[identity profile] peterhforalpha.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: H/C - Sich (auf)opfern (für mich)
Titel: Fort
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Derek, Lydia
Wörter: 1000
Warnung: major character death (ihr seid gewarnt worden!!!)
A/N: Ich habe schon viel Schlimmes geschrieben, aber das war schon krass.
Widmung: (obwohl sie mich dafür umbringen wird) [livejournal.com profile] rei17. Einfach nur, weil sie mich auf die Idee gebracht hat, mit ihren bösen Headcanons.


Derek sank fassungslos auf die Knie. Sein leerer Blick war auf den Körper vor ihm gerichtet. Das Blut klebte an seinen Händen. Er wusste nicht einmal, was genau passiert war. Alles war so schnell gegangen und er hatte nicht mehr die Fähigkeiten, alles zu erkennen, alles zu sehen, wenn diese Wesen sich mit übernatürlicher Schnelligkeit bewegten.

Er wusste nur, dass er nicht hatte helfen können.

Scott war tot und Derek hatte nichts tun können.

Der junge Alpha lag vor ihm auf den Boden, reglungslos mit geschlossenen Augen. Derek hatte sich nie vorgestellt, dass dies irgendwann passieren könnte. Er hatte sich nie ausgemalt, dass Scott McCall je etwas zustoßen könnte. Zwar warf er sich immer als Erstes in Gefahr, um seine Freunde zu beschützen, aber für Derek hatte es nie jemand Stärkeren gegeben. Scott war zwar immer noch ein Teenager, aber er hatte eine Größe und Stärke, die Derek selten gesehen hatte.

Und nun war dies alles fort. Mit einem Schlag.

Scott McCall war fort. Einfach so.

Erschlagen von dieser Erkenntnis setzte er sich auf den Boden und zog den Körper näher zu sich heran. Derek nahm ihn und zog ihn in seine Arme.

„Es tut mir so leid“, flüsterte er. Es war nicht Dereks Schuld, nicht wirklich, immerhin hatte er ihn nicht verwandelt, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass er mehr hätte tun können, dass er Scott vielleicht besser hätte vorbereiten sollen. Außerdem war Scott hier aufgetaucht, um ihn zu beschützen. Seit er wieder menschlich geworden war, hatte Derek nur noch zuschauen können. Natürlich hatte er eine Waffe und konnte noch kämpfen, aber gegen ein übernatürliches Wesen war das nur ein Witz.

So war Scott gekommen, um ihm zu helfen. Und so war Scott gestorben.

Eine Leere breitete sich in ihm aus, die er das letzte Mal bei Laura gefühlt hatte. Und bei Erica und Boyd. Der letzte Rest seiner Familie, seines Rudels, war fort. Und er lebte immer noch. Lebte, obwohl er es nicht mehr sollte.

In dem Moment legte sich eine Hand auf seine Schulter. Derek wurde aus seinen Gedanken gerissen und er schaute auf. Es war nicht wichtig, wer da stand. Alles, was zählte, war Scott in seinen Armen. Es war alles so sinnlos geworden.

Aber seine Meinung änderte sich schlagartig, als er die Person erkannte. Es war wohl die einzige Person, die ihm erklären konnte, warum das passiert war. „Wieso?“, fragte er kraftlos. Und zum ersten Mal seit Jahren spürte Derek, dass er den Drang unterdrücken musste, zu weinen.

Lydia schüttelte ihren Kopf. Tränen strömten ihr über das Gesicht. „Ich weiß es nicht.“ Sie war aufgewacht, mitten aus einem wunderschönen Traum, und war in einem Albtraum gelandet. Sie hatte gewusst, was sie hier erwarten würde, aber dennoch war sie nicht vorbereitet gewesen.

Sie kniete sich neben Derek und fuhr Scott durch die Haare.
„Wieso hast du es nicht gespürt? Wieso hast du ihn nicht gewarnt?“ Dereks Stimme wurde lauter und Lydia zuckte kurz zusammen.

