luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kalliope
Challenge: Übernatürliches – Joker (Inspiration) (für mich)
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Kira, Lydia
Wörter: ~1100

Anmerkung: Es ist anders geworden als geplant... ähm... sorry ._. Aber es ist zum Glück nicht für die h/c-Tabelle, von daher... XD
Widmung: [livejournal.com profile] tsutsumi und [livejournal.com profile] rei17, die sowas von Schuld sind. XD


Die roten Augen gingen Kira nicht aus dem Kopf. Sie hatte sie oft genug gesehen, natürlich. Aber es war immer Scott gewesen. Der Alpha, der eher sich selbst zerreißen lassen würde, als zulassen, dass jemand aus seinem Rudel zu Schaden kam. Das war der Scott, den sie kannte und dem sie vertraute.
Aber das, was sie vor wenigen Stunden noch gesehen hatte war nicht Scott gewesen. Sondern... ein Monster. Ein Monster geboren aus Schmerz. Kira konnte nicht einmal im Ansatz nachfühlen, was in Scott vorgegangen war, dass der Wolf ihn derart überwältigt hatte. Dass das Raubtier so mächtig geworden war. Nein. Kein Raubtier mehr. Damit wäre sie zurechtgekommen. Wäre Stiles nicht aufgetaucht, sie wusste nicht, was passiert wäre. Wenn sie ehrlich war, wollte sie es auch gar nicht wissen.
Die glühenden, roten Augen hatten sie in ihre Träume verfolgt. Was sie geträumt hatte, wusste sie nicht mehr. Noch etwas, was sie im Grunde auch gar nicht wissen wollte.
Alles war so schnell gegangen. Oder war ihr schnell vorgekommen. Sie hatte den Überblick verloren.
Was wäre passiert, wäre Stiles wirklich tot gewesen?
Kira setzte sich auf und bemerkte, dass ihr Top feucht an ihrem Körper klebte. Dass ihre Bettwäsche klamm war. Alpträume waren etwas, woran man sich gewöhnte, wenn man sich in die Monsterparade von Beacon Hills eingereiht hatte. Aber dieser musste besonders schlimm gewesen sein.
Blindlings tastete sie nach ihrem Handy und wenig später erhellte das kalte Licht des Displays ihr Zimmer. Eine Nachricht war gekommen... vor ein paar Minuten erst. War es das gewesen, was sie geweckt hatte?
Scott? Nein. Stiles hatte ihr vor gut drei Stunden geschrieben, dass alles okay war. Scott nur noch ziemlich aufgewühlt. Dass sie morgen vorbeikommen würden. Es gab keinen Grund, dass Scott sich nochmal melden sollte. Er war total auf Stiles fixiert gewesen, als sie sich getrennt hatten. Vermutlich würde es dauern, bis er wieder genug im Gleichgewicht war, um an den Rest des Rudels zu denken.
Der Gedanke stach unangenehm. Dabei war es doch klar gewesen. Sie mochten einander. Sehr sogar. Aber Kira war sich jetzt noch deutlicher bewusst, dass Stiles immer an erster Stelle stehen würde. Das war es, was wirklich wehtat.
Sie tippte auf das kleine Nachrichtensymbol und las Lydias Namen. „Alles okay? Du kannst anrufen, wenn du willst.“
Vermutlich hätte Kira trotzdem gezögert. Die Nacht neigte sich zwar dem Ende zu, aber es war auch noch nicht morgens genug um einfach irgendwo anzurufen. Aber die Nachricht war gerade erst gekommen, was bedeutete, dass Lydia wohl von Schlaflosigkeit geplagt war.
Sie ging schon nach dem ersten Läuten dran. „Hey.“
„Hey. Kannst du... nicht schlafen?“
„Nein.“ Kira konnte richtig hören, wie Lydia auf ihrem Bett saß, ins Leere starrte und mit ihren roten Haaren spielte. „Du?“
„Es geht. Ich hatte einen Alptraum.“
„Das muss ziemlich gruselig gewesen sein...“
„Ja. Das war es allerdings. Scott war... nicht er selbst.“
Einen Moment herrschte Schweigen, Kira konnte nur hören, wie Lydia leise atmete. „Ich habe mal etwas darüber gelesen.“
Klar. Lydia hatte sicherlich zu ziemlich allem etwas gelesen. Geduldig wartete Kira, bis Lydia weitersprach.
