der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: Romantik/Intimität – Beziehung zu dritt (fürs Team)
Fandom: Heroes of Olympus
Charaktere: Nico di Angelo, Leo Valdez und Calypso
Wörter: 1815
Warnung: SPOILER für House of Hades, future fic
A/N: Ich wollte wirklich Nico/Leo shippen, weil es so großartig sein könnte. Aber dann kam HoH und Calypso und überhaupt...! Aber ich wollte probieren, wie es doch funktionieren könnte, irgendwie, möglicherweise sehr platonisch. Also... das hier.
Oh und, [livejournal.com profile] tsutsumi, könnte ich einen Fandom-Tag bekommen?^^




Nico tauchte im Schatten einer alten Platane auf, wie immer.

Und wie immer blieb er dort einen Moment stehen und sah hinüber zu der kleinen Werkstatt mit dem großen Garten. Er starrte auf das leuchtende Neonschild (Leo and Calypso’s Garage: Autoreperaturen und mechanische Monster und darunter, in geschwungenem Kursiv Frisches Obst und Gemüse!), lauschte dem Klappern von Metall auf Metall, das nur von gelegentlichem Fluchen auf Spanisch und Calypso, die einen Popsong aus dem Radio mitsang, übertönt wurde.

Er atmete tief ein und konnte nur mit Mühe ein kleines Lächeln unterdrücken. Es roch nach frischem Obst, Schmieröl und Eintopf. Wenn er zu lächerlich emotionalen Vergleichen neigen würde, würde er vielleicht denken, dass es wie zu hause roch. Den Göttern sei Dank tat er das nicht.

„Komm rein, Nico!“ Calypso hatte den Kopf aus dem Küchenfenster gestreckt und winkte ihm mit einem angesengten Geschirrtuch zu. Er hatte längst aufgehört, sich zu fragen, woher sie wusste, dass er da war. Als er sie gefragt hatte, hatte sie bloß gelacht, glockenhell und ehrlich amüsiert. Götter. Nico verdrehte die Augen. Warum versuchte er überhaupt, sie zu verstehen?

Sie schloss ihn in die Arme, kaum dass er durch die Küchentür getreten war. Sie roch nach Zimt. „Essen ist gleich fertig.“

„Danke, ich hab keinen Hunger.“

Sie zog eine ihrer perfekten goldenen Augenbrauen hoch. „Wer's glaubt. – Leo ist in der Werkstatt.“

„Was eine Überraschung…“ Manchmal wusste Nico nicht, warum er immer wieder hierher kam. Im Camp hätte er mit Sicherheit auch jemand anderes gefunden, der die Prothese warten konnte. Irgendjemand, der ihm nicht Essen aufzwang, durch die Haare wuschelte oder versuchte, beim Schrauben völlig sinnlose Unterhaltungen über die Götter, die Welt und Spielzeugautos zu führen. Irgendjemand, dessen Füße nicht in Flammen standen, während er unter einem alten Cadillac steckte.

„Deine Füße brennen.“

„Was?! Autsch, verdammt!“ Sich die Beule an seiner Stirn reibend kam Leo unter dem Wagen hervorgekrochen. „Habe ich dir nicht gesagt, du sollst dich nicht so an mich heranschleichen? Du brauchst ein Glöckchen. Wir werden dir ein Glöckchen um den Hals binden, wie einer Katze.“ Er nickte selbstvergessen, offensichtlich um sich zu bestätigen was für ein unendlich guter Plan das war, und kritzelte etwas in sein Notizbuch. „Ja, so könnte das gehen… Ha, ich bin ein Genie!“

Mit einem breiten Grinsen drehte sich Leo zu ihm um. „Ein Genie, sage ich dir.“ Und dann zog er Nico in eine Umarmung, weil in dieser Werkstatt ‚Ich mag es nicht, angefasst zu werden‘ keinerlei Bedeutung hatte.

„Wenn du das sagst…“

Leo zwinkerte ihm zu, was ihn immer noch unendlich koboldartig wirken ließ, unabhängig davon, dass er (oder sein Körper, viel mehr) inzwischen erwachsen geworden war. „Irgendjemand muss es sagen.“

Nico zog eine Augenbraue hoch. „Nicht, dass du noch anfängst, es zu glauben…“

Leo brach in schallendes Gelächter aus und schlug ihm auf die Schulter. Als wäre es ein Witz gewesen. Als wäre es okay, Nico permanent anzufassen.

