[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: Angst - Totgeglaubt (Für mich)
Fandom: Teen Wolf
Wörter: ~1.200
Personen: Kira (POV), Scott, Stiles, Erwähnung aller anderen
Warnung: gore, dark, angst und Erwähnung von major character death
Summary: Was passiert, wenn Scott denkt, sein bester Freund sei gerade gestorben?
Anmerkung: Teil 1 von 3. Ich habe gemerkt, dass ich langsam die Angst- und H/C-Tabelle abarbeiten müsste.


Kira sprang vom Sitz hinter Scott, sobald er das Motorrad vor der Lagerhalle anhielt. Der Motor ratterte dröhnend und aus der Ferne erklang verzerrt das dumpfe, tiefe Brummen der Golems.
Kira hatte sieben von ihnen gezählt, als Scott im Zickzack zwischen ihnen hindurchgefahren war. Sieben Erdklumpen mit der Form riesenhafter Menschen von etwa drei Metern Höhe. Sie hatte gesehen, wie sie Menschen zertreten hatten wie Käfer, wie unter ihren elefantengleichen Stumpffüßen Blut und Fleisch gequollen war und sie an Erdbeermus erinnert hatte.

„Wir sammeln Stiles ein, und dann verschwinden wir!“
Scott riss sich den Helm vom Kopf. In der Lagerhalle hatte Derek eine Zeit lang Informationen über Golems versteckt, zu ängstlich, sie in seinem Loft oder im Tresorraum unter der Schule zu lagern. Peter war schon gefährlich genug, er musste nicht noch wissen, wie man aus Erde tödliche Monster formte.

Derek war mit Malia zum Krankenhaus gerast, von wo Melissa einen Angriff weiterer Golems gemeldet hatte. Fünf Stück hatten den Eingang und die Notaufnahme in Schutt und Asche gelegt, als sie panisch angerufen hatte.
Scott hatte Liam zu Lydia in deren Auto gedrängt. Während das Mädchen mit blutleeren Lippen und wortlos das Lenkrad umkrallt hatte, hatte er Liam eingebläut, Lydia zum Haus am See der Martins zu begleiten. Er hatte sich nicht zu helfen gewusst – es gab zu viele Stellen, an denen sie gleichzeitig sein mussten. Liam hatte bei jedem von Scott hastig dahingestolperten Worten eifrig genickt. Lydia in Sicherheit bringen, von ihr den Bannkreis um das Haus öffnen und wieder schließen lassen, und auf die anderen warten.
Ein erstes Experiment hatte gezeigt: Auch Golems kamen nicht durch einen Bannkreis aus Eberesche – ein erstes Erfolgserlebnis, nachdem sie tagelang im Dunkeln getappt waren. Niemand wusste, wer es war, der aus Erde mordende Monster baute. Niemand wusste so genau, wie man sie stoppte.

Und dann war es passiert. Stiles war auf eigene Faust losgewetzt. Er hatte wild mit Händen und Füßen gestikuliert.
„Wenn ein bestimmtes Wort auf ihrer Stirn sie in Gang setzt, und ein anderes sie wieder zu Dreck macht, müssen wir nur wissen, wie!“, hatte er gerufen. Er hatte irgendetwas davon gebrabbelt, dass er mal so eine Folge in Batman Beyond gesehen hatte, und dass es da genau das gleiche gewesen sei.
„Ich hole Dereks Pläne, wir treffen uns am Lagerhaus!“, hatte er über seine Schulter gerufen und war mit dem Jeep um die nächste Straßenecke gerast.

Das Auto stand einsam und verlassen am Rand der nächsten Querstraße. Kira hatte es beim Vorbeifahren inspiziert. Stiles war spät dran.

