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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kalliope
Challenge: Angst – Trennungsangst/Trennung
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Fuji, Inui
Anmerkung: Eher eine kleine Überleitung, erwartet also besser kein Meisterwerk *hust*
Wörter: 584

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5


Draußen kündigte sich zwar schon der neue Tag an, aber die Schatten waren noch immer tief. Es herrschte eine merkwürdige Stille nach dem Aufruhr im Eingangsbereich in der Nacht. Inui sah konzentriert in die Richtung, wo Fuji den Zaun wusste, der sie von der Außenwelt trennte. Das Notizbuch natürlich in der Hand, ausnahmsweise aber nicht geöffnet.
„Wo warst du?“ Fuji spezifizierte die Frage nicht weiter, Inui würde sich auch so denken können, was er meinte. Nicht überrascht wirkend drehte Inui sich zu ihm um und rückte sich die Brille hinweg, sein Gesicht unleserlich wie immer.
„Ich musste etwas überprüfen.“
„So?“
„Dass Kamio die Nerven verlieren würde, stand zu 67% fest.“
Fuji schwieg. Er fragte nicht, wieso Inui sie dann so plötzlich angesprochen hatte. Die Erklärung kam sowieso: „Ich hielt es für besser, wenn es passiert, solange ihr noch gute Fluchtwege habt.“
„So ungewohnt umsichtig...“ Der Tonfall transportierte deutlich genug, wie wenig Fuji von dieser Aktion hielt, an Inui prallte es aber natürlich ab.
„Die Lage spitzt sich zu, wir müssen langsam eine Entscheidung treffen.“
„Hier drinnen oder dort draußen?“
„Beides.“ Jetzt schlug Inui das Notizbuch auf. „92% der Menschen hier begreifen den Ernst der Lage nicht. 95% derjenigen draußen wissen es ein wenig zu gut. Dazu kommt die Sorge um die Angehörigen, das Misstrauen gegenüber dem Militär und generell die schlechte Informationspolitik. Mindestens 99% sind von Angehörigen getrennt worden. Und davon wissen ausnahmslos alle nicht, was aus ihnen geworden ist.“
Deutlich spürte Fuji nun Inuis Blick auf sich, unsichtbar hinter der verspiegelten Brille. Sie wussten beide, dass die Tachibana-Geschwister zu den Glücklichen gehörten. Oder diejenigen, die mit ihren Geschwistern zusammen evakuiert worden waren. Aber beinahe alle hatten keine Ahnung, was aus ihren Eltern geworden war. Aus Geschwistern, die entweder auf eine andere Schule gingen oder schon fertig waren. Er selbst machte sich wenig Hoffnungen, Yuuta oder Yumiko jemals wiederzusehen und das war ein Gedanke, den er nicht gerne zuließ.
Sie auch jetzt hinter einem Lächeln versteckend fragte er: „Du sagst also, wir sitzen auf einem gewaltigen Pulverfass?“
„Genau. Entweder eskaliert es hier drinnen oder draußen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“
„Und wann?“ Inui wäre nicht Inui, hätte er nicht zumindest eine Schätzung parat und Fuji wurde nicht enttäuscht.
„Wenige Tage.“ Geräuschvoll klappte er das Notizbuch wieder zu. „Wie geht es deinem Fuß?“
Fuji beschloss, dass es besser war, wenn er nicht darüber nachdachte, woher Inui darüber schon wieder Bescheid wusste.
„Ich kann laufen ohne zu viel Aufmerksamkeit zu erregen.“ Wie das aussehen würde, sollte es wirklich zu einem Aufstand kommen... wer wusste das schon. Allerdings war es nicht so, als hätte er eine große Wahl. Entweder ging es, oder er hatte ein Problem. „In ein paar Tagen müsste alles wieder in Ordnung sein.“
Das Notizbuch klappte auf und Inui notierte etwas, zweifellos genau das, was Fuji gerade gesagt hatte.
„Du wusstest, dass Tezuka und Tachibana auch hier sind.“
Noch eine Notiz. Dann: „Natürlich. Kirihara ist auch in ihrem Sektor.“
Ausgerechnet.
„Gibt es sonst noch jemanden, den du uns verschweigst?“ Fuji konnte nicht verhindern, dass seine Stimme angespannter klang und für eine Sekunde war er sich sicher, dass Inui ihn mitfühlend ansah. „Nein. Deinen Bruder hätte ich dir nicht verschwiegen.“ Inui klappte das Notizbuch wieder zu, ohne noch etwas notiert zu haben. Im Osten schob sich die Sonne über den Horizont und ein langezogener Ton signalisierte den offiziellen Beginn des neuen Tages.

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