[identity profile] ayawinner.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Thalia
Challenge: Romanze/Intimität - Auf dem Dach
Titel: Sommernächte
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Scott, Derek
Warnungen: ungebetat, EIN GROSSES TRAINWRECK
Anmerkungen: Ich habe die neusten Folgen noch nicht gesehen, deshalb hat das einfach mal so wenig Bezug zur Storyline wie irgendwie möglich.

Scott findet Derek auf dem Vordach vor seinem Schlafzimmerfenster sitzend, wie er scheinbar gedankenversunken in die sternenklare Nacht hinausstarrt, die Arme verschränkt, als sei er hier Türsteher oder Bodyguard. Scott schüttelt den Kopf und schiebt das Fenster weiter auf, um mühelos hinausklettern zu können.

Bodyguard. Vermutlich denkt Derek, dass er genau diese Rolle zu erfüllen hat, gerade so, als habe Scott ihn nur deshalb in sein Rudel aufgenommen, weil er Dereks körperliche Stärke nutzen will. Dabei sollte Derek es doch mittlerweile wirklich besser wissen.

Er lässt sich im Schneidersitz neben Derek auf die noch immer warmen Dachplatten sinken und versucht einige Minuten lang, Interesse für die schwach beleuchtete Straße aufzubringen, und für das Zirpen von Grillen, oder wenigstens für die Motorgeräusche aus der Ferne, aber er hat keine solch stoische Ruhe wie Derek. Wenn er die Sache so betrachtet, ist es fast bewundernswert, dass Derek noch nicht eingeschlafen ist.

„Du solltest schlafen“, sagt er plötzlich, ohne sich Scott zuzuwenden.

Scott mustert ihn skeptisch von der Seite. „Du auch“, sagt er schließlich wenig überzeugend und beobachtet amüsiert, wie Derek kaum merklich die Augenbrauen zusammenzieht.

„Aber ich schreibe morgen früh keinen Mathetest“, sagt er und Scott seufzt, denn er hat sich bisher wirklich große Mühe gegeben, den Test zu verdrängen und er möchte eigentlich auch nicht hier sitzen, auf einem Vordach, nachts, neben Derek, und sich über lineare Funktionen den Kopf zerbrechen.

Und Derek weiß das auch. Er muss das wissen. Und wenn er es nicht weiß, dann muss er es bemerken, zum Beispiel deswegen, weil Scotts Herz viel zu schnell schlägt, oder weil Scott ihn immer wieder angafft, oder weil es ihm fürchterlich schwer fällt, die Hände ruhig zu halten. Stattdessen starrt Derek nur weiter vor sich hin und ignoriert Scotts Gehampel. Scott ist gleichzeitig dankbar und genervt von sich selbst.

Auf irgendeiner Straße beschleunigt ein Auto und sie hören ihm zu, bis das Geräusch vermutlich die ganze Stadt aufgeweckt hat.

„Willst du nicht lieber mit rein kommen?“, fragt Scott, als es wieder still ist. Er sieht Derek nicht an, um die Zurückweisung aufzuschieben, bis Derek tatsächlich antwortet.

Aber Derek seufzt nur, und sagt zu Scotts Erstaunen und Belustigung (und, wenn er ehrlich sein soll, auch ein bisschen zu seiner Verängstigung): „Deine Mutter bringt mich eigenhändig um, wenn sie mich in deinem Zimmer findet.“

Das stimmt wohl. Melissa hat Rudeltreffen vor Mathetests ausdrücklich verboten, und Scott vermutet ganz stark, dass sie ‚aber zusammen mit Derek lässt es sich viel leichter einschlafen‘ nicht als Ausrede akzeptieren würde, auch dann nicht, wenn Scott tatsächlich viel ausgeruhter zum Mathetest erscheinen würde. Und sogar selbst dann nicht, wenn er die beste Note aller Zeiten mit nach Hause bringen würde.

Dann muss Derek sich eben am Morgen unauffällig verhalten. Und sowieso: Erst einmal muss Scott ihn dazu überreden, überhaupt mit ins Haus zu kommen.

Er stößt Derek also in Ermangelung einer besseren Idee mit dem Knie gegen den Oberschenkel. Er hat gehofft, es würde wirken wie ein – den Umständen geschuldet – missglückter Tritt gegen’s Schienbein, aber Derek hat es vermutlich sowieso schon als einen erbärmlichen Versuch erkannt, total subtil Körperkontakt herzustellen.