„Wir hätten uns nicht trennen sollen“, murmelte Scott neben ihr. Seine Finger zitterten, als er in der Jackentasche nach seinem Handy fischte.
„Wenn wir irgendetwas aus der Vergangenheit hätten lernen sollen, dann das. Es passieren immer fürchterliche Dinge, wenn Stiles alleine irgendwo hingeht.“

Er hatte Recht. Kira kannte Stiles und Scott nicht annähernd so lang, wie manch anderer aus dem Rudel, aber das war eine ihrer ersten Lektionen gewesen.
Lass Stiles alleine und ein Nogitsune ergreift Besitz von ihm. Lass ihn alleine irgendwo hingehen und Menschen erschießen ihn um ein Haar.
Die Sache war die, dass Stiles das ganz offensichtlich auch wusste, und diesen vermaledeiten Fehler trotzdem ständig wiederholte.
Einen besten Freund zu haben, der nullkommanull Prozent Lebenserhaltungstrieb besaß, war nie hilfreich.
„Es wird schon gutgehen“, versuchte Kira, ihm gut zuzureden.
„Ich meine, Derek versteckt Dinge gut. Stiles wird noch nach den Plänen suchen.“

Scott schaute sie mit zusammengepressten Lippen an. In der Ferne wurde das Grunzen der Golems lauter. Kira konnte ihre Schritte auf dem Asphalt unter sich spüren. Dumpfe, kleine Erschütterungen wie Presslufthammer einer nahe gelegenen Baustelle.

„Wir werden schon irgendwie dahinterkommen, wie man die Golems abstellt“, murmelte Scott und wischte mit fahrigen Fingern über sein Handydisplay. Auf dem Bildschirm erschien Stiles' Foto.
„Hauptsache, wir bringen Stiles in Sicherheit.“

Obwohl sie vor der Lagerhalle geparkt hatten, konnte Kira das Läuten von Stiles' Klingelton aus dem Inneren des Gebäudes hören. Es hallte an den leeren Wänden wieder.

Das und....

Sie spürte den Ruck aus elektrischer, panischer Energie, der durch ihren Körper zuckte, bevor sie es hörte.

Ohne nachzudenken wandte sie sich zu Scott um und schubste ihn zu Boden, warf sich über ihn.

Vor ihnen, über ihnen, neben ihnen explodierte die gesamte Halle mit einem ohrenbetäubenden Knall. Kira spürte, wie die Druckwelle sie und Scott zur Seite warf wie eine Welle auf See gegen ein Boot krachte. Die Luft war erfüllt mit Staub. Kira drückte Scotts Kopf enger unter sich gegen ihre Brust, einen Arm beschützend um seinen Haarschopf gelegt, den anderen gegen ihre Stirn gepresst. In ihren Ohren ertönte ein heller Pfeifton, und sie fühlte winzige und große Partikel auf sich niederrieseln. Holzspäne, Putzbrocken, Glassplitter, oh so viele Glassplitter.
Die Hälfte dieser Lagerhalle hatte aus Milchglas bestanden. Die Stadt hatte daraus Loftwohnungen machen wollen, ähnlich der von Derek.

Und das war der Augenblick, in dem Kira zwei Dinge begriff: Dass der Anruf auf Stiles' Handy
die Bombe im Inneren des Gebäudes gezündet hatte.

Und dass....

Scott regte sich unter ihr.
Seine Augen glühten bereits rot, als er den Kopf hob, als er desorientiert zuerst Kira und dann den Haufen Schutt, der eben noch ein Gebäude gewesen war, anschaute, auf die Füße sprang.

„Nein“, presste er tonlos hervor. Er blinzelte, als habe er etwas im Auge. Womöglich war das nicht mal verkehrt bei all dem Staub, der noch immer herunterkam. Eine Straßenecke weiter grölten die Golems.
„Nein. Nein. Nein, nein, neinneinneinnein....“

Zwischen den Scherben und den zusammengestürzten Pfeilern röchelte sterbend das Klingeln von Stiles' Handy.
Scott sprang zwei Schritte vorwärts – gefror in seinen Bewegungen und legte den Kopf schief. Kira kauerte am Boden und fühlte sich zittern. In ihren Blutbahnen zischten noch Funken und in ihren Augen quoll das Nass von Tränen an, kitzelte in ihrer Nase.

Sie wusste, dass ihr Alpha nach dem Herzschlag seines besten Freundes suchte.