„Also, was kann ich für dich tun, mein Freund? Eine neue Waffe? Einen mechanischen Säbelzahntiger? Bitte sag Säbelzahntiger, ich habe da ein großartiges Design und er wird Feuer spucken und Kaffee kochen. Obwohl ich noch nicht weiß, ob man den Kaffee dann trinken sollte…“

„Ich brauche keinen Säbelzahntiger.“ Nico sagte auch nicht, dass sie keine Freunde waren, denn dann würde Leo wahrscheinlich noch verletzter drein gucken als jetzt, weil er keinen verdammten Säbelzahntiger wollte. „Ich bin wegen des Beins hier.“

Sofort strahlte Leo wieder. „Oh, das Bein… Eine meiner schönsten Arbeiten!“, flötete er und bugsierte Nico (natürlich mit beiden Händen wieder irgendwo auf Schultern und Rücken rumtatschend, natürlich) in Richtung der Werkbank und eines unendlich wenig Vertrauen erweckenden Sessels, der aus alten Felgen und wunderschön bestickten grünen Kissen bestand. „Was ist denn?“

„Ich glaube, da sitzt ein Steinchen im Gelenk“, nuschelte Nico und ließ sich in die Kissen drücken. Sie waren weich und dufteten nach Äpfeln. Manchmal hasste Nico Calypso und Leo.

„Du solltest wirklich weniger in der Unterwelt rumschleichen. Dafür ist das Bein nicht ausgelegt. Geister sind furchtbar schlecht für die Bronze“, schnatterte Leo ohne Punkt und Komma vor sich hin, während er mit zwei, drei kleinen Handgriffen die Prothese von Nicos Oberschenkel löste. Anscheinend ging auch das nicht, ohne ihn über die Maßen anzugrabschen.

Leos Hände waren viel zu warm, wie immer.

Nico wurde rot.

„Wirklich, wo genau kriechst du damit rum? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass du nur so zum Spaß in Kiesgruben schläfst, nur um eine Entschuldigung zu haben, um uns besuchen zu kommen. Was ich verstehen kann, wir sind schon ziemlich super. - Aber du schläfst ja nicht. Oder hast Spaß oder so was profanes…“ Nico hörte ihm nicht wirklich zu. Seiner Erfahrung nach der einzige Weg, mit Leo Valdez klarzukommen.

Stattdessen beobachtete er, wie die langen, schmalen Finger geschickt die Metallteile auseinander nahmen und ein unübersichtliches (aber wirklich schönes) Gewirr aus Zahnrädern und feinen Hubstangen zum Vorschein brachten.

Das Bein war wahrscheinlich wirklich eine von Leos schönsten Arbeiten. Es sah beinahe echt aus, nur der leichte Bronzeschimmer verriet was es war. Und es funktionierte tadellos. Der Ansatz drückte nie, die Gelenke waren leichtgängig und es fühlte sich ein bisschen an, wie auf Wolken zu laufen. Manchmal dachte Nico, dass es sogar besser war als sein richtiges Bein, das im Maul des Drakons verschwunden war, aber das war natürlich Schwachsinn. Nur weil es sich so sinnvoll, so gewollt anfühle… Schwachsinn, ja.

„Und da wären wir. Entsteint, frisch geölt und mit noch genug Zeit, ernsthaft über den Säbelzahntiger nachzudenken!“ Leo grinste das Grinsen eines Wahnsinnigen, und das nur Zentimeter von Nicos Nase entfernt.

Er schluckte.

„Danke.“

„Gern geschehen. Oh, riechst du das? Mein Leibgericht! Los, du bleibst zum Essen!“ Leo zog ihn an der Hand aus dem Sessel, Nicos schwachen Protest ignorierend. Burrida war gar nicht Leos Lieblingsessen. Es war Nicos.

„Danke, aber ich muss…“

Diesmal waren es kleinere, weniger schwielige Hände, die sich auf seine Schultern legten und ihn in Richtung Küche schoben. „Keine Widerrede“, lachte Calypso. „Ich habe extra für dich gekocht!“

„Du verkaufst die Eintöpfe“, protestierte Nico, aber er musste selbst zugeben, dass es ein bisschen schwach war. Es roch aber auch wirklich zu gut.


 
Es schmeckte auch phantastisch. Definitiv wie zu hause. Er erinnerte sich, wie seine Mutter beim Kochen gesummt hatte und wie Bianca die Tomaten geschnitten hatte… Es waren gute Erinnerungen. Fast tat es nicht weh.

Calypso lächelte ihn an, als könnte sie seine Gedanken lesen. Was sie natürlich irgendwie konnte. Die Vergangenheit zu sehen war einfach, sagte sie.

„Ich finde, du solltest dringend über einen mechanischen Säbelzahntiger nachdenken“, erklärte Leo mit vollem Mund. „Wenn du schon den ganzen Tag in der Unterwelt rumspazieren musst, solltest du jemanden mit scharfen Zähnen dabei haben, wirklich.“

Nico verdrehte bloß die Augen. „Ich wohne da.“

„Ja, und wie gruselig ist das bitte! Du brauchst einen Säbelzahntiger. Vielleicht besser zwei.“

„Leo…“ Calypso schüttelte leicht den Kopf, aber schaffte es dabei nicht, nicht verliebt zu lächeln. Es war ekelerregend.