Scott könnte sich selbst treten für solche peinlichen Aktionen. Er zieht sein Bein trotzdem nicht zurück.

Derek zum Glück auch nicht; er sieht ihn nur verstohlen aus den Augenwinkeln an und sagt dann leise: „Sie wird mich definitiv umbringen, wenn sie mich in deinem Bett findet.“

Scott ist schon froh, dass er nur ein bisschen rot wird, statt gleich vom Dach zu fallen – was ihm vermutlich vor ein paar Wochen noch passiert wäre. Er ist nun einmal ein Teenager, und wenn Derek das so sagt, klingt es natürlich viel verwerflicher, als Scott das jemals gemeint hat.

Und Derek – der doch selbst auch verlegen ist, sonst würden sie doch nicht einfach nur hier draußen herumsitzen – tut noch so, als würde ihn Scotts Unbehagen endlos amüsieren, dabei hört Scott doch seinen Herzschlag auch, und bemerkt doch auch, dass Derek sein Bein enger an ihn drückt, und er weiß doch auch, dass Derek sich noch viel mehr nach Nähe sehnt als er.

Er dreht sich so absichtlich ungeschickt zu Derek herum, dass er fast auf Dereks Schoß landet, und grinst ihn herausfordernd an. Er hat doch sowieso schon gewonnen, denn sonst würde Derek sich mehr wehren. Oder er wäre vielleicht erst gar nicht zu Scotts Haus gekommen – oder hätte es zumindest so subtil angestellt, dass Scott nichts davon gemerkt hätte.

Derek seufzt theatralisch, als sei Scott ein schlimmes Schicksal, das es zu ertragen gelte, zieht ihn aber dann so nah an sich, dass er das Gesicht in Scotts Halsbeuge vergraben kann. Scott hat definitiv gewonnen. Er spürt Dereks tiefen, gleichmäßigen Atem auf der Haut und Dereks Hände, die warm und sicher auf seinem Rücken liegen, und er kann sich nichts Beruhigenderes vorstellen, nichts rundum Perfekteres als diesen Moment.

Er weiß nicht, warum Derek sich immer so sehr davor sträubt, und warum Scott ihn immer wieder überreden muss, denn wenn Scott ihm übers Haar streicht, hält Derek ihn noch fester, und atmet noch tiefer, als wollte er Scott nie wieder loslassen, und es macht Scott so unheimlich glücklich, dass er sogar fast den verhassten Mathetest vergisst.

Noch nicht einmal die Geräusche stören ihn noch, nie immer wieder aufheulenden Motoren aus entfernten Straßen, oder das konstante Zirpen, das unerwartet laut wird, wann immer die Motoren wieder verstummen. Er hört Dereks Atem, und seinen ruhigen Herzschlag, und es ist genug für den Moment, denn auf eine seltsame Weise trägt es nur dazu bei, dass sich alles richtig anfühlt; ein perfektes Zuhause.

Er legt die Arme um Dereks Hals und drückt sich so gut es eben noch geht näher an ihn heran, und schließt die Augen ganz fest, um nicht vor lauter Freude loszulachen.

„Lass uns rein gehen“, murmelt Derek schließlich gegen seinen Nacken, und Scott ist sich sicher, dass er phantastisch schlafen wird, und dass daran auch keine Drohungen seiner Mutter etwas ändern können.

Date: 2014-08-23 02:58 pm (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
Ugh, ich bin immer noch schrecklich verliebt in alles hier und ich finde absolut gar nicht, dass es ein Trainwreck ist, im Gegenteil, es passt super zur Challenge und ist very much IC. <333

Was mir am besten gefällt, ist wahrscheinlich Scotts "Unschuld" im weitesten Sinne. Er denkt wirklich nur ans Kuscheln und vielleicht noch Händchenhalten und gemeinsam einschlafen und erst als Derek sich über ihn lustig macht, merkt er, wie man das auch noch hätte interpretieren können und es ist einfach nur zu süß, aww, diese beiden.

UND DEREK DIESER KLEINE BALL AUS UNTERDRÜCKTEN GEFÜHLEN AWWW OH GAWD, really, ich liebe es, dass Scott sein ganzes harter-Kerl-Getue sofort durchschaut und sich nicht drüber lustig macht sondern Derek gibt, was er braucht und sie sich gegenseitig so gut tun. Haaaaaaach oh Gott. <3333

Date: 2014-10-24 09:46 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awwwwww!
Ach die beiden sind so süß. <333
Wunderschöner kleiner One-Shot, hat mir sehr gefallen!! :)

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