„Bei Werwölfen und auch anderen, stehen die menschliche und die tierische Seite einander in einer Art Spannungsverhältnis. Normalerweise überwiegt die menschliche Seite. Menschen und Wölfe sind soziale Wesen. Sie brauchen ihr Rudel. Und bei Werwölfen, oder Kojoten, ist die menschliche Seite von einem Anker abhängig. Scotts Anker war erst Allison. Als sie sich getrennt hatten, wurde der Wolf... komplizierter. Er ist ein Raubtier und nutzt die Schwächen natürlich. Malias menschliche Seite hatte den Kampf verloren, als sie ihre Familie tötete. Jackson... konnte ich damals zurückholen. Und Scott... er braucht Stiles. Gerade die relativ jungen brauchen diesen Anker. Sonst geraten sie außer Kontrolle und werden eine Gefahr für alle.“
Kira konnte nicht sagen, dass sie wirklich verstand, was Lydia ihr erklärte. Oder... vielleicht doch. Das, was sie immer unterschwellig bemerkt hatte. Malia, die immer noch manchmal mehr wie ein Raubtier wirkte als wie ein Mensch. Wie ihre Menschlichkeit zu schwinden drohte, wenn sie unter Druck stand. Scott...
„Wäre Stiles also wirklich tot gewesen...“
„Dann hätten wir auf jeden Fall ein Problem gehabt.“
„Und ich... hätte ich gar nichts machen können?“ Ihre Stimme klang dünn. Verletzt. Verletzlich. Sie war es gewöhnt, Dinge in die Hand zu nehmen. Sie war nicht machtlos. Aber sie fühlte sich so.
„Ich weiß es nicht... Ihr seid...“
„Es ist kompliziert“, unterbrach Kira sie.
„Vielleicht. Aber offen gestanden... ich bin froh, dass wir es nicht darauf ankommen lassen mussten.“
Das war nicht das, was Kira hatte hören wollen. Absolut nicht. Es gab Dinge, über die man mit Lydia besser nicht redete. Nicht, wenn man nicht mit der Wahrheit klarkam. Und Lydia hatte meistens Recht. Was das Frustrierende an ihr war.
Vielleicht kamen sie und Malia darum so gut miteinander aus. Sie waren beide schonungslos ehrlich. Gnadenlos. Lydia war da erträglicher als Malia, aber ihre Schlussfolgerungen trafen dafür nicht selten umso genauer ins Ziel. Das war das Problem mit den zu intelligenten Menschen.
„Weißt du...“ Lydias Stimme war nun nachdenklicher, „Ich denke, du solltest morgen einfach mal nach Scott sehen. Er braucht dich auch. Wölfe sind schließlich immer noch Rudeltiere und du bist auch ein Teil davon. Ein wichtiger Teil. Immerhin hat er dich mitgenommen und niemanden von uns anderen.“
„Weil ihr anderes zu tun hattet.“
„Glaub mir... würde Scott deine Nähe nicht mehr schätzen als meine oder Dereks oder Liams, dann wäre er einfach alleine gegangen. Nicht, dass ich ihm dort eine Hilfe gewesen wäre, aber du weißt, was ich meine.“
„Mehr oder weniger...“ Es war ja nett, dass Lydia sie aufheitern wollte, aber nach dem, was sie vorher gesagt hatte, verfehlte es irgendwie die Wirkung.
Lydia seufzte hörbar. „Es passt nicht zu dir, zu Hause zu sitzen und Trübsal zu blasen. Wenn du die Sache klären willst, rede mit Scott. Bring ihn dazu, dir klare Antworten zu geben.“
„Und wie?“
„Was weiß ich. Indem du ihm sagst, wie du dich fühlst vielleicht?“
„Ich will ihn aber nicht drängen...“
„Kira. Wir reden hier von Scott, der uns alle mit Freuden ins Glücksbärchiland stecken würde, wo wir sicher und glücklich sind. Wenn er merkt, wie unglücklich du bist, wird er gar nicht anders können, als dir reinen Wein einzuschenken.“
„Ich bin nicht unglücklich.“
„Natürlich. Rede mit ihm. Eine Füchsin lässt sich doch nicht von einem Wolf einschüchtern, oder?“
Kira lächelte. Sie konnte gar nicht anders. „Nein.“

Date: 2014-10-04 07:06 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awwwww... Kira... ;__;
Das ist wirklich sehr traurig und angsty und ich bin echt froh, dass sie Lydia anrufen und dass Lydia diese sehr ruhige, sachliche Art an sich hat und trotzdem so... idk, so mitfühlend ist. Auf ihre Art.
Ich fand Winos Dreiteiler schon wahnsinnig angsty und jetzt machst du weiter... echt ey... XD Nicht okay!!!

Arme Kira. ;__;
Aber Scott hat sie doch so lieb und ich glaube, er fühlt sich nachträglich total schrecklich wegen dem was er getan hat und (beinah) getan hätte...
Die beiden müssen echt miteinander reden. ._.
Edited Date: 2014-10-04 07:06 pm (UTC)

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