Sie wünschte, dass sie etwas gespürt hätte, denn sie hätte nie im Leben zweimal denselben Fehler gemacht. Allison hatte sie nicht retten können, aber bei Scott hätte sie alles daran gesetzt, was sie hatte. Aber dieses Mal gab es keine Anzeichen, kein schlechtes Gefühl, zumindest nichts Konkretes, dass sie hätte warnen können.

„Ich wusste es nicht“, gab Lydia kleinlaut zu. „Ich wusste es nicht bis eben.“

Derek schüttelte vehement den Kopf. „Du bist eine Banshee. Scott ist dein Alpha. Du willst mir sagen, dass du rein gar nichts gespürt hast?“ Derek wusste, dass es nicht fair war, Lydia so anzuschreien, aber im Moment suchte er nach einem Schuldigen. Einem Schuldigen, den er anschreien konnte, weil er nicht geholfen hatte und Lydia war die Erste, die ihm über den Weg gelaufen war.

„Glaub mir, Derek. Wenn ich nur irgendetwas gespürt hätte, nur das kleinste Bisschen, ich hätte alles getan, was ich konnte.“ Sie lehnte ihre Stirn gegen die von Scott. „Ich wünschte, ich hätte etwas tun können.“

„Es war nicht deine Schuld“, sagte Derek sanft und legte seine Hand auf Lydias Kopf. Er streichelte ihr sanft über das Haar. Es tat ihm leid, dass er sie so angeschrien hatte. „Er hätte nicht sterben sollen und deswegen hast du nichts gefühlt. Es war nicht deine Schuld.“
Lydia hob ihren Kopf. „Wie meinst du das?“ Sie wischte sich mit dem Hemdsärmel über das Gesicht, um es etwas zu trocknen.

„Er war hier, um mir zu helfen. Er hat sich für mich geopfert“, erklärte Derek trocken. „Du hast meinen Tod vorausgesagt, schon vor Wochen. Ich sollte sterben, aber Scott hatte das nicht akzeptieren wollen.“ Derek stoppte. Dieser Gedanke war zu schmerzhaft. Dass Scott nur seinetwegen gestorben war. Es war kaum auszuhalten. „Er ist heute gestorben, um mich zu schützen. Es war nicht geplant. Du hättest es nicht wissen können.“

Lydia schüttelte den Kopf. Sie hätte es dennoch spüren sollen, auch wenn es nicht geplant war.
„Es war nicht deine Schuld“, wiederholte Derek und erhob sich mit Scott in seinen Armen. Völlig schlaff hing er dort und erinnerte die Beiden daran, wie endgültig alles war. „Es war meine!“

Lydia starrte dem ehemaligen Werwolf hinterher bevor sie sich aus ihrer Starre löste und hinterher lief. Für einige Zeit gingen sie wortlos nebeneinander her, jeder in seinen eigenen Gedanken versunken, mit seiner eigenen Trauer beschäftigt. „Gib nicht dir die Schuld, Derek“, sagte sie schließlich. „Es war Scotts Entscheidung. Er hat sich entschieden, dich zu beschützen, ganz gleich für welchen Preis. Du warst für ihn eine der wichtigsten Personen und er würde es bestimmt wieder so machen, wenn er die Wahl hätte.“

Derek blieb stumm, sagte darauf nichts, sondern ging einfach nur weiter. „Wenn ich die Chance hätte, dass alles noch einmal zu wiederholen, wüsste ich, was ich tun würde.“

Lydia nickte. „Du würdest dich opfern, um ihn zu retten.“ Es war simpel. Es lag einfach in Dereks Wesen. Er konnte den Tod von Anderen nicht akzeptieren, aber sein Eigener war ihm völlig gleich.

„Ich weiß nicht, ob ich es könnte“, gab Derek gebrochen zu.

Lydia hob eine Augenbraue. „Was würdest du dann tun?“

„Ich würde ihm danken.“

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