nicht bedrängt, wäre er gar nicht erst ins Auto gestiegen“, hörte er Scotts Stimme flüstern und Derek zog die Augenbrauen zusammen. Sein Blick blieb auf Stiles geheftet. Was war vorgefallen?
Auch wenn es ihm missfiel, müsste er Stiles einen Moment alleine lassen. Gerade wollte er die Tür öffnen, als er seinen Namen vernahm, geflüstert und schwach. Derek drehte sich um. Stiles war wach. Und Derek wollte wissen, was wirklich geschehen war, aber der Werwolf musste erst einmal mit Scott reden, um das ganze Bild zu kennen. So fasste er nach dem Türgriff.
„Warte“, sagte Stiles nun etwas lauter, worauf wohl auch der Sheriff nun endlich gewahr wurde, dass sein Sohn wieder wach war.
„Stiles? Stiles, oh mein Gott, dir geht es gut.“ Die Hände des Sheriffs wanderten sofort über den gesamten Körper seines Sohnes, so als ob er noch einmal sicher gehen wollte, dass er wirklich noch an einem Stück war. „Ich bin so froh.“
Stiles drehte sich zu seinem Vater und lächelte. „Ich gehe nirgendwohin.“
Und der Sheriff weinte. Er weinte und Derek hatte nur noch ein größeres Bedürfnis, den Raum zu verlassen, nun nicht nur vorrangig, um mit Scott zu reden, sondern auch, um die Beiden alleine zu lassen, denn das war ein intimer Moment, in dem Derek keinen Platz hatte.
„Was tut Derek hier?“ Die Frage war an den Sheriff gerichtet.
Das erste Mal, seit der Sheriff das Zimmer betreten hatte, wandte er sich wieder dem Werwolf zu. „Er hat dich gefunden und dafür gesorgt, dass du ins Krankenhaus kommst. Kannst du dich nicht mehr erinnern?“
Stiles schüttelte nur den Kopf. „Nur vage.“
Jetzt war es definitiv Zeit zu gehen. Aber die Tür öffnete sich, bevor Derek sie überhaupt berührt hatte.
„Stiles!“ Scott rannte an ihm vorbei und war sofort an der Seite seines Freundes, jedoch berührte Scott ihn nicht. Außerdem stand er einen Schritt weit vom Bett entfernt. „Geht es dir gut?“
Stiles nickte nur. „Nur ein paar Schrammen. Wird schon wieder.“ Der Junge vermied es, Scott anzusehen und Derek spürte förmlich, wie weh es dem Alpha tat, von seinem Freund so ignoriert zu werden.
Was war nur zwischen den Beiden vorgefallen? Hatten sie sich gestritten?
Derek hätte gerne gewusst, was es war, aber er würde nicht fragen, nicht hier in diesem vollen Raum. „Wie wäre es, wenn wir Stiles ein wenig Ruhe gönnen?“, meldete sich nun der Sheriff zu Wort.
Derek nickte nur und auch Scott ging einen weiteren Schritt vom Bett weg. Der Sheriff blieb an seinem Platz sitzen. Vermutlich war es so besser. Derek könnte mit Scott sprechen und endlich verstehen, was hier wirklich vor sich ging.
„Nein.“ Es war Stiles. „Ich würde gerne mit Derek reden.“
Etwas überrascht drehte sich Derek um. Alle Drei im Raum musterten ihn. Der Sheriff sah ihn etwas verwirrt an und Scott hatte einen Ausdruck im Gesicht, als ob er ihm sagen wollte, dass er ihm helfen sollte.
„Okay“, stimmte Derek deshalb zu und nickte Scott aufmunternd zu.
Der Sheriff legte eine Hand auf Scotts Schulter und führte den Jungen hinaus. „Ich bin gleich wieder da.“
Etwas zögerlich trat Derek näher und setzte sich auf den Platz, an dem Sheriff Stilinski noch Momente zuvor gesessen hatte.
„Du hast mich also gefunden?“ Stiles schaute ihn nicht einmal an.
„Ja! Es war eher Zufall, aber ich bin gerade die Straße langgekommen und habe den Unfall gesehen.“ Man sollte es vielleicht sogar eher als Glück bezeichnen, denn die Straße war zwar viel befahren, aber man hätte den Wagen auch leicht übersehen können.
