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[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: Romantik/Intimität – Bisexualität (für mich)
Fandom: Harry Potter
Pairing: Charlie Weasley/Oliver Wood
Wörter: 888
A/N: So sehr, wie ich immer, immer, immer Charlie und Molly schreiben will, sollte ich irgendwann mal rausfinden, wie man Molly Weasley schreibt. *drop*



"Deswegen musste ich also unbedingt mitkommen?" Oliver warf einen kritischen Blick zu den Stapeln schmutzigen Geschirrs und dann zurück zu Charlie. "'Komm schon, Ollie, ich ertrag dieses ganze Familienzeugs nicht, du kannst mich unmöglich alleine lassen...'", äffte er Charlie nach. Der weinerliche Unterton war schamlos übertrieben. "Alles nur, weil du Hilfe beim Abwasch brauchst?"

Charlie warf ein paar Gummihandschuhe nach ihm und beschloss besser nicht zu antworten.

Oliver warf die Handschuhe zurück. "Träum weiter, ich sitze hier und guck dir zu", verkündete er mit einem dreckigen Grinsen und setzte sich auf die Anrichte, direkt neben die Spüle. "Viel Spaß!"

"Ich weiß wirklich nicht, warum ich dich mitgenommen habe..." knurrte Charlie und drehte den Wasserhahn auf, bevor er über die Schulter zurückblickte um zu überprüfen, dass seine Mutter nicht hinter ihm stand, um ihre 'Keine unnötige Magie bei der Hausarbeit'-Regel eisern durchzusetzen.

"Nun, da gibt es verschiedene Möglichkeiten", erklärte Oliver völlig unbeeindruckt und zählte an den Fingern ab: "a) Du hast echt geglaubt, ich würde dir helfen. b) Du hältst einfach keine drei Tage ohne mich aus. c) Du brauchst jemanden, der dir sagt, dass du mit Gummihandschuhen unglaublich sexy bist."

"Idiot."

Oliver streckte ihm die Zunge raus und Charlie schwenkte seinen Zauberstab in Richtung des Geschirrs, das sich daraufhin mehr oder weniger elegant unter das fließende Wasser bewegte.

"Du machst das nicht oft, oder?", erkundigte sich Oliver, als ob er das nicht genau wüsste, als ob er nicht jedes mal die Augen verdrehte, wenn er die Kürbis-Pastete-To Go-Schachteln in Charlies Müll sah. "Du bist erbärmlich schlecht darin."

"Siehst du, deshalb habe ich dich mitgenommen. Damit du mich beleidigst, statt mir zu helfen."

Oliver zuckte nur mit den Achseln. "Das ist Möglichkeit d)."

Sein Grinsen war breit und ein bisschen zu großspurig. Traurigerweise fand Charlie das wirklich, wirklich scharf. Und natürlich wusste Oliver das. Oder irgendetwas daran, dass Charlie ihn anstarrte und dabei zwei Suppenschalen ineinander krachen ließ, verriet es ihm, jedenfalls wurde sein Grinsen noch eine Spur breiter. Und anzüglicher.

"Merlin...", knurrte Charlie und ließ den Zauberstab sinken. Mit einem triumphierenden Laut zog Oliver ihn an sich und presste seine Lippen auf Charlies.

Möglicherweise hatte Charlie ihn deshalb mitgenommen.

"Charles Gavin Weasley!"

Sie fuhren auseinander, als hätten sie sich verbrannt. Das Blut schoss in Charlies Wangen, noch bevor er sich zu seiner Mutter umdrehte. Merlin, er zitterte.

"Mum..." Er wusste nicht, was er sagen sollte. 'Das ist nicht, wonach es aussieht, ich stehe nicht in deiner Küche und knutsche mit dem besten Freund meines kleinen Bruders' oder 'Ha! Überraschung!' oder 'Ich... geh dann mal' klangen alle nur bedingt verlockend.

"Was..." Seine Mutter räusperte sich. "Was wird das?"

Wie aus dem Nichts tauchte George auf, griff Olivers Hand und bugsierte ihn aus der Küche. Charlie war ihm unglaublich dankbar und wollte gleichzeitig anfangen zu schreien. Er wollte grade wirklich nicht allein mit seiner Mutter sein.

"Das ist nicht..."

Molly schüttelte den Kopf. "Das war genau, wonach es aussah, Charles." Natürlich war sie völlig resistent gegen so einen Blödsinn. Natürlich.

Er lehnte sich gegen die Anrichte und versuchte zu lächeln.

"Oliver und ich schlafen seit vier Jahren miteinander," sagte er schließlich und hätte sich im nächsten Moment am liebsten die Zunge abgebissen.

Seine Mutter rang sichtlich um Fassung. "Das... freut mich." Sie sah aus, als wollte sie sich übergeben und Charlie wollte im Boden versinken. "Aber das wollte ich nicht wissen. - Liebst du ihn?"

Er zuckte mit den Achseln. "Keine Ahnung... Vermutlich?"

Sie starrte ihn lediglich an, ihr Blick war undurchdringlich und Charlie wollte sie anschreien, sie anflehen, ihn anzubrüllen oder ihm eine Szene zu machen oder ihn in den Arm zu nehmen, bitte letzteres, bitte. Stattdessen schluckte er schwer. "Ja."

Und seine Mutter lächelte. "Warum hast du in all den Jahren nie etwas gesagt?"

"Keine Ahnung." Charlie wusste wirklich nicht, warum er nichts gesagt hatte. Am Anfang, weil er es selber nicht begriffen hatte. Später, weil sie es wirklich nie würde begreifen können. Dann, irgendwann, weil er es schon so lange nicht gesagt hatte.

Mit einem traurigen Lächeln zog seine Mutter Charlie in ihre Arme. Er drückte sein Gesicht in ihre Schulter und hielt sie fest. "Sag mir bloß, dass du keine Angst vor mir hattest."

Er sagte ihr nicht, dass ein verdammter Hornschwanz gegen sie wirkte wie ein niedliches Kinderspielzeug.

"Du solltest mich doch besser kennen."

Und da hatte sie vermutlich recht. "Aber... macht es dir denn gar nichts aus?" Er nuschelte in ihre Schulter, aber es war ihm egal.

"Mir macht es etwas aus, dass du gedacht hast, es vor mir geheim halten zu müssen. Und ich finde es wirklich, wirklich schade, dass du keine Kinder kriegen wirst..."

Das ließ Charlie dann doch hochschrecken. Entschieden löste er sich aus ihren Armen. "Mum, ich bin nicht schwul. Klar kann ich Kinder kriegen, ich stehe auch auf Frauen! Bisexualität, Mum, schlag es ruhig nach." So wie er es nachgeschlagen hatte.

Aber seine Mutter lachte bloß. "Und schon wieder nicht, was ich meinte. Du solltest wirklich öfter vorbeikommen, wenn du mich so wenig kennst."

Charlie zog eine Augenbraue hoch, er hatte nicht die geringste Ahnung, wovon sie sprach.

"Du wirst keine Kinder kriegen, weil du und Oliver? Das ist für die Ewigkeit."

Das war ein völlig absurder Gedanke, und Charlie schnaubte. "Woher willst du das denn wissen?"

"Das sieht man doch. Deswegen hast du ihn doch mitgenommen, oder nicht?"

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