Und ihn nicht fand.

Ihn nicht fand.

„Nein“, knurrte Scott.

„Nein, nein, nein, nein!“
Es klang schon fast nicht mehr menschlich. Mit drei-vier Sätzen sprang er zwischen Betonbrocken und Glasscherben. Krallenbesetzte Hände zogen ein Stück Wand zurück. Das Handyklingeln verstummte. Scott warf Glassplitter und Stücke zerfetzter Rohre über seine Schulter. Kira wischte sich über die Wangen.

„Scott!“, rief sie.
„Pass auf, deine Hände....“
Nein, das ergab keinen Sinn. Sie wusste, das ihn das nicht abhalten würde, zwischen den Trümmern zu suchen. Der Grund, weshalb sie nicht wollte, dass er den Berg an Schutt durchwühlte, war, dass sie den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er Stiles finden könnte.
Teile von Stiles.
Kira wusste, was solch eine Explosion mit einem menschlichen Körper tat.

Die Splitter rissen blutige Wunden in seine Finger. Aus seinem Atem war ein schweres Keuchen geworden, heiser und dumpf wie das eines großen Tieres. Kira sah enorme Wolfsfänge zwischen seinen halb geöffneten Lippen hervorblitzen, größer als je zuvor, und es brachte sie dazu, einen halben Schritt zurück zu weichen.

Sie hörte sich schluchzen, und das Geräusch zerriss die pfeifende Stille, welche die Explosion hinterlassen hatte. Scott erstarrte.
Zwischen Betonblöcken und heißem, wirbelnden Staub hob er etwas Graues in die Höhe.

Einen Teil des lila Hoodie, den Stiles sich heute Morgen angezogen hatte, zerfetzt und lose. Der Reißverschluss hing noch daran.

Date: 2014-08-17 09:38 am (UTC)
luinaldawen: (Default)
From: [personal profile] luinaldawen
Ich hätte auf meinen gesunden (naja, halbwegs jedenfalls) Menschenverstand hören sollen. Und das hier erst lesen wenn die anderen Teile da sind. Echt.
Jetzt sitze ich hier als nervliches Wrack und weiß mal wieder nicht, ob ich in Ehrfurcht auf die Knie fallen oder dir den Hals umdrehen soll. ;_; Scott! Allein dass du ihn so leiden lässt und sei es nur vorübergehend, ist unverzeihlich! T-T
Ich hoffe, du schaffst es bald, weiterzuschreiben!

Date: 2014-08-17 10:24 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
OH GOTT.
WINO. WINO! WINO!!
WIESO ????????
WIESOOOOOOOO????
WIESO TUST DU MIR DAS AN?????
WIESO TUST DU SCOTT DAS AN ?????
(Und was meinst du mit 'ich hätte das so gewollt'???? Ich äh leugne alles!! T____T OH GOTT!) WHY????

Ugh ... es ist schlimmer als ich mir das vorstellen konnte....
Gott.
Scott, der denkt dass Stiles sterben könnte ist schon ultimatives Trauma, aber Scott, der denkt, dass Stiles TOT ist... gott. Mir fehlen die Worte. Das Ausmaß der Angst sollte eine ganz neue Warnung kriegen....

Wäh. ;_____;
Bitte schreib sofort weiter! Ich halt das nicht aus. Bitte mach es wieder gut!!! *an dir zerr* Bitte!!! Mach es wieder gut!! Ich nehms zurück! Ich nehms zurück! Es klang wie eine gute Idee, als wir darüber geredet haben, aber wääääh ... ;__;
Mach es wieder gut!! Los!!! *wein*

Date: 2014-08-17 11:10 am (UTC)
luinaldawen: (Default)
From: [personal profile] luinaldawen
WAAAAS? DU bist Schuld? Schäm dich! ;_; Wie kannst du so einen Gedanken nur haben! Schäm dich! Aus! Ab in die Ecke!

Date: 2014-08-17 11:12 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Es klang wie eine gute Idee als wir darüber geredet hatten... ;___;

Ich zieh es zurück!!!! Wäh.... ;__;

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