Stiles nickte und schloss die Augen. Seine Hand krallte sich in die Bettdecke. „Hast du ... hast du vielleicht irgendetwas Ungewöhnliches gesehen?“
Derek zog die Brauen zusammen. „Nein, außer, dass du einfach von der Straße abgekommen bist, nicht. Was ist los gewesen, Stiles?“ Derek wollte es wissen und war deshalb auch etwas direkter geworden.
„Ich ... ich-“, fing Stiles an, brach aber auch direkt wieder ab. Er hatte Angst, das konnte Derek deutlich riechen. Aber wovor? Da war nichts gewesen, rein gar nichts.
„Stiles?“
Der Junge schüttelte nur den Kopf. „Ich weiß nicht. Ich habe gedacht, ich hätte etwas gesehen und da habe ich die Kontrolle über den Wagen verloren.“
Das war eine Lüge, so deutlich, dass sich Derek nicht einmal auf den Herzschlag von Stiles konzentrieren musste, um das zu wissen. Er hatte die Kontrolle nicht verloren, das hatte Derek gesehen. Er war einfach nur von der Fahrbahn abgekommen, als ob er eingeschlafen wäre. „Wann hast du das letzte Mal geschlafen?“
„Was?“ Stiles schien sichtlich überrascht von dieser Frage.
„Wann hast du das letzte Mal geschlafen, Stiles?“ Man sah ihm an, wie erschöpft er war und Derek konnte sich nicht vorstellen, dass es nur mit dem Unfall zu tun hatte. Da steckte mehr dahinter.
„Gerade eben.“ Stiles grinste und Derek hätte ihm am liebsten dafür geschlagen.
Er ließ ein kleines Knurren aus seiner Kehle dringen. „Wann, Stiles?“
Daraufhin zuckte Stiles nur die Schultern. „So richtig? Am Stück?“
„Ja!“
„Ich weiß nicht. Vermutlich Wochen, vermutlich vor allem.“
Stiles musste nicht erklären, was „vor allem“ bedeutete. Vor Allison und vor dem Nogitsune. Und das war lang. Die Sache mit Allison war nun schon einen Monat her. Hatte er wirklich so lange nicht mehr richtig geschlafen? Kein Wunder, dass er einen Unfall gebaut hatte. „Du musst etwas schlafen.“
Stiles lachte höhnisch auf. „Leichter gesagt als getan.“
Derek nickte, denn er verstand. Er verstand besser, als Stiles wohl vermuten würde. Nach Paige hatte er wochenlang auch nicht richtig schlafen können, immer wieder hatte er ihr Gesicht im Traum gesehen. Es hatte ihn wahnsinnig gemacht. Aber bei Stiles musste es noch schlimmer sein. Er hatte so viel mehr getan, als nur eine einzige Person zu töten.
„Du solltest mit Scott reden“, schlug er also vor. Scott war sein bester Freund. Sie sagten sich alles. Derek meinte es wirklich ernst.
Stiles allerdings schüttelte nur den Kopf. „Er wird es nicht verstehen.“
„Was nicht verstehen?“
Stiles sah auf und blickte zum ersten Mal in die Augen von Derek. „Wie es sich angefühlt hat.“
Derek schluckte schwer und wollte etwas erwidern, aber da kam schon die nächste Frage. „Wie hast du dich nach Paige gefühlt?“
Etwas verwundert blickte Derek auf. Er wusste nicht, dass Stiles von Paige gehört hatte, aber anscheinend schien er es zu wissen. Wie er ihn anblickte, wusste er es. „Schrecklich“, gab er offen zu, denn Stiles brauchte Ehrlichkeit im Moment.
„Du hast dich schuldig gefühlt?“
„Ich werde mich wohl ewig schuldig fühlen.“
Stiles nickte und war wieder still.
„Scott kann verstehen, wenn du dich schuldig fühlst, Stiles. Er wird es verstehen.“ Derek glaubte, dass Scott sich an dem Tod von Allison sicherlich auch die Schuld gab. Er war der Alpha des Rudels und er hatte nicht alle beschützen können. „Du solltest mit ihm reden.“
„Ich habe ihn angeschrien“, flüsterte Stiles leise und senkte den Blick. „Er ist bestimmt sauer auf mich.“
„Er sah besorgt aus, Stiles. Er ist sicherlich nicht sauer auf dich.“ Er hörte wie Scott vor dem Zimmer auf und ab schritt. Vielleicht hörte er sogar zu, auch wenn es wohl nicht ganz richtig war. Aber Scott machte sich nur Sorgen. Er wollte, dass es Stiles wieder gut ging.