Nico sah weg, auf die Wand, die mit Fotos tapeziert war. Jason und Piper. Jason und Piper und Leo, die Arme umeinander geschlungen und lachend wie die Vollidioten, die sie waren. Percy und Annabeth. Hazel und Frank. Calypso in ihrem Garten mit Festus. Coach Hedge. Und dort, direkt neben der Tür, ein Bild von Reyna und Nico, wie sie wild gestikulierend über irgendetwas stritten. Und eines, auf dem Nico in dem furchtbaren nach Äpfeln duftenden Sessel eingeschlafen war. Und da… Es waren erstaunlich viele Fotos von ihm.

Nico spürte, wie seine Wangen rot wurden und er wandte den Blick ab, starrte stattdessen auf seinen Teller.

Neben ihm sprang Leo auf. „Sorry, ich muss das grade notieren! Das ist sogar noch besser als ein Säbelzahntiger!“

Calypso lachte, als er aus der Küche sprintete. Dann lehnte sie sich wieder in ihrem Stuhl zurück. „Es ist schön, dass wir endlich mal wieder alle zusammen sind.“

Nico sah von seinem Teller auf. „Alle?“

„Na ja, wir drei.“

Nico fragte nicht, was genau an ‚wir drei‘ ‚alle‘ sein sollte. Wahrscheinlich hätte Calypso wieder nur so gelacht, als wüsste sie etwas, das er nicht wusste.

„Ich sollte jetzt gehen“, sagte er stattdessen.

„Warum wollt ihr Halbgötter eigentlich immer dann gehen, wenn ich will, dass ihr bleibt?“ Sie klang ein bisschen vorwurfsvoll, aber Nico hatte keine Ahnung, was er jetzt schon wieder falsch gemacht hatte.

Er zuckte mit den Achseln.

„Bleib.“

Nico sagte nicht, dass er das gerne würde. Das war bloß ihre Magie. Man wollte bei Calypso bleiben, so funktionierte das. Und anscheinend färbte sie auf Leo ab, denn manchmal wollte er auch irgendwie bei ihm bleiben.

Gerade deshalb musste er jetzt wirklich, wirklich gehen.

„Ich muss gehen.“

Calypsos Blick war traurig. Und, ja, viel zu wissend. Natürlich. Nico spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss. Warum vergaß er immer wieder, dass sie Gedanken lesen konnte? Er sollte sich die Prothese dringend anderswo reparieren lassen. „Du verstehst nicht…“

„Oh doch. Natürlich verstehe ich das.“ Sie zwinkerte ihm zu. Dann drehte sie sich zu der Fotowand um. „Es gibt Helden, da kann man nicht anders, man muss sich in sie verlieben.“ Nicos Blick schweifte zu dem Foto von Percy, wie er klatschnass am Strand in der Brandung saß. Es wäre Nico peinlich gewesen, wie wenig er sich unter Kontrolle hatte, wenn Calypso nicht das selbe Bild angestarrt hätte.

Das vergaß er auch immer wieder.

Sie zuckte mit den Achseln. „Aber dann gibt es natürlich auch Helden wie Leo. Bei denen du nicht weißt, was du mit ihnen anfangen sollst, aber die langsam, langsam unter deine Haut kriechen, bis du nicht mehr weißt, was du ohne sie anfangen sollst.“

Vielleicht verstand sie doch.

Nico schluckte. Er wusste wirklich nicht, was er dazu sagen sollte. Aber Calypso war schon aufgestanden und räumte das Geschirr zusammen. Er starrte sie bloß an. Er verstand Menschen ja schon nicht, wie sollte er da je einen Göttin verstehen?

„Ich… muss gehen.“ Seine Stimme war ungewohnt kratzig. Er musste hier wirklich, wirklich weg.

Sie drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und Nicos Wangen brannten. „Ich weiß. Aber denk bei Gelegenheit mal daran, dass es eventuell Leute gibt, die nicht wirklich wissen, was sie ohne dich machen sollen. Für wen sie Eintopf kochen oder Säbelzahntiger bauen sollen, wenn nicht für dich. Ja?“

Als Nico hastig die Schatten um sich herum hochzog um so weit weg zu verschwinden wie irgend möglich, war das letzte was er hörte, Calypsos glockenhelles, viel zu wissendes Lachen. Und ein entgeistertes ‚Wo ist er jetzt schon wieder hin?!‘ von Leo.

Manchmal hasste er die beiden wirklich. Aber vielleicht, nur vielleicht, könnte er sie ja demnächst mal wieder besuchen. Der Eintopf war wirklich gut.

Date: 2014-08-12 08:16 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Na, mit so einem schönen Icon doch erst recht :> Tag ist angelegt und nachgetaggt. :)

Date: 2014-08-18 08:55 am (UTC)
From: [identity profile] peterhforalpha.livejournal.com
Oh, I like :)
Boah, es ist wunderschön. Ich habe nie großartig über Leo und Nico nachgedacht, aber mann, die passen ja wirklich gut zusammen und ich kann sie mir auch gut zu dritt noch mit Calypso vorstellen :)
Die einzelnen Charaktere hast du wirklich super getroffen.
Mann, ich mag es wirklich. Ich liebe es sogar und ich hoffe doch sehr, dass Nico da demnächst nochmal vorbeigeht *haha*

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