„Soll ich ihn reinschicken?“
„Nein!“
Derek hörte, wie Scott stehen blieb. Also hatte er wirklich zugehört. „Stiles, bitte. Scott macht sich Vorwürfe. Er denkt, dass er Schuld an dem Autounfall ist, weil er dich zu sehr bedrängt hat. Er will dir nur helfen und er wird deine Wünsche akzeptieren, aber rede zumindest mit ihm.“
Stiles blickte auf und hatte Tränen in den Augen. „Er wird mich hassen.“
Derek griff vorsichtig nach Stiles Hand. „Was meinst du? Scott könnte dich nie hassen.“
Aber Stiles schüttelte nur wieder und wieder den Kopf. „Ich war es! Alles! Nicht nur Allison, alle anderen.“
„Das war der Nogitsune, Stiles.“
„Aber er war ich und ich war er.“ Tränen flossen nun seine Wange hinunter. „Mir hat es gefallen. All die Macht und Überlegenheit. Ich fand es gut, Derek.“ Eine kurze Pause folgte und komplette Stille herrschte. „All diese Menschen sind tot und ich hatte Spaß.“
„Stiles.“ Es war nur ein leises Flüstern, denn Derek wusste nicht, was er mehr sagen sollte.
„Ich hatte Spaß daran. Was sagt uns also, dass er vollkommen weg ist. Was verrät uns, dass ich nicht zum Teil mit Schuld bin an allem, was er getan hat? Ich könnte es gewesen sein, von Anfang an.“
„Nein!“ Scott stand in der Tür und Derek blickte auf. Er wollte gehen, aber Stiles griff nach seiner Hand und zwang ihn so zum Bleiben. „Du könntest so etwas nie tun, Stiles.“
„Du hast es doch gesehen.“
„Das war der Nogitsune“, warf Derek wieder ein. „Scott hat Recht. Du hast an nichts schuld, was dieser Dämon angerichtet hat.“
„Wie könnt ihr euch da so sicher sein?“ Stiles schaute nacheinander Derek und dann Scott an. Bei Scott verharrte er.
„Weil ich dich schon ewig kenne und ich weiß, was du bist, zu was du fähig bist und zu was nicht. Manchmal kannst du mir Angst machen, wie weit du zu gehen bereit bist, wenn es um deine Freunde oder deinen Vater geht und du würdest viel tun, aber du würdest nie im Leben jemand Unschuldigen etwas antun. Du bist Stiles und du bist der liebenswürdigste Mensch, dem ich bisher getroffen habe.“
Stiles biss sich auf die Unterlippe und wandte sich zu Derek. Dieser schien etwas überfordert, wohl auch etwas sagen zu müssen. „Scott hat schon Recht“, behielt er seinen Standpunkt aufrecht.
Stiles lächelte leicht. „Keine netten Worte für mich?“
„Ich habe gerade gelernt, dir nicht den Kopf abreißen zu wollen, Stiles. Strapazier dein Glück nicht.“
no subject
Date: 2014-09-25 02:23 pm (UTC)Echt süß wie Derek dableibt und sich so fehl am Platz fühlt, aber trotzdem irgendwie nicht gehen kann <3 Die ganze Schuld-Sache ist natürlich etwas, was Derek sicherlich sehr gut nachvollziehen kann, er hat sich ja nicht nur für Paige, sondern auch später für Kate schuldig gefühlt. Die beiden sollten sich echt mal zusammen hinsetzen und sich darüber austauschen.
Und dann der ganze Konflikt zwischen Stiles und Scott und wie sich einfach beide Sorgen und Vorwürfe machen und HUARGH ich will sie alle knuddeln ;A;
Und das Ende *_* Gott, war das süß. Ich krieg im Moment echt nicht genug von Skittles, ehrlich. <3
no subject
Date: 2014-09-25 02:43 pm (UTC)Und ja, Skittles ist einfach nur obertoll und der nächste Teil ist auch wieder nur mit den Beiden, damit du dich schonmal freuen kannst :)